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ERSTKOMMUNION
(oder auch "erste heilige Kommunion") nennt man die erstmalige Teilnahme
junger katholischer Christen an der Feier zur Erinnerung an das
Abendmahl Jesu. Zur Geschichte unserer heutigen Vorstellung siehe
Kommunion.
Eine komplizierte und unverständliche Dogmatik hat
aus dem Fest einen Anlass für ein Familienfest mit vielen Geschenken und ein
religiöses Geländespiel gemacht.
Allerdings ist der religiöse Sinn
heute weitgehend in den Hintergrund gerückt oder auch überhaupt nicht mehr
vorhanden. Grund dafür ist vermutlich eine für die Gläubigen nicht
einsichtige sinnvolle Interpretation dieses Festes. Nach katholischer
Dogmatik sind nämlich Brot und Wein bei der Kommunion der verwandelte Leib
und das verwandelte Blut
Jesu, und die jungen Menschen sollen lernen, diese Lehre in ihr Leben zu
übertragen etwa wie kleine Nonnen und kleine Mönche - im Sinn einer
Priesterkirche oder
Priesterreligion. Doch einerseits fehlt den
Gläubigen dazu heute weitgehend der Zugang, anderseits dürfte das auch nicht
Sinn unseres Glaubens überhaupt sein, zumindest nicht im Sinn des historischen
Jesus (und der sollte ja eigentlich immer noch der
Maßstab sein!).
Wie sich echter Glaube und das menschliche Leben heute in
einem Konzept für Kinder auf der Basis der
Zehn
Gebote verbinden lassen, wenn wir unsere Kinder zu ganzen Frauen
und Männern erziehen wollen, bei denen (wirkliche)
Emanzipation und (wirklicher)
christlicher Glaube kein Widerspruch sind, siehe unter
Kindererziehung.
Dabei passt die Erstkommunion in ein äußerst sinnvolles Konzept für die jungen
Leute, ethische, wirklich emanzipierte und selbstbewusste Menschen zu werden. Und
das dürfte auch im Sinn eines wirklichen
christlichen Glaubens sein!
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Machen wir uns doch
nichts vor: Die Eltern schicken ihre Kinder, weil es so
Tradition ist. Allenfalls steckt noch eine
irrationale magische Vorstellung dahinter, nicht dran schuld zu sein, wenn
die Kinder von Gott nichts mitbekommen. Für die
Kinder sind eigentlich nur die Geschenke wichtig, und dabei vor allem das
Geld, das sie bekommen. Und von daher ist der Schwund hinterher auch bis zu
100 %, die jungen Leute interessieren sich einfach nicht mehr für alles das,
was ihnen da beigebracht wurde. Nach 28 Jahren Unterricht bei jungen
Menschen ab 17 Jahren kann ich ein Lied davon singen. Wenn ich die jungen
Menschen auf ihren Kinderunterricht anspreche und dabei auch auf ihre
Sakramentenlehre (ich versuche ja schon, so neutral wie möglich zu sein),
höre ich eigentlich nur abfällige Äußerungen. Wir wissen das, und machen
dennoch weiter - sind wir eigentlich noch bei Trost?
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Und wenn wenigstens ein
vernünftiger theologischer oder wenigstens pädagogischer Sinn dahinter
stünde! Wenn wir junge Menschen zum
Glauben zu erziehen versuchen (was das
derzeitige Konzept ist), dann sollte uns doch klar sein, dass wir damit den
Weg über ein über-ich-gesteuertes Gewissen
einschlagen mit den bekannten Folgen (siehe Glaube
und Moral): Das Ergebnis sind heutzutage im allgemeinen noch nicht
einmal unkritische Jasager. Eher fördern wie die
Heuchelei von Kind an. Wir könnten uns
ja auch einmal fragen, ob das, was wir da machen, wirklich im Sinne Jesu
wäre. Denn ganz offensichtlich hatte er sich genau deswegen mit den
Pharisäern (siehe
Pharisäer) auseinander gesetzt:
Glauben kann man notfalls alles
Mögliche sehr leicht, wenn einem das Vorteile bringt, doch an
Ethik und
Moral kann man
dabei sehr gut vorbei sehen und vorbei gehen. Doch genau das allein ist
Indiz für wirklichen
christlichen Glauben! Oder steckt hinter unserer derzeitigen
Praxis gar magisches Denken? Wenn wir etwas wenig logisches Sakrales tun in
der Hoffnung, dass später doch einmal etwas Gutes dabei herauskommt, dann
lässt sich zumindest der Verdacht, dass wir ein magisches Ritual vollziehen,
nicht von der Hand weisen.
