Das ERSTE MAL  

Den Hintergrund von dem Ansatz dieses Stichworts siehe unter Sexualerziehung - auch mit einer Grafik!

Liebes Mädchen - lieber Junge! 

Wenn Du Dir gerade überlegst, wie Du Dich "in dieser Sache" verhalten sollst, und daher auf diese Site "vor Deinem ersten Mal" gestoßen bist, herzlichen Glückwunsch! Es geht gar nicht einmal nur darum, wie Du Dich jetzt entscheidest, schon allein die Tatsache, dass sich jemand "vor einer Sache" schon einmal noch aus einer anderen Quelle informiert, ist Kennzeichen einer überdurchschnittlichen Intelligenz! 

Und wenn "es" schon gelaufen ist, man also nichts mehr machen kann, und wenn damit jetzt Probleme auftauchen, von denen "man" (oder eben "frau") vorher keine Ahnung hatte, dann sollte man sich ja mal fragen, wer alles es unterlassen hat, Dich aufmerksam zu machen, und wer eigentlich hier zuständig gewesen wäre. Ihr könnt ja auch einmal eine medizinische Site über das Problem anschauen und Euch fragen, ob es dazu nicht mehr zu sagen gibt: http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/lexikon/entjungferung_defloration.html

Hier jedenfalls seid Ihr auf der Site eines katholischen Religionslehrers gelandet, der allerdings seine Probleme mit seiner Kirche hat und das nicht nur, weil er sich für alle jungen Leute verantwortlich sieht, nicht nur für seine katholischen. Schließlich haben ja alle (jungen) Menschen hier dieselben Probleme! Dass junge Menschen so richtig pfiffig in diesem Punkt werden, wollen ganz offensichtlich viele in unseren Kirchen ja gar nicht wirklich, selbst wenn junge Leute dabei sogar zu vorehelicher Enthaltsamkeit kommen und diese der Lehre der Kirchen eigentlich entspricht! Blinder und blöder Gehorsam ist erwünscht, doch bitte nicht zu viel Pfiffigkeit, denn damit würden die (jungen) Leute ja irgendwann weiter fragen. 

Um was es mir geht?

Habt Ihr mal überlegt, dass die meisten jungen Leute in dem Punkt des "ersten Mals" sozusagen immer von Tempo "0" auf Tempo "200" preschen wollen, gleichgültig ob sie nun eine Ehe anfangen oder eine Liebesaffäre anfangen (eben ihr "erstes Mal") - und dabei vor allem auch die Phase der wunderbaren unschuldigen "Phase der Ästhetik" mit den entsprechenden Paradieserlebnissen, um sie einmal so zu nennen, überspringen? Ob das gut gehen kann? Was muss das für ein Leistungsstress sein! Da fehlt doch irgendetwas dazwischen!

Meine Tipps: Macht doch erst einmal genau das "dazwischen"! Und es bestehen dabei sogar Chancen, die typischen Jungfrauenknacker (Fachbegriff Don Juan) auszusortieren, denen es nur um das "Knacken" einer (weiblichen oder männlichen) Jungfrau geht. Siehe hierzu auch den Film "Kids" im Stichwort "Einstieg" (in die Sexualmoralpädagogik). Denn das wäre doch schade, wenn Du auf solch einen Typen hereinfällst. Und was sollen andere denn jetzt oder später einmal von einem halten, wenn man so geil ist (oder war), dass einem egal ist, mit wem man da in die Kiste gehüpft ist? Oder ist es Dir wirklich egal, wie irgendwelche Idioten über Dich reden - siehe etwa das Gespräch 2 oder auch das Gespräch 35? Ein vernünftiger Partner wird Deine Bedenken jedenfalls hier nicht genervt oder großspurig beiseite wischen.

