Die EREKTION oder die Versteifung des Gliedes ist für den Mann eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Durchführung des Geschlechtsverkehrs und die damit verbundene leibliche Seite der Einheit von Leib und Seele.

Spontane Erektionen beginnen im allgemeinen mit der Pubertät (sie kommen auch schon vorher vor). Bei der Auslösung von Erektionen spielen sowohl seelische Reize (Phantasievorstellungen, Sehen von erotischen Szenen, also sogenannte Schlüsselreize) als auch direkte körperliche Berührung eine Rolle. Gliedversteifungen während des Schlafes sind im allgemeinen nicht sexuell bedingt, sondern spontaner Natur. Abgesehen vom Alter wird die Erektion von vielen Faktoren beeinflusst. Günstig wirken sich Zuneigung und andere positive Empfindungen aus, hemmend wirken psychische Belastungen wie Konflikte, Stresssituationen, gestörte Partnerbeziehungen.

Die Problematik für Jungen und Männer, die nach den Vorstellungen der Monogamie leben wollen, ist schlichtweg die, am besten nur dort zu reagieren, wo diese Monogamie auch tatsächlich gegeben ist (dann aber ordentlich!) und ansonsten zu lernen, die Erektion auszuhalten. Durch Gewöhnung möglichst von Kind an kann schon einmal weitgehend eine Reaktion auf die äußeren Schlüsselreize ausgeschaltet und auf wirkliche Partnerschaft gelenkt werden, wenn sie anliegt (siehe Wissensraft statt Willenskraft und natürliche Mechanismen).

Das Zusammenspiel von Erektion und Partnerschaft wird in dekadenten Gesellschaften allerdings systematisch aberzogen.

Denn was hier nicht alles eine Folge von Gewöhnung ist, mag allein daran zu erkennen sein, dass bisweilen etwa orientalische Männer schon auf offenes Haar oder auf nackte Beine reagieren, weil das alles in ihren Gegenden verpönt ist, afrikanische Männer dagegen noch nicht einmal auf nackte Busen, weil das bei ihnen üblich ist. Frauenärzte schließlich reagieren auf irgendwelche entblößte weibliche Körperteile (im allgemeinen) gar nicht mehr - selbst wenn sie bisweilen noch so viel sehen und sogar berühren. Auch gibt (oder zumindest gab) es Naturvölker, bei denen die unverheirateten Mädchen komplett nackt umherlaufen, ohne dass die Männer dort pausenlos unter unkontrollierbaren Erektionen zu leiden hätten.

Es gehört allerdings zum Prinzip unserer entfremdeten Erziehung (siehe Entfremdung), dass mit der Verpönung unbefangener Nacktheit jegliche Gewöhnung hier soweit als möglich abgewürgt wird. Der Grund dafür kann eigentlich nur sein, damit wir auf Äußerlichkeiten um so mehr reagieren und somit schließlich um so vordergründiger werden sollen... Damit wird ein Leben auf den uns von der Natur vorgegebenen Sinn des Lebens hin, nämlich auf die Harmonie von Mann und Frau in der Einheit von Leib und Seele dann allerdings so sehr erschwert, dass sie nur selten in ihren vollen Möglichkeiten Wirklichkeit wird.

Gutwilligen wird gar nichts anderes übrig bleiben, als sich gegen die (eigene) Dekadenz zu wehren.

Wenn wir diese Einheit dennoch wollen, bleibt uns nichts anderes übrig, als den Abbau dieser Hemmnisse nachzuholen, die uns vor allem auch an einem Erlebnis der Phase der Ästhetik hindern! Also hören wir damit auf, selbst vernünftige Gespräche auch über dieses Thema zu tabuisieren, trauen wir uns, wenn es anliegt, unsere Schwierigkeiten zuzugeben, verlieren wir die Ängste, uns hier lächerlich zu machen, erkennen wir es als positiv an, wenn jemand seine Schwierigkeiten äußert. Werden wir auf der anderen Seite misstrauisch, wenn jemand und vor allem jemand, der uns nahe steht, da nicht aus sich herausgeht!

Jungen und Mädchen, denen etwas an einer Aufarbeitung der Problematik von Macht und Angst liegt, die sich auch hinter den Tabus im Zusammenhang mit der Erektion verbirgt, sollten um die gegenseitigen Schwierigkeiten und Ängste wissen. Sie sollten mutig auch diese heißen Eisen anpacken und darüber miteinander sprechen. Geht es doch auch hier um natürliche Angelegenheiten, die an sich weder gut noch schlecht sind, sondern erst durch unsere Einstellung dazu und unseren Umgang damit positiv oder negativ werden können.

