DEMOKRATIE (von gr. "Volksherrschaft") ist - ganz allgemein - die auf Freiheit und Gleichheit gegründete gesellschaftliche Lebensform und im besonderen die Herrschaftsform, in der die ausgeübte Macht ideell auf das Volk als höchstem Gewaltträger zurückgeführt wird und dieses die konkrete Regierungsgewalt legitimiert und kontrolliert (soweit der Anfang eines Lexikonartikels...).

Das Problem der Demokratie ist immer der Konsens!

Oder auf gut deutsch: Man kann es nie allen recht machen, und auch irgendwelche Vorstellungen einzelner, und seien sie noch so gut und auch nützlich für das Gemeinwohl, können nicht in die Praxis umgesetzt werden, wenn sich dafür nicht eine genügende Mehrheit findet. Erschwerend kommt hinzu, dass den meisten Menschen zumindest erst einmal durchaus jegliche Vorstellungskraft fehlt, was wirklich gut oder eben nicht ist!

Angenommen der Fall, daß für eine Gruppe nur ein Essen zubereitet werden kann: Lassen Sie einmal abstimmen, was gekocht werden soll. Das Ergebnis ist zumeist etwas Langweiliges und etwas Teures, einfach weil alle Menschen nun einmal unterschiedliche Geschmäcker haben und weil sich Menschen mit unterschiedlichen Geschmäckern nur auf etwas einigen können, was allen schmeckt, und das ist nun einmal zumeist etwas Langweiliges und gleichzeitig Teures. Das gleiche Problem gibt es auch, wenn eine Klasse über eine Klassenfahrt entscheiden soll oder gar über den Besuch einer kulturellen Veranstaltung. Natürlich hängt viel von dem Lehrer ab, wie er die Klasse für etwas begeistern kann, doch begeistern Sie einmal Leute, die gar keine Ahnung haben, was gut ist! (Und dann habe ich einmal für eine Klasse ein interessantes Kulturprogramm für eine Parisfahrt gewonnen, dann findet der Direktor irgendwelche Gründe, daß die Fahrt nicht genehmigt werden kann, weil er nämlich zu spießig ist... Wenn Sie genau wissen wollen, um was für eine Fahrt es ging, dann klicken Sie bitte HIER!) Eine Ausnahme sind allerdings Kinder, die lassen sich schon für etwas begeistern!

Vor allem setzt eine funktionierende Demokratie nun einmal einen mündigen, informierten und emanzipierten Bürger voraus.

Das heißt, gerade bei der Erziehung der jungen Menschen dürfte es im Hinblick auf die Themen Freiheit, (wirkliche) Emanzipation und Information keine Tabus geben, weil diese vor allem für das Gelingen des privaten Glücks des Menschen von größter Bedeutung sind! Das wäre nicht nur aus reiner Humanität dem einzelnen gegenüber wichtig, sondern auch, weil chaotisches Handeln einzelner immer auch ein immenses politisches Risiko für die ganze Gemeinschaft ist, denn schließlich wird dadurch eher eine pessimistische als eine optimistische Grundstimmung ganz allgemein erzeugt, die das Verhalten des Menschen beeinflußt und schließlich die ganze Demokratie gelingen oder mißlingen läßt. Daß das chaotische Handeln einzelner schließlich auch ein gewaltiger Kostenfaktor für die Mitmenschen ist, weil doch die Gemeinschaft für die Eskapaden der letztlich doch nicht so autonomen Moral einzelner aufkommen muß, ist da schon fast Nebensache.

Doch die Praxis ist, daß Verantwortung für das private Glück anderer sozusagen ein Fremdwort ist! Gerade solche Sorge könnte doch die Klassengesellschaften auflösen, wo auch immer sie es gibt, doch danach besteht ganz offensichtlich bei denen, die zuständig sind, überhaupt kein Bedarf!

Was habe ich für Schwierigkeiten, daß Konzepte wirklicher Moral gelehrt werden, ich muß solche Verweigerungshaltung sogar jungen Leuten gegenüber rechtfertigen - siehe etwa Gespräch 40!

Wenn wir bedenken, wie man nicht nur den Hexen alles Böse in dieser Welt angelastet hat, sondern wie selbst die Nazis (siehe Nationalsozialismus) noch einer Gruppe von Menschen so ganz nebenbei auch noch den Sittenverfall angelastet haben ("Frauen und Mädchen die Juden sind euer Verderben"), dann stellt sich immer mehr die Frage, warum wir hier nicht von vornherein den einzelnen Menschen so erziehen, daß er weiß, was wirklich los ist, und daß er damit auch gleichzeitig nicht mehr für Heilslehren à la Nationalsozialismus empfänglich wird. Stellen wir uns einmal vor, was geschehen wäre, wenn Hitler mit seinen paranoiden und hysterischen Warnungen vor den Juden nicht mehr angekommen wäre, weil seine Wähler einfach gleichzeitig den Durchblick hatten und geeignete Strategien kannten, sich im Hinblick auf die wirkliche Moral ihrer Kinder selbst zu helfen? Doch das alles ist bis heute noch nicht gelöst - und so dürften wir hier eine durchaus ernstzunehmende wenn wir augenblicklich vielleicht auch nicht eine direkt tickende so doch zumindest unberechenbar schlafende Zeitbombe vor uns haben... (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)