GOTTESBILD DES VERFASSERS VON BASISRELIGION.

Ob ich, also der Verfasser dieser Website, an Gott glaube?

Wer das fragt, muß erst einmal definieren, was er unter Gott versteht, damit wir nicht von verschiedenen Phänomenen reden. Und wenn einer Gott definiert, dann ist das schon einmal ein Verstoß gegen das zweite Gebot der Zehn Gebote. Da heißt es doch: “Du sollst dir kein Bildnis machen” – und eine „Definition“ ist eben auch ein Bildnis, wenn auch ein „geistiges“! Der wirklich christliche Gottesglaube und demnach dann auch der christliche Gottesdienst zeigt sich einfach darin, daß jemand tut, was im Sinne Gottes ist. Irgend etwas behaupten kann ja jeder....

Woran erkennt man eigentlich, ob jemand an Gott glaubt, wie muß sich der verhalten?

Irgend etwas behaupten kann ja jeder....

Oder: Falls es stimmt, daß wir wirklich einmal vor Gottes Richterthron stehen, wonach werden wir wohl beurteilt? Sicher nicht danach, was wir geglaubt haben, denn erstens ist Glaube nicht jedem zugänglich, zumal er nur zu oft ein Opfer des Verstandes fordert (siehe sacrificium intellectus) und daher im Widerspruch zum Gehirn steht, das wir ja auch von Gott mitbekommen haben (und demnach natürlich benutzen müssen), und zweitens wurde von Religionen im Namen Gottes ja auch schon viel Mist verzapft und noch mehr Unheil angerichtet. Wir werden also gewiß eher danach beurteilt, was wir getan haben, damit unsere Welt besser wurde... Nur zu glauben, das kann es nicht sein, denn das wäre eine Art spießige Einschmeichelei – und Gott hält gewiß nicht sein ewiges Hochzeitsmahl mit Schmeichlern und Spießern.

Und in diesem Sinn hoffe ich schon, gläubig zu sein...

 

Das Buch Hiob gibt einen Anhaltspunkt für biblischen Gottesglauben: Hier wird uns ein Gott vorgestellt, mit dem man sogar schimpfen kann!

Während als das Gottesbild des Neuen Testaments im allgemeinen das des gütigen und verzeihenden Gottes gilt, wird der alttestamentliche Gott als der gestrenge und rächende gesehen. Nach der Grundidee des Monotheismus ist diese Sicht jedoch nicht haltbar: Wenn Gott als gewalttätig angesehen wird, so vor allem aus dem Grund, damit sich die Predigt über ihn besser gegen die menschenverachtenden sonstigen Götzen (siehe Vielgötterei) durchsetzt. Deutlich wird das an der Erzählung, wie Abraham seinen Sohn opfern soll - zumindest wenn man diese Erzählung vor dem Hintergrund des religionsgeschichtlichen Ansatzes betrachtet. Ohne eine Erzählung von einem brutalen Gott, der dann allerdings eine Anweisung mit dem Anspruch auf Gehorsam gibt, konnte das Menschenopfer einfach gar nicht verhindert werden!

Und gerade das Buch Hiob ist eine deutliche Lehrgeschichte zu diesem Thema (also ohne jeden Anspruch auf Geschichtlichkeit), in der es einzig allein um ein sinnvolles Gottesbild geht, also wie wir unsere Beziehung zu Gott sehen sollen.