Habt Ihr also schon einmal Eure Unschuld ganz bewusst erlebt? Sind da noch Ängste vor unbefangener Nacktheit am Strand oder in der Sauna - natürlich gibt es zu allem irgendwelche Entschuldigungen (siehe Rationalisierung)? Dass einen nur der nackt sehen darf, mit dem man auch Geschlechtsverkehr haben will, ist doch wirklich verklemmt und lächerlich, diese Einstellung weist auf Besitzdenken hin und das hat etwas mit Sklaverei zu tun (siehe Sklavenmoral) und nur zu oft kriegt damit ein Idiot dann alles, während man sich bei anständigen Menschen absolut verklemmt gibt. Ob die Kinder da nicht recht haben, die sich über solche blödsinnigen Einengungen leichter hinwegsetzen, wenn man sie nur lässt...

Und vor allem: Habt Ihr mal überlegt, was es sonst noch alles gibt, was man machen kann und was auch sehr spannend ist? Da gibt es nicht nur das Petting (ist das wirklich eine so elegante Methode?- Siehe allerdings auch das Gespräch 16 zwischen Beatrix und Martina) oder ein Kuscheln mit der Nutzung des größten Organs, das der Mensch nun einmal hat, nämlich mit der Haut, sondern vor allem die Gandhi-Methode, hier einmal benannt nach dem großen indischen Reformer und Politiker Mahatma Gandhi! Nie davon gehört? Dann wird´s aber Zeit! Oder stellt Euch einmal vor, Ihr macht statt dessen aus der Schamhaarrasur ein unschuldiges Vergnügen? Vor allem gehört dazu Intelligenz (darüber lacht man nicht wie über Blondinenwitze), Menschenkenntnis und Kameradschaft, alles wirkliche Werte! Und wenn die Beziehung vorbei sein sollte, wächst alles nach und man kann wieder von vorn anfangen! Warum nur ist unsere Gesellschaft so verklemmt, dass man jungen Menschen nichts von dieser harmlosen Alternative sagt?

Und damit verhindert Ihr sogar die Gefahr, dass Ihr Euch einen Cinderella-Komplex einhandelt und später einmal Probleme habt, davon loszukommen - oder eben so richtige frauenfeindliche Machos werdet und damit Eure Probleme habt!

Deutlicher und etwas anders: Siehe den "Brief an eine Jungfrau".

Damit Ihr abschätzen könnt, hier einmal der Bericht von einem "ersten Mal".

Er ist aus dem Roman "Tausend strahlende Sonnen" von Khaled Hosseini (Berliner Taschenbuch Verlag 2009) - im Spiegel, in der Brigitte, in der ARD hervorragend beurteilt. Um was es im Folgenden geht, ist mehr oder weniger immer dasselbe, überall und zu allen Zeiten...
Der Freund von Laila und Nachbarsjunge Tarik, der als Kind einmal auf eine Miene getreten ist und dem daher ein Bein fehlt und der stattdessen ein Holzbein hat, zeigt dem Mädchen seine Pistole, die er sich in Afghanistan Anfang der 90er Jahre zur Selbstverteidigung besorgt hatte. Es ergibt sich ab Seite 163 folgendes Gespräch und folgende Handlung, zunächst unter dem Birnbaum in Lailas Hof:


"Hättest du das Zeug dazu", fragte Laila.
"Wozu?"
"Abzudrücken. Jemanden zu töten."
Tarik steckte die Waffe hinter den Bund seiner Jeans. Und dann sagte er etwas, das schön und schrecklich zugleich war. "Für dich würde ich´s tun, Laila."
Er rückte näher an sie heran. Ihre Hände berührten sich, dann noch einmal. Als er vorsichtig versuchte, ihre Finger mit ihren zu verschränken, ließ Laila es zu. Und als er sich plötzlich über sie beugte und ihr seine Lippen auf den Mund drückte, war sie auch damit einverstanden.
In diesem Moment hatte das, was Mami über den guten Ruf und Beos (Anmerkung: Dieses Wort verstehe ich auch nicht.) sagte, für Laila keine Bedeutung. Ja, es erschien ihr geradezu absurd. Denn in Anbetracht der schrecklichen Gewalttaten und Verwüstungen ringsum war es doch wahrhaftig harmlos, hier unter einem Baum zu sitzen und Tarik zu küssen. Eine durchaus verzeihliche Nachgiebigkeit. Also ließ sie sich küssen, und als er seinen Mund von ihrem löste, beugte sie sich mit pochendem Herzen und heißen Lippen vor, um ihn zu küssen.

