AUFKLÄRUNG ist das Bemühen, in allen Fragen über Natur und Leben Unwissenheit und falsche Vorstellungen durch sachliche Darstellungen zu überwinden. Insofern ist Aufklärung eine Absage an jede Art von Aberglauben und sonstige Manipulation und ein Dienst an der Emanzipation des Menschen und sie steht damit schließlich auch im Gegensatz zu einem veräußerlichten Christentum. Philosophisch gesehen ist sie "die Befreiung des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit" mit der Aufforderung: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Kant, siehe auch kategorischer Imperativ). Das Zeitalter der Aufklärung begann etwa Mitte des 18. Jahrhunderts.

Ob diese Aufklärung bisher gelungen ist? Ich wage das zu bezweifeln - denn dann gäbe es keine Kriege mehr (siehe Frieden), keine Ausbeutung, keine gescheiterten Beziehungen (siehe Beziehungskisten), keine Prostitution, weil die Menschen zu sich gefunden hätten uns sich als Brüder erkennen und schätzen würden.

Zunächst mag das, was wir gewöhnlich unter Aufklärung verstehen, mit dieser philosophischen Aufklärung nichts zu tun haben. Doch wenn wir genau hinsehen, bedingt die eine die andere - wenn wir nur weit genug gehen:

Mit Aufklärung werden auch immer noch die Informationen für Kinder und Jugendliche über rein biologische sexuelle Dinge bezeichnet, also über Funktionen wie Geschlechtsverkehr, Befruchtung, Schwangerschaft und Geburt. Diese Information Kinder und Jugendlicher ist jedoch nur erst Anfang und Voraussetzung einer viel wichtigeren Aufklärung, nämlich derjenigen zu wirklicher menschlicher Freiheit und Emanzipation! Und daher gehört nun einmal das Wissen dazu über die Ambivalenz von alledem im Zusammenhang mit der Mann-Frau-Problematik, über Menschenkenntnis, über echte und falsche Moral im Sinn von Gebrauch und Mißbrauch, über Lüge und Heuchelei und über Strategien, dies alles zu erkennen und zielstrebig im Hinblick auf ein sinnvolles Lebenskonzept zu denken und zu handeln.

Kein junger Mensch hat auf Dauer irgendeinen Nutzen für sein Glück, wenn er nur die biologische Seite unserer Sexualität kennt, wenn er etwa weiß, daß ein Penis in eine Scheide eingeführt wird, damit sich dann männlicher Samen und weibliche Eizelle miteinander vereinigen können und daraus dann neues Leben entsteht. Dieses Wissen erhebt den Menschen wohl kaum über das Wissensniveau von Tieren, die es nämlich sozusagen schon von der Natur mitbekommen haben, und wir dürfen uns nicht wundern, wenn etwa Kinder sich hierbei sehr schnell langweilen. Und die Aufklärung über Geschlechtskrankheiten und Verhütungsmittel ist zwar sicher notwendig, bedeutet jedoch keinen Fortschritt gegenüber dem Wissensnotwendigen von Prostituierten und bringt einen Menschen daher auch nicht weiter.

Eine vernünftige "Aufklärung im Kleinen" entspricht unbedingt dem Menschenbild der Aufklärung und ist unabdingbar für den einzelnen Menschen zu einer emanzipierten Gestaltung seines Lebens! 

Erzieher haben mit der Information über die Ambivalenz des Geschlechtlichen, die auf der einen Seite höchstes Glück und auf der anderen Seite tiefste Verletzung und Enttäuschung bedeutet, allerdings die größten Schwierigkeiten, die sich eigentlich nur mit erheblichen Verdrängungen eigener Leichen im Keller erklären lassen. Dabei erweist sich gerade die Unterlassung dieser wichtigeren Aufklärung als äußerst verhängnisvoll, wenn es um die bewußte Gestaltung des Lebens junger Menschen geht. Wir können sogar sagen, daß die rein biologisch-technische Aufklärung eine geradezu kriminelle Manipulation durch Weglassen des Gesamtzusammenhangs und vor allem der Kehrseite ist. Die Vermutung liegt nahe, daß durch die Verhinderung von Informationen dazu immer noch junge Menschen von einer bewußten Gestaltung ihres Lebens abgehalten und sie den jeweils üblichen Klischees - und dabei auch denen der jeweiligen Kulturen - angepaßt werden sollen. Mit wirklicher Aufklärung im Sinne der philosophischen Idee der Aufklärung hat das dann gar nichts mehr zu tun!