Die Rahmenhandlung ist eine Wette des Teufels mit Gott: Der Teufel behauptet, daß alle Menschen irgendwann von Gott abfallen, wenn man ihn nur wirken ließe, wie er wollte. Doch Gott wettet dagegen, daß das zwar wohl auf die meisten Menschen zutreffen mag, doch auf Hiob nicht, Hiob wird immer ihm treu bleiben. Und er läßt den Teufel machen, nur den Hiob selbst darf der Teufel nicht umbringen... Also überschüttet der Teufel den Hiob geradezu mit allen nur möglichen Schicksalsschlägen, Hiob verliert sein Vermögen, seine Familie, wird selber krank und elend. Hiob versteht zwar nicht, warum Gott ihm das alles zufügt, doch er bleibt ihm treu. Und als die Freunde ihn bestürmen, daß er doch endlich seine Fehler und Sünden einsehen sollte, für die er ganz offensichtlich jetzt von Gott bestraft werde, schimpft Hiob regelrecht mit Gott, denn er versteht das alles nicht, ist sich keiner Schuld bewußt und empfindet Gott als völlig ungerecht. Die Freunde sind zwar entsetzt, daß er das tut, so könne er doch mit Gott nicht umgehen - doch Sinn der Lehrgeschichte ist, daß Hiob gerade durch sein Schimpfen mit Gott zeigt, daß er ihn ernst nimmt, daß Gott für ihn wirklich ist, ja daß er für ihn sogar irgendwie Partner ist - während für die Freunde Gott im Grunde eine Art Götze ist, dem man sich blind unterwerfen muß, daß sie also noch im heidnischen Denken stecken und von dem wirklichen lebendigen und partnerschaftlichen Gott keine Ahnung haben.

Im Gegensatz zu den Freunden sucht Hiob nach Ursachen für (sein) Unglück – und geht dabei auch nicht zimperlich mit Gott um, er nimmt Gott ernst. Damit ist er gewiß kein Schmeichler und Spießer und im Sinne der Bibel gläubig.

Und auch Jesus vermittelt uns ein solches partnerschaftliches Gottesbild, wenn er als "Vertreter Gottes" mit den Menschen zu Tische sitzt und mit ihnen sogar Wein trinkt (was ein Indiz dafür ist, daß er sich auch mit ihnen ganz normal unterhalten hat).

Dieses Gottesbild, das Juden und Christen gemeinsam haben, ist ein völlig anderes wie das in anderen Religionen, auch wie das der Pharisäer und wie das im Islam. Gerade im Islam ist ja nicht das Mahl mit Gott das Kennzeichen der Beziehung zu Gott sondern die Unterwerfung, schauen Sie doch einmal Bilder von betenden Moslems an! Kann man bei einer derartigen Gebetshaltung wie die der Moslems ("das Hinterteil höher als der Kopf") wirklich von einem partnerschaftlichen Verhältnis zu Gott reden? Das Gottesbild ist ein weiteres Argument, daß der Islam zwar einen einzigen Gott hat, aber dennoch kein wirklicher Monotheismus ist. Und ich habe eben nicht das pharisäische und islamische Gottesbild als Vorbild, sondern ein christliches, und das soll auch die Basis dieser Website sein - und damit scheinen manche Leser eben leider nicht klar zu kommen.

Dieses christliche Gottesbild geht sehr gut auch aus dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter hervor!

Da ist doch die Erzählung, in der ein Reisender von Räubern halb tot geschlagen und ausgeraubt und schließlich von einem barmherzigen Samariter versorgt wird (nach Lukas 10, 25ff), eine wunderbare Erzählung im Hinblick auf das Gottesbild Jesu!

10,25 Und siehe, ein Gesetzesgelehrter stand auf und versuchte ihn und sprach: Lehrer, was muß ich getan haben, um ewiges Leben zu erben? 10,26 Er aber sprach zu ihm: Was steht in dem Gesetz geschrieben? Wie liest du? 10,27 Er aber antwortete und sprach: `Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand und deinen Nächsten wie dich selbst. 10,28 Er sprach aber zu ihm: Du hast recht geantwortet; tu dies, und du wirst leben. 10,29 Indem er aber sich selbst rechtfertigen wollte, sprach er zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? 10,30 Jesus aber erwiderte und sprach: Ein Mensch ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter Räuber, die ihn auch auszogen und ihm Schläge versetzten und weggingen und ihn halbtot liegen ließen. 10,31 Von ungefähr aber ging ein Priester jenen Weg hinab; und als er ihn sah, ging er an der entgegengesetzten Seite vorüber. 10,32 Ebenso aber kam auch ein Levit, der an den Ort gelangte und sah [ihn] und ging an der entgegengesetzten Seite vorüber. 10,33 Aber ein Samariter, der auf der Reise war, kam zu ihm hin; und als er ihn sah, wurde er innerlich bewegt; 10,34 und er trat hinzu und verband seine Wunden und goß Öl und Wein darauf; und er setzte ihn auf sein eigenes Tier und führte ihn in eine Herberge und trug Sorge für ihn. 10,35 Und am folgenden Morgen zog er zwei Denare heraus und gab sie dem Wirt und sprach: Trage Sorge für ihn; und was du noch dazu verwenden wirst, werde ich dir bezahlen, wenn ich zurückkomme. 10,36 Was meinst du, wer von diesen dreien der Nächste dessen gewesen ist, der unter die Räuber gefallen war? 10,37 Er aber sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm übte. Jesus aber sprach zu ihm: Geh hin und handle ebenso!
(aus der Elberfelder Bibel: http://www.joyma.com/elberfe.htm )

