Ob es DUMMHEIT ODER BÖSWILLIGKEIT ist, daß etwa bei der Erziehung junger Menschen immer wieder dieselben Fehler gemacht werden, wird sich wohl nie ganz klären lassen. So dumm können Menschen doch eigentlich gar nicht sein, daß sie nicht merken, daß der Wunder- und Jenseits-Glauben einerseits und ihr Verhaftetsein in Ängsten und Tabus wie der (Sexual-)Scham andererseits für wirklichen christlichen Glauben und für wirkliche Moral junger Menschen nicht nur keine pädagogischen Erfolge bringen, sondern nur zu oft völlig kontraproduktiv wirken. In der (kommerziellen) Werbung etwa wissen wir seit langem, wie ungünstig es sich im Endeffekt auswirkt, wenn ein gutes Produkt mit einem weniger guten oder sogar schlechten Produkt verknüpft wird: Die Konsumenten haben schließlich nur noch das negative Produkt im Hinterkopf und lehnen auch das gute ab. - Wir jedoch verknüpfen in der Erziehung munter völlig unbewiesene und noch nicht einmal plausible Dinge (siehe Plausibilität) mit unseren oft durchaus sinnvollen Erziehungszielen - und wundern uns dann noch, daß das nicht funktioniert.

Vom Prinzip Wissenskraft statt Willenskraft scheinen unsere Erzieher sowieso noch nie etwas gehört zu haben, zumindest nicht, wenn es um die Moral unserer jungen Menschen geht.

Und noch etwas: Wenn ich von Köln nach Berlin gelangen will und ich merke, daß das auf dem Weg, den ich mir vorstelle oder den andere empfehlen, nicht gelingt, dann versuche ich doch irgendwann einen anderen Weg? Wenn Menschen jedoch über Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende immer wieder versuchen, Moral über Glauben an Irrationales und Ängste wie der Sexualscham zu erziehen oder auch über Verbote,  dann sollten sie doch auch irgendwann einmal merken, daß das nicht funktioniert - und notfalls sogar einen entgegengesetzten Weg einschlagen?

Und wenn sie das nicht tun, haben wir es hier wirklich nur mit mangelndem Nachdenken und mit Unwissenheit zu tun, wenn es vor allem darum geht, den jungen Menschen ein Lebenskonzept für ihr Glück und für ihren Sinn des Lebens beizubringen, oder ist einfach der Grundtenor, daß man gar nicht "will"? Will man sich doch lieber ein Hintertürchen offen lassen und damit schließlich doch nicht so konsequent sein? Das wäre dann eben Böswilligkeit, zumal - zumindest von höherer Warte - solche Erziehung letztlich doch nicht so dumm ist: Geht es vielen Establishments denn überhaupt um das Gelingen des Glücks im Leben ihrer jungen Menschen? Haben sie nicht viel mehr Vorteile von dessen Nichtgelingen? Und spielen dabei nicht alle typischen Religionen da eine mehr oder weniger katastrophale Rolle, profitieren sie nicht von den Fehlern ihrer Gläubigen nicht zuletzt durch das Geschäft mit der Vergebung mehr als von deren Lebenserfolg? Sind ihre Prediger also schließlich gar nicht einmal nur naive nützliche Idioten sondern haben wir gar direkte mafiöse Strukturen vor uns (siehe Mafia)?

Oder ist alles nur schlicht und einfach wie im Kindergarten?

Immerhin dürfte wirklicher christlicher Glaube keine solche Religion sein, sondern eine Lebenseinstellung, die - richtig vertreten - den Menschen auch wirklich hilft und weder Dummheit noch Böswilligkeit eine Chance läßt. Schließlich hat heiliger Geist gerade etwas mit dem Gegenteil von Dummheit zu tun!

(Anmerkung: Das Urteil mag sehr hart und vielleicht auch ungerecht sein, denn oft ist wirklich guter Wille vorhanden. Doch derjenige, der sich hier angesprochen fühlt, sollte bedenken, daß "gut gemeint oft tatsächlich das Gegenteil von gut getan ist" - und etwas in seinem Verhalten ändern!)

Wie unter dem Etikett des "neutralen Wissens" von der Moral abgelenkt wird, siehe unter Wikipedia, auch hier, was steckt hinter solchen Ablenkungsversuchen? (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)