ABITURWISSEN - SCHULWISSEN: WARNUNG!

Leider lehrt die Erfahrung, daß Schüler und schließlich auch Abiturienten mit dem Wissen von basisreligion im Fach "Religion" bei manchen Lehrern allenfalls ein "ausreichend" ergattern können, siehe auch die Facharbeit über "Die Rolle der Frau in Buddhismus und Christentum", diese Arbeit wurde eben so bewertet (inzwischen - Frühjahr 2004 - hat sich ein Besucher gerade für diese Arbeit vielmals bedankt, er hat sie an entscheidender Stelle in einem Referat verwendet)! Der Grund ist möglicherweise: Basisreligion greift erst einmal durchaus auch Positionen der Religionskritk auf. Doch diese Positionen werden durchgängig nicht von vornherein abgewehrt und widerlegt, wie das normalerweise in der "Schul-Theologie" geschieht, sondern voll und ganz akzeptiert - und es wird nach einem neuen Sinn, oder besser nach einem eher plausiblen Sinn, gefragt und geforscht, der zuerst einmal die Argumente der Religionskritik berücksichtigt (und der nichts zu tun haben braucht mit allen unseren üblichen traditionellen Vorstellungen). So halten wir uns hier gar nicht erst damit auf, ob Adam und Eva die ersten Menschen waren oder nicht, sondern es wird nach einem hieb- und stichfesten Sinn gesucht, und glücklicherweise findet der sich auch: Die Adam-und-Eva-Erzählung ist nämlich eine Geschichte gegen den Mißbrauch der Frau in der kultischen Prostitution. Oder auch was Jesus betrifft: Durchgängig wird hier gar nicht mehr auf irgendwelche legendenhaften Berichte über ihn eingegangen sondern es wird ausschließlich der historische Jesus akzeptiert, und die ganze Dogmatik wird einer sinnvollen Seelsorge untergeordnet, sofern sie überhaupt interessiert.

Die meisten Lehrer mögen es nicht, wenn ein Schüler sie missionieren möchte - es gibt aber auch andere, die in dem Schüler den Partner sehen und gerade das gut finden!

Jedenfalls sprengt die missionarische Vorgehensweise von Schülern im allgemeinen die Schulsituation: Die Lehrer geben sich gewiß sehr viel Mühe, die Schüler innerhalb ihres Unterrichtsstoffs gerecht zu beurteilen. Doch wir müssen bedenken, daß das, was sie da lehren, zumeist auch irgendwie mit ihrem eigenen Sinn des Lebens zu tun hat, zu dem sie in vielen Jahren gekommen sind. Und sie möchten nun einmal auf keinen Fall etwas aufgedrückt bekommen, was diesen Sinn stören oder gar zerstören könnte, schon gar nicht von einem Schüler und in einer oft etwas schnoddrigen und überheblichen Weise. Sie möchten eben nicht mit Interpretationen missioniert werden, die man auch anders sehen kann, und mit ihnen nicht geläufigen Sinnzusammenhängen überrumpelt werden, und wenn diese noch nicht einmal so richtig und plausibel sind oder vorgetragen werden! Die Schule ist nun einmal schon gar nicht eine Universität und der Schüler kein Doktorand oder sogar noch mehr!

Wir neigen alle dazu, vor allem in einer Sitation der Faszination Gedankengänge zu verzerren - und damit werden wir für andere nicht mehr verständlich.

Dazu kommt, daß die Schüler in ihrer Begeisterung im allgemeinen Gedankengänge verkürzt wiedergeben und daher nicht mehr verständlich sind. Meine Tochter erzählte einmal, wie ihr Lehrer ihren Unterrichtsbeitrag, daß die christliche Religion und Mission schuld an der AIDS-Ausbreitung in Afrika seien usw., zurückgewiesen hätte (sie hatte darüber bei mir etwas gelesen). "Nein", meinte ich darauf, "so kann man das ja auch nicht sagen, da hat der Kollege völlig recht. Du hättest natürlich schon ein wenig die Problematik Glaube und Moral aufrollen müssen - doch dazu muß man sie eben kennen und sich mit ihr auseinandersetzen!"  Die Gelegenheit dafür kann vielleicht ein geeignetes Referat sein.

Wichtig ist natürlich vor allem, dabei entweder gute Argumente für etwas zu haben oder gute Belege zu finden. Im Fall der AIDS-Ausbreitung in Afrika wäre etwa ein solcher Beleg, wenn man einen Text zitieren kann, der sich mit dem Stand der Information junger Leute in Afrika und den Tabus beschäftigt, die dort so üblich sind.

