GENTECHNOLOGIE - GENTECHNIK

Wir müssen einmal hier unsere Machtlosigkeit bedenken gegenüber allem, was mit diesem Bereich der Biologie zusammenhängt: Die „Ingenieure der Machbarkeit“ werden sich gewiß kein Berufsverbot auferlegen, die werden das, was möglich ist, auch machen. Und wenn nicht bei uns, dann woanders, und wenn Menschen deren Dienste brauchen, dann werden sie ihnen auch hinterher reisen. Was hier geschieht, ist ein Weg ohne Umkehr und wir sollten unsere Ohnmacht demütig eingestehen. Die Meldung vom 23. 02. 2004 aus der WELT über eine Umfrage zur Akzeptanz, ob man sich Gewebe aus geklonten Embryonen einsetzen lassen würde, bestätigen diese These:

Bei Krankheit bitte klonen

Ethik - Rund 42 Prozent der Deutschen würden sich Gewebe aus geklonten Embryonen einsetzen lassen - allerdings nur "bei schweren Krankheiten als letzte Chance, wenn gar nicht anderes helfen kann". Weitere drei Prozent aller Befragten würden dies auch bei Krankheiten tun, die auf anderen Wegen heilbar sind. Das hat eine Polis-Umfrage mit 1001 Befragten ab 14 Jahren ergeben. 52 Prozent möchten für sich in keinem Fall ein solches Gewebe nutzen. Für das Einsetzen von geklontem Gewebe in den eigenen Körper sprachen sich insbesondere Männer, Menschen mit Abitur und jüngere aus. Von den unter 35-Jährigen würden 49 Prozent diese Therapie nutzen, von den unter 20-Jährigen sogar 60 Prozent.

Vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/data/2004/02/23/241790.html

Ganz bewußt wird im Konzept basisreligion zu diesem Thema keine Stellung genommen! Schluß mit der Allzuständigkeit des christlichen Glaubens!

Der Grund für diese Zurückhaltung: Das alles ist kein Thema der Zehn Gebote, selbst dann nicht, wenn menschliche Zellen und vor allem embryonale Stammzellen als Forschungsmaterial verbraucht werden! Und in dieser Website geht es erst einmal um nicht mehr und um nicht weniger darum, daß die Zehn Gebote wieder zur Grundlage menschlichen Handelns oder eben auch überhaupt menschlichen Lebens werden! Das ist die Basis, darauf baut alles andere auf. Und die Menschen, die dabei mitmachen, die damit ihre Anfechtungen, aber auch davon ihren Lebensgewinn haben, die sollen schließlich selbst entscheiden: Inwieweit ist es für sie sinnvoll und verantwortbar, an der Erforschung von allem, was mit den Genen zusammenhängt, mitzuarbeiten, inwieweit können sie die Forschungsergebnisse der Gentechnik in Anspruch nehmen? 

Um was es geht: Es sieht so aus, also bei der Gentechnologiediskussion bewußt oder unbewußt eine Themenstellung im Bereich Ethik und Moral gesucht wird, die das Problem des Hedonismus und der Sklaverei und damit der Freiheit und der Emanzipation umgeht! Auch hier also wieder eine schaurige Heuchelei! Wie einfach ist es, etwa armen Leuten oder Leuten, die ein krankes Kind haben, dem nur noch durch Gentechnik geholfen werden könnte, zu predigen, daß Gentechnik unmoralisch sei, weil wir in Gottes Schöpfungswerk pfuschen, daß dieselben Prediger jedoch keine Probleme haben, begierig lerndende junge Menschen zu belügen (siehe Lüge) oder gar à la Don Juan zu mißbrauchen. Zumindest wird ja versäumt, jungen Menschen die entsprechenden Strategien zu vermitteln, damit sie auf Verführungen nicht reinfallen, und das ist ja auch eine Art Mißbrauch - ist nicht der Hehler genauso schlimm wie der Stehler? Damit zeigen diese ganzen Moralapostel doch, wie sehr ihnen im Grunde die Menschen gleichgültig sind. Was wir brauchen, ist nicht eine neue Moral für die Gentechnik, sondern eine Verwirklichung der alten Moral unseres Zusammenlebens!

Siehe hierzu auch die Kolumne aus der WELT vom 29. Juni 2005: Ethik nach Maß. Siehe http://www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=802&ref=4. (auf der Seite von Maxeiner & Miersch, bei der online-WELT war sie nicht zu finden.)

Wie mit Totschlagargumenten die Gentechnologie aus der Ethikecke regelrecht diffamiert wird. 
 

Und hier zur eigenen Meinungsbildung einige Zeitungsausschnitte. Ich bitte allerdings zu bedenken, daß diese Ausschnitte alle aus derselben Zeitung sind, daher haben alle gewiß auch dieselbe Tendenz! Immerhin führt die PID (Präimplantationsdiagnostik) keinesfalls nur zur Zerstörung von Leben, sondern auch zur Förderung, siehe Beitrag vom 2. Juni 2001! Und es ist klar, daß das Wissen für so etwas ja auch irgendwoher kommen muß... Alle in der WELT erschienenen Beiträge finden Sie unter http://www.welt.de/wissenschaft/gentechnik/index.htx 

 

DIE WELT, 31.05.2001:

Wann beginnt das Leben?

