DOPPELMORAL meint, nach außen hin braver und treuer (Ehe-)Partner zu sein und in Wirklichkeit ist da eine Affäre, ein Seitensprung (oder mehrere) oder dergleichen. Über die Problematik schreibt ein Familienrechtler unter http://bs.cyty.de/stjakobi/wort/leben/2moral.htm.

Und wenn viele Menschen (oder weitgehend alle?) solche Doppelmoral praktizieren, dann sprechen wir von der Doppelmoral der Gesellschaft. Indizien hierfür? Schauen wir uns einmal im Internet um und sehen wir die zahlreichen Sites mit pornografischem Inhalt einmal unter einem anderen Gesichtspunkt: Wer schaut die sich an, wer macht die? Für ein so großes Angebot muß es ja auch irgendwie eine Nachfrage geben! Oder denken wir an die Sex-Shops, irgendwo müssen da doch Kunden herkommen? Oder die Prostitution - schon vor der Wende gab es in Deutschland 400.000 Prostituierte - und heute sollen es täglich etwa 1 Million Männer sein, die die Dienste von Prostituierten in Anspruch nehmen. Wie viele Menschen sind also betroffen? Und wenn wir uns dann einen normalen Badestrand in Deutschland ansehen, dann verhüllen alle genau diejenigen Körperteile, die soeben noch eine so große Rolle spielten? Ja, was wird hier gespielt? Sollten das alles denn unterschiedliche Menschen sein nach dem Motto "die Bösen sind immer nur die anderen"?  

Intention von basisreligion ist es gar nicht einmal, in die Doppelmoral eines einzelnen Menschen einzugreifen: Was soll man da denn machen? Wissen wir wirklich etwas Besseres? Die Doppelmoral hat ja ihren Grund: Vermutlich wurde da ganz grundsätzlich in unserer Kultur schon sehr früh etwas falsch eingefädelt und der Betreffende muß ganz einfach "die Suppe auslöffeln", die sich da aus den verschiedensten "Zutaten" bei ihm "zusammengebraut" und wobei er im Grunde nur einen geringen Anteil hatte (siehe Schuld, Freiheit). Das Problem ist ja vor allem, keine richtigen Lösungen zu wissen, die allen wirklich helfen.

Sind wir eigentlich dazu verdammt, daß das immer so sein muß?

Die berühmte Frau Alice Schwarzer meint ja auch, daß Männer die zu Prostituierten gehen, nicht einfach in seriöse und unseriöse Frauen unterscheiden, sondern im Grunde das ganze weibliche  Geschlecht für käuflich halten. Die Doppelmoral hat also weitreichende Auswirkungen.

Muß das nun nun immer so weiter gehen auch bei den nachwachsenden Menschen, also bei unseren Kindern? Wird einmal auch deren Schicksal eine Doppelmoral sein? Oder kann man etwas machen?

These von basisreligion ist, daß Änderungen sehr wohl möglich sind! Doch dazu müssen wir endlich einmal einsehen, daß Leute mit Doppelmoral vermutlich selbst beim besten Willen in ihrer Pädagogik junger Menschen immer Fehlgriffe tun: Sie projizieren (siehe Projektion) ihre eigenen ungelösten Probleme (und das sind vor allem Ängste und Zwänge) in die Menschen, die sie erziehen wollen (die brauchen jedoch eine rationale Furcht!). Das Ergebnis ist bekannt, und schon Jesus hat die Lösung dafür gefunden: "An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!" - es kommt also immer dasselbe heraus!

Wir müssen also bei der Kinererziehung völlig andere Weichen stellen, als wie wir sie erlebt haben. Und das paßt auch in unseren christlichen Glauben. Hier sei auf den möglichen Grund für die Kindertaufe hingewiesen: Die Erwachsenen ließen ihre Kinder taufen, nicht weil sie selbst besonders fromm und christlich leben wollten (also ohne "Doppelmoral"), sondern weil sie wünschten und Gott anriefen, daß ihre Kinder einmal in einer anderen, in einer vernünftigeren wirklichen Moral aufwachsen könnten. (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)