Ganz ausdrücklich verurteilt Jesus hier den Priester und den Tempeldiener, weil denen ihr Kult und ihre religiösen Vorschriften wichtiger waren - sie durften ja etwa einen blutenden Menschen nicht berühren, weil Blut unrein machte und komplizierte Reinigungsriten erforderte. Es ging also vermutlich gar nicht einmal darum, dass der Priester auf die andere Straßenseite ging, weil er gar keine Lust hatte zu helfen, selbst wenn er kein Verbandsmaterial dabei hatte und auch kein Lasttier hatte, um ihn wegzutransportieren, er durfte einfach nicht! Denn er war auf dem Weg zum Gottesdienst, und er mußte sich für diesen Gottesdienst rein halten! Und sage mir jemand, dass das nur das Problem der Priester von damals war: Wie oft wird mir vorgeworfen, dass ich mit meinem Engagement doch lieber Ethikunterricht machen sollte, doch im Religionsunterricht ginge es doch viel mehr um Glauben! Und was ich wollte, sei doch blanker Atheismus und irgendein sektiererischer Humanismus...

Jesus sagt, daß diese Menschen allerdings nichts von der wirklichen Religion eines gütigen Vaters begriffen hätten - im Gegensatz zu dem Samariter, der zupackt, weil Not am Mann ist, selbst wenn der offiziell einen falschen Gottesglauben oder auch gar keinen hat. Und dieses Gottesbild vom gütigen Vater ist nicht irgendeine Spitzfindigkeit von basisreligion, sondern durchgängige Tendenz in der Botschaft Jesu, siehe etwa das Stichwort Bergpredigt! Auch nach der werden wir einmal nicht gefragt, an was wir geglaubt haben, sondern wie wir uns gegenüber Menschen, die in Not waren, verhalten haben... (Anmerkung: Ob das mit dem Horror der damaligen jüdischen Priester vor dem Blut stimmt, kann ich nur vermuten - ich habe hier von vergleichbaren Tabuthemen in anderen Kulturen geschlossen, im Buddhismus etwa muß ein Mönch, der von einer Frau berührt wurde, komplizierte Reinigungsriten durchführen - daher sollte eine Frau einen buddhistischen Mönch nur berühren, wenn sie ihn ärgern will. Genaueres zum Thema Blut und Reinigungsriten bei den jüdischen Priestern habe ich allerdings nicht gefunden. Wenn jedenfalls jemand Genaueres weiß, bitte ich um Information!)

Und jetzt schauen Sie einmal in den Brief von Anita oder in das Gespräch 40, auch hier ist eine Notsituation, hier ist etwas nicht in Ordnung, hier wird Liebe mißbraucht (besonders wenn wir uns das Gespräch 2 durch den Kopf gehen lassen), hier werden Menschen oft regelrecht seelisch kaputt gemacht, doch die frommen Leute schützen ihren angeblichen Glauben und ihren Kult vor, nichts zu unternehmen, zumindest nichts Sachdienliches. Beschäftigung mit der Sexualität - oh, das ist alles sündig (genauso wie bei den Priestern und Tempeldienern zur Zeit Jesu die Berührung mit dem Blut), also Finger davon! Dabei könnte man doch etwas machen, das ist doch alles eine Frage von Gebrauch und Mißbrauch! Aber dagegen steht eben die ins Gnostisch-Dualistische - oder auch ins Götzendienerische oder Pharisäische entfremdete Interpretation unseres Glaubens...