(Das Weitermachen trotz
pädagogischer und theologischer Bedenken lässt sich eigentlich nur durch das
typische Phänomen erklären, dass etwas, was uns im Grunde menschlich nichts
gebracht hat und wodurch wir vielleicht sogar viel vom wirklichen Leben
verpasst haben, zu einem typischen (Ersatz-)
Sinn des Lebens geworden ist, auf den
wir nicht mehr verzichten und den wir sogar an andere weitergeben möchten.
Was immer so lief, kann doch nicht falsch sein - siehe auch
Tradition!)
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Dabei müsste das alles
doch gar nicht so sein! Stattdessen könnte man doch auch etwas Sinnvolles
machen, was auch durchaus vor christlicher Theologie
vertretbar wäre! Am sinnvollsten wäre natürlich, wenn wir uns am
historischen Jesus orientierten, so sollte es ja
eigentlich auch sein! Und dieser historische Jesus lässt sich doch nun
wahrlich sehr gut auch in unsere heutige Zeit übertragen, die Probleme von
damals sind doch noch längst nicht gelöst: Siehe die Kurzfassung zu Jesus
auf der Seite ...sondern die Lehre des Jesus!
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So wie wir das bisher
machen, gehen wir immer einen Umweg über die
Mythologie etwa von
Erbsünde,
die bei Adam und Eva
angefangen hat, bis hin zur
Erlösung. Wenn wir die Verschlüsselung
durch die Sprache der Mythologie weglassen, geht es auch hier um dasselbe
Anliegen: Sprechen wir also endlich einmal die Themen direkt an, die sich
hinter dieser Mythologie
verbergen (siehe
Entmythologisierung)! Und so könnten wir einerseits die
Reibungsverluste vermeiden, die sich aus dem Umweg über die Mythologie
zwangsläufig ergeben, und damit den „Schwund“ weitgehend vermeiden, der sich
ergibt, weil das mythologische Denken (wenigstens das der
Bibel) selbst
jungen Menschen von heute einfach nicht mehr zugänglich ist. Andererseits
müssten die jungen Leute auch nichts mehr glauben, was für sie ein „Opfer
des Verstandes“ bedeutet (siehe
Sacrificium Intellectus), daraus
ergeben sich Vorteile für ihr „wissenschaftliches Denken“ auch in anderen
Lebensbereichen (siehe
Pisa-Studie)! Und wir brauchen auch nicht mehr die Themen,
die mit der Mythologie zusammenhängen, ganz weglassen, so wie das auch
gemacht wird und die Botschaft Jesu mehr oder weniger auf ein allgemeines „Seid-nett-zueinander“
und „Jesus-liebt-uns-immer“ reduziert wird! Denn das geht schon gar nicht,
damit geben wir doch den Kern unseres Glaubens nun wirklich auf!
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Das Anliegen Jesu hat
ganz unbedingt etwas mit derjenigen
Liebe zu tun, mit der es zu seiner Zeit
nun katastrophal aussah, und das war die Liebe in der
Partnerschaft
von Mann und Frau,
aber auch von Eltern und Kind. Wir wissen, dass Frauen und Kinder als
Besitztum angesehen wurden, Kinder konnten verkauft werden, und zwischen
Mann und Frau gab es eine Partnerschaft wohl kaum. Dabei wäre diese Liebe
immerhin die „Sache“, die das Leben nun wirklich lebenswert macht und deren
Gelingen auch alles andere überstrahlen könnte.
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Wenn hier nur die
typische Nächstenliebe
gemeint wäre, so wäre das in der Religionsgeschichte nichts Besonderes und
schon gar nichts Neues. Auch in anderen Religionen geht es darum, Armen und
Notleidenden zu helfen. Wir kennen im
Islam die Armensteuer, im Hinduismus
stehen gerade vor manchen Tempeln viele Bettler, weil es dort besonders
üblich ist, den Armen etwas zu geben. Bisweilen scheint die Einstellung zu
den Armen allerdings nach dem Motto zu sein: Gott erhalte uns die Armen,
damit wir durch sie etwas zu unserem Heil (in einem Leben nach dem Tod) tun
können. Zudem: Wenn Jesus wegen Mangel der Menschheit an dieser Liebe
gestorben wäre, so wäre das wohl keine plausible Relation.
