Grundschema von basisreligion

Mißverständnisse rühren schlicht und einfach vor allem daher, weil die Gesprächspartner unterschiedliche /Denk-)Schemata oder auch Modelle in ihren Hinterköpfen haben - und sie streiten sich im Grunde über Nebensächlichkeiten, ohne dies mit diesen Hinterkopf-Denkschemata zu bedenken. Also müßten wir dort anfangen! Da wir Menschen nun vor allem in Bildern denken (oder sogar von der Schule her in Tafelbildern), soll es in diesem Stichwort darum gehen, die Grundgedanken von basisreligion schematisch darzustellen.

In dieser Website geht es um die Problematik der Zerstörung der leibseelischen Einheit des Menschen und wie diese Zerstörung überwunden werden kann.

Ausgangspunkt ist die uns geläufige Theorie von der Unterdrückung des Arbeiters oder des Sklaven nach Karl Marx.

1. Die Ausbeutung des Menschen durch den "Kapitalisten" und die Rolle der Religion dabei nach Karl Marx:

Eine stille oder offene unheilige Allianz zwischen Kapital und Religion verhindert es, daß die unterdrückten Menschen couragiert ihr Schicksal in ihre eigenen Hände nehmen.

 

                                         

Zum Schaubild 1: Der Unternehmer, ganz gleich ob heutiger Kapitalist oder frühere Sklavenhalter, beutet also den Arbeiter beziehungsweise den Sklaven aus, um selbst in Saus und Braus zu leben. Normalerweise würden die unterdrückten Menschen nun irgendwann einmal gegen ihre Unterdrücker oder Ausbeuter aufbegehren, um zu versuchen, sich von ihrem menschenunwürdigen Joch zu befreien, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und mit den Mitteln, die ihre Ausbeuter ihnen zuviel abgenommen haben und die sie  ja doch nur mit überflüssigem Luxus verprassen, selbst ein menschenwürdiges Leben zu führen. Und wenn alle Unterdrückten sich einig wären, dann müßte das doch gelingen!

Doch um den Unterdrückten sozusagen den Schneid abzukaufen, sich gegen ihren Herrn aufzulehnen, lassen sich die "Ausbeuter" einen ganz besonders fiesen Trick einfallen: Sie gehen nämlich ein Bündnis (oder eben ein Komplott) mit der Religion ein oder sie erfinden sie sogar, zumindest fördern sie sie! Und diese Religion predigt den Menschen sozusagen den Gehorsam, sich in das gottgegebene System einzufügen und treu an der Stelle, die dem Menschen nun einmal angeblich von Gott zugeteilt ist, das Leben durchzustehen, und sich also weiter geduldig ausbeuten zu lassen. Und wenn die Menschen das dann gut erledigt haben, dann verspricht die Religion die Belohnung in einem paradiesischen Leben nach dem Tod. Wenn sie das jedoch nicht gut machen, wenn sie sich etwa gar auflehnen gegen die nun einmal göttliche Ordnung, dann werden sie einmal von Gott ewig verdammt werden. Religion also als Seufzer der bedrängten Kreatur und gleichzeitig als Opium des Volkes! Wenn das keine perfekten mafiösen Strukturen sind, wenn es wirklich so wäre - siehe Mafia!

Und um dem Menschen nun diesen Schneid zurückzugeben, sich aufzulehnen gegen Ausbeutung, Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit und nicht erst auf ein Jenseits zu warten, das ja nur eine Erfindung der Unterdrücker ist und das es ja doch nicht gibt, und das Paradies hier und jetzt zu verwirklichen, ist es - immer nach Marx - eben nötig, die Religion abzuschaffen. Daher also die Kirchenfeindlichkeit bis hin zum Atheismus nach Karl Marx!

Die Problematik, wie der Kapitalist im Komplott mit der Religion den Arbeiter ausbeutet (siehe Stichwort Religionskritik), haben wir zwar hinter uns (wirklich?). Denn vermutlich sind da nun einmal gewisse Zwänge mit unserer arbeitsteiligen modernen Wirtschaft gegeben - und inzwischen können sich die Arbeiter ja dank der Gewerkschaften und der Tarifverträge auch wehren! Und was ist, wenn ein Arbeiter Aktien des Unternehmens besitzt, in dem er selbst Arbeiter ist?

Doch soll dieses Schaubild nun als Anregung genommen werden, zu zeigen, wie wir die jungen Menschen indoktrinieren, um sie an unseren "Sittenverfalls-Standard" anzupassen. Was inzwischen bei Marx als erledigt gelten kann, ist auf einem anderen Sektor noch höchst aktuell. Danach sind also nicht nur die ausgesprochenen Sittenstrolche (oder auch diese Männer vom Recht der ersten Nacht, die Haremsbesitzer, die Bordellbesucher) die Täter, auch und gerade die typischen Gutmenschen sind beteiligt, einfach weil sie nichts oder nur das Falsche unternehmen. Und das muß ja nun wirklich nicht sein!