Aufklärung für junge Menschen - gleich welcher Art - ist eine Aufgabe der Gemeinschaft, denn was haben sie davon, wenn einzelne informiert sind und ihr Leben bewußt gestalten wollen, andere aber nicht (siehe Gruppenzwang)? Es müssen sich Menschen finden, die hier ihre Verantwortlichkeit aus wirklichem christlichen Glauben heraus erkennen und wahrnehmen. Wie sollen zum Beispiel prinzipientreue junge Menschen auf andere prinzipientreue Menschen im Sinn der Zehn Gebote treffen, wenn solche Prinzipientreue nicht Ziel einer Gemeinschaft ist? Siehe auch Frühsexualisierung. (Zur Frage nach dem günstigen Zeitpunkt siehe Kairos.)

In diesem Zusammenhang werde ich bisweilen gefragt, ob es überhaupt eine Verbindung von Religion und Aufklärung gibt. Daß unser christlicher Glaube (und damit hängt auch der jüdische Glaube zusammen) erst durch die Aufklärung die Bedeutung erlangen kann, die in ihm steckt, versuche ich in dieser Website basisreligion darzulegen. Und wie ist das mit anderen Religionen, also etwa dem Islam, dem Buddhismus, dem Hinduismus, ist bei denen Aufklärung möglich? Offen gesagt: Ich bin da skeptisch, doch das ist nicht meine Aufgabe!

Ein aufgeklärter Mensch kann vor allem auch eine richtige Moral von einer falschen unterscheiden.

Und er kümmert sich um die richtige Moral, er lebt danach, nicht nur um deutlich zu zeigen, wo er steht, sondern damit er auch die richtige regelrecht lieben lernt, daß er gegen die falsche immun ist! Machen wir uns nichts vor, nur derjenige der Spaß am Richtigen und Guten hat, der ist auch gefeit gegen das Falsche und Böse! Ob das Leben nach der vernünftigen Moral nun nicht auch zum Streß werden kann? Gewiß, doch ohne Stress läuft vermutlich nie etwas Neues, selbst nicht das Vernünftige. Orientierung sind hier die Zehn Gebote!

Mailwechsel zwischen einem Christen, der die Aufklärung ablehnt, und dem Verfasser von basisreligion, dem die Aufklärung gar nicht weit genug gehen kann, weil erst dann der unverfälschte Jesus auferstehen kann!

Es handelt sich um die Fortsetzung des Mailwechsels in Entmythologisierung, denn diese paßt besser hierher!

Hallo Michael

ich habe mal in den Teil 9 reingesehen und werde ganz nervös: Aber genau das
mache ich doch alles! Da ist ein alter Mythos, der Adam-und-Eva-Mythos oder
der Erlösungsmythos durch Jesus, was niemand mehr versteht, die Leute wenden
sich ab

Möglicherweise machst du das mit *diesen* Mythen ja ganz gut. Deine Ergebnisse bestätigen dich und es leuchtet mir ein.

warum bist Du so quengelig, wenn ich Gott und die Auferstehung nicht so nehme wie Du?

Ich habe mich buchstäblich Tag und Nacht mit deiner Webseite auseinandergesetzt. Alles leuchtete mir irtgendwie ein. Und plötzlich merkte ich, dass mir die Autorität der Bibel zwischen den Fingern zerbröselte. Dann kann ich gleich alles wegwerfen. Ich stand also vor der Entscheidung: Entweder ich verliere alles, was mir lieb und teuer ist, oder ich verliere den Verstand. Das war am Vorabend von Pfingsten. An Pfingsten wurde mir dann klar (bzw. Gott hat es mir in der Anbetung gezeigt), dass Menschen rund um die Erde, das heisst fröhliche Christen, hier und heute erleben, was in dem Bibelbuch beschrieben ist. Es ist alles wahr.

Politisch korrekt ausgedrückt: Deine Ansichten verletzen meine religiösen Gefühle (und die anderer). Und deswegen werde ich den Link auf deine Seite wieder von meiner Webseite runter nehmen. Ich kann es nicht verantworten (s.u.)