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Dagegen ist die Liebe
zwischen den Partnern und die Vorstellung von wirklicher
Emanzipation
gleichberechtigter
Partnerschaft (und dass beide Geschlechter das durchaus
wollen und dass sie auch von einem ich-gesteuerten
Gewissen her daran ein Interesse
haben) wohl nur im Judentum (siehe
jüdischer Glaube) und im Christentum
vorstellbar und ein Anliegen. Die Einstellung zu Frauen und zu Mädchen im
Buddhismus
und im Islam ist
in dieser Website mit entsprechenden Original-Beiträgen beschrieben. Mädchen
haben im Hinblick auf Moral bei denen überhaupt kein „Gehirn“, und
das einzige, was denen dort und in vielen anderen Kulturen zum Thema
Erziehung zur Moral einfällt, sind Schleier,
Beschneidung (der Frau), Einsperren und
arrangierten Ehen.
Wenn bei uns das mit der Moral nicht klappt, können wir immerhin anführen,
weil wir aus dem Anliegen Jesu und unseres Glaubens einen Kult zum Erreichen
einer Erlösung
für ein Leben nach dem Tod
gemacht haben und es damit nicht im Sinn Jesu umsetzen.
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Zum kirchlichen Konzept
der Ehe, dass sie
nämlich ein Sakrament
ist, gehört auch die Idee der Heiligkeit der Ehe. Und die passiert ja
nicht so ohne weiteres! Kann man Menschen überhaupt dazu verpflichten, wenn
man sie gar nicht vernünftig und sachbezogen lehrt? Eine geeignete
Vorbereitung muss doch von Kind an geschehen, sinnvollerweise auch mit
anderen Sakramenten? Und nicht zuletzt ist ja eines der Hauptanliegen der
Beichte, dem Menschen im Scheitern seiner Liebe
Zuspruch zu geben. Es wäre schon merkwürdig, wenn es nicht auch ein
Sakrament oder auch mehrere gäbe, damit der Mensch Kraft erhält, alles von
Anfang an "richtig" zu machen!
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Und der Tod Jesu hat
wohl ursächlich etwas mit seinem Anliegen im Hinblick auf die Liebe zu tun -
also haben Abendmahl
(was auch immer historisch davon ist) und Tod Jesu usw. natürlich auch mit
dieser Liebe zu tun. Und die Liebe Jesu ist, dass er sich für diese Liebe
einsetzte.
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Der (längst verstorbene)
Jesuitenpater Schuh in der Kirche St. Pater in Köln erzählte immer, wie er
den Kindern beibringt, dass die Kommunion "die materialisierte Liebe Jesu"
ist und als solche kann sie ja auch tatsächlich angesehen werden. Er hatte
ein wunderschönes Beispiel dafür: In der Notzeit unmittelbar nach dem Krieg
brachte eine Mutter ihrem schwerkranken Kind immer Hühnersuppe ins
Krankenhaus, weil ihr die der Arzt empfohlen hatte. Irgendwann meckerte das
Kind darüber gegenüber einem Geschwister. "Immer nur Hühnersuppe, ich hasse
die usw..“ Da antwortete das Geschwister: "Überleg´ mal, was unsre Mutter
alles auf sich nimmt, damit sie diese Suppe zubereiten und sie dir bringen
kann, denn der Arzt hat ihr gesagt, dass genau das dir hilft, damit du
wieder gesund wirst. Unsre Mutter verkauft ihren Schmuck und ihr letztes
Silberbesteck usw., geht zu Fuß auf´s Land, weil es keine Verkehrsmittel
gibt, besorgt sich Hühner von guter Qualität, die es nur dort gibt, und noch
andere Zutaten, die man jetzt sehr schwer bekommt, kocht alles nach altem
Familienrezept und bringt schließlich die Suppe dir - sie denkt nur an dich,
damit du wieder gesund wirst! Weißt du, das ist in Wirklichkeit keine
normale Hühnersuppe, das ist sozusagen die Liebe deiner Mutter in
Suppenform. Wenn du davon isst, solltest du immer genau daran denken!"
So ungefähr ist das eben mit der Liebe Jesu.
