ARROGANZ (auch Überheblichkeit, Eingebildetheit) ist eine abwertende Haltung gegenüber vermeintlich unwissenderen, dümmeren und primitiveren Menschen. Arrogante Menschen sind dabei der Auffassung, daß sie selbst durch Wissen und vor allem auch durch Moral höherwertig sind. Daher sehen solche Menschen zumindest in ihrem Herzen auf alle diejenigen Menschen herab, die anders als sie leben (siehe Ehebruch, Seitensprung, Abtreibung, Reinfallen, Homosexualität, Prostitution). Ja, sie provozieren oft sogar noch die als minderwertig empfundenen Menschen, indem sie in deren Lebenswunden und Lebensschwachstellen herumwühlen und Bekenntnisse von Unzufriedenheit und von Unerfülltheit hören wollen. Damit verlangen sie im Grunde auch noch von denjenigen Menschen, die tatsächlich eine Störung oder gar einen Verlust ihrer Einheit von Leib und Seele fühlen und betrauern, daß sie ihr letztes bißchen Selbstwertgefühl aufgeben, aus dem heraus sie ihre alle ihre Probleme als Veranlagung, als notwendige Erfahrungen oder als ganz besondere Lebensqualität deklarieren. Wenn irgendein Bekenntnis ja noch einen Sinn hätte, daß dadurch etwas besser würde, doch darum geht es typischen arroganten Menschen ja gar nicht!

Besonders ärgerlich und sogar schäbig wirkt diese Arroganz, wenn wir sie bei Menschen antreffen, die direkt oder indirekt mitschuldig sind am Schicksal der Minderwertigen.

Bedenken wir, wie Eltern, Lehrern, Priestern bisweilen jedes Gefühl von Verantwortlichkeit fehlt, als es noch Zeit (Kairos) gewesen wäre, konkret zu helfen, also junge Menschen sinnvoll zu erziehen (siehe Erziehung, Kindererziehung).

Ursache der Arroganz in Fragen unseres christlichen Glaubens und der Moral dürfte immer eine Verständnislosigkeit sein, die entweder auf eine eigene nicht geglückte Einheit von Leib und Seele oder auch auf Ahnungslosigkeit und Naivität in dieser Richtung hinweist. Arrogante Menschen haben also wahrscheinlich dieselben Probleme wie die von ihnen verachteten Mitmenschen, nur eben anders. Vielleicht beneiden sie diese sogar insgeheim (sie sind also typische Spießer), weil die vermeintlich minderwertigeren Mitmenschen ihrer Meinung nach wenigstens den großen Vorteil haben, daß sie sich - anders als sie - von allen Pflichten, von allen moralischen Normen und von jedem Verantwortungsgefühl freigemacht haben und jetzt in vollen Zügen ihr Leben genießen und ungeniert ausleben können.

Arroganz macht vor allem auch blind gegenüber der Wirklichkeit.

Wie sehr selbst leidende Menschen durch Arroganz anderer in eine Position gedrängt werden können, die sie gar nicht vertreten, erlebte mein Vater, der in der Nazizeit Journalist war. Da kamen - wohl während der Olympischen Spiele 1936 - einige englische Journalisten in die Redaktion seiner Zeitung und bedauerten die armen deutschen Kollegen, weil sie unter einer menschenverachtenden Diktatur leben müßten und nicht frei seien. Das geschah derart arrogant, daß selbst der letzte Nazigegner in der Redaktion nicht nur das Naziregime verteidigte, sondern es sogar noch lobte. Bei den englischen Kollegen mochte das nun wieder Verständnislosigkeit  ausgelöst haben, daß die Deutschen alle Nazis sind, was so gewiß nicht stimmte. Und so fangen dann die Vorurteile an...

Arroganz und Religion.

Als ich von der "Missiokommission" meines Bischofs stand (früher sagte man "Inquisitionstribunal"), wurde ich etwas hämisch gefragt, wie ich denn auf dieses Jesusbild käme, das sei doch absolut abstrus. Na ja, meinte ich, das hätte ich zusammen mit einem Bauern, der sich in den Dingen des Lebens auskennt "entwickelt" (oder so ähnlich). Da hatte ich schon gar keine Chance mehr - von einem Bauern, nein so etwas Lächerliches...  (Anmerkung: Die in kursiv gesetzten Worte wurden nicht gesagt, sie geben nur meinen Eindruck wieder.)

Dabei ist es doch so: Mit der Erzählung von der Sünderin in Johannes 8 (also der Frau, die gesteinigt werden soll und von Jesus gerettet wird) kommen wir Theologen nun einmal nicht weiter, irgendwie fehlt uns einfach der rechte Zugang. Wenn wir uns einmal besinnen würden, daß dies offensichtlich eine Kriminalgeschichte mit einer Prostituierten ist und wir "Fachleute" zu Rate ziehen würden, die das entsprechende Insiderwissen haben, die sich in Sachen "Kriminalität" und "Prostitution" auskennen, ob es nun Kriminalisten oder Zuhälter sind, hätten wir schnell die Lösung! Immerhin kannte ich ja einen Bauern, der sich auskannte...

Doch im allgemeinen stehen Theologen über solchen "niedrigen Leuten" und verweigern jede Streitkultur mit ihnen ("alles nur Stammtischgeschwafel!") und bleiben also lieber blind. Und noch mehr: Sie konstruieren eine Priesterreligion mit einer Theologie, die niemand sonst mehr versteht und sehen geringschätzig auf die herab, die das nicht verstehen, und meinen, durch ihr "höheres Wissen" etwas Besseres zu sein. Immerhin gibt es auch Ausnahmen...

Schauen Sie doch auch in ein katholisches Forum, mit welcher Arroganz und Ignoranz hier über basisreligion diskutiert wird! Natürlich muß nach "denen" die Jugend vor diesem Konzept gewarnt werden, als ob basisreligion an dem Sittenverfall heute schuld ist! Wer macht denn seit jeher und also auch zur Zeit die ganze religiöse Kinder- und Jugenderziehung? Wer hat uns also denn in den ganzen Schlammassel hineingeritten? Basisreligion hatte darauf bisher doch nun wirklich keinen Einfluß! Nicht zuletzt kann ich wenigstens positive Stimmen junger Menschen vorlegen, daß sie anders gehandelt hätten, hätten sie die Ansätze von basisreligion früher gewußt (siehe die Korrespondenz mit einem Mädchen mit Erfahrungen oder auch die Mail einer etwas älteren Besucherin dieser Website zum Thema Geschlechterkampf)! Dummheit oder Böswilligkeit, was die Leute in dem katholischen Forum antreibt? 

Und hier das Forum: http://66.246.34.238/wbboard/thread.php?threadid=2946&boardid=14&page=1#14

Siehe auch Hochmut des Verfassers dieser Website.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)