Weder die Bibel noch die Wissenschaft können letztlich Klarheit in dieser für die aktuelle Bioethik-Diskussion so wichtigen Frage bringen

Unscharf noch waren die Vorstellungen über die biologischen Abläufe bei einer Schwangerschaft. Und so konnten die Autoren weder des Alten noch des Neuen Testamentes sich zur Frage des Zeitpunktes äußern, an dem genau neues menschliches Leben beginne. Manch Kombattant in der heutigen Bioethikdebatte würde ein biblisches Leitwort schätzen. Indes: Ob es in seinem Sinne ausgefallen wäre, ist noch eine andere Frage.

Die heutige Lesart der römisch-katholischen Kirche, wonach menschliches Leben bereits mit der Befruchtung beginne, ist angesichts 2000 Jahren Christenheit vergleichsweise jung an Jahren. Erst 1869 erklärte Papst Pius IX. die Abtreibung für grundsätzlich verboten. All die Jahrhunderte zuvor sah die Doktrin der römisch‑katholischen Kirche die Beseelung des Embryos oder Fetus als entscheidenden Moment des Lebensanfangs ‑ auch unter Berufung auf Papst Augustin. Der stellte im 5. Jahrhundert ausdrücklich fest, die Entfernung einer „ungeformten Leibesfrucht" sei kein Mord, sondern durchaus statthaft. Aber wann war der Zeitpunkt der „Beseelung"?

Der Philosoph und Theologe Thomas von Aquin meinte im 13. Jahrhundert, ziemlich genaue Daten angeben zu können: Gut sechs Wochen nach der Empfängnis finde sie beim männlichen Fetus statt, beim weiblichen erst nach 13 Wochen. Dieser Unterschied konnte für Abbruchwillige Probleme aufwerfen, denn die Geschlechtsbestimmung im Mutterleib war noch nicht möglich. Doch die Schriften des Thomas von Aquin basierten auf Beobachtungen von Aristoteles aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert, aus denen, wer wollte, auch praktische Hinweise ablesen durfte. Männliche Feten begannen seiner Meinung nach mit ihren spürbaren Bewegungen am 40. Tag, weibliche erst am 90.

Heute sind Aristoteles und Thomas von Aquin in der Kirche überholt, gelten Papst Pius und sein Zeitpunkt der Verschmelzung von Samen und Eizelle. Ein Grund, der diese Lesart auch in der Wissenschaft weit gehend konsensfähig macht: Mit dieser Verschmelzung seien die Erbanlagen von Mutter und Vater in etwas vereint, was nun in seiner Entwicklung als Person fest programmiert ist. Frei von Widersprüchen ist diese Interpretation allerdings nicht:

-          In der verschmolzenen Zelle sind die DNS noch nicht vereint, sie liegen zwar sehr dicht beieinander, zusammengestrickt sind die Stränge aber erst im Zweizellenstadium.

-          Bis zum Achtzellenstadium könnten sich noch Zwillinge oder Mehrlinge entwickeln, die jedes für sich Anspruch auf Anerkennung als eigene Person. haben.

-          Inwieweit die neu zusammengestellte Genkombination die Entwicklung des Menschen unwiderruflich steuert, ist gerade angesichts künftiger Möglichkeiten zur Genmanipulation zumindest theoretisch fraglich, mithin als Grundsatz zweifelhaft.

-          Ein Klon, sollte er irgendwann entstehen, und sei es auch widerrechtlich, wäre danach selbst im Erwachsenenalter keine Person, weil er ohne Samenzellen entstanden ist.

Dennoch hat sich die Sichtweise, die Befruchtung der Eizelle bestimme den Beginn des Lebens, in der westlichen Hemisphäre weitgehend durchgesetzt. Allerdings: In den meisten Ländern gilt der Schutz des anerkannten Lebens nicht absolut, schließt Schwangerschaftsabbrüche unter bestimmten Voraussetzungen nicht vollkommen aus.

Ebenso wenig wie die Christen den Beginn neuen Lebens aus fier Bibel ablesen können, haben andere Kulturkreise definitive Hinweise in ihrem sinnstiftenden Schrifttum. In der islamischen Lehre gilt dennoch, ähnlich wie unter den Christen vor Papst Pius IX., dass menschliches Leben erst 90 Tage nach der Befruchtung der Eizelle beginnt. Was allerdings nicht zur Folge haben dürfte, dass der gesamte Vordere Orient nun zum bevorzugten Standort für Embryonenforschung wird. Was die Beibehaltung familiärer Werte angeht, orientiert sich der Islam eher konservativ.