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Und genau durch diese
Zusage der Hilfe Jesu wird das Konzept, Kinder mit den Problemen der Liebe
zu konfrontieren, kindgerecht: Sie können die Probleme meistern, weil sie
nicht allein da stehen und sie sind auch in einer Gemeinschaft, nämlich der
Gemeinde, die mitmacht (so sollte es wenigstens sein). Die jungen Menschen
müssen allerdings wollen, und Vorbedingung dafür ist, dass sie die Probleme
kennen, denn nur dann können sie echten Bedarf nach der Liebe Jesu haben und
nur dann kann auch die materialisierte Liebe Jesu wirken - etwa wie beim
selbstverändernden Gebet.
Siehe auch Gnade.
Wenn die Liebe Jesu auch ohne wirkliche
Information und ohne Wollen der
Menschen wirken sollte, dann wäre das magisches Denken oder eben
Aberglaube.
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Die jungen Leute können
gerade wegen ihrer Jugend sich alles auch eine Zeitlang ohne besonderen
„emotionalen Druck“ (bis zur
Pubertät) überlegen und ein Konzept für
sich selbst aufbauen, das ganze ist schließlich ein Prozess. Bedenken wir
auch, dass die jungen Menschen immer noch ein Gefühl für Gerechtigkeit und
Korrektheit haben und sie wollen in ihrem Leben ihre Ideale auch
durchhalten. Da passt dann ein paar Jahre später auch die
Firmung, dass
junge Menschen sich noch einmal ausdrücklich Gedanken machen, was sie
eigentlich wollen. Und vor allem: Dass sie auch andere für dieses Konzept
motivieren, denn das ganze wird erst richtig interessant, wenn möglichst
viele mitmachen.
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Doch sind die Kinder für
"solche Sachen" nicht zu jung? Vergegenwärtigen wir es uns: Bei anderen
Völkern werden die kleinen Mädchen genau in diesem Alter beschnitten - aus
Gründen der Moral und um den Teufel aus ihrem Leben
zu verbannen. Ob da das Konzept über eine sinnvolle
Information nicht sinnvoller und humaner ist,
ob die wirklich wirksame Information nicht das ist, was mit
heiliger Geist gemeint ist, mit dem wir Christen
den Teufel bekämpfen und besiegen können?
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Manche meinen nun, dass
ich das Christentum einenge und dass das ganze für Kinder uninteressant sei,
weil es nicht zu ihrem Lebensbereich gehöre. Meine Erfahrung ist eine völlig
andere: Wenn ich gerade das mit Kindern gemacht habe, dann schien das
sozusagen das zu sein, worauf sie gewartet hatten (es kommt natürlich auf
den geeigneten Einstieg an - siehe unter
Kindererziehung). Und recht schnell kamen wir auch auf die wesentlichen
ausgesprochen theologischen Probleme. Etwa merkte ich, wie manche bisweilen
ganz schön arrogant waren. Nein, so dumm würden sie nicht sein, wie das da
in "meiner Geschichte" vorkam, das sei doch ganz klar, und die anderen, die
das mit dem "Reinfallen" nicht erkannten, die seien doch wirklich dumm.
