EXHIBITIONISMUS. Nach landläufiger Meinung  erfahren EXHIBITIONISTEN ihren Lustgewinn durch das Entblößen der eigenen Geschlechtsteile in der Öffentlichkeit, wenn die Zuschauer mit Aufschreien, Erschrecken, Davonlaufen oder Beschimpfen reagieren.

Der Exhibitionist will in Wirklichkeit Bewunderung und Anerkennung!

Ich bin im Zusammenhang mit meinem Internetengagement darauf aufmerksam gemacht worden, daß die bisherigen Aussagen Betroffener aus bislang zwei bestehenden Selbsthilfegruppen in Dortmund und Köln eindeutig gegen diese Vorstellung sprechen. Wenn die Betrachter nämlich in der dargestellten Weise reagieren, ist die sexuelle Lust dahin, der Exhibitionist braucht Bewunderung und Anerkennung, also genau das Gegenteil.
Die Ursache eines exhibitionistischen Verhaltens ist letztlich unbekannt, ganz offensichtlich stecken dahinter durchaus völlig verschiedene Gründe.

Mit im Spiel ist vermutlich immer auch ein Protest gegen eine (Schein-)Moral, mit der der Exhibitionist selbst nicht zurecht kommt.

Wenn diese Vermutung stimmt, wird exhibitionistisches Verhalten in einer Gesellschaft, deren Moral von echter Haltung zu vernünftigen sexuellen Normen statt von Verklemmtheit und von Verdrängungen bestimmt wird, kein Thema mehr sein. Es gibt im Christentum im übrigen kein wirkliches Gebot, daß das Entblößen von Geschlechtsteilen verbietet, und es gibt auch keinen Beweis, daß jemand durch den bloßen Anblick von Geschlechtsteilen ernsteren Schaden genommen hat.

Ich habe einmal in einer nigerianischen Stadt gesehen, wie ein nackter betrunkener Mann mit erigiertem Glied durch eine Straße lief - und lachende Kinder ihm hinterher. Etwas später entdeckte ich den Mann im Straßengraben, wie er seinen Rausch ausschlief - und niemand störte sich an ihm. Das alles machte auf mich nicht den Eindruck, daß da irgendwer geschädigt wurde! Und auch der Verfasser der Website www.waldfkk.de, ein bekannter "Nacktläufer", berichtet, daß ihn ältere Damen ermunterten und kleine Mädchen ihren offensichtlichen Spaß hatten, wenn er vorbeikam. Wenn also jemand - und vor allem ein Kind - tatsächlich einmal durch einen Exhibitionisten verstört wurde, dann offensichtlich nur deshalb, weil ihm da längst vorher etwas einsuggeriert worden war. Ich erinnere mit in diesem Zusammenhang, wie ich einmal als Kind beobachtet hatte, wie ein Mädchen einem Jungen ihren nackten Hintern zeigte. Mich hatte das damals auch verstört, weil ich einfach so eng erzogen war oder vielleicht auch nur, weil die Erziehung so eng bei mir angekommen war - immerhin hatte mich der Kaplan beruhigt, dem ich das dann in meiner Not gebeichtet hatte...

 

Typische Papiertiger!

Es scheint sich also beim Exhibitionismus wie auch bei dessen Gegenstück, der Spannerei, um ein typisches Phantom zu handeln, das erst durch Aufbauschung in Gebieten Bedeutung gewonnen hat, in denen die Scham zur Normalität und sogar zum Moralersatz wurde und man sich von wirklicher Moral immer weiter entfernte. Daher scheint es sich dann auch bei der Verfolgung von Exhibitionisten um die typische Entrüstung von Personen zu halten, die nach der Methode "Haltet den Dieb" handeln und damit von (ihrem) eigenen wirklich schädigenden Verhalten (siehe Leichen im Keller) ablenken wollen. Typische Don Juans sind immer schamhaft, doch gerade sie hinterlassen eine Spur von Enttäuschung und Verwüstung. Es ist geradezu aufreizend, wenn Menschen, die mit der Erziehung junger Menschen betraut sind, sich über Exhibitionisten aufregen, selbst jedoch die für wirkliche Moral entscheidende Information junger Menschen etwa über die Ambivalenz der Sexualität, damit sie wirklich moralisch leben können, unterlassen. Es muß hier einmal ganz deutlich gesagt werden: Wer die Falschen an den Pranger stellt, der ist gegenüber den wirklich Bösen und Verantwortungslosen blind! 