Anders stellt sich die Lage in Israel dar. Weil der jüdische Glaube die Embryonen zumindest in den ersten Wochen als beseelt und deshalb als Teil des Mutterleibes ansieht, gibt es gegen die  wachsende Embryonenforschung weniger Vorbehalte im Lande (siehe DIE WELT vom 30. Mai). Auch in Fernost ist der Zeitpunkt Zankt der Befruchtung weniger entscheidend als der einsetzende Herzschlag etwa um den 21.Tag der Schwangerschaft. Das Herz, nicht das Gehirn gilt als Zentrum des Körpers, weshalb für

Japaner der Hirntod noch problembeladener ist als für Westeuropäer.

Hier zu Lande dagegen könnte die Festlegung auf die Hirntoddefinition mit einer wissen Logik, ganz symmetrisch, auch das andere Ende der Lebensspanne bestimmen. Ab dem Beginn der neuronalen Synapsenbildung, etwa am 70. Tag, kann mit Fug und Recht von einem „Hirnleben" gesprochen werden. Und so spielte das Argument auch in der Diskussion tun die Neuregelung des Schwangerschaftsrechts 1993 eine Rolle. Das Bundesverfassungsgericht rang sich seinerzeit allerdings nur zu der eher allgemeinen Feststellung durch, dass schon dem ungeborenen Leben Menschenwürde zukomme. Unwidersprochen  - entgegen vielfachen anderen Interpretationen des höchsten deutschen Gerichtes - somit immer noch sein Satz von 1975: „Leben besteht nach gesicherter biologischer Erkenntnis jedenfalls vom 14. Tage nach der Empfängnis an." Aus gegebenem Anlass wies darauf erst vergangene Woche wieder die amtierende Präsidentin Jutta Limbach hin.

Erscheinungsdatum: 31. 05. 2001, vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/daten/2001/05/31/0531med257346.htx

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 DIE WELT, 31.05.2001:

„Selektion nicht erst durch Präimplantationsdiagnostik"

Fortpflanzungsmediziner betonen die Chancen der Untersuchung von künstlich gezeugten Embryonen

Berlin ‑ „Es wurde im Prinzip schon alles gesagt, nur noch nicht alles von jedem", meinte Professor Karl Sperling Anfang dieser Woche in Berlin. Mit Humor, aber der Diskussion keinesfalls müde, begann der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik somit seinen Vortrag im Rahmen einer Veranstaltung 'der Konrad-Adenauer-Stiftung. Hinterfragt wurden die Ziele der Humangenetik und Fortpflanzungsmedizin - „Evolution aus Menschenhand?" - mit Blick vor allem auf die Präimplantationsdiagnostik (PID). Diese steht unter anderem heute im Bundestag zur Debatte, für die sich Sperling ein hohes Niveau erhofft.

PID, das ist für viele Kritiker gleichbedeutend mit Selektion. Wenn Ärzte einem im Reagenzglas gezeugten Embryo eine seiner acht Zellen entnehmen, um sie auf bestimmte Erkrankungen hin zu untersuchen. Bekannte Erbleiden wie Mukoviszidose und veränderte Chromosomen können dabei entdeckt werden. Sperling sieht darin ein „Vorziehen der vorgeburtlichen Untersuchung aus der elften Schwangerschaftswoche in die ersten Tage nach der Befruchtung".

„Unter ganz bestimm­ten Voraussetzungen sollte man die PID den Frauen nicht vorenthalten", so Sperling. Zumal die künstliche Befruchtung (In­vitro-Fertilisation, IVF) schon an sich eine außerordentliche Belastung für die Frauen bedeute. Und 70 bis 80 Prozent der Paare bleiben auch trotz einer aufwendigen IVF‑Behandlung kinderlos. Unablässig sei natürlich eine umfassende Beratung der Betroffenen, falls die PID in Deutschland erlaubt werden sollte.

Das Leid ihrer Patientinnen heben denn auch Frauenärzte wie Professor Hermann Hepp hervor. „Die Frauen, für die bei einer IVF überhaupt die PID infrage käme, haben meist schon mehrere Fehlgeburten erlitten, unter Umständen Abtreibungen", erklärt der Direktor der Frauenklinik am Münchner Universitätsklinikum Großhadem. Oder sie seien Mütter von schwer  kranken Kindern, deren Sterben manche bereits erleben muss­ten. In Deutschland wären es nach Schät­zungen jährlich etwa 100 Paare, für die nach den Kriterien der Bundesärztekam­mer eine PID in Be­tracht käme.

