ERNST DES LEBENS ist ein eher umgangssprachlicher Ausdruck, bei dem es darum geht, mit was (vom Leben) man Kinder konfrontieren soll oder eben nicht, weil möglicherweise Kinder etwas gar nicht verstehen oder weil man sie überfordert oder gar verstört.

Es gibt hier zwei Auffassungen:

  1. Der "Ernst des Lebens" kommt früh genug und ist nun einmal hart, daher ist es am besten, wenn die Kinder davon möglichst lange nichts wissen und wenigstens eine unbeschwerte Kindheit erleben können, die dann sozusagen das Fundament bildet, damit sie spätere Unbill leichter tragen und ertragen können. Also sorgt man am besten dafür, daß sie von den beruflichen und finanziellen Schwierigkeiten der Erwachsenen möglichst wenig mitbekommen (das führt dazu, daß für Kinder Geld gar keine Rolle zu spielen scheint, es ist eben immer da) und am besten auch von der ganzen Sexualität überhaupt keine Ahnung haben oder zumindest alles in rosarotem Licht sehen (also nichts von den Kehrseiten erfahren, siehe Ambivalenz), egal was dabei herauskommt.

  2. Basisreligion vertritt dagegen eine völlig entgegengesetzte Auffassung: Es ist tatsächlich möglich, daß Menschen manche Unbill in ihrem eigenen Leben überhaupt nicht zu erleben brauchen, vorausgesetzt, sie erhalten in ihrer Kindheit die entsprechenden Informationen, damit sich ein sinnvolles Realitätsbewußtsein bilden kann (siehe Information), diese auch zu meistern. Beispielsweise muß man die Fallgruben des Lebens auch erfahren, denn da sie häufig - abhängig von der jeweiligen Kultur - wechseln, kann das jeweilige Wissen um sie eben auch nicht angeboren sein. Und wir Menschen sind auch von der Natur aus dazu veranlagt, uns diese Informationen anzueignen, erforderlich ist allerdings, daß sie uns auch entsprechend beigebracht werden. 

Ob man die Kinder dabei aber nicht wirklich verstört und für ihr Leben schädigt, ob der Schaden letztlich nicht größer ist als der Nutzen usw.?

Es ist wie in vielen Dingen auch hier: Man muß es eben nur vernünftig machen! Bedingung für eine sinnvolle Auseinandersetzung mit den "Problemen dieser Welt" ist, daß wir von ihnen nicht nur erfahren, sondern daß wir eben auch angemessene Strategien erlernen können, die Probleme wirklich als unsere eigenen zu erkennen und mit ihnen erfolgreich fertig zu werden. Der Trieb gerade von Kindern zu spielen (wobei durchaus auch regelrechte Kampfspiele der verschiedensten Art sind, Jungen mögen vielleicht eher Spiele wie Fußball, Mädchen eher Gesellschaftsspiele) und gleichzeitig ihr Interesse für Sexualität (siehe Kind und Sexualität) weisen darauf hin, welche Möglichkeiten es hier von Natur aus gibt.

Während nun im Beruflichen und Finanziellen leider Gottes viele Menschen sozusagen Flausen im Kopf haben, die nie Wirklichkeit werden können (alle Jungen können eben nun einmal nicht Flugzeugführer werden und Geld werden wir auch nie genug haben), dürften im Privaten viele Fehlentwicklungen wirklich zu vermeiden sein (wenn nicht gar alle?). Und gerade wirklicher christlicher Glaube dürfte hier zuständig sein, denn er ist schließlich der Glaube schlechthin (siehe auch Religion), der in einer ethischen Spiel- oder Kampfsituation gerade auch schwachen (also auch jungen) Menschen die Gnade vermitteln kann, auch gegen einen überlegenen Gegner zu gewinnen (also auch gegenüber einem raffinierten Don Juan) und nicht reinzufallen, der also durchaus optimistisch ist. Und das ist ja das Problem gerade junger Menschen: Wichtig ist, daß sie nicht nur gerade von den Schwierigkeiten erfahren, sondern Handlungsimpulse lernen, wie sie damit fertig werden können.

Eine geeignete und erprobte Methode, Kindern den Ernst des Lebens nahe zu bringen, wird hier unter Kindererziehung vorgestellt.

Und wenn Menschen erst einmal im Privaten die Realität sehen und nicht mehr irgendwelchen Traumprinzen oder Traumprinzessinnen hinterherlaufen sondern eine realistische Partnerschaft wollen, ob sie sie dann vielleicht im Beruflichen und Finanziellen eher die Realität sehen? Nach meinen Erfahrungen spricht jedoch (bisher) nichts dagegen.

Zum Schluß bitte ich um Verzeihung für die mangelnde Political Corectness, doch ich erachte die Vorstellung, Kinder nicht mit dem Ernst des Lebens zu konfrontieren und ihnen auch keine Strategien zugänglich zu machen, das Leben in ihrem idealistischen Sinn zu bewältigen, als ausgesprochenes Indiz für Dekadenz. (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)