 

Ob aber nicht doch etwas dran ist, daß Exhibitionismus ein Einstieg in schlimmere Sexualstraftaten ist?

Selbst der den Exhibitionisten nicht sonderlich gewogene Polizeihauptkommissar beim PP Frankfurt a.M. Rudolf Heimann muß in seinem recht subjektiv gehaltenen entsprechenden Beitrag in der Fachzeitschrift "Kriminalistik" 2/01 auf Seite 90ff zugestehen, daß zwar jeder vierte. der als Exhibitionist aufgefallen war, auch wegen schwererer Delikte sexualisierter Gewalt in Erscheinung tritt, daß Exhibitionisten sich im allgemeinen jedoch nicht im Laufe ihrer kriminellen Karriere steigern: "Die Schwere der Fälle reduziert sich. Massivere Übergriffe stehen am Anfang". Und wohl deshalb empfiehlt er im Grunde "Herunterspielen" und "Natürlichwerden", selbst wenn auch er noch von der falschen Vorstellung ausgeht, daß der Exhibitionist Abscheu usw. erzielen will und nach der Keule des Gesetzes ruft. 

Im übrigen bleibt natürlich zu überlegen, wer überhaupt ein Exhibitionist ist. Schließlich ist auch jede Offenlegung von inneren Dingen eine Art Exhibitionismus. Die Grenzen sind gewiß fließend. Letztlich wird es immer eine Frage des eigenen Standpunkts sein, jemanden als Exhibitionisten zu empfinden: Wer mehr von Tabus beherrscht ist, tut es früher, der andere später oder auch gar nicht.

Wer mehr zum Thema Exhibitionismus wissen will, möge bitte sich bei http://www.zeigelust.de.vu informieren.

Und hier ein Mailwechsel vom Sommer 2010:

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

ich möchte Ihnen vor ab ein Zitat Ihrer Internetseite präsentieren:

"Wenn also jemand - und vor allem ein Kind - tatsächlich einmal durch einen Exhibitionisten verstört wurde, dann offensichtlich nur deshalb, weil ihm da längst vorher etwas einsuggeriert worden war. Ich erinnere mit in diesem Zusammenhang, wie ich einmal als Kind beobachtet hatte, wie ein Mädchen einem Jungen ihren nackten Hintern zeigte. Mich hatte das damals auch verstört, weil ich einfach so eng erzogen war oder vielleicht auch nur, weil die Erziehung so eng bei mir angekommen war - immerhin hatte mich der Kaplan beruhigt, dem ich das dann in meiner Not gebeichtet hatte..."

Zu meiner Situation:

Meine Tochter (9 J.) hatte von Sonntag auf Montag bei einer Freundin übernachtet. Gestern Abend gegen 19 Uhr hat die Mutter, meine Tochter in den Bus gesetzt und ich hatte hier bei der Endhaltestelle auf meine Tochter gewartet. Ich mußte meine Tochter total verstört in Empfang nehmen. Sie weinte und sagte mir, das im Bus ein Mann saß und ihr mehrmals sein Penis zeigte und sie dabei anschaute. Meine Tochter ist ziemlich fertig und als Eltern nimmt dieser Vorfall auch einen ziemlich mit.

Nach dem Besuch bei der Polizei, wollte ich mich mit diesem Thema mehr auseinander setzen und fand Ihren Beitrag.

Für dieses Zitat habe ich null Verständnis!Ich denke das wir unsere Kinder nicht "verklemmt" erziehen. Meine Tochter ist altersgemäß aufgeklärt. Ihr Beispiel ist auch nicht sehr passend in diesem Zitat und keinesfalls vergleichbar. Wenn ein Exhibitionist einem Kind sein Geschlechtsteil zeigt, ist das für mich kein "normales" Verhalten.

Ich möchte gerne, das Sie Stellung zu Ihrer Aussage beziehen.