Vorteil der PID wäre, den Embryo noch vor dem Einset­zen in den Mutterleib mit Hilfe molekularbiologischer Methoden zu untersuchen. Nicht, um möglichst jede Erkrankung auszuschließen, sondern um gezielt nach dem Leiden zu suchen, das in der Familie bereits bekannt ist und an die Nachkommen vererbt werden könnte. Ein Embryo mit dem Defekt würde dann nicht eingesetzt, sondern verworfen werden und somit getötet. Dazu würde beispielsweise nicht das Down­-Syndrom zählen, für das bei älteren Müttern ein erhöhtes Risiko besteht. Auch lässt der Richtlinienentwurf der Bundesärztekammer keine Wahl des Geschlechts zu. Aber eine genaue Liste, welche Krankheiten eine PID feststellen könnte, lehnen Mediziner ab. Die Entscheidung müsste immer im Einzelfall getroffen werden, die Auswahl nach Katalog sei weder im Sinne der Eltern, noch für Politiker wirklich eine Lösung.

In Deutschland dürfen Fortpflanzungsmediziner nicht mehr Eizellen im Reagenzglas befruchten, als einer Frau innerhalb eines Zyklus eingepflanzt werden können. Diese Zahl ist auf drei beschränkt. Doch schon jetzt fordern manche Reproduktionsmediziner, dass die Anzahl erhöht werden müsste, wenn die PID zugelassen wird. Man könne sonst nicht die gleichen Erfolge erwarten, die mit diesem Verfahren in anderen Ländern erreicht würden, wo es diese Beschränkung nicht gebe.

Überzählige Embryonen wären dann kaum vermeidbar; ein Problem, für das die Politik noch keine Lösung parat hat. Doch schon heute lagern einige in den Gefriertruhen der deutschen Reproduktionszentren, obwohl es sie theoretisch nicht geben dürfte. „Wenn eine Frau erkrankt oder man ihr aus anderen Gründen den Embryo nicht einsetzen kann", erklärt Hepp, „bleiben Embryonen übrig." Auch im Fall einer Trennung des Paares im Zeitraum zwischen Befruchtung und vorgesehener Einpflanzung, wie es kürzlich in seiner Klink vorgekommen sei.

Hepp betont, dass jeder Fortschritt in der Medizin zwei Selten besitze, so auch die PID mit ihren Chancen und Risiken. Selektion sei allerdings nicht neu, sondern auch mit der Pränataldiagnostik möglich. „Wenn man bei PID über Selektion diskutiere, müsse man auch den Abtreibungsparagraphen 218 wieder aufschnüren", ist der Mediziner überzeugt.

Erscheinungsdatum: 31. 05. 2001, vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/daten/2001/05/31/0531med257347.htx

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DIE WELT, 31.05.2001:

Adulte Stammzellen sind keine ethische Alternative

Berlin - Stammzellen aus dem Knochenmark können sich nicht nur zu neuen Blutzellen entwickeln, sie helfen auch, Schäden am Herzmuskel zu reparieren und dort neues Gewebe aufzubauen. Das haben jetzt amerikanische Forscher vom Baylor College of Medicine im texanischen Houston in Versuchen mit Mäusen gezeigt. Die Forscher hoffen, Herzinfarktpatienten eines Tages mit Stammzellen behandeln zu können.

Die Erforschung der Stammzellen schreitet weltweit in einem atemberaubenden Tempo voran. Fast täglich vermeldet die Wissenschaft neue, viel versprechende Erkenntnisse. Stammzellen aus dem Knochenmark entwickelten sich in Versuchen mit Mäusen zu spezialisierten Zellen in Hirn, Darm, Lunge und Haut. Stammzellen aus der Bauchspeicheldrüse wurden im Labor zu Insulin produzierenden Inselzellen kultiviert.

Stammzellen bilden die Reparaturreserve des Körpers. Sie sind in ihrer Funktion noch nicht festgelegt, können sich zu einer Vielzahl von Zelltypen entwickeln. Forscher wollen sie daher nutzen, um neue Gewebe und organspezifische Ersatzzellen zu züchten. Dabei ist es noch nicht einmal drei Jahre her, dass erstmals ein wenige Tage alter menschlicher Embryo getötet wurde, um daraus Stammzellen zu isolieren. Und bislang sah es so aus, als würden diese so genannten embryonalen Stammzellen im Vergleich zu den adulten Stammzellen eines Erwachsenen über das größere Entwicklungspotenzial verfügen.

Inzwischen hoffen Wissenschaft und Politik, mit der Erforschung adulter Stammzellen auf die ethisch umstrittenen embryonalen Stammzellen verzichten zu können - ohne den Menschen die Hoffnung auf neue Therapien für heute noch unheilbare Krankheiten nehmen zu müssen. Jedoch können auch die adulten Stammzellen zu embryonalen Stammzellen reprogrammiert werden, die das Potenzial besitzen, sich zu einem vollständigen Menschen zu entwickeln. Das ethische Dilemma bleibt also. dia/nlo

Erscheinungsdatum: 31. 05. 2001, vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/daten/2001/05/31/0531med257348.htx

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DIE WELT, Samstag, 2. Juni 2001, WISSENSCHAFT

Stammzellentherapie im Mutterleib

Bonner Ärzte stellen ein zweijähriges Kind vor, das noch ungeboren mit fetalen Zellen behandelt wurde  

Bonn  -  „Der zweijährige Julian ist das einzige Kind in der weit, das mit einem fetalen Stammzellentransplantat im Mutterleib behandelt worden ist", erklärt Professor Manfred Hausmann von der Abteilung für Pränatal‑ und Geburtsmedizin des Universitätsklinikums in Bonn. Das entsprechende Zeltmaterial stammte aus einer Stammzellenbank in Stockholm. Julian und seine Eltern stellte Hausmann gestern im Rahmen eines Kongresses der deutschen Pränatal- und Geburtsmediziner in Bonn der Öffentlichkeit vor.

