Die Frage nach dem GELD gehört für viele Menschen zu den Bereichen, die mit einem Tabu belegt sind. Dabei sagt gerade der Umgang mit dem Geld und auch mit anderen materiellen Dingen so viel über den Charakter eines Menschen, daß es geradezu schwachsinnig ist, das alles bei der Beurteilung eines Menschen auszuklammern.

Zu einem wirklich gelingenden Gefährte-Sein zwischen zwei Menschen ist (leider) unbedingt notwendig, daß man sich über die Art und Weise, wie man mit Geld und anderen Gütern umgeht, vorher klar ist.

Man muß sich wenigstens soweit einig sein, daß einem das Verhalten des anderen dabei nicht gegen den Strich geht. Wenn ein Partner etwa gern auf Einkaufsbummel geht und sich dann auch noch leicht zu spontanen (also mehr oder weniger unüberlegten) Einkäufen hinreißen läßt oder wenn sich der eine gern in Café setzt, weil er es dort vielleicht gemütlicher findet als zu Hause, und der andere hat da andere Einstellungen, so kann das ein Zeichen sein, daß beide sich doch nicht als Gefährten füreinander eignen. Und wenn ein Partner ohne ersichtlichen und einsichtigen Grund für den anderen plötzlich unverhältnismäßig viel Geld ausgibt (man selbst hätte in dem betreffenden Fall das Geld nie ausgegeben), so ist unter allen Umständen Vorsicht geboten. Ein solches Verhalten soll nach Großzügigkeit aussehen, weist jedoch wahrscheinlich auf eine wenig ausgewogene Einstellung zum Geld hin - und man kann mit einiger Berechtigung sogar auf ausgesprochenen Geiz schließen. Dasselbe gilt, wenn man mit jemandem überhaupt nicht über das Thema Geld reden kann, für den das Thema Geld zum oben erwähnten Tabu zu gehören scheint. Hinter einem solchen Menschen kann sich durchaus jemand verbergen, der das Problem Geld verdrängt, weil er mit Geld nicht (richtig) umgehen kann und deshalb immer zu wenig hat.

So überholt es heute in unserer Überziehungskreditgesellschaft klingen mag: Man sollte sich auch genau erkundigen, ob der in Augenschein genommene Partner nicht sogar Schulden hat und inwieweit diese mit seinem Geldausgabestil zusammenhängen.

Manche Menschen vergessen auch recht gern ihre eigenen Schulden. Es wäre nicht das erste Mal, daß einer (oder eine) nach einer Trennung neben allen anderen Enttäuschungen auch noch auf den Schulden des Partners sitzen geblieben ist, die dann auf einmal zum Vorschein kamen.

Schauen Sie sich dazu auch einmal an, was ein Mensch so alles wegwirft! Denken Sie daran, daß alles, was weggeworfen wird, ja vorher gekauft werden muß und daß das entsprechende Geld sinnlos in der Kasse fehlt, wenn die Käufe sinnlos oder überflüssig waren. Mir wurde von eher weniger Begüterten berichtet, bei denen es einfach dazu gehörte, morgens "ausreichend" frisches Brot (bzw. Brötchen und anderes Gebäck) zu kaufen - und Abend für Abend landete der größte Teil davon in der Mülltonne. Darauf angesprochen wäre tatsächlich weniger gekauft worden - und die Leute wären erstaunt gewesen, was sie an Geld mehr im Portemonnaie gehabt hätten. Jeden Tag fünf Euro sparen - macht im Jahr 1825,- Euro, und dafür kann man schon eine schöne Reise - sogar zu zweit - unternehmen! Wie sagte der Entwickler der Panzerstrategie, General Guderian (ob er Hitleranhänger war oder nicht war, tut hier nichts zur Sache): "Nicht kleckern, sondern klotzen!" Das passt eben auch aufs Geld: Manche Menschen "verkleckern" ihr Geld, andere halten nichts von diesem "Kleckern" und klotzen bei Gelegenheit. Das fällt dann natürlich auf und erregt so manchen Neid - und vor allem gerade derjenigen, die das eigentlich auch könnten!

Dem Menschenkenner sagt der Geldausgabestil eines Menschen etwas aus über die Zwänge und Verdrängungen, die in ihm stecken und ob er zu einer Aufarbeitung bereit ist.

Da wir alle wahrscheinlich unter irgendwelchen Zwängen und Verdrängungen zu leiden haben, sollten wir wenigstens bei der Partnerwahl darauf achten, ob wir uns mit unseren unterschiedlichen Geldausgabestilen nicht gegenseitig auf die Nerven gehen.

In gewisser Weise ist der Umgang eines Menschen mit der Zeit vergleichbar dem Umgang mit dem Geld. Wenn ein Freund (oder eine Freundin) seine (beziehungsweise ihre) Zeit für etwas vergeudet, was der Partner für Blödsinn hält oder was man seiner Meinung nach hätte rationeller erledigen können, so sollte das ein Hinweis sein, vorher weitere und tiefere Bindungen ernsthaft zu überprüfen.

Und wenn die Bindungen nun einmal da sind und es liegt einem daran, dass sie bestehen bleiben, dann kann vielleicht der Artikel in der WELT "Wenn der Geiz auf Kauflust trifft" vom 1 . 12 . 2007 weiterhelfen?  http://www.welt.de/welt_print/article1418886/Wenn_Geiz_auf_Kauflust_trifft.html

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)