Mit freundlichen Grüßen

F. G.

Lüneburg   

Antwort von bassisreligion:


Sehr geehrter Herr G.!

Zunächst einmal vielen Dank für das Vertrauen, dass Sie mir in dieser schwierigen Situation schreiben.

Und dann möchte ich Ihnen doch erst einmal sagen, dass ich es sehr positiv finde, dass Sie Ihre Tochter allein mit dem Bus fahren lassen und dass Ihre Tochter Ihnen so vertraut, dass sie Ihnen von dem Vorfall erzählt hat (ich hätte vermutlich meinen Eltern nicht davon erzählt, ich hätte mich in dem Alter Ihrer Tochter vielleicht woanders erkundigt).

Und dann finde ich es sehr gut, dass Sie sich als Vater/Mann so intensiv in die Erziehung Ihrer Tochter “einmischen”. Männer haben jedenfalls eher Verständnis für eine nicht angstgesteuerte sondern mehr sachliche Vorgehensweise – und gerade die ist hier nun wirklich angebracht. Denn nur mit einer sachlichen Vorgehensweise kann gerade hier der negative Effekt aufgehoben oder sogar umgekehrt werden und alles zu einem guten Ende kommen!

Wenn Sie die Mutter wären und ich hier also, anders Sie vielleicht erwarten, auf den “Vorfall” eingehe, als Sie erwarten, dann sollten Sie bedenken, dass ich ein Mann bin!

Ich meine nun, dass es sinnvoll ist, dass ich auf Ihre Mail etwas ausführlicher eingehe und den Mailverkehr schließlich unter das Stichwort “Exhibitionismus” setze, weil es hier um etwas geht, worüber gerade heute nun einmal gesprochen werden muss. Nicht zuletzt werden hier ganz grundsätzliche Fragen der Sexualerziehung angesprochen. Natürlich ist das, was dieser Mann da tat, nicht in Ordnung und es ist nur zu verurteilen. Doch – und das ist das Problem – wir leben nun einmal in einer Welt, in der vieles nicht in Ordnung ist und Eltern müssen einfach damit rechnen, dass ihrem Kind “so etwas” passiert und es also irgendwie darauf vorbereiten. Nicht zuletzt können sie heute auch nicht die Augen davor verschließen, dass ihre Kinder - etwa im Internet - irgendwelche “Pornosachen” sehen (siehe Pornografie im Internet). Irgendwie geht es dabei ja immer um dasselbe Problem.

Wie also die jungen Menschen auf so etwas vorbereiten?

Und ich meine schon, dass Sie etwas tun müssen und können! Denn gerade bei Ihrer Tochter besteht jetzt die Gefahr, dass sie nicht nur von dem, was ein Mann “da unten” hat, abgestoßen wird, sondern überhaupt eine negative Einstellung bekommt zu allem, was mit der Sexualität zu tun hat. Und erfahrungsgemäß bedeutet das nun nicht, dass ein junges Mädchen jetzt gar nichts mehr von der Sexualität wissen will (denn dafür sind die Hormone, wenn sie nun einmal kommen, zu intensiv), sondern dass sie alles, was mit der Sexualität zu tun hat, in einen - eher negativen - Topf wirft. Nicht zuletzt ist es ja so, dass alles, was vor der Pubertät mit Ekel und Scham befrachtet ist, in der Pubertät gerade interessant und sogar faszinierend wird. Und das kann heißen, dass Ihrer Tochter dann sowieso alles egal ist und sie – sobald sie auch nur annähernd in dem entsprechenden Alter ist – mehr oder weniger unüberlegt und also vor allem ohne richtig “An-das-Ende-zu-denken”) mit sexuellen Beziehungen anfängt, und gerade auch mit solchen, die Ihnen als Eltern gar nicht recht sind und die dem Mädchen nun wirklich nicht gut tun.

Doch man kann immer etwas machen, wenn man nur will!

Dazu sollten erst einmal zwei “Sachverhalte” klar sein:

  1. Was ist überhaupt das Ziel Ihrer Erziehung im Zusammenhang mit der Sexualität?

  2. Sie schreiben, dass Sie ihre Tochter “nicht verklemmt” erzogen haben. Die Frage stellt sich allerdings, was verstehen Sie unter “nicht verklemmt”. Das kann nämlich vieles bedeuten...