„Die Stammzellentransplantation während der Schwangerschaft ist in keinem anderen Fall in der Welt bisher untersucht worden", beschreibt Kongresspräsident , Hausmann das einzigartige Bonner Klinikprojekt.

Auf Grund der frühzeitigen Transplantation im Mutterleib konnte zu diesem Zeitpunkt die Immuntoleranz des heranwachsenden Kindes genutzt werden. So ließ sich das Problem einer Abstoßung des fremden Gewebte umgehen.

Ein älteres Geschwister von Julian leidet unter der schweren Immunkrankheit SCID. Dem Kind fehlen Zellen der Immunabwehr, so dass jeder banale Infekt oder jede Erkältung zu einer lebensbedrohlichen Krankheit werden kann. Auch Julian hätte dieses Schicksal geteilt. Im Regelfall, wenn die Immundefizienz bei Neugeborenen erkannt wird, kann eine Behandlung nach der Geburt durch die Transplantation von Stammzellen - normalerweise von Verwandten, wenn sie in bestimmten Gewebemerkmalen übereinstimmen - erfolgen.

Im Fall von Julian musste dies nicht geschehen. Im Rahmen einer humangenetischen Beratung entschieden sich die Eltern auf Anraten der Bonner Wissenschaftler fetale Stammzellen aus der Stockholmer Stammzellenbank bereits im Mutterleib auf Julian zu übertragen.

Die Bonner Pränatalmediziner leiten aus diesem Erfolg neue Therapieformen für die Zukunft ab. „Wir hoffen damit in Zukunft, in einem noch früheren Stadium der Schwangerschaft und bei anderen Erbkrankheiten eine effektive Behandlung durchführen zu können, die Kindern gute Überlebenschancen bietet“, erläuterte Hausmann. „Diese Möglichkeit einer, intrauterinen Therapie eröffnet die Chance, Menschenleben zu retten“, betont, der Bonner Gynäkologieprofessor. In Zukunft ließe sich mit dieser neuen Therapie in vielen Fällen ein Schwangerschaftsabbruch verhindern. Aus diesem Grund solle diese Therapieform weiter vorangetrieben werden, fordert Hansmann. ,

Die Chancen der pränatalen Diagnostik bietet mehr Chancen als Risiken. Deshalb spricht sich der Bonner Mediziner auch für eine Änderung des Embryronenschutzgesetzes und einer kontrollierten Zulassung der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID) aus. „Mit einer entsprechenden Qualitätskontrolle durch einen Sachverständigenrat ist ein Schutz vor Missbrauch möglich“, glaubt Hausmann. Gleichwohl gibt er zu bedenken, dass man in den „Weiterungen“ der PID  wohl „ein Schreckgespenst“ sehen könne. Denn je mehr genetische Ursachen.

für Krankheiten im Erbgut des Menschen gefunden würden, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass die Selektion zunehme. Das wäre natürlich fürchterlich“ und entspreche nicht der realen Situation in der Diagnostik. Realität sei aber ein reger Patiententourismus in die Länder, in denen PID erlaubt sei, wie zum Beispiel nach Belgien.

Die Erfolge der Pränatalmedizin sprechen indes für sich. In den letzten zehn Jahren ist die Sterblichkeitsrate vor und um die Geburt von fünf Prozent auf fünf Promille aller Geburten in der westlichen Welt zurückgegangen. „Dies ist das eindeutige Ergebnis einer qualifizierten Pränataldiagnostik", urteilt Hausmann, „und nicht in erster Linie auf eine verbesserte Kreißsaalmedizin zurückzuführen.“

Links ins World Wide Web: Das Universitätsklinikum Bonn im Netz: www.meb.uni-bonn.de

Erscheinungsdatum: 02. 06. 2001, vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/daten/2001/06/02/0602med257794.htx

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Gibt es eine Alternative zur PID?

Fachgesellschaften fordern wissenschaftliche Studien zur Polkörperdiagnostik

Berlin -  Mit der Zahl der angeblich geborenen Klonbabys wachsen die Zweifel an ihrer Existenz: Noch fehlt jeder Beweis. Und während die Raelianer wie auch der italienische Frauenarzt Severino Antinori werbewirksam weitere Klon-Geburten für Januar in Aussicht stellen, bemühen sich seriöse Wissenschaftler um Schadensbegrenzung. Heute veröffentlichen die deutschen Gesellschaften für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und für gynäkologische Endokrinologie eine Erklärung zur so genannten Polkörperdiagnostik. Wissenschaftliche Studien sollen diese gesetzlich erlaubte Form der Analyse für künstliche Befruchtungen (IVF) prüfen, bevor sie breite Anwendung findet.