Welche weiteren Fragen ergeben sich von daher sozusagen von allein, von
wegen, dass die Hochmütigen die ersten sind, die reinfallen, dass hier
wirkliche Demut und andere christlichen Tugenden angebracht sind und Bitte
um die Gnade Gottes usw. Und dann noch die Überlegungen zum Problem der
Schuld, ob die anderen überhaupt schuld hatten, denn sie waren ja
eigentlich unwissend, niemand hatte sich verantwortlich gefühlt, sie so zu
lehren, so dass sie es auch wirklich verstanden hatten, doch auszubaden
haben sie es auf alle Fälle selbst. Und die Kinder diskutierten darüber
sogar miteinander, und wie! So etwas habe ich bei den Älteren nie wieder
erlebt - vermutlich sind solche Diskussionen nur “in dem Alter” möglich und
sogar von den jungen Leuten erwünscht - oder nie, wenigstens nicht, wenn sie
nicht begonnen hatten! Allein das ist wenigstens für mich schon ein Beweis,
auf dem richtigen Weg zu sein. Auch die Sinnlosigkeit von Ängsten an der
falschen Stelle kamen zur Sprache, weil die schon gar nichts helfen, und
damit Fragen zur Menschenkenntnis (woran erkennt man jemanden, woran erkennt
man überhaupt leere Verliebtheit und wirkliche Liebe?). Und schließlich auch
die Gottesfrage, ob es Gott überhaupt gibt? Zu meiner Lösung gehört in jedem
Fall, Kinder nicht zu belügen (die Lügen aus Tradition sind sowieso die
verheerendsten), also sage ich, dass wir es nicht wissen, dass auch alles
ganz anders sein kann (in der Wissenschaft fragt man immer so), doch dass
wir, wenn wir vernünftig lebten, ja nichts falsch machten, und wenn es Gott
wirklich gibt (was wir doch sehr hoffen), er ganz gewiss nichts gegen uns
hätte, wenn wir nach den Zehn Geboten lebten
(selbst wenn sie nicht von Gott sind) usw. Dann auch die Fragen zum Leben
nach dem Tod - ob solche Hoffnung nicht nur ein Ersatz ist, weil wir hier im
Leben in den wichtigen Dingen der Liebe sozusagen kapitale Fehler gemacht
hatten? Oder wenn ich denke, wie schwierig es ist, mit den jungen Leuten im
Berufsschulalter vernünftig über die Todesstrafe
zu reden (die haben gleich immer die Einstellung "Rübe ab"), dann liegt das
auch daran, dass es solche Gespräche "an einem Objekt, das sie auch wirklich
etwas angeht" früher nie gab! Und so ist für mich längst religiöse und
menschliche Erziehung sowieso dasselbe! Natürlich: den klassischen
Ja-Sager-Gläubigen bekommt man auf diese Weise nie, doch wollen wir den
überhaupt?
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Und wenn es wirklich
junge Leute geben sollte, denen das christliche Konzept der Liebe egal ist,
so ist das ihre Sache. Doch sie sollen vorher wissen, was auf sie zukommt.
So wie das bisher läuft, ist das nun wirklich nicht korrekt: Man hat als
Kind Flausen im Kopf, niemand korrigiert einem diese Flausen, und so lässt
man sich damit auf riskante "Handlungen" ein - und dann steckt man drin und
kommt nicht mehr wirklich heraus. Oder meinen wir wirklich, dass die
Beichte eine
Lösung ist?
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Und vielleicht nicht
ganz zufällig stimmt auch das Alter der Kinder, der
Kairos: Sie sind so gerade noch nicht festgelegt auf eine außerliche
Moral im Sinn
von Sittsamkeit. Das macht – nach Norbert Elias (siehe
Kind und Sexualität)
– zwar den Erwachsenen Angst, doch die jungen Leute sind damit noch offen
für eine Moral im Sinn von wirklicher Sittlichkeit.
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Nicht zuletzt passt auch
die traditionelle Ansicht der Kirche, dass die Kommunion im Kampf gegen die
Sünden (siehe Sünde)
stärkt sogar im Bereich der
Sexualität – allerdings nicht
dualistisch (siehe
Dualismus) gegen die Sexualität grundsätzlich, sondern im
Zusammenhang mit
Menschenkenntnis und im Sinn von
Gebrauch und Missbrauch. Und für die
Menschenkenntnis junger Menschen sind wir doch und gegen den Missbrauch
(siehe etwa unter Don Juan)
haben wir doch auch alle etwas? Und damit hätte auch das weiße Kleid, das
Mädchen bei uns traditionell bei der Erstkommunion tragen, wieder den
konkreten Sinn als Symbol
bewusster Unschuld
und nicht wie bisher einer trotteligen
Naivität.
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Wir wissen doch genau,
was mit den jungen Menschen ein paar Jahre nach ihrer Erstkommunion
üblicherweise passiert. Und dennoch tun wir nichts Sachdienliches. Benehmen
wir uns zur Zeit nicht wie gelähmt wie ein Kaninchen vor der Schlange? Wenn
das nicht Dekadenz
ist?
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Wo sonst soll solche
Erziehung hingehören, wenn nicht in die
Kirche oder eben in die
Gemeinde als
unterste Instanz der Kirche? Aufgabe der Schule ist die doch gewiss nicht,
deren Interesse ist doch, dass keine kostspieligen Krankheiten ausbrechen
und dass der Staat nicht für die Ergebnisse von ungewollten
Schwangerschaften bezahlen muss, für die sonst keiner aufkommt. Daher ist
die heutige schulische Sexualkunde wohl wichtig. Doch Moral und Ethik sind
da mehr oder weniger Nebensache – wann nehmen wir endlich diese Aufgabe
wahr? Und man kann es auch nicht dem Zufall überlassen, dass sich jemand
darum kümmert, so etwas muss regelrecht institutionalisiert sein.
