Die GLOBALISIERUNG meint die immer inniger werdende weltweite Verflechtung von Firmen und von Arbeitsabläufen in der Wirtschaft: Eisenerz kommt aus Schweden, wird in Deutschland zu Turbinenschaufeln gegossen, in Irland geschliffen, in Frankreich in Turbinen eingebaut, um Generatoren anzutreiben, die in den U.S.A. produziert werden, um schließlich in Mexiko Strom zu erzeugen. Das Problem ist, daß für alle Arbeitsabläufe nach allen möglichen Gesichtspunkten die günstigsten Standorte gesucht werden. Und schließlich werden die Kosten in den jeweiligen Ländern so berechnet oder manipuliert, daß die Gewinne in den Ländern anfallen, in denen am wenigsten Steuern bezahlt werden müssen. Es soll Großkonzerne mit internationaler Verflechtung geben, die sich damit brüsten, in den letzten Jahren in Deutschland auf diese Weise überhaupt keine Steuern bezahlt zu haben. Doch es gibt eben auch in Deutschland Kosten für den Staat, für die ihm jedoch jetzt das Geld fehlt: Also wird der Staat immer ärmer und mit ihm viele Menschen, Firmen werden immer reicher beziehungsweise deren anonyme Aktionäre...

Es hilft hier nicht zu lamentieren, vorläufig ist keine Änderung der Situation in Sicht. Schließlich hat die ganze Globalisierung ja auch mit den Marktgesetzen zu tun und gegen die ist schwer anzugehen. Was ist zu tun?

Jede schlimme Situation trägt auch in sich den Keim für eine Änderung, jede schlimme Situation kann man zu einer Umkehr nutzen, nur wie?

Im antiken Kriminaldrama Jesus und die Sünderin wird darauf hingewiesen, daß der Frauenhandel einer der größten illegalen internationalen Geschäftszweige ist. Was wäre, wenn unsere christlichen Kirchen ihre Macht, die ja immer noch da ist, nicht nur zu irgendwelchen Protesten nutzte, die im Endeffekt doch mehr oder weniger wirkungslos bleiben, sondern zur Information und zu einer ethischen Bildung der ihnen anvertrauten jungen Menschen? Bedenken wir: Es ist nun einmal normal, daß wohlhabende Männer eine magische Anziehung auf arme Mädchen haben aus welchen Ländern auch immer, und dagegen kann man auch einiges sagen, doch gegen unseren christlichen Glauben ist das nicht, genauso wenig wie ein großer Altersunterschied zwischen Partnern. Was lediglich störend ist, ist der Mißbrauch der Sexualität (siehe unter Gebrauch und Mißbrauch), und Frauenhandel und Prostitution sind nun einmal Mißbrauch! Doch der muß nicht immer sein und ist auch gar nicht immer gewollt. Ich weiß von Mädchen, die liebend gerne einen Amerikaner oder Europäer heiraten würden, doch ist weitgehend der einzige Weg dazu über die Prostitution, "anständige" Wege gibt es kaum.

Was wäre also, wenn es in den armen Ländern (wie in den wohlhabenden!) Gemeinschaften gäbe, in denen junge Menschen nach den Vorstellungen des wirklichen Jesus nun einmal nicht auf verkrustete Glaubensinhalte erzogen würden (siehe Dogmatik), sondern auf sinnvolle und funktionierende ethische Lebenskonzepte? Was wäre, wenn man bei einem Urlaub gerade in der Dritten Welt in Kirchen gehen könnte und wüßte, es gibt wirklich Gemeinschaftsfeiern, an denen man wirklich teilnehmen und auf Menschen treffen kann, die nach wirklich christlichen Konzepten erzogen werden, also selbst auch sinnvolle Vorstellungen von wirklicher Emanzipation und den geeigneten Durchblick haben - etwa entsprechend basisreligion? Es muß ja nicht direkt ums Partnersuchen gehen, ein wundervoller Kontakt zwischen Menschen unterschiedlicher Völker ist doch auch schon was, doch das geht nur mit einer wirklichen (christlichen) Ethik! Ich weiß definitiv, daß es solche Erziehung gerade in der armen Dritten Welt nicht gibt, und wenn ich Missionare oder Ordensschwestern darauf ansprach, wußten die überhaupt nicht, um was es geht (siehe Mission).

Das Konzept der Zehn Gebote (besonders zum 6. Gebot) gilt nicht nur gegen die Sklaverei, sondern überhaupt gegen alle Menschen möglicher verachteter Völker!

Ich sehe nicht ein, warum ein treues Befolgen der Zehn Gebote nicht zu einer Aufwertung armer Völker bis hin zu einer wirklichen Gleichwertigkeit führen sollte! Konzepte die früher galten, haben doch auch heute Chancen!

Und warum soll das heute nicht funktionieren? Was wäre, wenn die gutwilligen reichen Gemeinden einmal den armen Gemeinden Videoanlagen und Computer spendieren, damit sie dieselbe Konzepte lernen können wie sie selbst? Und was wäre, wenn wir in unseren christlichen Kirchen einmal wieder auf demselben Weg mit dem Latein als neuer-alter christlicher "lingua franca" anfangen würden? Lachen Sie nicht, das Verrückteste ist oft das Aussichtsreichste und Sinnvollste! Wir könnten doch viel Zeit zum Lernen gewinnen, wenn wir auf all das Unglaubliche in unserer christlichen Religion, was wir bisher mit mehr oder weniger Erfolg den jungen Menschen vermitteln, verzichten? Und es muß ja nicht dieses schwierige Cicero-Latein sein, wie wir es von den Gymnasien kennen, sondern ein einfacheres Latein, wie es wohl eher die "normalen" Menschen "damals" gesprochen haben. Es gibt da vom finnischen Rundfunk eine Seite mit den aktuellen Nachrichten in Latein, schauen Sie mal rein: www.yle.fi/fbs/latini !

Empfehlenswert in diesem Zusammenhang: Mut zur Wende - Ansätze zu einer gesellschaftlichen Neuorientierung. Erarbeitet im Zusammenhang mit einer Eingabe zum Thema der Totalrevision der Schweizer Bundesverfassung von Camille Schmid.
http://www.humanistische-aktion.de/wende2.htm
 

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)