Wichtigste Voraussetzung für Gespräche auch hier ist ein Lebenskonzept unter dem Gesichtspunkt der Einheit von Leib und Seele. Und ein Mann, der sich trotz einer Erektion unter Kontrolle hat (siehe Selbstbeherrschung) und auf dessen Enthaltsamkeit man sich dabei wirklich verlassen kann, ist doch auch schon einmal positiv. Günstig sind natürlich dabei diejenigen dran, für die die Nacktheit von Kind auf kein Problem ist, sie können am besten mit alledem umgehen und reagieren eher kontrolliert auf die damit zusammenhängenden (weitgehend anerzogenen) Schlüsselreize. Mädchen und Frauen sollten den gutwilligen Jungen und Männern in jedem Fall behutsam helfen und so ihre Chance für eine positive Female Choice zu einem Konzept für die Praxis umsetzen.

Die Vorstellung in manchen Gesellschaften, dass Frauen und Mädchen auf ein erigiertes Glied ihrerseits mit sexuellen Vorstellungen und Wünschen reagieren und dass daher erigierte Glieder in natura oder in der Darstellung aus Gründen der Moral mit einem Tabu belegt werden müssten, sind leere Wunschträume der Männer: Darauf reagieren allenfalls solche Frauen, bei denen es auf ein paar Männerbegegnungen mehr oder weniger auch nicht mehr ankommt. Für eine wirkliche Moral sind also solche Tabuisierungen belanglos. Natürlich freut sich ein Mädchen oder eine Frau, wenn ein ihm bzw. ihr sympathischer Mann auf sie mit einer Erektion reagiert (und es bzw. sie sieht das auch gerne!), doch sagt das noch lange nicht, dass es bzw. sie auch etwas mit haben will!

Schädigende Wirkung eines erigierten Glieds auf Kinder?

Sigmund Freud hatte bei seinen tiefenpsychologischen Untersuchungen "herausgefunden", dass eine seiner Patientinnen ein Trauma hatte, weil sie in der Kindheit das große (erigierte) Glied ihres Vaters gesehen hätte. Von daher ist wohl in unsere Kinderpsychologie die Vorstellung gelangt, dass Kinder vor solchen Anblicken unbedingt bewahrt werden müssten, also sozusagen eine rationale Erklärung der (Sexual-)Scham. Inzwischen wissen wir jedoch, dass es nicht nur der Anblick war, sondern dass sich hinter dem Trauma handfeste inzestuöse Beziehungen verbargen, die nur wegen der Verklemmtheit und natürlich auch der Leibfeindlichkeit der damaligen Wiener Gesellschaft nicht angesprochen werden durften. Doch geblieben ist das Tabu der Nacktheit zwischen Erwachsenen und Kindern. Vermutlich gibt es jedoch wirklich keine rationalen Gründe dafür, wenn "alles in Ordnung" ist und die Kinder ihren Spaß daran haben. Und selbst wenn dabei einem einmal eine Erektion passiert, Hauptsache auch der, dem sie passiert kann darüber lachen und die anderen können so etwas richtig einschätzen...

Frage eines Internetbesuchers:

 

Über zwei Dinge bin ich gestolpert, die ganz sicher falsch sind (bitte ändern, auf dass die armen Kinder in dieser bösen Welt nicht noch mehr verwirrt werden) : Jungs haben ganz sicher schon vor der Pubertät Erektionen (wundert mich, dass Du das beim FKK noch nie wahrgenommen hast), manche kommen sogar damit auf die Welt, und auch Kinder sind nachweislich schon fähig zum Orgasmus, wenn es vor der Pubertät auch keine Ejakulation gibt.

 

Antwort von basisreligion:

 

Es soll hier nicht um die Erektionen gehen, die sozusagen spontan ausgelöst werden, sondern um diejenigen, bei der eine entsprechende Phantasie die Ursache ist. Und ähnlich ist das wohl mit dem Orgasmus, wichtig ist der, der im Zusammenhang mit einer (Partner-)Beziehung  geschieht. Ziel der Website ist ja, dass die jungen Leute nicht immer die fünfte Stufe vor der ersten machen (die dann vielleicht auch gar nicht mehr kommt). Und immer wieder die alte Frage: Wer entscheidet, was wirklich Orgasmus ist?

Jedenfalls werde ich mir bei Gelegenheit die entsprechenden Stichworte näher ansehen!

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)