Doch zunächst zu 1, dem Ziel der Erziehung:

Geht es Ihnen darum, dass Ihre Tochter irgendwann einmal mit Intimfreundschaften mit Jungen anfängt (“um die Sexualität zu erlernen”, wie heute manche sagen), diese auch wechselt, wenn sie nicht die richtigen sind, oder dass sie ohne solche Probier- und Abenteuerfreundschaften gleich den Richtigen findet, der ein guter Partner für sie ist, der sie wirklich liebt, mit dem sie eine glückliche Ehe führt?

Wenn Sie für diese Abenteuer- und Probierfreundschaften (also mit Geschlechtsverkehr) sind, wenn Sie diese auch nur für normal und modern halten, dann sind Sie auf dieser Website www.basisreligion.de allerdings völlig falsch. Denn basisreligion ist ein Konzept, damit die Abenteuer- und Probierfreundschaften nun einmal nicht nötig sind, dass sie für die wirkliche Liebe sogar schädlich sind, dass ein aufgeklärter und wirklich reifer Mensch sie auch gar nicht braucht.

Wenn Sie also dafür sind, dass Intimität und Partnerschaft und Ehe zusammen gehören, dann sind Sie hier richtig! Und bei einer solchen Einstellung gibt es auch durchaus Wege, damit Ihre Tochter bei solchen Erlebnissen wie mit diesem Mann in dem Autobus sinnvoll reagiert und dass sie diese auf alle Fälle ohne irgendwelche Probleme wegstecken kann. Und nicht nur das, solche “Erlebnisse” dürften dann sogar ihre positive Einstellung zu Partnerschaft und Liebe noch verstärken!

Und jetzt noch zu Punkt 2 einige Möglichkeiten, was Sie unter “verklemmt” verstehen könnten (Sie haben das ja nicht näher beschrieben):

  • Sie können mit dem Kind über die biologischen Dinge der menschlichen “Fortpflanzung” reden, das Kind weiß also “über alles Biologische” Bescheid.

  • Das Mädchen weiß auch darüber Bescheid, wie es einmal mit seiner Liebe reinfallen kann, wie Männer und Jungen bisweilen gleichgültig gegenüber den Gefühlen und Sehnsüchten eines Mädchens sind, und es hat also auch Vorstellungen, wie es Lüge und Wahrheit beim Reden und Handeln eines Mannes (oder eben eines Jungen) unterscheiden kann.

  • Sie können locker reden und auch über “das alles” also auch durchaus flotte Witze machen.

  • Das Mädchen ist daraufhin erzogen, wenn es alt genug ist, Sex mit einem Jungen zu haben (also “die Sexualität zu erlernen”) und wenn es mit dem einen nicht “klappt”, dann eben mit dem nächsten – und sich nichts draus zu machen (siehe auch oben)...

  • Sie können innerhalb der Familie mit Ihrer Tochter nackt sein, das Mädchen weiß also, wie Männer “auch unten” aussehen.

  • Sie sind mit Ihrer Tochter – etwa im Sommer – nackt am Meer. Ihr Tochter hat also auch die Erfahrung, dass es ihr gar nichts ausmacht, andere Männer nackt zu sehen und auch gesehen zu werden.

  • Das Mädchen kann sogar durchaus “in diesem Zustand” mit anderen Männern und vor allem auch Kindern beiderlei Geschlechts mehr oder weniger viele und auch sinnvolle Worte wechseln.

Es gibt also einige Möglichkeiten, was man alles unter “nicht verklemmt” verstehen kann!

Und ich meine nun, dass es am einfachsten ist, wenn ein Kind eine feste Einstellung zu Liebe und Partnerschaft mitbekommt (eine “feste Einstellung” muss nun wirklich nichts mit “Verklemmtheit” zu tun haben!), denn dann gibt es einfache Regeln, wie das Kind das, was es so erlebt, auch mit “diesem Mann im Bus” einordnen kann!

