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FREIE LIEBE - FREIER SEX - LIBERTINAGE. Im Laufe der Korrespondenz über diese Website ergibt sich so mancher Dialog. Hier ein solcher: DORA (Name geändert): Und was willst Du nun eigentlich ändern?
MICHAEL
(basisreligion): Sieh mal, das ist heute doch beschissen. Wenn Du etwa 18
wärst und ich sage Dir, machen wir zusammen in den Ferien eine Reise (wir haben
ja Auto und Führerschein und Zelt usw.) und dabei natürlich auch unkompliziert,
also nackt ins Meer usw., allerdings ohne Sex (siehe etwa
Gandhi), weil das nichts mehr mit Kameradschaft zu
tun hat und schließlich nur Probleme bringt. Vermutlich würdest Du Dich an den
Kopf
fassen, was ich für ein komischer Typ bin. Dabei wäre doch das die Idee, viele
kennen zu lernen und irgendwann zu wissen, was man überhaupt auch selbst will.
Also das geht nicht, weil das gegen die Moral ist usw... Doch wenn wir uns dann begegnen,
wenn Du 20 bist, hast Du "alles hinter Dir", nein nicht einfach Fahrten und
Nacktbaden, sondern keine Fahrten und richtigen Sex - und Probleme und bist ne
Modepuppe und ne Tussi und liest Emanzenzeitungen und flippst auf Partys aus und gehst
in keine Oper und nimmst am Ende auch noch Drogen.... Und jetzt fangen die
Verwicklungen usw. erst richtig an...
DORA: Wie soll das
funktionieren? Stelle dir die gleiche Geschichte noch einmal vor. In die Ferien
fahren, am Nacktbaden sich freuen, kein Sex. Warum nicht? Wenn Sexualität ein
normaler Bestandteil des Lebens wäre, dann wäre es sicherlich durchaus komisch,
wenn man dann darauf verzichtete. Die Probleme fangen doch irgendwo ganz anders
an. Die fangen in der Erziehung, im Normen- und Regelwerk unserer Gesellschaft
und der kirchlich-christlichen Erziehung an. Wir Menschen verknüpfen mit dem
Begriff Sex so vieles, da fallen mir solche Begriffe ein: Unmoralisch, Hure,
Lust ist tierisch, Ehe, Kinder, Menschenbesitz, Kontrolle, Vetrauen-Misstrauen,
Eifersucht…
MICHAEL:
So etwas wurde und wird immer wieder versucht, doch unsere
Seele ist einfach nicht dafür von der Natur gebaut. Der Mensch will hoffen,
leiden, sich entsagen, kämpfen, sehnen, lieben, Verantwortung haben, sich
binden, nicht
verarscht werden... Denn das alles gibt auch Hormone - und die braucht der
Mensch nun mal! Allein von daher ist diese Freiheit,
die Du ansprichst, totale Illusion, das klappt nie.
Dazu kommt die praktische Erfahrung: Ich war entsetzt, als ich beim Bund hörte,
wie die Kumpel über die Mädels herzogen, das waren alle nur L.f.G´s - "leicht
fickbare Gegenstände" in Abwandlung von Bundeswehr-Abkürzungen. Natürlich bin
ich gegen solche Worte nicht angegangen, weil das allenfalls zu einer
Umetikettierung geführt hätte, doch nicht zu einem anderen Denken und zu einer
anderen Haltung, und ich wäre Außenseiter geworden und hätte gar nichts mehr
mitgekriegt. DORA: Zu Deiner Aussage bezüglich L.f.G´s, so glaube ich durchaus, dass es solch ein Denken gibt. Aber nicht alle denken so und das ist gut so. MICHAEL: Ganz sicher. Doch es gibt sie und es ist wohl eine Frage der Ehre, noch nicht einmal den Verdacht aufkommen zu lassen, dass man zu dieser Sorte gehört. Und daher muss man sich eben deutlich von solchen Menschen unterscheiden – und Mädels mit Ehre müssten das doch auch durch ihr Verhalten anerkennen! Schließlich kann man ja alles erzählen, entscheidend ist doch immer und allein, was man tut! Und ich weiß nicht, warum das nicht gehen sollte: Wenn Männer im Dreck und in der Kälte und mit Hunger und anderen Entbehrungen in Stalingrad liegen und durchhalten und das für einen idiotischen Krieg, warum sollten sie nicht ein Durchhalten unter viel angenehmeren Bedingungen schaffen, und wo es dazu auch noch um etwas wirklich Vernünftiges geht! Bei