Der ATHEISMUS (gr. ohne Gott) ist der Wesenszug von Lehren und Ideen, in denen das Vorhandensein eines Gottes und natürlich erst recht auch von Göttern oder das Wirken anderer übernatürlicher, außerweltlicher Wesenheiten und Kräfte bestritten wird. Dazu gehört dann auch die Ablehnung eines Glaubens an ein Leben nach dem Tod.

Atheistische Denkweisen bestricken vor allem deswegen, weil mit der Berufung auf einen oder viele angebliche Götter oder andere höhere Mächte immer wieder Schindluder getrieben wird und Menschen an ihrer wirklichen Freiheit und Emanzipation gehindert und in jeder nur erdenklichen Weise ausgebeutet wurden und immer noch werden.

Wirklich menschlich geholfen wurde ihnen mit dem Gottesglauben jedenfalls sehr oft nicht. Daß gerade von atheistischer Seite da so heftig für mehr Menschlichkeit gekämpft wird, sollte Menschen, die sich für religiös halten, zu denken geben. Denn vor etwa drei- bis dreitausendfünfhundert Jahren ist der Glauben an einen einzigen Gott, also der Monotheismus, gerade aus dem Grund eingeführt worden, um Menschen zu wirklicher Emanzipation zu verhelfen und ihre Ausbeutung durch Priestergesellschaften (siehe Priesterreligion), die sich auf ihren Dienst für die vielen Götter beriefen, zu unterbinden, er war also eine Art Religionskritk. Wenn wir dieses Anliegen des Monotheismus mit dem des heutigen Atheismus vergleichen, müssen wir feststellen, daß der Anlaß für den Monotheismus und für den Atheismus im Grunde derselbe ist. Die Beziehung zwischen Atheismus und Monotheismus ist sogar noch enger: Die Christen der Urkirche wurden nicht verfolgt, weil sie einen anderen Gott hatten, denn einem anderen Gott hätten die Römer gewiß noch eine zusätzliche Statue in ihrem Pantheon ("Allgöttertempel") aufgestellt, sondern weil sie in den Augen der Römer Atheisten waren: Sie hielten offenbar nichts von den üblichen Götterkulten, sondern unterschieden sich von ihren heidnischen Mitbürgern durch ihr verändertes, menschlicheres Leben, und das schien wohl verdächtig und gefährlich. Sollten wir heutigen Christen nicht auch wieder in gewisser Weise Atheisten sein, so widersprüchlich das auf den ersten Blick auch aussehen mag?

Etwas völlig anderes als der Atheismus ist die (praktische) Gottlosigkeit! Hier wird die Existenz Gottes aus niederen Gründen geleugnet. Bei der Gottlosigkeit geht es darum, sich von allen Gedanken an Moral und Verpflichtung gegenüber irgendeiner übergeordneten Instanz freizumachen - siehe hierzu das entsprechende Pamphlet unter Religionskritik. (Siehe auch Götzendienst und Vielgötterei.)

Wem nützt eigentlich wirklicher Atheismus?

Bedenken wir darüber hinaus das spieltheoretische Problem (siehe Spieltheorie). Nur, wenn wir einen Gott annehmen, können wir junge und folglich zunächst einmal schwache Menschen so über die Realität informieren (siehe Information), daß ihnen ihre spieltheoretische Situation in aller Deutlichkeit klar wird. Denn wohl nur dank der Unterstützung dieses (allerdings nur jüdisch-christlichen) Gottes (oder besser "Vaters", wie er uns von Jesus um Vaterunser gelehrt wurde) können sie die Zuversicht erhalten, den Kampf um die Erfüllung ihres höchsten Menschseins auch zu gewinnen, also auch gegen jene gottlosen Gesellen, die sich von jeder wirklichen Moral frei gemacht haben und jetzt auch noch andere in ihren Strudel hineinziehen wollen, erfolgrein zu spielen. Wenn wir ihnen einen solchen Vater-Gott vorenthalten, dann können wir ihnen in ihrer Kindheit eigentlich nur eine heile Welt vormachen, denn wir haben ja keine Lösung für sie parat. Und die heile Welt stimmt nun einmal nicht: Wir müssen sie also erst recht belügen.

Fazit: Atheismus nützt den Gutwilligen schon gar nicht! Wir müssen allerdings aufpassen, daß jüdisch-christlicher Gottesglaube nicht (wie so oft) zum götzendienerischen Gottesglauben verkommt (siehe Dekadenz und Perversion). (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)