GLAUBENSMAGIE

So könnte man das Verhalten vieler gläubiger Menschen bezeichnen (das nur zu gern von typischen Priesterreligionen gefördert wird, weil es für sie im Grunde ein tolles Geschäftsmodell ist), die durch intensiven Glauben und durch intensives Gebet Gott beeinflussen oder gar manipulieren wollen, etwas zu tun oder auch nicht zu tun.
Doch dieses Verhalten ist zutiefst heidnisch und hat nichts mit dem Glauben zu tun, der im Sinn des wirklichen Jesus ist!
Bedenken wir: Da hat also Gott seit Millionen Jahren vor, etwas zu tun (oder auch nicht zu tun), und da kommt jetzt so ein Menschlein daher und glaubt, ihn in seinem Vorhaben verändern oder auch manipulieren zu können, auf welche Weise auch immer. Wenn das nicht irgendwie unverschämt - oder eben heidnisch ist!

Wir Christen sollten stattdessen die Vaterunserbitte "Dein Wille geschehe" ernst nehmen! Diese Bitte ist nun nicht fatalistisch zu deuten, das heißt, dass wir alles als gottgewollt akzeptieren, was so passiert nach dem Motto "es kommt von Gott, also wird es schon richtig sein und wir müssen uns fügen". Nein, diese Bitte heißt, dass wir uns bemühen sollen, den Willen Gottes zu erforschen und uns nach dem wirklichen Willen Gottes zu verhalten, dass wir also nicht Gott zu verändern versuchen, sondern dass wir uns verändern.

Beispiel: Wenn wir immer wieder feststellen müssen, dass eine Moralerziehung (gemeint ist hier die Sexualmoral) mittels Leibfeindlichkeit, also etwa mittels der Erziehung zur (Sexual-)Scham, misslingt, dass etwa die jungen Menschen also doch mit sexuellen Beziehungskisten anfangen und dass es zu keiner wirklichen Sexualmoral in einer Gesellschaft kommt, dann sollten wir doch endlich einmal überlegen, ob Gott eine solche Leibfeindlichkeit überhaupt will!

Jedenfalls: Im Mittelalter war die Grundidee der Medizin eine Glaubensmagie. Man glaubte, dass Krankheiten von Gott (oder auch vom Teufel) kamen und dass durch entsprechende Gebete und Wallfahrten, durch Frömmigkeit und durch richtigen Glauben geheilt werden können. Manches hilft ja auch oder scheint zu helfen, weil fromme und/oder gläubigen Menschen sich einfach gesünder verhalten. Doch dümpelte die Medizin dabei mehr oder weniger vor sich hin. Zu einem Durchbruch in der Medizin kam es erst, als man sich von der Glaubensmagie befreite und die Probleme von Gesundheit und Krankheit sachgerecht anging.

Und so wird es auch etwa in der Sexualmoral sein!

 (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)