Dann kann man vor allem schon einmal sagen, dass die Dinge der Sexualität doppelwertig (oder auch “ambivalent”) sind, sie sind also selbst weder gut noch schlecht, sondern es kommt darauf an, wie man sie benutzt.

So gibt es auch eine Ambivalenz mit dem männlichen Geschlechtsteil, um das es hier geht. Das kann nun leider, wie bei dem Mann in dem Bus, etwas sein, womit ein Mann nicht klar kommt, womit er andere belästigt oder ihnen sogar seelisch schadet. Doch es kann auch im Zusammenhang mit den männlichen Hormonen (Wirkstoffen) die Quelle positiver Kraft eines Mannes sein.

Sie als Vater könnten nun Ihre Tochter in den Arm nehmen und ihr sagen, dass auch Sie ein solches “Körperteil” haben – und dass genau dieses Teil Sie beflügelt, für Ihre Familie zu sorgen, ihre Mutter und auch sie selbst als Tochter zu lieben, jede auf ihre Weise....

Und Sie können sagen, dass es nun die Aufgabe der Tochter ist, bei Männern zu unterscheiden, um was es ihnen geht, wozu sie ihre männliche Energie einsetzen. Mit Hinweis auf den Mann im Bus können Sie nun sagen, dass dieser Mann nun deutlich gezeigt hat, dass er im Zusammenhang mit seiner Sexualität nichts Vernünftiges im Kopf hat. Irgendwie war dieser Mann schon “wahr”. Das Problem ist allerdings, dass üblicherweise im Zusammenhang mit der Sexualität gerade gegenüber jungen Mädchen sehr viel gelogen und getäuscht wird, dass also auch Männer nicht zeigen, was sie wirklich wollen. Aber nicht nur Männer lügen, auch Frauen – vor allem wenn sie merken, dass sie mit ihrem guten Willen nur vergackeiert werden und nicht weiter kommen...

Ihre Tochter muss also lernen, irgendwann doch eigenständig herauszubekommen, was einer wirklich will, ob es um Liebe und Partnerschaft geht oder nur um vordergründige Triebbefriedigung.

Das Problem ist, dass viele Erwachsene und gerade auch die Eltern trotz aller angeblichen “Unverklemmtheit” ihren Kindern im allgemeinen immer noch eine Angst vor der Nacktheit (ich denke immer an „komplette“) anerziehen (“die ist ekelhaft”, “die ist unanständig”), doch diese Angst wirkt sich für wirkliche Moral leider eigentlich immer sehr kontraproduktiv aus. Denn die jungen Menschen halten dann die Nacktheit nicht nur für ekelhaft, sondern sogar für unmoralisch, das Herumprobieren mit dem Geschlechtsverkehr dagegen aber für normal, Hauptsache, es hat nicht viel mit Nacktheit und schon gar nicht mit “öffentlicher” zu tun. Und genau das Herumprobieren mit dem Geschlechtsverkehr sollte doch eigentlich vermieden werden?

Wieso übrigens ist die Nacktheit ekelhaft – so ein Unfug, der jedoch immer noch jungen Menschen anerzogen wird! Wer so etwas gerade gegenüber jungen Menschen sagt, der verdreht doch das Problematische mit dem Unproblematischen, der macht also etwas nun wirklich Harmloses und Menschliches, vor allem wenn es nur an entsprechendem Ort und mit den richtigen Menschen praktiziert wird, zu etwas Schlechtem und etwas nun wirklich gar nicht so Harmloses zu etwas Normalem. Und was soll das sonst für einen Zweck haben, dass sie damit in doch in etwas nun wirklich nicht Harmloses hineingetrieben werden, der will ihnen also nichts Gutes... Gut oder nicht gut, gerade Eltern wollen natürlich nicht, dass sie das bewirken, doch die Erfahrungen heute, wo alles freier zugeht, sind nun einmal (schauen Sie sich doch einmal in ihrem Bekanntenkreis usw. herum!), dass es genauso passiert: Je mehr Ängste gerade Mädchen vor der Nacktheit haben, desto früher und auch chaotischer fangen sie mit dem Sex an... Es stimmt einfach nicht, dass die Scham, also die Angst vor der Nacktheit, eine Vorstufe zur Moral ist.. Die Eltern sollten also lieber den jungen Menschen erklären, um was es wirklich geht! Und wo heute schon Achtjährige und sogar noch Jüngere wissen, was Geschlechtsverkehr ist, könnte man ja es auch gleich richtig sagen, was sie nun besser nicht tun sollen und was demgegenüber das Harmlose ist, was sie in passender Situation durchaus tun können und wovor sie keine Angst zu haben brauchen (und was auch noch etwas mit einem Gewinn an Menschenkenntnis zu tun hat, also wer macht mit und mit wem kann man noch nicht einmal reden?)....