Im Juni desselben Jahres, 1992, Kam es im Westen Kabuls zu schweren Kämpfen zwischen Sayyfats paschtunischen Truppen  und den Hazaras....
In den Straßen war es so gefährlich, dass er (der Vater) einen für ihn besonders bitteren Entschluss gefasst und Laila aus der Schule genommen hatte.
Er gab ihr nun selbst Unterricht. Jeden Tag nach Sonnenuntergang kam Laila zu ihm ins Arbeitszimmer....
Es fiel Laila jedoch schwer, seinem Unterricht zu folgen. Sie war immer wieder abgelenkt.
"Wie berechnet man das Volumen eine Pyramide?" fragte Babi (also der Vater), doch Laila dachte an Tariks volle Lippen, an seinen heißen Atem und ihr Spiegelbild in seinen haselnussbraunen Augen. Nach der Begegnung unter dem Baum hatten sie sich zwei weitere Male geküsst, länger und inniger und, wie sie fand, weniger ungeschickt. Beide Male waren sie heimlich in der engen Gasse zusammengekommen, wo er am Tag von Mamis Party eine Zigarette geraucht hatte. Beim zweiten Mal hatte sie es zugelassen, dass er ihre Brust berührte.
"Laila?"
"Ja, Babi."
"Das Volumen einer Pyramide. Wo bist du?"
"Entschuldige. Ich war....ehm...Pyramide. Das Volumen ist ein Drittel der Grundfläche mal Höhe."
Babi nickte und betrachtete sie mit kritischen Blick. Laila dachte daran, wie ihr Tarik mit der Hand über den Rücken fuhr, während sie sich küssten und küssten.
Es war immer noch Juni, als Giti und zwei Klassenkameradinnen auf dem Heimweg von der Schule, nur drei Straßenecken von Gitis zuhause entfernt, von einer Rakete getroffen wurden...

Laila konnte sich nicht rühren; sie war wie verstenrt. Die an sie gerichteten Worte errichten sie kaum. Als Tarik sprach, sah Laila ihr Leben wie ein morsches Seil ausfransen, zerfasern und reißen.
Es war ein heißer, stickiger Nachmittag im August 1992. Sie saßen im Wohnzimmer. Mami hatte seit den frühen Morgenstunden so schlimme Bauchschmerzen, dass Babi mit ihr trotz der Raketen, die Hekmatyar aus dem Süden abfeuern ließ, zum Arzt gefahren war. Und nun saß Tarik neben Laila auf der Couch, den Blick gesenkt und die Hände zwischen den Knieen.
Er sagte, dass er wegziehen werde.
Nicht nur aus der Nachbarschaft oder Kabul Er werde das Land verlassen.
Laila konnte es nicht fassen.
"Wohin? Wohin gehst du?"
"Zuerst nach Pakistan. Peschawar. Und danach...., wer weiß? Vielleicht nach Indien. Oder in den Iran."
"Wie lange..."
"Ich weiß nicht."
"Ich meine, wie lange denkst du schon daran, wegzugehen?"
"Schon seit einiger Zeit. Ich wollte es dir längst gesagt haben, ehrlich, hab´s aber nicht über mich gebracht."
"Wann?"
"Morgen."
"Morgen?"
"Laila, sieh mich an."
"Morgen."
"Mein Vater drängt. Er ist krank, wie du weißt. Er kann all das Kämpfen und Morden nicht länger verkraften."
Laila vergrub ihr Gesicht in den Händen. Das Herz schnürte ihr die Brust zusammen.
Sie hätte es ahnen können, dachte sie....
Alle flohen. Nun auch Tarik.
"Und meine Mutter ist nicht mehr die Jüngste", sagte er. "Die beiden haben nur noch Angst. Laila, sieh mich an."
"Du hättest es mir sagen sollen."
"Bitte, sie mich an."
Laila wimmerte, schluchzte und fing dann zu weinen an. Als er mit dem Daumen die Tränen abzuwischen versuchte, stieß sie seine Hand von sich, empört und wütend darüber, dass er sie im Stich ließ, Tarik, der wie ein Teil von ihr war und in all ihren Gedanken auftauchte. Wie konnte er sie verlassen? Sie schlug ihn. Sie schlug ihn und zerrte an seinen Haaren, bis er sie bei den Handgelenken packte und festhielt. Er versuchte, auf sie einzureden, klang ruhig und vernünftig dabei, doch sie hörte ihm nicht zu. Er kam ihr näher, so nahe, dass sie wieder seinen Atem auf ihren Lippen spürte.
Und als er sie dann küsste, ließ sie es sich gefallen.

