GEWALT GEGEN FRAUEN.

Gewiss dürfte auch für Spanien zutreffen, was hier unter  Gewalt über die mangelnde Erziehung zu Partnerschaft und wirklicher Liebe ausgesagt ist. 

Und hier Auszüge über einen Beitrag in der WELT vom 26.05.2004 über die Situation in Spanien. Ist das also die Wirklichkeit in diesem schönen Land? Es scheint also auch dort viel zu tun sein aus der Sicht eines Konzepts à la basisreligion!

„Mein Mann schlägt mich nicht mehr als üblich"

Artikel erschienen am 26. Mai 2004 in der WELT, vollständige Url. des Artikels: http://www.welt.de/data/2004/05/26/282804.html

Erdrosselt, erstochen, erwürgt: Jede zehnte Frau in Spanien wird misshandelt - Mit Gesetzen will Zapatero die Gewalt bekämpfen.

„Der Mord an der eigenen Partnerin ist die Ultima Ratio einer Beziehung auf der Basis männlicher Dominanz." (Ein Gerichtsmediziner - siehe unten.)

Madrid - Im Film hat Pilar Glück: Ihr Mann misshandelt sie schwer, aber sie kommt mit dem Leben davon. Für das psychologische Drama „Te doy mis ojos", übersetzt etwa „Ich schenke Dir mein Leben" hat der Regisseurin Icíar Bollaín nicht zuletzt seiner politischen Brisanz wegen den diesjährigen höchsten spanischen Filmpreis „Goya" erhalten.

Denn mit der Gewalt in der, Familie greift es das schwerste soziale Problem auf, unter dem das moderne Spanien leidet. Das zeigt ein Blick auf die Statistik allein der letzten Wochen: Irina (26) wurde am 27. April von ihrem Freund erstochen, Maria (76), am 8. April von ihrem Mann erdrosselt, Encamación (46) am 31. März von ihrem Mann überfahren, Ana (39) am 23. März von ihrem Mann erstochen, Esmeralda (22), am 22. März von ihrem Freund enthauptet. 18 Frauen sind seit Anfang Januar durch die Hand ihrer Partner ums Leben gekommen, dazu sechs Kinder und eine Schwiegermutter.

Die Tendenz steigt: Zählte man 2002 noch 45 weibliche Todesopfer, waren es im letzten Jahr 70. Die Anzeigen wegen Misshandlung durch den Partner sprangen im gleichen Zeitraum von 24000 auf 50000 Studien belegen, dass zwei Millionen Frauen, etwa jede zehnte Spanierin, misshandelt wird.

Besonders eine Gräueltat Ende April erschütterte die Nation, als der 45-jährige Ismael Pablo Rodríguez in Alzira an der Mittelmeerküste Benzin in die Wohnung seiner Ex-Frau schüttete und hinter sich die Wohnungstür schloss. Die aus der Dominikanischen Republik stammende Jenny Lara verbrannte mit ihren acht und fünf Jahre alten Kindern im Arm. Der Fall ist so brisant, weil sieh die Tragödie seit langem abzeichnete, Polizei, Sozialamt und Justiz jedoch unfähig waren, das Unglück zu verhindern. Die Frau hatte fünf Jahre lang um Unterstützung durch die Behörden gebeten, trotz eines gerichtlichen Verbots, sich der Wohnung näher als 300 Meter zu nähern, war der vor drei Jahren geschiedene Mann noch am Abend an der Haustür erschienen und hatte den Mord angekündigt. Da die herbeigerufene Polizei nach zehn Minuten wieder abgezogen war, konnte der Täter sein Verbrechen ungehindert begehen.

Weil alle bisherigen Versuche einer generellen Eindämmung scheiterten, will die im März gewählte sozialistische Regierung unter Premier José Luis Rodríguez Zapatero jetzt einen neuen Anlauf gegen die „violencia del género", die so genannte „zwischengeschlechtliche Gewalt" nehmen. Sozialminister Jesus Caldera hat ein Paket von 15 Gesetzen aufgelegt, darunter die Einrichtung von speziellen Gerichten, die Heraufsetzung der staatlichen Subsidien für misshandelte Frauen von derzeit zehn Monatssätzen zu 300 Euro sowie Prämien für Unternehmen, die Opfer einstellen. Auch soll die Zahl der Polizeibeamten deutlich aufgestockt werden.