2. Teufelskreis der Bösartigkeit und der Gleichgültigkeit/Verantwortungslosigkeit nach basisreligion:

Zum Schaubild 2: Eine stillschweigende unheilige Allianz zwischen den beiden Polen Bösewichter und nützliche Idioten hält diesen Teufelskreislauf in Schwung. Allerdings sind die wenigsten Menschen unmittelbar diesen beiden Polen zuzuordnen. Doch prägen beide dermaßen unser ganzes Denken, bis schließlich unsere ganze Kultur sozusagen total versifft ist, daß selbst die gutwilligsten Menschen nicht mehr erkennen können, was gut und richtig für sie ist, und in den Teufelskreis hineinschlittern. Immerhin: Es sieht alles danach aus, daß der geschichtliche (oder der wirkliche) Jesus, wie ihn die Theologen nennen, genau diese Strukturen in seiner Zeit durchschaut hatte und gegen sie vorgegangen war, indem er vor allem die Gutwilligen direkt ansprach (wir sagen: "Er predigte den Armen das Reich Gottes") - und daß das der Grund für seinen gewaltsamen Tod war.

                                

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nicht nur die Sachen der Politik, der Wirtschaft und der Religion sind die weltbewegenden! Von Bedeutung ist vor allem auch das ganz kleine Glück jedes einzelnen Menschen, wie läuft das mit seiner Einheit von Leib und Seele, also mit den zwischenmenschlichen Beziehungen, wie läuft das mit Liebe und Partnerschaft? Wie kommt es da zu Problemen, wie hängt das alles mit Glück und Unglück zusammen? Wie kann man das alles, was nachteilig ist, vermeiden, was kann man künftig besser machen?

Der Teufel sitzt immer im Detail - also kümmern wir uns um die Details!

Wie das nun mit den ersten Abenteuern im Leben junger Menschen passiert, wurde etwa in den Vertraulichen Gesprächen oder auch in den vier Gesprächen zu beginn des Buchs Spaß an der Moral geschildert: Ein ausgesprochener Don Juan erobert einen der nachwachsenden Menschen und hat unverbindlichen Sex mit ihm. Eigentlich müßte sich nun gerade ein junges Mädchen, mit dem das geschieht,  doch dagegen wehren und die Lust verlieren und sich verweigern, denn in seinem ureigensten Interesse ist das ja nun wirklich nicht. Doch irgendwie scheinen die jungen Menschen sehr oft geradezu besessen zu sein, auch noch mitzumachen, und scheinen solche Abenteuer gar nicht erwarten zu können und beginnen schon aus eigenem Antrieb damit, einfach weil sie meinen, dadurch etwa modern zu sein. Jedenfalls kommen sie gar nicht darauf, erst einmal die oktroyierte Leibfeindlichkeit zu überwinden und sich um eine sinnvolle Menschenkenntnis zu kümmern. Es gibt also eine ausgesprochene Täter-Opfer-Beziehung!

Ich weiß, von was ich rede, wenn ich das Wort Sabotage verwende...

Das Problem einer jeden wirklichen Moral ist doch das, daß sie aus sich heraus vernünftig und einsichtig sein muß, wenn man sich auch wirklich an sie halten soll - und nicht von irgendeinem Glauben her, und sei dieser Glaube noch so großartig. Denn eine von einer anderen Instanz aufoktroyierte Moral, also auch eine von einem Glauben her begründete, wird immer irgendwann als Last empfunden werden und man wird nach Ausreden suchen, daß sie eben in diesem besondern Fall, in dem man sich gerade befindet, nicht gilt... Und nur eine aus sich heraus begründete Moral wird die Phantasie die Menschen ermuntern, Wege zu finden, wie man sie hält. Daher geht es bei basisreligion um eine aus sich heraus vernünftige und einsichtige Moral. Die Funktion Gottes dabei ist, daß wir jemanden haben, den wir bitten können, uns zu dabei helfen, daß wir auch tatsächlich etwa die Informationen erhalten, diese Moral auch zu halten.