Alles genau in Erinnerung zu behalten, was dann geschah, wurde ihr wichtigstes Anliegen in den nächsten Tagen und Wochen. Wie ein Kunstliebhaber, der einem brennendem Museum entfliehen muss, versuchte sie alles, was ihr wertvoll erschien, festzuhalten und vor dem Vergessen zu bewahren - möglichst jeden Blick, jede Empfindung, jedes geflüsterte Wort. Doch die Zeit ist ein verheerendes Feuer, und am Ende konnte sie nur weniges retten: den jähen, heftigen Schmerz; das schräge auf den Teppich fallende Sonnenlicht; die hastig abgeschnallte Prothese, die neben ihnen lag; seien Ellbogen in ihren Händen; das Muttermal unter seinem Schlüsselbein - die auf dem Kopf stehende Mandoline - rot erglüht; sein Gesicht dicht vor ihren Augen; die Angst, ertappt zu werden; das ungläubige Staunen über den eigenen Wagemut; die seltsame, unbeschreiblich Wonne, vermischt mit Schmerz; den vielfältigen Ausdruck in Tariks Blicken: Scheu, Sorge, Zärtlichkeit, Verlegenheit, vor allem aber Hunger.

Danach herrschte helle Aufregung. Mit fliegenden Fingern wurden Hemden zugeknöpft, Haare gekämmt und Gürtel geschnallt. Schließlich saßen sie wieder Seite an Seite auf der Couch, die Gesichter gerötet und beide sprachlos über das, was geschehen war. Was sie getan hatten.
Laila sah drei Tropfen Blut auf dem Teppich, ihr Blut, und stellte sich die Eltern vor, wenn sie später auf dieser Couch säßen, ohne etwas von der Sünde zu ahnen, die sie, ihre Tochter, begangen hatte. Scham und Schuldgefühle überkamen sie jetzt, und oben tickte die Uhr, überlaut für Lailas Ohren. Wie das unablässige Klopfen eines Richterhammers zu ihrer Verurteilung.
Tarik sagte: "Komm mit mir."
Laila glaubte fast für einen Moment, dass es ihr möglich wäre, zusammen mit Tarik und seinen Eltern auszuwandern, ihre Taschen zu packen, einen Bus zu besteigen und alle Gewalt hinter sich zu lassen, um ein neues Leben an Tariks Seite zu beginnen, auf Gedeih und Verderb. Ohne ihn bliebe ihr nur trostlose Einsamkeit.
Ja, es wäre ihr möglich. Sie könnten zusammen gehen.
Es würde weitere solche Nachmittage geben.
"Ich will dich heiraten, Laila."
Erst jetzt hob sie den Blick, um ihm in die Augen zu schauen. Sie versuchte, seine Gedanken zu erforschen. Diesmal zeigte sich nichts von jenem clever einstudierten vieldeutigem Mienenspiel, das er sonst so gut beherrschte. Er wirkte vielmehr ungewohnt ernst und entschlossen.
"Tarik..."
"Ich will dich zur Frau, Laila. Wir könnten heute noch heiraten."
Er wollte noch mehr sagen...
Doch Laila dachte an Mami, die in ihrem Groll und in ihrer Verzweiflung so unnachgiebig und kompromisslos war wie die Mudschaheddin (Anmerkung: die muslimischen Kämpfer). Sie dachte an Babi, der seiner Frau nichts engegenzusetzen und längst aufgegeben hatte.
Manchmal.drängt sich mir das Gefühl auf, dass du, Laila, alles bist, was ich habe.
Des waren die unüberwindlichen Umstände ihres Lebens....