Ich bin ja gespannt wie die typischen Möchtegernchristen, die das alles nichts angeht und die sich nur auf ihren rechten Glauben berufen, beim Endgericht, an das sie ja glauben, vor Gott stehen und was sie da sagen, wenn sie gefragt werden!

Andere Meinungen zum Gottesbild

Ich zitiere hier aus der Website http://www.kreudenstein-online.de/Religionskritik/pascals_wette.htm (gekürzt, daher bitte dort Nähers lesen!):

 

Pascals Wette

In Diskussionen mit Christen taucht sie immer wieder mal auf, fast unweigerlich - die Pascalsche Wette. Diese Wette geht in etwa so:

"Wenn Du an Gott glaubst, aber Gott existiert nicht, so verlierst Du nichts - aber wenn Du nicht an Gott glaubst, und Gott existiert, so wirst Du in die Hölle geworfen. Deswegen ist es dumm, nicht an Gott zu glauben"

Was die Wette angeht, so zähle ich einfach mal ein paar Bedingungen auf, unter denen die Wette zu meinen Ungunsten ausgeht, obwohl ich an Gott glaube und Gott existiert (ohne Anspruch auf Vollständigkeit, im Gegenteil, es gibt so viele Alternativen, dass eine komplette Aufzählung jeden Rahmen sprengen würde):

  • Gott existiert, aber es gibt kein Leben nach dem Tode.

  • Gott denkt über Bestrafung anders und bestraft die Menschen, die nur um eines Vorteils willen an ihn glauben.

  • Gott ist es völlig gleichgültig, ob ich an ihn glaube oder nicht, sondern er bemisst mich nur an meinen Taten, nicht nach meinem Glauben.

  • Gott existiert, aber der Islam hat recht. Da ich an die falsche Religion glaube, lande ich in der Hölle.

  • Gott bestraft die Menschen, die an ihn glauben, weil sie nicht genug Gebrauch von ihrer Vernunft machen.

  • Gott bestraft die Menschen, deren Hybris sie dazu veranlasst, in SEINEM Namen zu handeln vorzugeben.

  • Gott interessiert es nicht, was die Menschen tun oder lassen oder glauben.

  • Es gibt keine Hölle, und alle Menschen bekommen das ewige Leben.

  • Es gibt eine Hölle, und alle Menschen kommen dort hinein.

  • Ich beleidige Gott, in dem ich an ihn glaube. Denn durch den Glauben gestalte ich ihn nach meinem Bild.

  • Gott interessiert sich nicht für das Universum, sondern hat es Satan überlassen. Der aber mag es überhaupt nicht, wenn man an Gott glaubt ...

  • Der Glaube an Gott reicht nicht aus, um die Unsterblichkeit zu gewinnen, ich muss noch andere Bedingungen erfüllen, die ich aber leider nicht kenne.

  • Gott würfelt aus, wer in die Hölle kommt und wer nicht.

  • ... usw. usf.

Um die Wette akzeptabel zu finden, muss ich bereits an einen ganz bestimmten, genau festgelegten Gott mit spezifischen Eigenschaften glauben. Weicht auch nur eine der für Gott angenommen Eigenschaften vom tatsächlichen Gott ab (wenn er denn überhaupt existiert), dann verliere ich die Wette, obwohl ich glaube, sie zu gewinnen. Nur wenn der Glaube richtig ist, dann macht diese Wette überhaupt einen Sinn. Sonst wette ich beim Pferderennen, dass Michael Schumacher auf Ferrari gewinnt.

 

Und immer wieder einmal: Nervige und bigotte Fragen nach dem Glauben des Verfassers der Website an Gott (hier vom Februar 2005):

 

Sehr geehrter Webmaster,

Ich bin zufällig auf ihre Seite über Basisreligion gestoßen und hätte nurmal eine Frage:

Glauben sie an den Gott bzw. Jesus, der in der Bibel beschrieben wird, oder schenken sie dem Wort( ich meine jetzt die Bibel als Offenbarung Gott, des Schöpfers aller Dinge) keine so große Bedeutung zu?

Denn ansonsten weiß ich nicht, was ich mit ihren Ausführungen über Die Jungfrauengeburt oder der Sexualität anfangen soll.