Und noch ein Argument für die Unverklemmtheit im Hinblick auf die Nacktheit: Geschlechtsverkehr hat viel eher etwas mit Draufgängertum, mit Zerstörenwollen, mit Habenwollen, mit Herrschenwollen und sogar mit Verachtung zu tun, wobei kein Ungeschehenmachen mehr möglich ist, das alles liegt nun einmal auch in der Natur der Sache, während Nacktheit eher etwas mit Behutsamkeit, mit Rücksichtnahme, mit Achtung vor dem anderen, mit der Möglichkeit des Ungeschehenmachens und eben auch mit der Menschenkenntnis zu tun hat. Nacktheit kann eine durchaus harmlose Spielerei sein, die allerdings volles Bewusstsein erfordert, beim Sex ist das ganz anders (den schafft zumindest bei den Mädchen selbst die Dümmste). Ja, welche Richtung ist uns für die jungen Menschen nun lieber ?

Fein sind Sie nun heraus mit einer grundsätzlichen Einstellung, dass Liebe und Partnerschaft und Sex zusammengehören – also auch die Ehe (siehe oben).

Und uns Männern (sprich also: den Jungen) geht es ja genauso, auch wir profitieren von einer grundsätzlichen Einstellung – auch Jungen (und Männer) suchen doch nach wirklicher Liebe und Partnerschaft!

Und die Erziehung zu diesen Werten ist im Grunde die Aufgabe einer Gemeinschaft, denn Ihre Tochter hat nicht viel davon, wenn sie allein mit schönen und hohen Idealen aufwächst – irgendwie muss sie ja auch mit anderen zurecht kommen.

Ich meine nun, dass es sich hier um ein zutiefst christliches Anliegen dreht (wenn nämlich etwas als Sünde gilt, dann sollte es doch auch eine sinnvolle Instruktion geben, wie sie vermieden wird), dass nämlich wirkliche Liebe und schöne Partnerschaft mehr Wirklichkeit werden...

Und Gespräche und Konzepte hierüber wären auch der Sinn kirchlichen Jugendunterrichts – so sehe ich es und so war es ganz sicher auch in der frühen Kirche.

Ich weiß nicht, ob Sie christlich sind – doch wenn Sie es sind, dann gehen Sie doch einmal zu dem verantwortlichen Lehrer oder Pfarrer (egal ob evangelisch, katholisch oder sonst was) und legen Sie ihm diese Mail vor und weisen sie ihn auch auf diese Website und auf das Buch unter www.basisglaube.de hin und sagen Sie ihm, dass auch er etwas im Religionsunterricht oder entsprechend im Firm- oder Konfirmandenunterricht machen sollte..

Auch andere Themen sollten besprochen werden, etwa Vergewaltigung, wie sich ein Mädchen verhält, damit sie diese vermeidet (und so einfach, dass eine “züchtige Kleidung” dagegen hilft und dass man die Mädchen dazu anhalten sollte, ist es eben nicht).

Die Mail ist nun etwas lang geworden, ich habe lange in den Ferien dran geschrieben, nachdem ich Ihre Mail in Spanien an einem Computer für Pilger auf der “Wallfahrt” nach Santiago herunter geladen hatte. Sie mögen daraus erkennen, wie wichtig mir das ist, was Ihre Tochter da erlebt hat, und dass man da etwas tun muss. So wie ich es sehe, war das “Erlebnis” Ihrer Tochter ein Schuss vor den Bug... Jedenfalls dürfte sie bei einer solchen Erziehung, um die es mir geht und die ich für eine “wirklich unverklemmte” Erziehung halte, diesen “Vorfall” einfach und unbeschadet wegstecken.