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Erfahrungsmäßig sind die
Eltern mit einer derartigen Erziehung überfordert, obwohl sie voller Sorge
sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ihnen der theologische Überblick
fehlt, sondern vor allem auch an ihrer persönlichen "Hintergrundsituation".
Da gibt es nämlich zwei Möglichkeiten: Die einen Eltern
haben nämlich die schmerzvollen Erfahrungen oder
auch die so genannten Beziehungskisten, vor
denen sie am liebsten ihre eigenen Kinder bewahren wollen, und die anderen
Eltern haben gar nichts von alledem, und wollen natürlich auch ihre Kinder
schützen. Beide haben nun absolute Schwierigkeiten, ihre Vorstellungen an
ihre Kinder "rüberzubringen". doch wissen sie nicht wie. Es mag tröstlich
für diese Eltern sein, dass die hier angesprochene Erziehung ohnehin
allenfalls in einer Gemeinschaft funktionieren kann. Die Natur hat das wohl
nicht umsonst so angelegt, weil wir sonst Außenseiter oder eben „einsame
Jungfrauen“ erziehen würden (siehe
natürliche Mechanismen und
Gruppeneffekt).
Allerdings bleibt die Sorge der Eltern – sehen wir doch endlich diese Sorge
und nehmen sie als unser Anliegen! Gottes Anliegen ist sie jedenfalls gewiss
und auch eines Sakramentes wert! (Ein Außenstehender kann die Kinder auch
recht gut auf die möglichen Hintergrundsituationen ihrer Eltern und
gleichzeitig auf deren Schwierigkeiten hinweisen und auch darauf, dass
eigentlich wichtig für die Kinder nur ist, dass ihre Eltern in jedem Fall
sie lieben und möchten, dass sie glücklich werden und genau die
schmerzhaften Fehlentscheidungen und Irrwege vermeiden, die so möglich sind.
Und deswegen werden die Kinder von ihren Eltern auch zu den
Erstkommunionstunden geschickt. Und die Kinder sollten die Eltern am besten
nicht weiter fragen, wie das nun mit ihnen war, zumindest wenn die Eltern
nicht von sich aus drauf kommen, weil das nur vielleicht alte Wunden
aufreißen würde - wichtig für die Kinder ist doch nur ein Neuanfang!)
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Ich höre zur Zeit nicht
nur von jungen Menschen die Meinung, dass gerade in den privaten
Angelegenheiten Glauben und Leben nichts miteinander zu tun hätten, das
seien zwei völlig verschiedene Sachen, "der Glaube sei das eine, das Leben
das andere". Daher stoßen die Vorstellungen unserer christlichen Religion im
Hinblick auf Sexualmoral bei den Menschen von
heute auch so wenig auf Resonanz. Statt zu jammern, sollten wir in uns gehen
und uns kritisch fragen, woher das kommt. Unsere (also der Kirche)
Verknüpfung gerade der persönlichsten Dingen mit einem Über-Ich-Glauben kann
für die heutigen Menschen der Aufklärung doch
nur so abschreckend sein, dass nicht nur sie irgendwann sogar jeden
Zusammenhang bestreiten, sondern dass in der kirchlichen Verkündigung auch
jeder Hinweis auf solchen Zusammenhang von vornherein verschwiegen wird. Ein
Teufelskreis. Dabei hätte gegen einen
dienende Verkündigung niemand etwas, die natürlich von Kind an geschehen
muss, damit der Mensch sich auch darauf einrichten kann!