Das Ende der Geschichte: Sie kann nicht weg, sie hängt zu sehr an ihren Eltern und will sie nicht verlasen. Er zieht also weg und sie bleibt... Tage darauf wird auch sie von einer Raktete getroffen...

Und ein kurzer Kommentar zu dem Text:

Es seht tatsächlich alles danach aus, als ob sich beide wirklich lieben.  Doch hat das, was da zwischen den beiden passiert ist, wirklich etwas gebracht? Überwiegen nicht die Nachteile die Vorteile? Von einer möglichen Schwangerschaft ist gar nicht einmal die Rede, gut, gegen die kann man sich schützen, aber was für eine Romantik steckt dann dahinter? Und überhaupt: Hinterher ist alles eben immer anders als vorher...

Und wenn wir genau hinsehen: Wer von den beiden hatte denn das Spiel in der Hand? War die "Sache" wirklich im Sinn des Mädchens oder nicht doch viel eher im Sinn des Jungen? Handelte es sich hier nicht um eine typisch männliche Sexualität, bei der das Mädchen eben nur mitmachte und irgendwie auch die Leidtragende war?
Wie würde eine weibliche Sexualität aussehen, bei der es zunächst einmal um die Bedürfnisse des Mädchens geht? Siehe also einmal unter "weibliche Sexualität"....

Oder denkt mal dran, was der Geschlechtsverkehr eigentlich bringen soll?

Irgendwie passt doch jeder Schniedel in jede Muschi und es ist gelogen und voll ein Männerargument, dass man das probieren müsste! Das Problem ist doch, dass gerade der Geschlechstverkehr eine absolut ambivalente Angelegenheit ist, ob es dabei also zum beglückenden und erfüllenden Erlebnis (wie dem Orgasmus) kommt oder ob man sich nur eine schreckliche und enttäuschende Erfahrung oder eben ein mehr oder weniger lebenslanges Trauma einhandelt.  Jedenfalls hat ein wirklich schönes Erlebnis mit dem "Reinschieben" überhaupt nichts zu tun, weil sich alle dafür nötigen Nervenzellen an der Oberfläche der (weiblichen) Genitalien befinden: Was man nicht ohne Verkehr an Orgasmus (bei einem Mädchen) erreicht, erreicht man auch nicht mit! (Auch davon nichts gehört? Mein Gott, wer war bloß Euer Lehrer!?)

Auf alle Fälle scheint es für Euch nötig, einmal bei basisreligion da etwas nachzuholen: Da sind etwa außer den genannten Stichworten noch welche über die "Dummheit des Liebesbeweises" (siehe Liebesbeweis), über die Vorteile einer unverklemmten und aktiven Enthaltsamkeit mit der entsprechenden Reihenfolge dabei, über die Vorteile der Verführung zu einer solchen Enthaltsamkeit... Und das alles seid Ihr bereit auszulassen? Das kann ich mir einfach nicht vorstellen! 