Danke für ihre Antwort und Mühe,

MFG H....
 

Antwort von basisreligion:

 

Lieber Herr (?) H...!

Bei Matthäus 7, 21ff steht: "Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter!"

Es kommt also darauf an, den "Willen Gottes" zu tun - und das bedeutet, daß sich die Menschen wieder an die Gebote Gottes halten. Und damit das auch und gerade bei jungen Menschen passiert, muß man sich wohl schon etwas einfallen lassen... Den Glauben propagierten dagegen ja auch die Pharisäer. (Natürlich: So genau kennen wir nicht den Willen Gottes, doch solche Hinterhältigkeit auf der einen Seite und die entsprechende Dummheit auf der anderen wie in Gespräch 2 kann wohl beim besten Willen nicht zum Willen Gottes gehören, dagegen kann er wohl auf einen Personenkult um ihn eher verzichten!)

Aus Ihrer Frage wird mir nicht klar, zu welcher Kategorie Sie gehören: Zu denen, für die "der Willen Gottes" Grundlage ihres Handelns ist, oder zu den "Übeltätern"?

Tschüs

Michael P.

Ich habe mir erlaubt, den kurzen Schriftwechsel dem Stichwort "Gottesbild des Verfassers..." anzuhängen.

 

Wieder Herr H.:

 

Lieber Herr P...,

sie glauben also, dass Jesus nur ein Mensch war,(und nicht der eingeborene Sohn Gottes) der die Menschheit wieder auf die zehn Gebote zurückbesinnen will?

In Johannes 14,6 steht doch: "Ich bin der Weg,die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich."

Das bedeutet doch, dass nur durch Jesus Rettung möglich ist. Und davon spricht doch die Bibel vom Anfang bis zum Ende. Nicht, dass es uns auf der Erde gut geht, das überall Gleichberechtigung ist( was natürlich schön wäre), keiner hungern muss, sondern dass wir eine Beziehung zu Gott haben dürfen, die seit Adam und Eva abgebrochen ist, aber durch Jesu Tot und Auferstehung wieder möglich wurde. Es gibt doch so viele Verheißungen in der Bibel(AT), die auf Jesus hindeuten, kann das nur ein normaler Mensch mit einer guten Botschaft gewesen sein?

MFG,
H...

 

....von basisreligion:

Lieber Herr H...!

Ich verstehe Sie nicht... Wenn wir dem wahren Gott dienen wollen, dann müssen wir uns doch an Jesus orientieren und nicht an irgendwelchen Götzenkulten (mit ihren für Götzen typischen Personenkult). Und was wir im Sinne Jesu tun müssen, habe ich doch u.a. in den Stichworten kriminologischer Ansatz und Nachfolge Jesu geschrieben.

Ganz abgesehen davon, ob die Jesuszitate, über die wir hier reden, tatsächlich vom historischen Jesus stammen und ob sie im richtigen Zusammenhang gebraucht und auch richtig übersetzt sind, könnte Jesus hier das Problem des Zweiten Gebotes der Zehn Gebote angesprochen haben, nicht den Namen Gottes zu mißbrauchen: "Niemand kommt zum Vater denn durch mich" meint danach: Nur Jesus zeigt den Weg zur Verehrung des "Vater". Alles andere ist eben nicht Gottesdienst für den richtigen Gott! Fangen wir also damit an und lösen wir diese Probleme - und sehen wir dann weiter! Ich finde, wir sollten uns gar nicht erst trauen, weiter zu gehen, bevor wir nicht das Ur-Anliegen Jesu gelöst haben!

Beste Grüße

Michael Pr.
 

Anmerkung: Ich mag hier diesem Herrn H... etwas hart geantwortet haben. Doch bitte ich zu bedenken: Bevor Herr H... so eine Mail schickt, sollte er doch einmal näher in die Website geschaut haben. Dabei müßten ihm eigentlich auch das Stichwort vom "kriminologischen Ansatz" und die "Susannageschichte" aufgefallen sein. Und wenn ihn das alles nicht interessiert oder wenn er das überhaupt nicht erst gelesen hat und trotzdem so eine Mail schreibt, dann ist er für mich entweder ignorant oder hartherzig und damit im Sinn einer wirklichen Nachfolge Jesu eben ein "Übeltäter" und nicht gläubig. Und dann braucht er einfach so eine Antwort!