Gerade
bei Auferstehung habe ich doch auch alles sehr gut umgestzt, daß es für den
heutigen Menschen wirksam werden kann!!! Du steckst doch in irgendeiner
Legenden- und Märchenwelt, werde doch endlich erwachsen udn komme in unserer
Zeit an!!!

Nein, du hast überhaupt nichts verstanden. Jetzt will ich dir mal was erzählen aus meinem Leben:

Meine Eltern waren ganz gewöhhnliche Kirchenchristen. Sie haben mir von klein auf die biblischen Geschichten erzählt; man ging in die Sonntagschule, und am Tisch und abends beim Zubettgehen wurde gebetet. Das war es dann. Weitere "Indoktrinierung" gab's nicht. Aber (und das ist wichtig) es war ein Elternhaus, wo man über alles reden konnte (auch über die "Familiendemokratie" - darum haben uns viele beneidet).

Ich habe also von Eltern und Sonntagschule den Schöpfungsmythos mitgekriegt. In der Schule wurde mir dann der Evolutionsmythos nahegelegt. Das alles war im vorpubertären Alter. Dann kam ich in die Pubertät. Mit 15 Jahren bin ich einst im Frühling durch die sprossende Natur gefahren mit dem Motorfahrrad und habe mich gefreut an der Natur, an den Blumen, an den Bäumen, an allem. Da habe ich mich willentlich entschieden: "Ich glaube nicht, dass das alles Zufall ist. Für mich ist das von Gott geschaffen!" Von da an war es für mich klar, dass es Gott gibt. Aber er wohnte im Himmel oben, und ich liess ihn in Ruhe. Heute habe ich mehr gelesen und mehr dazu gelernt. Ich habe gelernt, dass man nicht beweisen kann, ob die Erde in 7 Tagen oder 4 Mia. Jahren entstanden ist. Man kann auch nicht beweisen, ob es Gott oder der Zufall war. Wichtig ist: Alles ist ein Glaube (oder ein Mythos, wenn wir bei unserem Vokabular bleiben wollen) - und ich habe gemerkt, dass es für mich entscheidend ist, dass GOTT alles geschaffen hat und nicht der Zufall. Diese meine Entscheidung für den Schöpfungsmythos ist nicht wissenschaftlicher oder unwissenschaftlicher als deine Entscheidung für den evolutionären Zufallsmythos. Vielmehr geht es (nach Hollenweger) darum, welcher Mythos sich als "wahr" erweist, d.h. den Menschen eher zum Heil gereicht. Schauen wir das etwas näher an: Wenn alles Zufall ist, bin ich ein Zufallsprodukt, eine Seifenblase im Universum der Zeit. *zerplatzt* - Wenn aber Gott die Erde und alles geschaffen hat, dann hat er auch mich geschaffen, und kümmert sich um mich. Ob ich das erlebe, dazu unten mehr.

Dann wurde ich zwanzig. Da habe ich eine Entdeckung gemacht, die mein Leben verändert hat. Ich war also ein ganz normaler Lehrling oder Berufsschüler und hatte viel zu lernen. In der Freizeit investierte ich sehr viel Zeit in meine Modelleisenbahn. Ich habe grosse Freude an technischen Dingen. Eines Tages hörte ich einen Vers aus der Bibel, wo Gott (Jesus; Offb. 3,20) sagt: "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an." Ich wurde gefragt, ob ich Jesus in mein Leben hineinlassen wolle. Und da dachte ich, "ja, warum nicht? Er hat mir ja nichts zuleide getan." Von da an ging ich in eine christliche (freikirchliche) Gemeinde. Aber eines Tages wurde mir klar, dass ich so vor Gott nicht bestehen kann. Ich lebte zwar christlich, aber eigentlich tat ich doch immer nur, was ich wollte. Schliesslich betete ich: "Herr Jesus Christus, es tut mir leid, dass ich mein Leben selbst bestimmt habe. Bitte vergib mir meine Sünden und mach aus mir denjenigen, den du haben möchtest." Dies ist nun 18 Jahre her. Seither erlebe ich, wie Gott mich mehr und mehr verändert (und da hat er ziemlich viel zu tun), und es ist mir eine grosse Freude, mit Jesus durchs Leben zu gehen. Gott ist Realität geworden. Ich kann alles, Freud und Leid, mit ihm besprechen, und er weiss Antwort. Nicht, dass ich seither keine Probleme mehr hätte. Aber Jesus hilft mir, sie zu lösen. In Jesus Christus habe ich Frieden gefunden. Er hat meine frühere Einsamkeit in Freude verwandelt. Er hat mir wirkliche Freude geschenkt. Jesus Christus ist die grösste Entdeckung meines Lebens. Ich möchte um nichts in der Welt wieder zurück.

