GELIEBTER oder GELIEBTE ist die etwas veraltete Bezeichnung für einen Freund oder eine Freundin, mit dem (oder mit der) jemand mehr oder wenig regelmäßig Geschlechtsverkehr hat, ohne daß von beiden oder auch nur von einem der Beteiligten so recht an eine Ehe gedacht ist. Allenfalls lebt einer von beiden in diesem Traum, vielleicht hatte er sich auch nur deswegen auf dieses Spiel eingelassen?

Geliebter (oder Geliebte) ist also im Grunde eine beschönigende Bezeichnung für Menschen im Zusammenhang mit Hörner aufsetzen, Seitensprung, Promiskuität und natürlich auch Verstößen gegen die Zehn Gebote. Bei einem Mann wird es eher als ein Kavaliersdelikt angesehen, wenn er eine Geliebte hat, für die Frau bedeutet es schon mehr eine Enttäuschung bis hin zur Einsamkeit, wenn ihr Geliebter sie verläßt und damit die Affäre zu Ende ist. Sehr oft ist einer der Partner der Gelackmeierte, dem die Verbindung doch sehr viel bedeutet und der gern eine dauerhafte Beziehung daraus machen würde. Doch dem steht vielleicht entgegen, daß der andere Partner verheiratet ist und nicht an die Beendigung seiner Ehe denkt? Warum also hatte man (oder "frau") sich mit diesem Typen denn überhaupt eingelassen?

Wir müssen uns klar sein, daß bei all denen, die sich auf Sex vor der Ehe einlassen, der Zustand des Geliebter-Seins oder eben des Geliebte-Seins zumindest ein Durchgangsstadium ist und man bzw. vor allem "frau" letztlich auf die Gutwilligkeit des anderen angewiesen ist. Warum lassen wir uns eigentlich auf ein solches überflüssiges Risiko ein, was wollen wir denn damit erreichen, warum genießen wir stattdessen nicht lieber die Phase der unschuldigen Ästhetik?

Natürlich sind wir frei, wir können gerade in der Sexualmoral machen, was wir wollen, wenn wir nur alt genug dafür sind. Doch wir sollten uns auch einmal bewußt machen, warum der Gesetzgeber - lang ist´s her - nur für eine verlassene Verlobte Kranzgeld und damit einen gewissen Schutz vorgesehen hatte, für die verlassene Geliebte gibt es so etwas nicht. Die wird so halbwegs als Flittchen behandelt, dem es ohnehin gleichgültig ist, mit wem sie was hat und die keinen Schutz braucht.  

Machen wir es uns bewußt: Ein Partner, der es wirklich gut mit uns meint, wird gegen eine solche Phase nie und nimmer etwas haben und auf eine Verführung zu den berühmten vollendeten Tatsachen vor der Ehe gerne verzichten!

Schwierig dürfte es schließlich auch sein, nach einer Enttäuschung, also wenn man einmal vor allem Geliebte eines anderen war, einem neuen Freund zu erklären, warum man nicht schon wieder die Rolle einer Geliebten spielen will. Der neuen Freund wird dann einigermaßen zu Recht fragen, wieso "frau" mit einem Idioten etwas hatte, was sie jetzt ihm verweigert. "Frau" wäre also fein heraus, wenn eine solche Vorgeschichte nie gewesen wäre und sie sich jetzt auf ihre Grundsätze berufen könnte. 

(Daß viele Menschen hinterher froh sind, daß es nicht zu einer Ehe gekommen war, ist nur ein schwacher Trost. Denn "man" kann sich schließlich auch so unmöglich benehmen, daß der andere von allein auf eine Fortführung der Beziehung verzichtet und "man" noch nicht einmal in Erklärungsnot gerät, warum man selbst den anderen verläßt.)

Eine sehr gute Website zu dem Thema finden Sie unter "Die Geliebte - heute und damals" von Brigitte Loga.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)