der freien Liebe gewinnen doch zumindest zuerst einmal durchaus vor allem die Idioten, die sich damit brüsten, wie viele Jungfrauen sie schon geknackt haben! In der Theorie mag das also zwar alles sehr schön klingen, doch die Praxis ist: - Da sind doch gerade im Bezug zur Sexualität erst einmal die Schüchternheit und vielleicht auch eine natürliche Moral. Und bei freier Liebe sind es vor allem die Idioten, die gewissenlos und brutal genug sind, das alles zu durchbrechen und davon zu profitieren, siehe also vor allem Entjungferung, das erste Mal! - Wie soll sich gerade eine Frau von jemandem, dem sie sich nach ihren ersten Erfahrungen zum Geschlechtsverkehr anbietet (so sieht es ja zumindest aus) Verantwortung und Fürsorge erwarten? Hat sie sich nicht eher wie eine Prostituierte verhalten, die man bezahlt – und „aus die Maus“ (um die Worte von Dora zu verwenden)? Und nicht zuletzt: Stellen Sie sich einmal vor, Sie nehmen als Frau mit dem Webmaster von basisreligion Kontakt auf. Und weil Sie schließlich zu der freien Liebe stehen, haben Sie mit ihm auch Sex, vielleicht gar ein One-Night-Stand. Schön und gut (oder auch nicht). Doch was sagen Sie hinterher dazu? Kann denn etwas anders dabei herauskommen als: "Ach, der ist doch auch genauso ein Schwein wie alle, kein Unterschied!" oder "Ach, deswegen hat der das ganze gemacht, ich hab´s doch gleich geahnt!" oder "Also meine Tochter würde ich auch nicht mit dem allein lassen...!" Doch wenn alles nach der Idee von basisreligion abläuft, dann ist das alles anders: "Zwar verrückt und ungewöhnlich aber cool, irgendwie faszinierend..." Und irgendwie kein negativer Beigeschmack, allenfalls lustig. Natürlich: keiner darf mit falschen Erwartungen an die Begegnung gehen. Klar, wenn man etwas anderes erwartet hat, als was dann passiert - durchaus auch und gerade, weil diese "vom anderen" Erwartungen genährt wurden (und das bezieht sich durchaus auch auf das "harmlose Unbefangensein"), dann ist man sauer - und zu Recht! Das tut man ja auch nicht, jemandem etwas vormachen und das dann nicht einhalten! Warum also immer nur in Richtung „Freier Liebe“ recherchieren? Warum nicht die wirkliche Moral attraktiver und einsehbarer machen? Natürlich kann man nicht erst damit anfangen, wenn die jungen Leute mitten drin in der Problematik stehen. Eine Erziehung von Anfang an – gegen falsche Moral der Verklemmtheit und Leibfeindlichkeit und für eine richtige Moral der Menschenkenntnis – das ist doch das, was wir brauchen! Und nach allen meinen Erfahrungen ist das auch das, was die jungen Leute wollen! Dem steht natürlich nur unsre Spießigkeit mit den berühmten Unterstellungen ("jeder schließt von sich auf andere") entgegen! Ob man die nicht ändern kann? Und nicht zuletzt: Stellen Sie sich einmal vor, Sie nehmen als Frau mit dem Webmaster von basisreligion Kontakt auf. Und weil Sie schließlich zu der freien Liebe stehen, haben Sie mit ihm auch Sex. Schön und gut. Doch was sagen Sie hinterher dazu? Kann denn etwas anders dabei herauskommen als: "Ach, der ist auch genauso ein Schwein wie alle!" oder "Ach, deswegen hat der das ganze gemacht, ich hab´s doch gleich geahnt!" oder "Also meine Tochter würde ich auch nicht mit dem allein lassen...!" Aber die Religionen, die haben doch schon alles versucht und es klappt eben nicht... Quatsch mit Soße! Eben nicht, die machen´s doch nach dem Motto "Moral im Sinn von Sittsamkeit" , deren Moral soll doch immer nur moralisch aussehen, ob sie´s wirklich ist, ist gar kein Thema... Die haben doch seit jeher viel mehr Interesse am Geschäft mit der Vergebung, und das ist doch etwas völlig anderes! Siehe auch unter Promiskuität, das ist nämlich das Fachwort. (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama) |