Zapatero hatte schon vor den Wahlen angekündigt, zu seinen ersten Amtshandlungen werde eine Novelle zum Schutz der Frauen gehören. Ebenso ernst wie mit dem Rückzug aus dem Irak machte er die Gleichstellung zum integralen Regierungskonzept, formte ein paritätisches Kabinett und machte erstmals in der Geschichte eine Frau zu seiner Stellvertreterin. Der Mord an der eigenen Partnerin sei die Ultima Ratio einer „Beziehung auf der Basis männlicher Dominanz", so der Gerichtsmediziner und Bestsellerautor von „Mi Marido me pega lo normal", übersetzt etwa: „Mein Mann schlägt mich nicht mehr als üblich". „Ursächlich ist die traditionelle ungleiche Stellung der Frau in unserer Gesellschaft", so Caldera. Noch werden 28 Prozent der Frauen bei gleicher Arbeit schlechter bezahlt als Männer, mangelnder Mutterschutz und Kindergeld setzen viele Frauen einer Doppelbelastung aus.

Weil die Änderung der Mentalität - unter der Franco-Diktatur bis vor 30 Jahren waren Frauen so gut wie entrechtet - ein Langzeitprojekt ist, will der Sozialminister die Gleichstellung zum Unterrichtsfach machen, dazu sollen die Normen für sexistische oder frauenfeindliche Werbung verschärft werden. Nicht ohne Grund sprechen die Medien trotz der Gefahr einer Begriffsabnutzung jetzt auch vom „häuslichen Terrorismus": Die Gewalt in der Familie entspringe ebenso wie die islamistisch motivierten Massenmorde aus einem psychopathischen Gefühl von Unterlegenheit und Rache und sei ebenso schwer zu verhindern wie die Bombenattentate auf Zivilisten, heißt es.

Auch der neue Generalstaatsanwalt, Conde-Pumpido, erklärte das Vorgehen gegen die häusliche Gewalt nach dem Kampf gegen Terrorismus zur wichtigsten Aufgabe. Die physische Unversehrtheit sei „ein noch nicht ausreichend realisiertes Grundrecht". So müsse entschieden gegen „diesen Auswuchs der Dominanz unter den Geschlechtern" vorgegangen werden.

Männer häufiger Opfer von Gewalt.

Siehe dazu den Beitrag in der WELT vom 12. 11. 2010 unter http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_politik/article10883953/Maenner-haeufiger-Opfer-von-Gewalt.html.


Und hier ein Beitrag in der WELT vom 16. September 2005 zum Thema Gewalt ganz allgemein: Gewalttätige leben kürzer.

"Gewalt gegen Frauen schadet auch den Tätern. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team um Alex Scott-Samuel von der Universität Liverpool, das Daten aus 51 Ländern ausgewertet hatte. Je höher die Mordrate an Frauen, desto stärker klaffte auch die Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen auseinander....."

Vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/data/2005/09/16/776014.html

So banal es klingt, aber es hat sich ganz offensichtlich doch noch nicht überall herumgesprochen, dass man doch gewiss auch anders mit Frauen umgehen kann! Auch bei ihnen gilt doch: Der Mensch ist von Natur aus gut, doch man muss es eben richtig machen - siehe die fiktive Erzählung, wie Jesus vor dem Großinquisitor steht und mit ihm diskutiert, ob der Mensch die Knute braucht oder zur Freiheit fähig ist. Siehe auch das Stichwort  vom Pferdeflüsterer! (Angeblich müssen Pferde sadistisch gequält und gebrochen werden, um sie zu zähmen. Und da kommt ein 7jähriger Junge auf die Idee, dass man die Zähmung auch erreichen kann und viel besser, wenn man das Vertrauen der Pferde gewinnt.)

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)