AUSSERIRDISCHE. Mit Religion hat das nun nichts zu tun, jedenfalls nicht mir christlicher, denn hier geht es nicht um Leben im All, sondern um ein menschliches Leben hier und jetzt - siehe etwa Glauben und Moral.

Doch wenn das Thema schon einmal da ist, so kann man ja einmal von rationalen Standpunkt überlegen, ob dies überhaupt möglich ist. Hier nur einige Punkte dazu:

-          Ein Planet darf nicht zu groß und nicht zu klein sein, weil - wenn er zu klein wäre - er nicht genügend Gravitationskräfte haben könnte, um eine schützende Gasatmosphäre zu bilden, und - wenn er zu groß wäre - zuviel Gravitationskräfte haben würde, die sofort jedes Wesen zerreißen würden.

-          Ein Planet dürfte um seine sie wärmende und gleichzeitig sein Leben vernichtende Sonne nicht zu nahe und nicht zu weit umkreisen.

-          Ein geeignetes Magnetfeld ist erforderlich, um die tödliche kosmische Strahlung abzuschirmen. Siehe zur Veränderung des Magnetfeldes unter http://www.welt.de/data/2003/04/22/76548.html.

-          Ein Trabant - wie unser Mond - in der richtigen Größe und Entfernung ist zwingend erforderlich, um die Drehachse des Planeten zu stabilisieren.

-          Ohne die gerade im richtigen Abstand kreisenden Kometenstaubsauer Jupiter und Saturn würde unsere Erde viel zu häufig von großen Asteroiden getroffen, die alles Leben vernichten könnten.

Günstiger sieht es unter Umständen mit den entsprechenden Bedingungen "im Kleinen" aus, die könnten tatsächlich überall dieselben sein und Leben begünstigen. Im Beitrag "Sind die Naturkonstanten auf ewig unveränderlich?" (DIE WELT vom 7. April 2003) weist der Verfasser Thomas Bührke darauf hin: "Interessanterweise sind die Naturkonstanten nämlich optimal gewählt, um eine Welt entstehen zu lassen, in der sich Planeten und letztlich Leben entwickeln konnten. Wäre etwa das Neutron nur ein Prozent leichter oder schwerer, so gebe es keinen Wasserstoff im All. Und auch die Feinstrukturkonstante spielt wieder eine zentrale Rolle, besonders bei der Häufigkeit von Kohlenstoff. Dieses für die Entwicklung von Leben so entscheidende Element ist nicht im Urknall entstanden. Es bildete sich ausschließlich im Innern der Sterne, die den Kohlenstoff in ihrer Endphase ans Universum abgeben. Dort steht es dann als Rohstoff für Sterne, Planeten und Leben zur Verfügung.

Der Wert der Feinstrukturkonstante ist optimal, um Kohlenstoff in sehr großen Mengen entstehen zu lassen. Wäre er nur um eine halbes Prozent anders, würde die Produktion um das Hundertfache verringert. Die lebensnotwendigen Bausteine stünden dann nicht ausreichend im All zur Verfügung, um Leben bilden zu können."

Abgesehen von den möglicherweise günstigen Bedingungen im Kleinen: Wie wahrscheinlich ist es, dass die günstigen Umstände ein zweites Mal so zusammen kommen? Am besten: Wir denken über solche Spekulationen über Leben im All besser gar nicht erst nach - es bringt uns eben doch nichts...

Eine weiter Frage ist, ob das Leben aus dem All kam. Siehe hierzu unter Panspermietheorie.

Doch es gibt auch andere wissenschaftliche Ansichten: Die bewohnbare Zone unserer Milchstraße liegt ringförmig um das Zentrum.

Sydney - Jeder zehnte Stern in unserer Milchstraße bietet die nötigen Bedingungen für die Entstehung von Leben. Das ist das Ergebnis einer Studie australischer Astrophysiker. Die Sterne befinden sich danach in einer "galaktischen bewohnbaren Zone", die einen rund 25 000 Lichtjahre großen Ring um das Zentrum der Milchstraße bildet. Im Durchschnitt sind die lebensfreundlichen Sterne eine Milliarde Jahre älter als unsere Sonne, so die Forscher. Demnach könnte sich theoretisch Leben dort auch entsprechend früher entwickelt haben. "Wir haben die grundlegendsten Voraussetzungen für die Entstehung von Leben untersucht", so Projektleiter Charles Lineweaver von der University of New South Wales. So müssen etwa genügend schwere Elemente vorhanden sein, damit überhaupt erdähnliche Planeten entstehen können. Außerdem müssen die Sterne weit genug von Supernovae entfernt sein, da deren Strahlung keimendes Leben zerstören könnte. Schließlich muss die Lebensdauer der Sterne ausreichend lange sein, um biologische Evolution zu ermöglichen. Lineweaver betont, dass es nicht darum ging, die Existenz außerirdischen Lebensformen zu beweisen. "Alles, was wir sagen, ist, dass in dieser Region die Bedingungen für die Entstehung solcher Lebensformen am besten sind", so der Forscher. Artikel erschienen am 6. Jan 2004 in der WELT, vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/data/2004/01/06/219267.html
  (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)