DOKTORSPIELE
sind wohl die bekannteste Form der sexuellen Spiele in der Kindheit. Der Inhalt dieser Spiele beschränkt sich zumeist auf das Ansehen und Betasten der äußeren Geschlechtsteile anderer Kinder und auf die Zurschaustellung der eigenen - etwa beim "Weitpinkelwettbewerb". Das alles dient vornehmlich zum Kenntniserwerb und zur Befriedigung einer begreiflichen natürlichen Zeigefreude und Neugier, die durchaus ein Kennzeichen von Intelligenz ist. Ist diese Neugier gestillt, verschwinden auch zumeist diese Spiele von allein wieder. Eltern, die von solchen Spielen erfahren, brauchen nicht in Panik zu geraten, denn die Natur hat es ja durch die fehlende Erektionsfähigkeit der kleinen Jungen so eingerichtet, daß nichts passieren kann.

Keine Panik - doch wir sollten uns doch Gedanken machen!

Eigentlich immer stehen allerdings hinter derartigen Spielen die unausgesprochenen Fragen: "Wozu ist diese Unterschiedlichkeit von Junge und Mädchen gut?" und "Warum wird da so ein Geheimnis darum gemacht?" Vorsichtshalber sollten die Eltern ihre Kinder darauf hinweisen, dass die Unterschiedlichkeit etwas mit dem Kinderbekommen zu tun hat und dass durch das Hineinstecken irgendwelcher Gegenstände in die Scheide Krankheiten oder gar schwere innere Verletzungen verursacht werden können. Wegen der Gefahr mangelnder Sauberkeit sollten auch unnötige Berührungen vor allem durch andere unterbleiben. Und wenn die Kinder weiter fragen, sollte man auch durchaus weiter genau die richtigen Antworten geben und zusätzlich noch auf die Ambivalenz der ganzen Sexualität hinweisen. Plausible Begründungen sind auch hier immer besser als kopfloses Verbieten und Angstmachen, was zu lebenslangen und kaum zu korrigierenden Sexualängsten führen kann. Am sinnvollsten dürfte jedoch in jedem Fall eine baldige Information innerhalb einer Gemeinschaft von Kindern sein, für die allerdings jemand eine echte Verantwortlichkeit spüren muss. So wenig wie sich von der Bibel oder von unserem christlichen Glauben her aus solchen Spielen bei Kindern irgendein Zusammenhang mit Unmoral (siehe Moral) konstruieren lässt, so wenig braucht dies auch auf ältere Jugendliche zuzutreffen, vorausgesetzt sie machen da nicht mehr als Kinder. Siehe etwa Schamrasur. Was bei Kindern schon von der Natur her immer nur harmlos sein kann, muß allerdings bei erwachseneren Menschen durch Gespräche gesichert werden. (Siehe vollendete Tatsachen, Adam und Eva, Menschenkenntnis, Enthaltsamkeit, Tantrismus.)

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)
Den "Offenen Brief eines alten Religonslehrers an junge Mädchen über die weibliche Sexualität und die Bibel" (Mai 2012) gibt es auch online auf Deutsch, auf Englisch und auf Niederländisch!