Daher bleibe ich auch bei dem, was ich in der Website geschrieben habe.

(Noch etwas dazu: Mir erzählte ein 12jähriges Mädchen, das über ihre Schwester von meiner Website wusste, dass sie einmal in einem Schwimmbad an den Duschen hinter sich einen nackten Mann gesehen hätte – und da hätte sie sich fürchterlich erschreckt. Doch nach den Gesprächen hätte sie einmal mit einem nackten Mann, der ihr im Grunde genauso fremd war, schon fast auf ein- und demselbem Handtuch gesessen – und gar nichts war...)

Ich bin gerne bereit zu einem weiteren Gespräch, und ich würde gerne etwa mit Ihrem Pfarrer Kontakt aufnehmen, wenn Sie ihn herstellen...

Mit freundlichen Grüßen

Michael P. (Dipl-Theol. und Religionslehrer i. R.)

Und noch etwas: Ich habe eine (ausländische) Pflegetochter nach den Ideen dieser Mail “erzogen” - und es hat alles bestens geklappt, ja, noch viel besser als von mir erwartet! Sie hat einen netten Mann gefunden (er muss ihre Ideen von vornherein gut gefunden haben: mit festem ethischen Konzept, aber nun “wirklich unverklemmt”), sie hat es beruflich “geschafft”, und vor ein paar Wochen – in den Ferien – bekam ich Nachricht, dass sie Mutter wird – und zusammen mit ihrem Mann total glücklich ist. Und im Grunde war ihre Erziehung ganz einfach und hat auch mir als „Ersatzvater“ direkt Spaß gemacht – etwa wenn ich an all die schönen Reisen mit dem Mädchen denke!

Und: Eigentlich wollte ich Ihre Mail und diese meine Antwort ja erst einmal mit befreundeten Eltern durchsprechen, doch wegen der Ferien klappte das erst einmal nicht. Immerhin kam es zum Kontakt mit einer Internetfreundin, einer Psychotherapeutin. Und sie schrieb mir auch kurz davon, dass ich in meiner Antwort unbedingt darauf eingehen müsste, dass nicht das männliche Geschlechtsteil das Problem sei, sondern der Mensch, der dahinter steckt...

Und hier aus dem ersten Mailwechsel mit einem Freund, dem ich den Mailwechsel mit dem Vater zugeschickt hatte:

Also auf Basis meines Buches (Anm.: Er ist Verfasser des Buchs "Alles Eins" - siehe www.Alles-Eins.info.) würde ich sagen: "Die Gesunden brauchen keine Arzt, sondern die Kranken." und der Kranke ist in diesem Fall der Mann, der seinen Penis auspackt.

Für die Praxis weise Ratschläge zu geben, dafür fühle ich mich nicht geeignet, zu  klein ist mein Licht.
 
Mein Buch gibt viele Antworten, aber eher für den "Täter" als das "Opfer".
 
Ich habe Mitleid mit diesem Täter. Warum handelt er so?
Was hat ihn dazu bewogen?
Wie sah sein Elternhaus aus?
Was sind seine Ängste / Aggressionen?
Wie kommt er dazu?
Warum lebt er nicht die Ethik die allgemein anerkannt ist in unserer Moralvorstellung?
 
Ich bete für das Mädchen, dass sie nicht zu lange mit diesem Ereignis zu kämpfen hat.
Vielleicht lernt sie daraus und kann anderen dadurch eine Stütze sein, so geht es vielen Opfern.
 
ALLES GUTE - ALLES LIEBE !!!
 
Schön, wenn die Tochter weiss, dass sie ein Elternhaus hat, das sich kümmert!

Und die Antwort von basisreligion:

Danke, dass Du Dich reingedacht hast... Vielleicht verstehst Du meinen Ansatz nun besser - er ist ein anderer als Deiner: An alle möglichen Täter kommt man sowieso nicht ran (gute Worte helfen im Allgemeinen nichts und Strafen zur Abschreckung auch nicht), lieber die potentiellen Opfer fit machen (wir haben also eine typische Täter-Opfer-Problematik vor  uns). Und wenn das klappt, und ich sehe Chancen, denn die möglichen Opfer haben ja ein existentielles Interesse dran, dann trocknen die Täter von alleine weg....egal wie deren Elternhaus usw. war.