Überhaupt zu derartigen Angriffen, denn es handelt es sich ja um Angriffe: Am Anfang meines Engagements dachte ich ja, daß in unserem Sittenverfall nichts Sachdienliches unternommen wird, einfach aus dem Grund, weil manche Informationen einfach nicht da sind - also aus Fahrlässigkeit. Doch dann brachte ich die Informationen ins Gespräch, etwa Hinweise auf das Gespräch 2 der "Vertraulichen Gespräche" - und je besser ich mit meiner Argumentation wurde, desto mehr stieß ich auf Ablehnung, mit immer neuen Begründungen, zuerst war ich zu emotionell und unwissenschaftlich und dann war ich zu wissenschaftlich und mir fehlten die Gefühle. Und irgendwann kam dann der Argwohn auf, daß man gar nicht will, daß sich etwas an dem Sittenverfall ändert. Es lebt sich ja ganz schön damit (vielleicht wie die berühmte "Made im Speck" oder besser der "Mistkäfer im Misthaufen"?)... Und da solche Leute dann auch immer von Gott reden, liegt es doch nahe, daß Gott nur immer vorgeschoben wird nach der Dünnbrettbohrertaktik... Dabei müßte doch klar sein, daß in einer verfahrenen Situation der Teufel immer im Detail steckt - und daß man, wenn man wirklich etwas ändern will, eben Detail für Detail durchgehen muß, und daß dabei dann selbst liebgewordene oder gar ehrwürdige Traditionen durchgescheckt und erforderlichenfalls aufgegeben werden müssen...

 

Und ich habe mich noch einmal um eine Stellungnahme bemüht (aber keine Antwort erhalten - sobald ich die Susannageschichte als Ansatz nehme und von daher dann etwa auf das "Gespräch2", ist im allgemeinen immer "Schweigen im Wald"):

 

Lieber Herr H...!

Eigentlich eher selten erhalte ich (negative) Kritik auf meine Website, Besucher bedanken sich eher regelrecht, daß ich mal klar sage, was Sache ist...

Sie werden sich ja inzwischen gewiß auch ein wenig mit der Website "basisreligion" beschäftigt haben. Und einige wesentliche Passagen werde Ihnen nicht entgangen sein. Erlauben Sie mir jetzt mal einige Fragen (an einen Besucher), die ich mir jedenfalls nicht beantworten kann (oder nur sehr abschätzig...).

Wenn Sie die Susannageschichte lesen, dann steigt doch in einem die Wut auf  über diese beiden alten Böcke, die hier ihre Stellung so  mißbrauchen. Warum nun folgen mir viele Leute nicht, wenn ich fordere, (pädagogische) Strategien zu entwickeln, daß so etwas einfach nicht vorkommt? Hier läßt sich doch etwas machen?

Wenn Sie das "Gespräch 2" der "Vertraulichen Gespräche" lesen, dann bekommt man doch auch die Wut. Wenn die Mädchen eine intelligentere Moral hätten, würden sie sich "für so etwas" doch nicht hergeben. Warum nun interessiert es nicht, den Mädchen eine intelligentere Moral beizubringen, die doch möglich wäre? Und gerade die kleinen Mädchen wollen genau das alles wissen... Ich habe versucht, diese Frage im "Gespräch 40" zu beantworten.

Und hier die weitere Frage: Liege ich richtig, wenn ich dem Mädchen in diesem Gespräch gesagt habe, daß das einfach alles nicht interessiert? Weil die Unschuld der Mädchen "denen da oben" völlig gleichgültig ist? Und die tun alle nur so fromm, einfach nur etwas glauben, ist ja so bequem, schon Jesus hielt sie aber alle für die wirklichen Bösewichter....

Und: Ich habe mich ja unter den Stichwort "Pharisäer" und "Glaube und Moral" ausgiebig mit dem Verhältnis von Glaube und Moral auseinandergesetzt in dem Sinn, daß Glaube noch nie Moral gebracht hat usw.  Und ich liege da ganz gewiß im Großen und Ganzen richtig, und ich finde, das müßte auch für andere einsehbar sein. Trotzdem: Wir machen immer weiter in dem alten Trott. Heißt das nicht, daß wir an wirklicher Moral gar kein Interesse haben?