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Und was hat das alles
mit "katholisch" zu tun? Offen gesagt, ich kann diese Frage nicht mehr
hören! Sollte hinter unseren Sakramenten wirklich nicht mehr stecken als die
Sorge gegen die Abwerbung vom katholischen Glauben, die hinter dieser Frage
steckt? Warum eigentlich studieren unsere Theologen auf staatlichen
Universitäten, wenn es schließlich um ein Sonderwissen geht, was nur durch
Glauben und damit durch ein Opfer des Verstandes von den Gläubigen
angenommen werden kann? Weist solches Sonderwissen nicht auf eine
Sektenmentalität hin? Ob das im Sinne Jesu wäre? Haben wir nun den Menschen
etwas zu sagen oder nicht? Haben wir eine Aufgabe oder nicht, die alle
angeht? Müssen wir denn immer uns mit unserem Sonderwissen Knüppel zwischen
die Beine werfen, so dass wir gar nicht mehr für denkende Menschen genießbar
sind? Und bedenken wir: Unsere Kinder sind durchaus mit nichtkatholischen
Freunden zusammen, mit denen sie leben müssen und mit denen sie durchaus
auch irgendwann Partnerschaften eingehen. Sollten wir also nicht ethische
Konzepte für alle haben? Das wäre doch wirklich katholisch, wenn wir
das schaffen!
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Ja, dabei denke ich
durchaus auch an die jungen Menschen aus Familien, die sich längst von
unserem Glauben abgewandt haben, und sogar an meine moslemischen Schüler! In
den wesentlichen Fragen des Lebens (und für die jungen Leute steht dabei die
Liebe an wichtigster Stelle) sind die doch auch alle allein gelassen. Eine
moslemische Schülerin fragte mich einmal (als ich von der Liebe in der
Einheit von Leib und Seele, also in der von orgiastischer Ekstase und
Partnerschaft sprach und welche Strategien es gibt, so etwas zu erreichen),
ob meine Ideen auch im Islam gingen. Und auch sonst
stieß ich bisweilen auf großes Interesse. Also, ich habe den Eindruck, dass
da Chancen für ein Christentum in unserer heutigen Welt sehr wohl bestehen,
doch wir müssen uns eben mal besinnen, u. a. ob unser Glauben nicht zu einer
toten Ideologie verkommen ist und wie man das ändern könnte. Wie sagten die
alten Griechen: "Panta rhei" oder: "Alles fließt" oder besser: "Wir wissen
nicht, was die Zukunft bringt, doch eines wissen wir sicher, dass nichts so
bleibt, wie es ist, weil sich einfach alles irgendwann ändert!" Und wer sagt
uns, dass wir immer Kriege brauchen und dass wir nicht auf andere Weise auch
etwas ändern können? Ist das etwa ein Dogma? Also ich bin auch in diesem
Punkt nicht dogmatisch...
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Ich bin mit der
Interpretation von Bibelzitaten vorsichtig, wenn ich diese nicht genau
studiert habe. Doch könnte das vorliegende Konzept nicht den Ideen des
heiligen Paulus entsprechen, dass unser Leib ein
Tempel des heiligen Geistes ist oder dass der ganze Leib leidet, wenn nur
ein Glied leidet, und wir uns also um die Heiligkeit "der Leiber" (unserer
Gläubigen) kümmern müssen? Und auch die Forderung Jesu, zu werden wie die
Kinder, hätte einen sinnvollen Hintergrund, nämlich nicht so naiv und dumm
zu sein wie Kinder, sondern durch und durch aufgeschlossen und
moralisch-gutwillig (was man ja von Erwachsenen nun wirklich nicht immer
sagen kann...)?
Und damit hätte alles auch einen Sinn vom Menschlichen her
– das passt also alles sehr gut ineinander! Also fangen wir an! Zur Frage, ob es
sich hier um unlautere Experimente mit Menschen handelt, sehen Sie einmal ins
Stichwort "Versuchskaninchen".
Ein Konzept finden Sie jedenfalls - wie bereits erwähnt - unter
Kindererziehung. Und wie eine heutige äußerliche Feier der Erstkommunion mit
diesem Sinn aussehen könnte, siehe unter
Abendmahl! Zum
Anlass des Festes könnten die Kinder ja durchaus ein kleines
"Theaterstück" aufführen, in dem es vor allem um die Erkenntnis des "wahren
Lebens" geht. Siehe unter Kindergottesdienst.
Zur Frage der Kleidung der jungen
Leute bei der Erstkommunion, ob sie etwa die besonderen Erstkommunionkleider
oder -anzüge tragen sollen, siehe unter
Erstkommunionkleidung.
(Wörterbuch von
basisreligion und basisdrama)
Computer-Übersetzung des Buchs
HONESTY AND FUN WITH THE MORALITY
ins Englische unter
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