Und wenn ein solcher Text nicht vorliegt, dann könnte eine mögliche Art der Argumentation auch sein, sich selbst existentiell einzubeziehen nach dem Motto: "Wenn ich in Afrika lebte und mir wäre durch zahlreiche Tabus der Durchblick in diesen und jenen Punkten verwehrt, dann würde ich gewiß auch so und so handeln...." Oder bei einer anderen Problematik: "Wenn ich mir vorstelle, daß ich als Mutter eines kleinen Jungen in einer Gesellschaft lebe, in der es Menschenopfer gibt, dann wäre ich gewiß ganz schön in Panik...."

Alles braucht seine Zeit!

Mein Tipp kann jedenfalls nur sein: Informiert Euch vor einer Prüfungssituation erst einmal über das Normalwissen, wie es etwa im Internetlexikon Wikipedia enthalten ist! Und wenn Ihr den Eindruck habt, daß das alles zu wenig ist, weil es einfach die (heutige) Lebenswirklichkeit nicht richtig einbezieht, dann beginnt ganz vorsichtig, Euren Lehrer und vor allem auch Eure Mitschüler mit den Problemen der theologischen Wissenschaft ganz allgemein zu konfrontieren und mit dem Konzept basisreligion bekannt zu machen. Alles braucht seine Zeit und Ihr müßt auf alle Fälle vermeiden, daß es in der Prüfung zu einer Überrumplungssituation kommt, die die Lehrer zwangsläufig falsch interpretieren müssen und die für Euch selbst nur noch negativ wirkt.

Ein gutes Argument kann vielleicht das folgende (ironische) sein: In Deutsch lernen die Schüler, nicht mehr ins Theater zu gehen und keinen Spaß an schriftstellerischer Arbeit zu haben, im Sport lernen sie, nicht mehr Sport zu treiben, in Kunst lernen sie, in keine Gemäldegalerie mehr zu gehen, in Musik lernen sie, nie mehr in eine Oper zu gehen - und im Fach "Religion" lernen sie eben, nie mehr in eine Kirche zu gehen und schon gar nicht, das Leben nach dem Glauben zu gestalten. Und das kann es ja nicht der Sinn unserer Schule sein: Schüler könnten vielleicht versuchen, dem Lehrer nahe zu bringen, daß sie also eine Religion wollen, die sie motiviert und informiert, wie sie ihr Leben wirklich vernünftig gestalten können und warum sie etwas lieber so machen und nicht anders! Schließlich lernt auch ein Kraftfahrzeugmechaniker nicht irgendetwas über die Geschichte und das Wesen des Autos, sondern er lernt vor allem, ein Auto so zu bauen oder zu reparieren, damit es gut und sicher fährt. Die Erforschung wissenschaftlicher Fragen (etwa analog: welche Metalle für einen Motor infrage kommen und welche besser nicht) interessiert nur am Rande - das sind Probleme für die Universität!

Die Schwierigkeit und die Chance von basisreligion: Wir haben es hier mit einem Gesamtkonzept zu tun! Einzelne Komponenten wirken bisweilen "ungenießbar" und erscheinen sogar abartig. Doch im Zusammenspiel mit anderen Komponenten, die ihrerseits zunächst einmal "ungenießbar usw." wirken, gibt alles einen sehr positiven Sinn!

So erscheint ein pädagogisches Konzept, das die Nacktheit in der Öffentlichkeit unter bestimmten Bedingungen auch schon von Kindern durchaus befürwortet, "unmöglich", wenn nicht gar pervers. Entsprechend ist es, mit Kindern den Bericht von der Abtreibung zu besprechen (siehe Kindererziehung), oder die Kinder mit Positionen der Religionskritk zu konfrontieren. Denn jedes für sich allein kann Kindern sogar den Lebensmut und schließlich auch den letzten Rest von GLAUBEN nehmen. Doch alles zusammen kann den Kindern durchaus zu erfolgreicher Emanzipation und wirklich christlicher Freiheit verhelfen und sie zu wirklichem christlichen Glauben führen!

Es war im Übrigen schon immer schwierig, ungewohnte Dinge in einer ungewohnten Einheit zu sehen! Max Planck (1858 - 1947) sagte einmal, daß sich manches Problem in dieser Richtung erst durch das Aussterben derjenigen Menschen löst, die das nicht können.... 

Doch seid gewiß: Es gibt genügend Lehrer und gerade Relilehrer, die den Schüler durchaus als Partner sehen und mit sich reden lassen, wenn er gute Argumente hat! Doch die muß der Schüler eben auch bringen! Nur wegen der "schönen blauen Augen" usw. darf es nun einmal keine guten Noten geben! 

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama) Computer-Übersetzung des Buchs HONESTY AND FUN WITH THE MORALITY ins Englische unter English !