(Und das Herrliche ist: Auch DU kannst das erleben, wenn du möchtest. Willst du das jetzt tun?)

Und da das Leben dynamisch und nicht statisch ist, und immer alles ein bisschen in Bewegung ist, ist auch meine Nähe zu Gott nie gleich, sondern immer in Bewegung. Mein Mail von Pfingstsamstag erzählt auch etwas davon.

"Und Gott sprach zu den Menschen, und siehe, das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht für die Menschen, und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht begriffen." (Joh. 1,14+4+5)
"Und Gott liebte die Menschen, und siehe, die Liebe ward Fleisch, und siehe da, meine Frau, Gottes fleischgewordene Liebe für mich. Und siehe, wir lieben uns und auch unsere Liebe ward Fleisch, und siehe, die Kinder um uns her sind unsere fleischgewordene Liebe." (nein, das steht nicht in der Bibel :-)

Also: Ich habe mich entschieden: ES IST EIN GOTT UND ER KÜMMERT SICH UM MICH.

Ob Jesus von einer Jungfrau geboren wurde oder nicht, ist für mich zweitrangig. Wichtig an der Weihnachtsgeschichte (am Weihnachtsmythos) ist, dass Gott Mensch geworden ist, und in unsere niedrigste Niedrigkeit hineingekommen ist (gerade als uneheliches Kind???), und einer von uns wurde. Darum geht es! (Hast du dir schon mal überlegt, was für eine Hautfarbe Jesus für schwarzafrikanische Christen hat?) Und bei der Auferstehung geht es darum, dass Gott den Tod getötet hat und einen neuen Anfang gemacht hat mit uns.

Dies ist für mich der Sinn von Weihnachts- und Auferstehungsmythos. Sind dies nun wahre Mythen? Gereichen sie den Menschen eher zum Heil? Dazu oben mehr von mir persönlich, und unten mehr von anderen Menschen.

Also: Ich habe mich entschieden: JESUS IST GOTTES SOHN, GESTORBEN UND AUFERSTANDEN, DAMIT ICH MIT IHM LEBEN KANN (jetzt, hier und heute - und auch in Ewigkeit).

Dies ist meine persönliche Entscheidung, sie widerspricht meinem Verstand nicht (s.u.); es ist kein Dogma, sondern meine Erfahrung und mein ganz persönliches Glaubensbekenntnis.

Ist das nun dumm? Ist das nun unwissenschaftlich? Ist das nun eine Krücke? Von mir aus, nenn es was du willst - dann bin ich eben dumm, oder unwissenschaftlich, oder ich brauche eine Krücke. Zumindest bin ich damit in guter Gesellschaft von Millionen fröhlicher, lebensbejahender Christen, die mit mir zusammen Gott loben, ihn anbeten und ihm Lieder singen.

Anbetung: Das ist es. "Gott wohnt im Lobpreis seiner Kinder" ist die Erfahrung von mir, meiner Frau und vielen anderen fröhlichen, lebensbejahenden Christen. Geh nochmal zu Charles de Foucault (aber nicht in die Sahara, sondern in dein Inneres) oder nach Taizé oder zur charismatischen Erneuerung. Auch die Psalmen oder die Lieder im Kirchengesangbuch reden da eine sehr deutliche Sprache. Bis jetzt hast du mit all deiner Wissenschaft erst herausgefunden, wer oder was Gott *nicht* ist. Wäre es jetzt nicht an der Zeit, herauszufinden, wer oder was Gott ist? Gott ist noch lange nicht fertig mit dir. Tipp: "Man sieht nur mit dem Herzen gut" (Antoine de Saint-Exupéry)

"Wahrlich, er ist nicht fern einem jeden von uns" (Apg. 17,27) sagte Paulus den abgeklärten Athenern. (Diese Rede könntes du wieder mal lesen!)

