EKEL ist ein Gefühl der Abscheu vor etwas, weil es unappetitlich, verkommen, verdorben wirkt. Die Natur hat uns ein solches Gefühl mitgegeben, damit wir uns nicht mit verdorbener und also quasi schon giftiger Nahrung in Gefahr bringen und schließlich auch schaden. Dass Fäkalien und die Körperteile, die damit zu tun haben, auch ekelerregend sind, hängt damit zusammen.
Eltern freuen sich oft, wenn ihre Kinder auch gegenüber ihren Sexualorganen Ekelgefühle empfinden, und bringen sie ihnen geradezu bei, halten sie diese Ekelgefühle doch für einen guten Schutz vor sexueller Manipulation und auch vor einer Verführung durch Pädophile.
Doch ist dieses Ekelgefühl im Zusammenhang mit der Sexualität eher die Ruhe vor dem Sturm! Denn was vor der Pubertät und vor allem vor der ersten Verliebtheit mit Ekel und Scham befrachtet ist, wird genau dann besonders interessant und faszinierend. Das Ekelgefühl junger Menschen vor den Sexualorganen und damit auch vor der Sexualität ist also nicht nur kein Schutz, sondern es ist für wirkliche Moral noch äußerst kontraproduktiv.

Eine echte Moral muss auf einer anderen Grundlage stehen als auf Ekel und Scham und allem, was dazu gehört - siehe etwa "Achtung vor der Intimsphäre". Auch Aktionen wie "Kein Sex vor der Ehe" bringen nichts, weil der Hintergrund eine negative Grundstimmung ist (siehe Werbung). Was allein hilft, ist eine  Überwindung der Leibfeindlichkeit und ein direkter Spaß an der Moral! Hier könnte doch der Ansatz einer christlichen Sexualerziehung sein!