Ich habe hier als Erklärung das Stichwort "Hartherzigkeit" verfaßt - liege ich da denn nicht richtig???

Ich würde mich jedenfalls über eine Antwort freuen!

Tschüs

Michael Pr.

und noch einmal:

Lieber Herr H...!

Sie wissen, daß ich sehr an Ihrer Antwort auf meine letzte Mail an Sie interessiert bin! Ich möchte schon wissen, was in Menschen vorgeht, die sich mit der Susannageschichte und der Sünderingeschichte von dem Gesichtspunkt der Susannageschichte auseinandersetzen...

Jedenfalls habe ich das Stichwort Gottesbild seit unserem letzten Mailwechsel noch um Gedanken zur Geschichte vom barmherzigen Samariter ergänzt - und ich hoffe, daß alles jetzt noch klarer ist. Der "rechte Gottesglaube" ist jedenfalls für Jesus offensichtlich nicht das Wesentliche, "so etwas" ist doch immer nur ein Problem für typische Pharisäer...

Nehmen Sie es bitte mir nicht übel, wenn ich mit Ihnen "Streitkultur" suche, denn meine Kirchenoberen und andere katholische "Rechtgläubige" weichen dem lieber von vornherein aus. Nur durch Zufall erfahre ich, wenn die mal über  meine Website diskutieren, etwa in einem katholischen Forum http://66.246.34.238/wbboard/thread.php?threadid=2946&boardid=14&page=1#14.

Tschüs und frohe Ostern

M. P.

 

Und noch ein Mailwechsel (Oktober 2006), diesmal mit einem Universitätsprofessor:

 

An den Verfasser der Webseite "Basisreligion".

Ihre religiöse Überzeugung in Ehren; aber schämen Sie sich nicht, mit solchen eristischen Tricks und Fangschlüssen zu arbeiten wie zu Beginn Ihrer Seite über das "Gottesbild des Verfassers von Basisreligion"??

N. N.
Hochschullehrer für Philosophie und Formale Logik i.R.

(Anmerkung von basisreligion: Eristik ist laut Fremdwörterduden nach Eris, der Göttin der Zwietracht, die Kunst des <wissenschaftlichen> Redestreits)


Antwort von basisreligion:

 

Sehr geehrter Herr Professor N.!

Bitte bedenken Sie, dass Sie Studenten vor sich hatten, die zu Ihnen kamen, weil sie ein Examen bei Ihnen machen wollten, weil sie das für ihren Beruf brauchten. Ich hatte aber (Berufs-)Schüler, die fast freiwillig kamen und die meine Note letztlich gar nicht brauchten. Ich mußte die also sozusagen so richtig motivieren. Und so finde ich den Einstieg doch sehr legitim für mein Anliegen des Gottesbildes, um das es Jesus geht. Das mit den eristischen Tricks und den Fangschlüssen ist ja vielleicht auch Standpunktsache. Maßstab für meinen Unterricht sind jedenfalls die Zehn Gebote, wo komme ich bitte mit denen bei meinem Einstieg in Konflikt?

Oder wissen Sie einen besseren Einstieg und eine bessere Argumentation?

Im Übrigen möchte ich "die da oben" schon ein bisschen provozieren, denn denen sind doch "die da unten" zumeist herzlich egal. "Die da unten" dürfen allenfalls die Steuern bezahlen, damit "die da oben" ihre Gehälter bekommen. Das mag locker klingen, doch es ist wirklich so, wo bitte wird in meiner Branche (und auch sonst) an ethischen Konzepten für Mädchen getüftelt? Fehlanzeige, sie sollen gefälligst mitmachen und lediglich drauf achten, dass die Jungen und Männer Kondome nehmen, tolle Ethik ohne jeglichen Einsatz des Verstandes! Na, Sie haben ja vielleicht ein wenig weiter in meine Website geschaut....?

Mit freundlichen Grüßen

Michael P.


(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)