BARMHERZIGKEIT. Nach der Predigt vom Endgericht im Matthäusevangelium  (siehe hier allerdings Bergpredigt) können wir Jesus nur finden, wenn wir die Werke der Barmherzigkeit üben. Daraus haben sich die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit entwickelt: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Fremde beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke besuchen, Gefangene trösten, Tote begraben. Zudem gibt es noch die sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit: beten, sühnen, trösten, raten, belehren, zurechtweisen und besonders verzeihen.

Interessant ist, wie vom Anliegen des Evangelisten heute einerseits weitgehend nur noch die die Nächstenliebe übrig geblieben ist und wie andererseits geistige Werke hinzukamen, nämlich "Tote begraben" und "verzeihen", die eine ziemliche Verschiebung des Sinns unseres Glaubens überhaupt bedeuten. Die Barmherzigeit Jesu sah das wohl etwas anders aus - jedenfalls anders als die Hartherzigkeit seiner Zeitgenossen - und nicht nur der zu seiner Zeit.

Und zudem: manche Barmherzigkeit wäre gar nicht nötig, wenn gerade junge Menschen besser auf das Leben vorbereitet würden.


 (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)