„Wir wollen damit ein offizielles Signal geben, dass wir die vorschnelle und unkritische Einführung dieser neuen Technik keineswegs befürworten“, sagt DGGG-Präsident Professor Klaus Diedrich. Der Direktor der Lübecker Universitätsfrauenklinik befürchtet, dass übereifrige Kollegen sonst die gegenwärtige Diskussion zur Präimplantationsdiagnostik (PID) durch ihr Handeln unterlaufen. Die DGGG unterstützt die Einführung dieser umstrittenen Methode unter strengen Bedingungen. „Daher soll auch die Polkörperbiopsie trotz ausländischer Erfahrungsberichte zuerst an fünf ausgewählten IVF-Zentren getestet werden“, fordert Diedrich. „Umfassende wissenschaftliche Studien sind nötig, bevor an finanzielle Aspekte und Abrechnungsziffern gedacht wird“, fügt Professor Hans van der Ven hinzu, der die Polkörperdiagnostik an der Bonner Universitätsfrauenklinik erprobt. Mit derart kritischen Stellungsnahmen gegenüber der eigenen Zunft und der Forderung nach einem weltweiten Klonverbot versuchen deutsche Fortpflanzungsmediziner nicht nur, sich von Ufo-Sekten und Klonbefürwortern zu distanzieren. Gleichzeitig verteidigen sie ihre Interessen wie auch die ihrer Patientinnen, um nicht den Anschluss an den internationalen Fortschritt zu verpassen – Kontrollen und enge Grenzen vorausgesetzt.

Kein einfaches Unterfangen, da in der Öffentlichkeit Begriffe wie reproduktives und therapeutisches Klonen, künstliche Befruchtung sowie PID wieder in einem Atemzug genannt und abgehandelt werden. Die undifferenzierte Auseinandersetzung erhöht künstlich den Druck auf den Nationalen Ethikrat, der derzeit die Reproduktionsmedizin im Detail behandelt und dabei moralische wie wissenschaftliche Argumente berücksichtigt – bis Ende des Monats wollen die 25 Mitglieder ihre Stellungsnahme zur PID abgeben.

In Deutschland ist die Präimplantationsdiagnostik im Gegensatz zu den USA und einigen EU-Staaten wie Belgien oder Großbritannien bislang nicht erlaubt, hierzulande wird jedoch seit Jahren heftig über die Einführung dieser Methode und entsprechende Änderungen des Embryonenschutzgesetzes debattiert. Bei einer künstlichen Befruchtung ermöglicht es die PID, den Embryo anhand einer Zelle auf genetische Schäden hin zu untersuchen, bevor ihn der Arzt in den Mutterleib einpflanzt. Die auf diese Weise mögliche Auswahl und, damit verbunden, die Tötung von menschlichem Leben in einem sehr frühen Stadium bestimmen die moralische Diskussion über den medizinischen Eingriff. Ein ethisches Dilemma, aus dem die Polkörperdiagnostik durchaus einen Ausweg bieten könnte.

Artikel erschienen am 9. Jan 2003 in der WELT, vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/data/2003/01/09/31143.html

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DIE WELT 17. September 2003:

Spermien aus Stammzellen

Forscher gewinnen erstmals aus den Stammzellen eine Maus lebensfähige Spermien.

Vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/data/2003/09/17/169551.html

Zitat aus diesem Beitrag: "Der jüngste Forschungserfolg eröffnet auch die Möglichkeit, Spermien aus zuvor gentechnisch veränderten Stammzellen zu erschaffen. Der Horrorvision vom nach bestimmten Vorstellungen designten Menschen kommen wir damit einen Schritt näher."

Kommentar von basisreligion: Die einzige Chance, daß diese Horrorvision nicht Wirklichkeit wird oder zumindest keine große Bedeutung erlangt, scheint zu sein, daß die Sexualität des Menschen wieder den Stellenwert in der Beziehung von Mann und Frau erhält, nämlich als "Akt der Partnerschaft und Liebe", der ihr von der Natur her zugedacht ist.

