Das GEBET ist die Bitte zu Gott um die Erfüllung eines wichtigen Anliegens aus Dank oder einfach aus Verehrung. Im recht verstandenen christlichen Glauben kann sich das Gebet nur auf Seelisches beziehen. Und auch hier gibt es zwei Arten von Gebet, das götzendienerische und das wirklich christliche (nach Rupert Lay S.J.):

In götzendienerischem Gebet versuchen wir, Gott zu manipulieren.

In jedem Fall müssen wir uns dabei aus dem Kopf schlagen, dass wir mit unserem Gebet Gott im Sinn einer Glaubensmagie beeinflussen (oder auch manipulieren <!>) können, dass Gott also etwas anderes tut, als was er ohne unser Gebet vorhatte (einmal angenommen, daß es Gott wirklich so gibt, wie wir uns ihn vielleicht vorstellen). Ein Gebet zur Beeinflussung Gottes würde ja auf magische Vorstellungen hinweisen, die wir haben, und wir wären damit nicht besser als die Gläubigen einer Vielgötterei, die glauben, ihre Götzen durch allerlei Beschwörungen, zu denen auch entsprechende Gebete gehören, manipulieren zu können. Wir dürfen Gott auf keinen Fall irgend etwas vorschreiben, noch nicht einmal, dass es ihn überhaupt gibt!

Ein Gebet ist für Christen immer nur dann angebracht, wenn wir Gott die Erfüllung des Gebetes in der Weise überlassen, daß wir uns erst einmal selbst verändern!

Und das ist oft natürlich nicht ganz leicht...

So können wir vor allem um die Gnade der Einsicht, der Vernunft und der besseren Gedanken etwa in einer scheinbar ausweglosen Situation beten, siehe etwa die in dem Stichwort Spieltheorie beschriebene Situation. Das für richtige Gebete typische Gebiet ist also das, wo es um die Liebe und hier natürlich um die in der Einheit von Leib und Seele durch eine höhere Vernunft geht. In der Situation einer Verliebtheit, die ja oft genug von größter Bedeutung da ist, kann ein christliches Gebet also niemals lauten: "Lieber Gott, gib, daß ich denjenigen oder diejenige kriege!", sondern "Lieber Gott, gib mir die Klarheit, was in dieser Situation jetzt gut für mich und für den anderen ist, damit ich die wirkliche Liebe nicht verpasse - für mich nicht und für andere nicht! Hilf mir zu einer vernünftigen Erkenntnis, damit ich mich nicht falsch entscheide und nicht jemanden hinterherlaufe, der gar nicht für mich wirklich geeignet ist und für den ich nicht geeignet bin. Gib mir rechtzeitig Einsicht und Stärke, damit ich nicht in mein eigenes Unglück laufe und dazu noch am Unglück eines anderen schuld werde!". Ein solches Gebet ist nicht nur christlich, es wird auch ganz sicher "erhört", denn Ausgangslage dieses Gebets ist schon einmal eine vernünftige kritische Einstellung zu sich selbst und zum eigenen Handeln. Das Gebet verstärkt diese kritische Einstellung und bringt mit der Zeit auch den Abstand, der zur Klarheit über sich selbst und die Beziehung zum begehrten Partner nötig ist.

Im stillen Kämmerlein? Natürlich, wenn andere auch so denken!

Und noch wirkungsvoller ist ein Gebet natürlich, wenn mehrere daran beteiligt sind, die sich alle noch zudem nicht nur um ihr eigenes Glück, sondern vor allem auch um das anderer Menschen sorgen, das wäre dann auch wirklich christlicher Gottesdienst. Würden die Menschen hier mehr im richtigen christlichen Sinn beten, würde weniger seelisches Unglück geschehen und wir alle kämen leichter dem Reich Gottes schon hier und jetzt - und zwar für uns und für andere Menschen - näher.

Das Gebet, das uns von Jesus dazu empfohlen wurde, ist das Vater Unser. Siehe auch Aberglauben.

Und wie spricht Gott nun zu uns? Siehe unter Offenbarung!

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)