APHRODISIAKUM.  APHRODISIAKA (von griech. Aphrodite - Liebesgöttin) sind sexuelle Reizmittel oder Liebesmittel. Seit Menschengedenken gibt es unzählige Rezepturen, doch keine erfüllt ihren Zweck. Heutzutage zählen zu den bekanntesten Aphrodisiatika die in Ostasien aus den Geweihen von lebenden oder frisch geschlachteten Hirschen oder aus dem Horn von Nashörnern hergestellten Mittel. Besonders letztere tragen in sinnloser Weise zur Ausrottung der Tiere bei. Die einzig wirksame dauerhafte Methode zur Vermeidung von Impotenz und damit zur Erhaltung der Fähigkeit zu körperlicher Liebe ist eine gelungene seelische Liebe in der Einheit von Leib und Seele. Und das scheint nämlich das Hauptproblem zu sein, warum Menschen Aphrodisisatika benötigen: Es kommen Menschen zusammen, die einfach genau von diesem Aspekt her nicht zueinander passen: Etwa wenn in Ostasien ein alter Mann ein junges Mädchen zur Frau nimmt, für die er vielmehr Vater sein könnte. Dann braucht ein solcher Mann nun einmal Aphrodisiatika...

In diesem Sinn schreibt das auch Don Gillmor in einem Beitrag in der WELT am 27. Oktober 2004: "Die Pharmaindustrie ist eine der profitabelsten und mächtigsten in den USA; sie ist eine der Hauptquellen von Forschungsgeldern. Im Jahr 1994 haben Soziologen herausgefunden, daß zwischen 30 und 50 Prozent aller Erwachsenen über "sexuelle Unzufriedenheit" klagen. Aus "Unzufriedenheit" wurde schnell "Dysfunktion". Es gab eine subtile und effektive Medizinalisierung der Sexualität - nicht eine zerbrechende Ehe oder Langeweile war Thema, sondern ein medizinisches Problem.

(Was wird hier eigentlich behandelt? Die Autorin Meika Loe glaubt, Männer hätten überall ihren Status und ihre Macht verloren, im Beruf,
zu Hause und im Bett. Wie die anorektischen Teenager versuchten sie nun, sich auf den letzten Ort zu konzentrieren, den sie noch unter Kontrolle haben: ihren Körper. Sie kräftigen ihn mit Steroiden und eben mit Viagra. Wo liegt das Problem?

Viagra ist nicht als Freizeitdroge angepriesen worden, aber dieser Gebrauch läßt sich nicht vermeiden. Jeder entscheidet selbst, ob er ein medizinisches Problem hat; man holt sich die "Diagnose" online. Pfizer hat den Kampf um die männliche Sexualität gewonnen. Vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/data/2004/10/27/351679.html - Achtung beim Versenden als E-Mail: Der Artikel landet vermutlich im Spamfilter, weil da etwas von Viagra drinsteht!)

Im Internet werden wir zur Zeit mit Angeboten für VIAGRA überschwemmt, ob das etwas hilft? Es ist jedenfalls teuer genug. Angeblich soll ja ein Präparat aus der orientalischen Frucht Jujube besser und erheblich billiger sein, das über Holland versandt wird, wenn man der Werbug Glauben schenken soll... Und wenn Sie so etwas bestellen sollten, lesen Sie einmal den Beitrag in der WELT vom 16.07. 2004 über "Die Pest im Postfach", wie Sie vor allem mit Potenzpillenangeboten regelrecht abgezockt werden! URL des Beitrags: http://www.welt.de/data/2004/07/16/306026.html.
  (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)