 

Und hier einiges zur GRÜNEN GENTECHNIK:

Wie Gene in Pflanzen gelangen (DIE WELT 25.7.2002)

Strategie der Gentechnologie

Nutzpflanzen mit höherem Nährwert oder mit Eigenschaften, die Zucht und Ernte erleichtern, werden schon seit Jahrtausenden gesucht. Seit einigen Hundert Jahren probieren Pflanzenzüchter mit immer raffinierteren Kreuzungsprogrammen, neue Sorten zu schaffen. Allerdings sind sie dabei auf den Zufall angewiesen, denn bei der klassischen Züchtung entzieht sich die Kombination der Gene einer absoluten Kontrolle. Die Gentechnologie eröffnet nun neue Wege. Im Allgemeinen verfolgen die Forscher zwei Strategien: Zum einen statten sie Pflanzen mit nützlichen fremden Genen aus. Kartoffeln und Reis können so etwa Pilzen oder Insekten eher widerstehen. Zum anderen versuchen sie, pflanzliche Gene unwirksam zu machen. Die so genannte Anti-Matsch-Tomate beispielsweise reift langsamer, weil einige Gene weniger aktiv sind. Auch um Gene abzuschalten, bringen Forscher fremde Erbinformation in die Zelle ein. Die Erbgut-Schnipsel für die Anti-Matsch-Tomate haben sie mit Hilfe des Agrobacterium tumefaciens in Tomaten eingeschleust (1). Dieses Bodenbakterium infiziert Pflanzen: Ein DNA-Ring der Bakterien, ein "Ti-Plasmid", ist dafür verantwortlich, dass Tumoren entstehen. Dieses Ti-Plasmid entschärften Pflanzengenetiker und nutzen es als Gen-Fähre: Das Tumor-Gen wird ausgeschnitten und zum Beispiel durch jene DNA-Sequenz ersetzt, die in der Tomate das Reifungs-Gen bremst. Infizieren die Genetiker mit solch veränderten Agrobakterien Stielstücke von Tomaten, lassen sich daraus ganze Pflanzen ziehen. Allerdings werden unerwünschte Gene mitübertragen, die für die Einschleusung notwendig sind. Dieses Problem lässt sich mit der Gen-Kanone umgehen (2): Pflanzenzellen werden mit mikroskopisch kleinen Kügelchen beschossen, auf deren Oberflächen die zu übertragenden Gene haften. Beispiel Mais: Pflanzengenetiker konstruierten einen DNA-Ring (Vektor), der das Gen für ein Insektizid trug. Den Vektor bastelten sie genau so, dass das Insektizid speziell im Mais vermehrt produziert wird. Mit den Mikroprojektilen beschossen die Forscher einen Mais-Embryo und schleusten so die Vektoren ein. Das fremde Gen wurde eingebaut - eine Maispflanze wuchs, die das Insektizid produzierte. Auch mit sehr feinen Kanülen lassen sich Gene in Zellen spritzen. Doch was bei tierischen Zellen fast schon Routine ist, bereitet bei Pflanzenzellen noch Schwierigkeiten. sol

Aktuelle Forschungsansätze der GentechnologiePappeln, die mit Genen von Wurzelpilzen gekreuzt wurden, können Schwermetalle in ihren Blättern einlagern. Durch die Fremd-Gene bilden die Bäume mehr von dem Eiweiß Glutathion als gewöhnlich. Glutathion hilft den Pflanzen, besser mit Schadstoffen klarzukommen. Somit lassen sich die Pappeln zur Bodensanierung einsetzen. Ein Team um Professor Heinz Rennenberg vom Institut für Forstbotanik und Baumphysiologie der Universität Freiburg erprobt die Gen-Pappeln zurzeit in einem ehemaligen Kupferrevier. Die Schwermetalle sollen von den schnell wachsenden Bäumen aufgenommen und der Boden von der Altlast befreit werden. 

*Hat Mais, der gentechnisch verändert wurde, Auswirkungen auf andere Organismen? Dieser Frage gehen Professor Ingolf Schuphan und Detlef Bartsch vom Institut für Ökologie, Ökotoxikologie und Ökochemie an der RWTH Aachen nach. In einem Langzeitversuch beobachten sie, ob eine gentechnisch veränderte Maissorte, die für bestimmte Schädlinge ungenießbar ist, Bodentieren, Insekten und Spinnen schaden kann. Hierzu vergleichen sie die Anzahl der Tiere in unveränderten Maisfeldern mit Feldern, auf denen genveränderter Mais wächst. Zudem untersuchen sie, ob Gen-Mais oder eher chemische Pflanzenschutzmittel Schädlinge besser in Schach halten können.

*Gesunde und gehaltvolle Nahrungs- und Futtermittel wollen Professor Wolf-Bernd Frommer und sein Team vom Zentrum für Molekularbiologie der Pflanzen an der Universität Tübingen schaffen. Hierzu untersuchten sie, wie Pflanzen ihre Nährstoffe in Wurzeln und Blättern verteilen. Inzwischen haben die Forscher Zellen entdeckt, die beispielsweise Zucker aufgrund eines biologisch erzeugten Spannungsgefälles befördern. Die Wissenschaftler wollen die Zellen nun genetisch so manipulieren, dass sich das Tempo des Nährstoff-Flusses ändern lässt. Auf diese Weise wollen die Forscher Tomaten- und Kartoffelsorten züchten, die reich an Nährstoffen sind. 