Paulus ist einem Licht begegnet und er wusste, dass es Jesus war. Viele solche Erfahrungen (gerade aus dem nordafrikanischen Raum und gerade auch aus unserer Zeit) sind bezeugt. Warum wusste Paulus, dass es Jesus war? Wenn du dem Licht begenet wärest, wüsstest du es auch. Ich habe zwar kein Licht und auch den auferstandenen Jesus nicht gesehen, aber dennoch bin ich Jesus begegnet. Mehrmals. Er ist ja da, ganz nah. Ich gehe mit ihm spazieren und erzähle ihm alles, was mich bewegt, und er antwortet mir. - Autosuggestion? Klar, man kann alles Wunderbare wegerklären, bis nichts mehr übrigbleibt. Lies noch mal den "Palmström" von Christian Morgenstern.

Eben fragte ich meine Frau: "Glaubst du an Gott?"
"Ja."
"Warum?"
"Hm." sie überlegt. "Ich hätte mir ziemlich viel eingebildet, wenn es ihn nicht gäbe."

Es ist ja nicht so, als ob ich solches Denken über Mythen nicht kenne - ich
bin schließlich Dipl.-Theol.

Und genau dies ist nun der springende Punkt! Wenn man Dip.-Theol. sein müsste, um Gottes Wesen zu begreifen, dann hätte Gott (falls es ihn gibt) einen SEHR, SEHR, SEEEEHR SCHLECHTEN JOB gemacht!!!

Denn die meisten Menschen können nicht Dipl.-Theol. sein...

Und die Auflösung dieses Konfliktes finden wir auch in der Bibel:

"Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergäglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüssigen und der kriechenden Tiere." (Rö. 1,21-23) - Fasse, wer es fassen kann.

Hier noch eine kurze Antwort auf dein anderes Mail von heute abend:

Ich habe ihr das Werkzeug, ein zutiefst christliches!, gegeben - ohne penetrant von Jesus zu reden... Ich bin nicht in der Nachfolge Jesu, indem ich pausenlos von Jesus rede, sondern indem ich versuche, Menschen zur wahren Freiheit zu führen!

Das ist in Ordnung und Gott hat grosse Freude an dieser Seite von dir, da bin ich mir sicher. Aber warum nicht das eine tun und das andere nicht lassen? Es muss ja nicht penetrant sein.

Stell Dir mal vor, Du hättst eine nette und hübsche ledige Schwester und ich könnte mich für sie interessieren...

Ich habe eine nette und hübsche vierjährige Tochter.

Wenn die mit Jesus anfinge, würde ich sofort eine Art "über-ich-gesteuertes Gewissen" bei ihr vermuten, dazu noch von einer Kirche, die nicht die meine ist, aber auch selbst wenn es meine wäre, und der Ofen wäre ziemlich schnell bei mir aus....

Das wäre wohl auch besser so, denn wenn man nicht darüber reden darf, was einen doch ständig bewegt, dann ist ja wohl keine Basis für eine tragende Partnerschaft gegeben. Da braucht sie noch nicht mal eine Toreromethode, um das herauszufinden... Also ich habe mit meiner Angebeteten von allem Anfang über Gott und die Welt geredet. Und weisst du was? Sie sagt, ich hätte sie in die Freiheit geführt.

Michael, ich höre jetzt auf. Verzeih, dass das Mail lange geworden ist. Ich werde dich nicht weiter belästigen, denn es ist alles gesagt. Und ich bin mir schmerzlich bewusst, dass all das Gesagte letztlich relativ nutzlos ist, denn Gott sagt: "Nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist" (Sach. 4,6) und auch dies ist die Erfahrung von mir, meiner Frau und vielen anderen fröhlichen Christen.

Hochachtungsvoll,
und mit Gottes Segen

Ferdinand (Name geändert)

Und hier die Antwort von basisreligion:

Hallo, lieber Ferdinand!

Daß Deine Mail mir nahe geht, kannst Du gewiß sein...und es ist für mich beeindruckend, das zu lesen..

