ESTABLISHMENT oder auch etablierte Gesellschaft ist eine zusammenfassende Bezeichnung für die Gemeinschaft der ("fertigen") Menschen, die in ihren Ansprüchen an das Leben (und keinesfalls nur materiellen!) zufriedengestellt zu sein scheinen und jetzt nur noch alles daransetzen, das Erreichte zu erhalten und allenfalls noch auszubauen. Ihre Erfülltheit im Hinblick auf eine gelungene Einheit von Leib und Seele steht allerdings sehr oft im umgekehrten Verhältnis zu ihrer - materiellen und oft auch ideellen – Ausgesorgtheit. Und leider gehört zu diesem Establishment auch immer die sogenannte Elite einer Gesellschaft, also diejenigen "besonderen" Menschen, die die Gesellschaft prägen.

Etablierte Menschen haben im allgemeinen absolut kein Verständnis für Menschen, insbesondere junge, für die andere Erfüllungen wichtiger und reizvoller sind, etwa solche nach gelungener Einheit von Leib und Seele oder auch nach Harmonie von Mensch und Natur.

Da etablierte Menschen selbst nicht die beglückende Brisanz von alledem kennen, ist ihnen im Grunde auch kein Vorwurf wegen ihrer Gleichgültigkeit zu machen. Sind nicht auch sie schließlich das Produkt von früheren etablierten Gesellschaften, mit denen sie einmal dieselben Probleme hatten, als sie selbst jung waren? Unverzeihlich ist es daher eigentlich nur, wenn etablierte Menschen schließlich mit den ihnen zu Verfügung stehenden Mitteln der Pädagogik (es ist eben keine wirkliche Erziehung, sondern mehr eine Manipulation) verhindern, daß nachfolgende junge Menschen den Teufelskreislauf von falschem Realitätsbewußtsein, Enttäuschung und Gleichgültigkeit durchbrechen, daß also wieder "Opfer" produziert werden, aus denen ihrerseits dann wieder neue "Täter" werden (siehe Täter und Opfer). Ähneln sie nicht da Mitgliedern der Mafia, also einer sich immer wieder auf andere übertragenden Verbrecherorganisation, der es nur darum geht, Komplizen zu suchen und zu finden, die das einmal begonnene Verderben weiterführen?

Leider spielen alle bekannten Religionen - und leider auch der entstellte christliche Glaube (siehe Tradition und Dekadenz) - bei alledem keine gute Rolle:

Mit ihrer Fehlleitung, was gerade die persönliche (Sexual-)Moral betrifft, und der Vertröstung der Menschen auf ein Leben nach dem Tod tragen sie ganz erheblich dazu bei, daß die Verhältnisse bestehen bleiben, wie sie sind, weil sich junge Menschen mit tödlicher Sicherheit nach den Gesetzen von Ängsten und dem sich daraus ergebenden Fehlverhalten immer wieder dem anpassen, was das Establishment ihnen vormacht. Die einzigen Menschen, denen bei der Erziehung junger Menschen mit Sicherheit an einer Änderung gelegen ist, sind wohl die jeweils eigenen Eltern. Sie haben den Drang, ihr eigenes Leben in ihren Kindern auf bessere Weise zu wiederholen, leider geben sie dazu oft genug genau die falschen Ratschläge, wodurch es zu einer Wiederholung des Schicksals kommt, weil sie es nicht besser wissen.

Ein sicherer Ausweg könnte sich für uns Christen in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter bieten, die auch bereit sind, sich für ihre Utopie des Paradieses voll und ganz einzusetzen. Und das könnte am besten innerhalb einer funktionierenden Gemeinde oder Kirche geschehen, doch eben von einer funktionierenden, in der der Nachfolge des wirklichen Jesus umgesetzt ist.


(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)