*Weltweit sind viele landwirtschaftlich genutzte Böden stark versalzt - insbesondere in trockenen Klimazonen. Die meisten Nutzpflanzen tolerieren aber nur sehr wenig Salz. Folglich sind die zur Verfügung stehenden landwirtschaftlichen Nutzflächen stark begrenzt. Viele Pflanzenzüchter versuchen deshalb, die Kulturpflanzen salztoleranter zu machen. So auch Martin Hagemann und sein Team vom Institut für Molekulare Physiologie und Biotechnologie der Universität Rostock. Sie arbeiten mit salzresistenten Bakterien und schleusen die entsprechenden Gene in die Modellpflanze Arabidopsis (Ackerschmalwand) und in Kartoffelpflanzen ein. 

*Pflanzen können Ausgangsstoffe für die chemische Industrie produzieren. So werden aus ihnen Werkstoffe. Ein Beispiel: Professor Lothar Willmitzer und seine Mitarbeiter vom Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie in Golm bei Potsdam arbeiten mit Bakterien, die Polyhydroyxbutyrate (PHB) herstellen. Mit diesen PHB lässt sich Bioplastik synthetisieren - beispielsweise für Einkaufstüten, die zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind. Drei Gene sind dafür verantwortlich. Um PHB in großen Mengen herzustellen, haben die Forscher die genetische Information für den Polyester aus den Bakterien in Kartoffelpflanzen eingebracht. Das Resultat: Eine Pflanze als Plastikproduzent. 

*Menschen in Asien und Afrika leiden häufig unter Vitamin-A-Mangel. Das kann zur Erblindung führen. Um dem vorzubeugen, haben Professor Ingo Potrykus von der ETH Zürich und Professor Peter Beyer von der Universität Freiburg eine gentechnisch veränderte Reispflanze entwickelt, deren Körner reich an Provitamin A (Beta-Carotin) sind. Zwei Gene aus der Glockenblume und eines aus einem Bakterium machen den "Goldenen Reis" zur Vitaminbombe. Die für Gesundheit und Umwelt verträgliche Reissorte soll kostenlos an Entwicklungsländer abgegeben werden, um dort einen Teil des täglichen Vitamin-A-Bedarfs zu decken. 

*Allergiker, die keine glutenhaltigen Lebensmittel vertragen, müssen auf einiges verzichten - etwa auf Teigwaren, Saucen oder Bier. Gluten ist ein klebendes Eiweiß, das beispielsweise in Weizen, Roggen, Gerste, Hafer oder Grünkern zu finden ist. Professor Horst Lörz und Dirk Becker vom Institut für Allgemeine Botanik an der Universität Hamburg arbeiten deshalb an der Entwicklung neuer Getreidearten, die für die Allergiker verträglich sind. Sie wollen das Gen für den allergieauslösenden Stoff ausschalten. Die Forscher gehen davon aus, dass die Entwicklung neuer Sorten rund 15 Jahre dauern wird - inklusive Zulassungs- und Sortenprüfverfahren. 

*Pflanzen als Medikamenten-Produzenten - das versuchen Professor Ralf Reski und sein Team vom Zentrum für angewandte Biowissenschaften (ZAB) an der Universität Freiburg zu realisieren. Das kleine "Blasenmützenmoos" soll ihnen dabei als Bioreaktor dienen. Das Moos lässt sich in einem simplen Medium einfach vermehren und eignet sich deshalb besonders als kostengünstige Produktionsmaschine. Die Forscher wollen nun Gene für pharmakologisch wirksame Proteine in das Moos einbringen und es somit zu Synthesefabriken umfunktionieren. So soll beispielsweise ein Eiweiß produziert werden, dass die Blutversorgung von Tumoren unterbindet.

Erscheinungsdatum: 25. 07. 2002, vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/daten/2002/07/25/0725ws346580.htx

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Und eine andere Meldung: Gen-Mais schädigt Ratten

Französische Forscher haben nach Tests an Ratten schwere Bedenken gegen eine genetisch veränderte Mais-Sorte des US-Konzerns Monsanto angemeldet. Wie die Zeitung "Le Monde" gestern enthüllte, wurden die Bedenken bereits im Oktober 2003 in einem Bericht der Gentechnikkommission CGB festgehalten, dann aber von der Pariser Behörde für Lebensmittelsicherheit beiseite gewischt. Die CGB-Forscher stellten bei Fütterungsversuchen mit der Sorte MON 863 eine Zunahme weißer Blutkörperchen und Nierenbeschwerden bei männlichen Ratten sowie eine Abnahme roter Blutkörperchen und einen erhöhten Blutzuckerspiegel bei Weibchen fest. Anfang dieser Woche sprach sich der  zuständige wissenschaftliche Ausschuss der EU dafür aus, die Genehmigung zur Vermarktung von MON 863 zu erteilen. AFP
    
Artikel erschienen am 24. April 2004, vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/data/2004/04/24/268863.html

Zum 


(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)