Doch bitte ich Dich zu bedenken: Eine solche Erziehung wie Du haben nun einmal wenige und Dein Gottesbild ist nun einmal auf eine solche Erziehung von Kind an angewiesen... Sollen wir denn alle die anderen, die eine solche Erziehung nicht haben können, außen vor lassen???

Und mit den Millionen fröhlicher Christen... Ob da nicht einiges immer nur so aussieht? Sieh mal, Du hast wirklich Glück, Du bist gesund und hast eine wirklich zu Dir passende Frau gefunden und kannst allerdings nicht voraussetzen, daß das bei Deinen Kindern alles auch so glücklich passiert....  Und sind das denn alles Spinner, die mit unserem Glauben nicht klar kommen??? Und gibt und gab es denn nicht auch genügend glückliche Buddhisten, Moslems und selbst Kommunisten und Nazis? Ob denn auch die beschnittenen Frauen immer nur unglücklich aussehen? Ist so ein äußerer Eindruck denn wirklich ein Beweis? Du mußt doch auch nicht die Glücklichen in einer Weltanschauung befragen, sondern die Opfer und die am Rande, also die gefolterten Hexen, die Ermordeten in Auschwitz (die Mörder waren doch alles Christen - bis hin zu den ukrainischen Wachmannschaften!), die Massakrierten und Vergewaltigten der Kreuzzüge, die geschundenen Sklaven in den Bergwerken in Potosi - Näheres hierzu siehe unter Transzendenz...! Ich habe ja auch einmal gedacht, daß alles so toll mit unserer Kirche ist und war und konnte gar nicht verstehen, warum es einen Luther gab und warum Leute überhaupt evangelisch sind... Doch von diesem Trip bin ich längst runter, und auch Taize ist für viele doch eher ein Atemholen in einer wirren Zeit und in einem wirren Leben oder es sind da wegen einer typischen Naivität noch Illusionen, gelöst ist da aber gar nichts, wenn man nur näher hinsieht...

Kann es nicht so sein, daß wir verschiedene Glieder eines Leibes sind (hier kann ich Paulus durchaus nachvollziehen!) und jeder seine andere Aufgabe hat? Dir hat eben Gott eine funktionierende Familie und gleich die richtige Frau gegeben und Du hast damit eben so eine Art "bewahrende Aufgabe" in dem Leib Christi, mich hat er dagegen sehen lassen (auch durchs Studium!), was so alles in diesem Bereich schief läuft und daß etwas geändert werden muß und auch geändert werden kann! Manchmal denke ich, daß Gott zu mir sagt, wenn etwas nicht gleich klappt: "Michael, einerseits will ich, daß sich etwas ändert und andererseits steckt in dir doch noch mehr, du bist einfach noch nicht gut genug und du siehst doch, wie ich dir helfe bei deiner Intelligenz und deinem Engagement, etwas zu machen, also weiter!" - und mir dabei auch hin und wieder einen kameradschaftlichen Tritt in den Hintern gibt!  Wen Gott ganz besonders liebt, den treibt er an - wer fördert, der fordert!

Und es gibt doch immer wieder verfahrende Situationen, die viele nicht sehen wollen und die man eben erst sieht, wenn man näher hinguckt, wieso hat Gott einen schlechten Job gemacht, wenn das nicht alle sehen? Das Gespräch 2 könnten doch viele sehen, aber sie sehen es nicht - und na ja zu den Lösungen bin ich auch erst gekommen, weil ich mich gegen solche Leute, die nichts sehen wollen, durchsetzen mußte und wollte. Und ich fühle mich da von Gott regelrecht geführt - siehe oben... Also ich brauchte Jesus gar nicht zu entdecken, er war doch immer bei mir! Aber nicht der der Kirchen, sondern der von denen verdrängte aus dem kriminologischen Ansatz! (Und das Menschliche von dem passt ja auch voll zu Deinem Jesusbild!)

Ja, vielleicht sind wir tatsächlich Produkte des Zufalls??? Sehen wir das doch mal ganz nüchtern, warum auch nicht! Doch vielleicht kam Jesus, uns zu helfen, daß wir da was draus machen können und nicht in einer kriminellen und tabuisierenden und perversen Gesellschaft immer nur Sklaven und sonstige Opfer werden? Vielleicht meint das Erlösung - Hiinführung zu wirklicher Freiheit und Menschwerdung? So sehe ich sie wenigstens!