Und: Ihr kennt doch alle die Adam-und-Eva-Geschichte aus der Bibel? Nein, es geht hier wirklich nicht um die Entstehung der ersten Menschen, so blöde waren die Erfinder dieser Geschichte vor über 3000 Jahren nun auch nicht, dass sie glaubten, dass ein Gott einen Mann aus Lehm gemacht und dann auch noch eine Frau für ihn aus einer seiner Rippen gemacht hätte. Diese Erzählung kann man nur aus der damaligen Zeit heraus verstehen, und das war eine Zeit, in der die Frauen im Grunde nur als Sexobjekte für Männer und allenfalls noch als Gebärmaschinen angesehen wurden. Die Verfasser der Bibel beschrieben nun - in der Sprache der Zeit - eine typische enttäuschende Erfahrung mit der Sexualität mit dem folgenden Trauma (sie brauchten Feigenblätter, die Scham ist also ein Indiz für dieses Trauma), weil die Menschen sich an der Religion der Schlange(ngottheit) orientiert haben und mit diesem Konzept den Sex angefangen hatten. Demgegenüber gehört beim Gott der Bibel der Sex zu Beziehungen der Partnerschaft und der Liebe. 

Schaut Euch auch einmal noch die anderen Vertraulichen Gespräche an, in denen es um alles das geht! Und den Mailwechsel mit Anita, einer Schülerin (17 J.), die nach ihrer Mail leider etwas spät auf diese Website gestoßen ist - siehe unter Korresponenz mit einem Mädchen "mit Erfahrungen"...

Und selbst wenn Ihr Euch jetzt anders entscheidet, als wie ich es im Endeffekt sinnvoll finde, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass Ihr einmal später, wenn Ihr eigene Kinder habt, diese so zu erziehen versucht, wie es hier vorgestellt ist...

Wie gesagt, ich wünsche Euch alles Gute, egal wie Ihr Euch entscheidet!

Euer Internet-Reli-Lehrer M.P.

Und hierzu ist auch Ende des Jahres 2010 ein Buch in Bearbeitung, das auf dem Mailwechsel eines Mädchens (17) mit dem Webmaster beruht:

"Jungfrauen haben keine Lobby - Packen wir´s also selbst an!"
Mädchen, die ihre Jungfernschaft leben wollen, stehen gegen eine Phalanx von Unverständnis über Hilflosigkeit bis Böswilligkeit.
Mailwechsel eines jungfräulichen Mädchens mit dem Autor von basisreligion.de Michael Preuschoff (Oktober/November/Dezember 2010).

Hier die html-Datei  und   die  pdf-Datei - allerdings noch in Bearbeitung!


***
Und hier noch der Inhalt des Stichworts, wie ich ihn ursprünglich verfasst hatte: 

Das "Erste Mal" ist der heute übliche Ausdruck für den ersten Geschlechtsverkehr vor allem eines Mädchen. Es ist absurd, wenn diese „erste Mal“ nur vom Biologischen her betrachtet wird, etwa vom Einreißen des Jungfernhäutchens, nicht zuletzt dreht es sich hier um eine nun wirklich bedeutende einmalige Angelegenheit im Leben eines Menschen. Jeder Mensch ist hier gleich (und nicht nur „der weibliche“), jeder Mensch steht hier vor genau derselben Grundsituation des Lebens: Wem schenkt er seine erste Liebe, wem öffnet er sich, wem gibt er das Intimste preis, das ihn von der Natur gegeben ist? Und nicht zuletzt hat es ja auch von der Natur wohl einen Sinn, wenn dies mit der Möglichkeit einer Schwangerschaft gekoppelt ist, irgendetwas hat sich die Natur ja dabei sicher gedacht, als dass wir diese Kopplung mit irgendwelchen Verhütungsmitteln zumindest erst einmal zunichte machen...

