Eine Fachtagung ist ja auch eine Art Reise – also folgendes Kurzprotokoll mit persönlichen Anmerkungen....

Kurzbericht von der Fachtagung "AIDS-Prävention in den 90er Jahren" am 27.11.1991 im Kongreß-Center Kölner Messe - veranstaltet vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW.

Nach einer Information über die Krankheitssituation heute (Infektionskrankheit mit der z.Zt. höchsten Sterblichkeitsrate, wobei mögliche Infektionen gleichzeitig am einfachsten zu verhindern sind) ging es vor allem um die für eine Prävention notwendige Aufklärung und um die Solidarität mit den Infizierten. Dabei wurden vor allem folgende Forderungen gestellt:

-          Die Benutzung von Kondomen hoffähig zu machen (statt Liebe werden beim Kondom Krankheit und Tod assoziiert).

-          Kondome sollten leichter zugänglich gemacht werden, attraktiver und  benutzungsfreundlicher gestaltet werden (z.B. in lustigen Farben, mit allerlei Geschmacksnuancen, doppelfarbig, um innen und außen zu unterscheiden, Individualisierung des Kondoms nach Größe, Ästhetisierung des männlichen Glieds).

-          Kondomautomaten sollten auch in Schulen aufgestellt werden, die Lehrer sollten sich verantwortlich fühlen, daß die jungen Leute damit klar kommen. Es wurde allerdings auch bemängelt, daß der Staat bei den Kondomen Produktwerbung treibe, das sei doch eigentlich die Aufgabe der Kondomindustrie.

-          Randgruppen wie Homosexuelle (nach Professor Helmut Kentler, der sich selbst als homosexuell bekannte, haben fast alle Männer als Jungen irgendwelche diesbezüglichen Spielereien hinter sich <wozu er auch das kindliche Weitpinkeln zählte>, wahrscheinlich hätten gerade die schlimmsten Bekämpfer "ihre Leiche im Keller") und Prostituierte (400 000 in Deutschland, bei durchschnittlich drei Freiern pro Nacht bedeutet das, daß in Deutschland täglich 1,2 Mio Männer mit Prostituierten verkehren - pro Woche wären das rund 10 Millionen <Ausrechnung von mir> - ) müssen gesellschaftsfähig werden. Dazu sollen die entsprechenden Selbsthilfegruppen in jeder nur erdenklichen Weise vom Staat unterstützt werden. Der § 175 sollte ersatzlos gestrichen werden, Prostitution sollte als (Lehr-)Beruf anerkannt werden, damit würde dann auch eine Standesorganisation möglich, wodurch sich die Erpreßbarkeit von Dirnen verringere (wenn ihnen etwa bei Verzicht auf Kondombenutzung höhere Preise geboten würden).

-          Zur Vermeidung von Infektionen beim Konsum von Drogen sollten in Strafanstalten Einwegspritzenautomaten aufgestellt werden (peinlich für die Justiz, die offenbar einen ordnungsgemäßen Strafvollzug nicht schafft).

Die ganze Fachtagung beschäftigte sich m. E. mit "technischen" Fragen der Prävention, es ging im Grunde nur darum, wie auch in Zukunft hetero- und homosexueller Verkehr und auch die Drogenbenutzung folgenlos in Hinblick auf AIDS-Ansteckungen fortgesetzt werden kann. Eine Tagungsteilnehmerin bemängelte die Einseitigkeit der Tagung und meinte, da gebe es doch noch eine andere Ebene, doch sie wurde offensichtlich nicht verstanden. (Sie meinte wohl, so wie sie es sagte, die ethische Ebene.)

Sowohl eine Propagierung von funktionierenden - und damit attraktiven - Einehen im strengen Sinn (ein einziger Geschlechtspartner für's ganze Leben, wie es ursprünglich auch die Forderung der jüdischen Religion aus reinen Hygienegründen war), wie auch der Einsatz unserer christlichen Religion in diesem Sinn wurde zu keinem Zeitpunkt auch nur in Erwägung gezogen. Dabei ist das meiner Meinung nach (und nicht nur weil ich Religionslehrer bin) auf Dauer die einzige Alternative, die wir gar nicht intensiv genug vertreten können, wenn wir uns nicht alle ausrotten wollen.

Zur Kenntnisnahme an Schulleitung - Religionslehrer - Biologielehrer 

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