Und wieso zerstöre ich die ganze Bibel, nur weil ich bei der Sinnspitze vermutlich den Nagel auf den Kopf getroffen habe und die in die heutige Zeit umsetze? Damit kann es doch erst mit der Botschaft erst richtig los gehen! Du weißt, ich halte nichts von irgendwelchen Wahrsagereien und auch nichts von Nostradamus usw. - doch irgendeine Stelle von ihm läßt sich so interpretieren, daß einmal alle Religionen verschwinden werden - außer dem Christentum! Also der Meinung bin ich auch, ich kann mir allerdings nur ein reformiertes, aufgeklärtes vorstellen! Er setzt dafür das Jahr 2500 an, ob er sich da nicht vertan hat mit den Positionen der Nullen, ob es nicht vielleicht auch 2050 sein kann, 2005 ist ja nun schon bald vorbei...

Mein Tipp an Dich: Lassen wir unseren Dialog mal eine Zeitlang - vielleicht für ein paar Jahre - ruhen und sehen wir dann weiter. Es muß auch einmal eine Phase der Ruhe geben! Immerhin tüftle ich an den Ideen bald 40 Jahre, und Du erst zwischen Ostern und Fronleichnam 2004, und im Zeitraffer kann man das gewiß nicht alles so leicht verkraften! Und auf ein paar Links mehr oder weniger auf meine Seiten kommt es jetzt auch nicht mehr an, ich habe zur Zeit so zwischen 500 und 600 Besucher allein auf der Titelseite Wörterbuch pro Woche, Tendenz steigend, ich kann also Tee trinken und abwarten. (Interessant ist, daß die bisher hinterherhinkende Titelseite mit dem ballspielenden Paar in den letzten Tagen mehr Besucher hatte - auch heute, irre - und dass auch die Seite mit dem krminologischen Ansatz aufholt. Das sind so ungefähr die Seiten, die ich messe, man ist ja neugierig, ob und wann die fällige Reformation kommt und ob ich "derjenige" bin, der sie anstößt...seine Aufgabe erkennt man doch erst immer hinterher...).

 Dennoch vielen Dank für Dein Engagement, ich finde das ganz toll! Und ich hoffe, auch andere, die unseren Mailwechsel lesen, haben etwas davon!

 Beste Grüße

 Dein Michael

Und noch die Frage eines anderen Besuchers:

 

"Unter welchen Aspekt sollte man diesen Satz Beachtung schenken: "Wir müssen ein erneuertes Cristentum haben. Die Welt ist mündig geworden."?"

Mit freundlichen Grüssen R. K.

Antwort von basisreligion:

Es gibt da gewiss verschiedene Interpretationen und ich weiß nicht, wie derjenige das gemeint hat, der das gesagt oder geschrieben hat. Wenn ich selbst das sagen würde, und diese beiden Sätze könnten durchaus auch von mir stammen, dann würde ich das so meinen: Die Menschen heute denken nicht mehr in Mythen, Krankheiten kommen also für sie nicht mehr von bösen Geistern, Fruchtbarkeit kommt nicht mehr durch das Wirken von Göttern, Liebe kommt nicht mehr durch einen kleinen Gott mit Flitzebogen und Pfeilen, das Böse kommt nicht mehr vom Teufel usw., die Menschen denken also "entmythologisiert". Unsere christliche Überlieferung ist allerdings für Menschen geschrieben, die genau in diesen Kategorien dachten. Wenn wir die Menschen von heute ereichen wollen, müssen wir auch die christliche Botschaft erneuern, wir müssen auch sie "entmythologisieren", damit sie das veränderte Bewusstsein der Menschen wieder erreicht! Dabei bleiben die Ziele, also vor allem das Wirchlichwerden der Liebe oder die Abkehr vom Bösen, dieselben wie die der Verfasser der christlichen Botschaft, nehmen wir einmal an, ihnen ging es auch wirklich um diese Anliegen des historischen Jesus. Es geht also genau um den Prozess in dem Schriftwechsel mit Ferdinand. (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)
HEFT 1 gibt es auch auf Englisch: To the happiness of the high love!