Ja, wem schenkt man dieses „erste Mal“? Irgendeinem, den man aus einer Laune heraus liebt oder zu lieben meint, der für ein bloßes Abenteuer gesucht wird, oder demjenigen, der für einen der Gefährte fürs ganze Leben sein soll? Ob sich daran nicht erkennen lässt, ob ein Mensch ein Konzept fürs Leben hat und für einen wirklichen Traumpartner oder ob er einfach nur so ziellos das macht, was alle (angeblich) machen, und selbst wenn dies noch so hohl und oberflächlich ist?

Es sollte uns eigentlich zu denken geben, wie viele schäbige Worte es gerade für dieses „erste Mal“ gibt, etwa „eine Jungfrau knacken“, „ein Jungfrau wecken“, und wie sich manche Jungen und Männern geradezu brüsten, wie viele es nun waren, bei sie „der erste“ waren, die sie also „geknackt“ haben, es ist sogar so, dass manche Männer da direkt eine „Strichliste“ führen. Der Fachausdruck für die „Spezialisten“ für´s „erste Mal“ ist Don Juan, während der Ausdruck für die, die „geknackt“ sind und irgendwann auch einmal „getröstet“ werden wollen, wenn sie nicht mehr so attraktiv sind und die Männer von alleine kommen, Casanova ist. Natürlich erfahren von dem „Sichbrüsten“ nur diejenigen, die in ihrer Gesinnung ähnlich skrupellos sind, den anderen labert man etwas von „Liebe“ und von „Entdeckung der Sexualität“ vor. Der amerikanische Film „Kids“ gibt in etwa die Problematik wieder.

In dieser Website geht es besonders um die Problematik des „ersten Mals“, weil diese Problematik entscheidend für alles andere ist, wenn der Beginn gelingt, gelingt auch alles Folgende, und umgekehrt gilt auch: Wenn der Beginn misslingt, dann kann dies durchaus der Beginn einer lebenslangen Katastrophe sein. Es sieht so aus, als ob diejenigen, die mit dieser Website nichts anfangen können, auch von der besonderen Problematik des „ersten Mals“ keine Ahnung haben.

Die Gründe für das „erste Mal“ auf Seiten des Mädchens sind vor allem:

  1. Trotz aller Aufklärung heute ist da immer noch eine gehörige Portion Naivität im Spiel: Zuerst hat man jegliche innere Auseinandersetzung mit allem, was mit Sexualität zusammenhängt, abgelehnt, man hielt sich für wissend, für moralisch hochstehend, für standhaft. Man brauchte einfach keine Strategien, um sich zu wappnen, man brauchte sich nicht um eine geeignete Menschenkenntnis zu kümmern. In einem war so eine hohle und traumtänzerische Vorstellung von einem Traumprinzen, die nie hinterfragt wurde. Und dann kam eben so eine Situation der Überrumplung, der man hilflos ausgeliefert war. Die Rationalisierung von dem, was dann passierte, ist eben, dass das normal war, was dann passierte.

  2. Das „erste Mal“ wurde ganz bewusst angestrebt: Man erwartete sich von daher eine größere Freiheit, ein spannungsreicheres und interessanteres Leben und vor auch mehr Ansehen bei den Kameraden, gleichgültig ob sie männlich oder weiblich sind. Man meinte dann, keine Komplexe mehr zu haben, mitreden zu können, kein Mauerblümchen mehr zu sein, nicht mehr zu denen von „Vorgestern“ zu gehören – wenn sich das nicht lohnte!

Es ist klar, dass diejenigen, die „alles hinter sich haben“ und daher in der Richtung „erstes Mal“ nicht mehr zu verlieren haben, die Hohlheit und die Oberflächlichkeit der wirklichen Gründe verschweigen.