Und mit einem anderen Freund:

Hier eine Adresse: Bei der Dame findest Du wahrscheinlich Resonanz:
 
 
Besimmt ist es nicht gut, wenn eine Generation ohne geistige Werte in Bezug auf Sexualität heranwächst.
 
Was mir bei Deinem Vorgehen nicht gefällt ist, dass Du überall nur anecken möchtest, als ob Du alles besser wissen würdest.
 
Sonst stimme ich Deinen pädagogischen Bemühungen zu.
 
basisreligion:


Nein, ich möchte nicht anecken - ich suche nur einen Einstieg... Und ich wundere mich, wie wenig Menschen wirklich aufmüpfig sind - obwohl viele so tun. Und ich will wirklich nicht überall alles besser wissen - es ist immer derselbe Ansatz, der passt doch auf vieles. Irgendwie hat es gerade deswegen bei mir schon vor langer Zeit geklickt...

Also ich sehe bei dieser Frau in Stuttgart nur wenig Chancen. Diese Leute können alle nicht die Vorstellungkraft, die Neugierde, den guten Willen, den Mut von Kindern einschätzen. Sowohl Paulinge als auch Doriss haben zunächst heftig gegen mich gekämpft (und wie), dass ich von Kindern keine Ahnung hätte, dass das mit der Nacktheit meine Projektion seei. Und sie haben sich beide bekehrt: "Du hast Recht, die Kinder, besonders die kleinen Mädchen, wollen das!"

In diesem Sommer waren auch für ein paar Tage mein Mieter mit Freundin und deren Töchter (9 / 8) in Bias. Die beiden kamen uns am Stand "besuchen" - ein Ausflug von dem Textilabschnitt in den "Ohne-Abschnitt". Man merkte es ihnen an, sie hätten gerne mitgemacht, vor allem weil sie auch Pauline mochten, doch da war noch zu stark die Meinung der Mutter drin, dass das "ekelhaft" sei (das hatten sie Pauline erzählt).  Aber mein Mieter erzählte mir, sie können es gar nciht erwarten, mit der Mutter zu ihm in mein Haus zu ziehen. Lehr mich die Mesnchen kennen!

Es ist natürlich gerade auch für Pauline gewönungsbedürftig, dass ich hier als Theologe und "alter Knacker" Recht habe, obwohl sie sowohl Frau als auch Kinderpflegerin ist... Ja, so kann man sogar als "Fachmann" daneben liegen!

Heute war im WDR eine Sendung an einen Psychologen. Er hatte Kinder studiert -und ganz wichtiges Neues entdeckt. Und ich meine, es ist längst nicht alles entdeckt. Vor allem kommt man auf manches erst, wenn die Kinder die Freiheit haben, sich zu äußern, ja wenn sie dazu noch angestiftet werden. Aber alles machen sie auch nicht, zumindest nciht, wenn sie die Wahlfreiheit haben.

Aus dem Programm vom 9. 9. 2010 des WDR 3: Kurt Lewin war ein neugieriger und wissbegieriger Tausendsassa. Eigentlich wollte er Landarzt werden, studierte Medizin, besuchte aber auch Vorlesungen der Biologie und Philosophie, mischte diese Bereiche kräftig miteinander und wurde einer der bedeutendsten Psychologen des 20. Jahrhunderts, an den sich jedoch heute nicht mehr viele erinnern.

Dabei hat Lewin wichtige Dinge im Bereich der Psychologie erforscht: Der jüdische Sozialpsychologe prägte den Begriff der Gruppendynamik, erforschte die Auswirkungen von Führungsstilen auf Menschen und gilt als Mitbegründer der Gestaltpsychologie. Außerdem beschäftigte sich Lewin mit Kinderpsychologie und untersuchte die unterschiedlichen Erziehungsstile – vom autoritären Modell bis hin zum Laissez-faire liberalerer Eltern.


Tschüs

M. P.