Was sollte stattdessen geschehen: Gerade Mädchen müssen sich einmal überlegen, ob sich die „Freiheit“ oder die „Befreiung“, die sie so ersehnen, wirklich auch den Geschlechtsverkehr bezieht, ob es gleich immer „alles“ sein muss? Muss sich da wirklich immer gleich ein Penis in die Scheide „hineinbohren“, ist es das, nach was in ihnen so verlangt, oder kann es nicht auch „etwas weniger“ sein? Was wäre mit einer „verrückten und sogar wahnsinnigen“ Nacktheit; bei der man so richtig aus sich herausgehen kann? Ob dieser Trieb uns nicht erst einmal von der Natur mitgegeben ist, damit wir feststellen können, mit wem wir überhaupt über diese Themen vernünftig reden können, wer nun da mit uns mitmacht, auf wen wir uns da verlassen können, bei dem wir nun da aus uns so richtig herausgehen – oder eben Mensch werden – können? Gibt uns hier die Natur nicht die Möglichkeit zu einer spannenden Menschenkenntnis? Und was kann man nicht alles noch erst einmal machen, wenn klar ist, das man miteinander „ohne das erste Mal“ auskommen kann und wobei man gerade als Mädchen auf einen wirklichen Beschützer angewiesen ist? Ist „zu diesem anderen“, das schließlich erst einmal viel vernünftiger und sinnvoller ist, uns etwas durch eine ganz geschickte kulturbedingte Manipulation der Weg verschlossen? Und wieso lassen wir uns dann immer noch manipulieren? Wieso machen wir da mit? Ist das etwa ein Indiz für unsere Freiheit und unsere Vernünftigkeit? Warum befreien wir uns nicht endlich von dieser Manipulation? Ob das denn nicht die erste Aufgabe für einen Menschen ist, der wirklich emanzipiert sein will? (Siehe auch Emanzipation und Entjungfern.)

Im übrigen: Wenn jemand vom anderen Geschlecht eine wirkliche Partnerschaft mit einem anstreben möchte, dann wird er nur zu gerne auf die eigene Vorstellung der Freiheit und der Menschenkenntnis eingehen, denn er hat dieselben Probleme wie man selbst – und so wie man selbst keinen braucht, der einen knackt und weckt, braucht auch der keinen, der einen vorher geknackt und geweckt hat...

Schaut Euch doch mal auch das Gespräch 9 an, da wird so richtig diskutiert!

 

Zur Information, in welchen Alter zur Zeit (im Jahr 2004) die Mädchen zum ersten Mal Sex haben (aus: http://www.8ung.at/teenagerliebe/liebe_und_sex.html?entjungferung&) :

 • das erste Mal Sex mit 12 Jahren oder früher

23

6.4%

 • das erste Mal Sex mit 13 Jahren

60

16.7%

 • das erste Mal Sex mit 14 Jahren

98

27.2%

 • das erste Mal Sex mit 15 Jahren

68

18.9%

 • das erste Mal Sex mit 16 Jahren

54

15.0%

 • das erste Mal Sex mit 17 Jahren

35

9.7%

 • das erste Mal Sex mit 18 Jahren oder später

22

6.1%

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins »Focus« hatten 1980 geborene Jugendliche im Durchschnitt sogar schon mit 13.7 Jahren das erste Mal Sex!

Nach der Meinung von basisreligion ist die Ursache für diesen frühen Beginn des Geschlechtsverkehrs ausgesprochene Leibfeindlichkeit und mangelhafte Menschenkenntnis der jungen Menschen, woraus sich dann nicht gerade sehr sinnvolle Lebenskonzepte ergeben - und das ist gewiss nicht die Schuld der jungen Leute und muss auch nicht immer so bleiben! Siehe auch das Stichwort Judenseife, wo es darum geht, wie wir eigentlich ganz offensichtliche Zusammenhänge perfekt verdrängen.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)

Den "Offenen Brief eines alten Religonslehrers an junge Mädchen über die weibliche Sexualität und die Bibel" (Mai 2012) gibt es auch online auf Deutsch, auf Englisch und auf Niederländisch! Hier ist alles noch viel besser geschrieben!