Und obwohl diese Zusammenhänge längst bekannt sind (siehe etwa das Stichwort Gewissen), scheren sie die Religionen überhaupt nicht. Von Kind an - und gemeint ist hier vor allem auch das bereits bewußt denkende Kind, das bereits Schule und kirchlichen Unterricht besucht - wird das sachgerechte Denken der Menschen im Hinblick auf Moral durch ausgesprochene Leibfeindlichkeit und Vertuschung der Wirklichkeit bis hin zum Glauben an Irrationales vernebelt oder gar zerstört. Und ich weiß, wovon ich rede, wenn ich das Wort Sabotage verwende. Denn seit bald dreißig Jahren versuche ich u. a. die Gespräche zum Thema Liebe den jungen Leuten nahe zu bringen und mit ihnen darüber zu reden und mit ihnen zu Konzepten zu kommen und das klappte auch immer sehr gut, wenn ich Gelegenheit hatte - auch Eltern waren dafür -, aber keine Institution - ob Schule oder Kirche - will das, mit welchen Ausflüchten auch immer. Eine Ausnahme ist möglicherweise der Kölner Kardinal Meisner, aber gegen sein Personal war auch da nichts auszurichten. Obwohl ich ein Schreiben aus seinem Sekretariat vorlegen konnte, daß ich ein Projekt anfangen könnte, wurde mir immer ein solches Projekt verwehrt etwa mit der Ausrede: "Ob der Her Kardinal überhaupt alles gelesen hat, was Sie da schreiben.." Jedenfalls soll ganz offensichtlich nach wie vor den jungen Menschen jede Information und jeder Schneid und vor allem auch die Gelegenheit genommen werden, rechtzeitig (also vor der Pubertät, wenn alles los geht) zu einem effektiven Lebenskonzept zu kommen. Und so werden die nachwachsenden Menschen wieder genauso wie die Komplott-Menschen: Die einen kommen mit dieser Lebensweise nicht so recht klar, bereuen, was sie getan haben und verdrängen das, weil es unangenehm war (das Feigenblattphänomen in Anlehnung an Adam und Eva, die mit Feigenblättern ihre schlimme Tat verdrängten!) und bekehren sich zu Gott und engagieren sich in der Religion (und indoktrinieren jetzt ihrerseits die nächsten jungen Menschen mit Glauben und Leibfeindlichkeit). Und die anderen gehen den einmal eingeschlagenen Lebensweg weiter und bringen den nächsten jungen Menschen, die ja nichts durchschauen, ihre Weise des Lebens bei: ein Teufelskreis. Natürlich ist das Komplott in beiden Schaubildern im allgemeinen stillschweigend, die Zuständigen in Gesellschaft und Religion unternehmen einfach nichts und die Kapitalisten bzw. die Don Juans zeigen sich erkenntlich, indem sie entweder ansonsten brave Staatsbürger und Steuerzahler sind beziehungsweise werden oder gar die Religionen materiell und ideell unterstützen (letztere natürlich erst, wenn sie alt geworden sind und ihre früheren Sünden sühnen möchten)! Manchmal gibt es allerdings auch eine Personalunion!

Dabei hatte sich der historische Jesus gewiß etwas völlig anderes vorgestellt, überhaupt scheinen die christliche Religion und auch die jüdische Religion (Jesus ging es je vermutlich nur um eine Reform der jüdischen Religion) zumindest von ihrem Ursprung her die einzigen Religionen zu sein, für die das diesseitige Paradies der Partnerschaft und Liebe in der Einheit von Leib und Seele Anliegen ist! Doch dazu später!

Anmerkungen zum Schaubild:

  1. Natürlich passiert das, was hier dargestellt ist, in dieser Direktheit gewiß nur relativ wenigen Menschen (oder machen wir uns gern hier etwas vor - sind es am Ende doch mehr?), doch bestimmen die Ängste, die damit verbunden sind, in einem viel höheren Maß unser Leben, ohne daß sie uns wirklich helfen, wenn es einmal darauf ankommt. Es ist vielleicht wie mit einer "falschen Angst" im Straßenverkehr: Wir werden unsicher und schreckhaft usw., ohne daß wir wirklich geschützt sind - wenn´s drauf ankäme, "passiert´s" eben doch!

  2. Und natürlich gibt diese schematische Darstellung nicht nur die Situation in unserem christlichen Glauben wieder, sondern in allen typischen Religionen, und auch und gerade im Islam. Hier ist vielleicht alles nur noch extremer, wenn manches gewiß auch anders läuft. Wenn mir ein moslemischer Schüler erzählt, daß seine Erfahrung ist, daß gerade die verschleiertsten Mädchen am wenigsten Jungfrau sind, dann scheint es ja das Problem Don Juan auch hier zu geben, doch wir kennen ja auch das Problem Haremskultur in Islam! Von einer Partnerschaft zwischen Mann und Frau und von einer Einheit von Leibe und Seele kann jedenfalls nicht die Rede sein...

  3. Und es sind auch nicht immer nur "Bekehrte", die den Teufelskreislauf weiter treiben, des Vertrackte ist, daß sehr viele Gutwillige, die dasselbe am eigenen Leib erlebt haben, was sie für andere verhindern wollen, lediglich ein ziemlich sinnloses und sogar kontraproduktives Helfersyndrom entwickeln. Und weil sie sich nicht so auskennen, lassen sie sich von solchen verdrängenden Bekehrten  beeinflussen und trauen sich einfach nicht, wirklich kritisch zu sein! Wer wagt schon gegen allgemeingültige Lehrmeinungen anzugehen, seien es solche religiöser oder moralischer Natur? Versuchen Sie doch einmal, gegen die Erziehung von Kindern zur Leibfeindlichkeit vorzugehen!

  4. Was not täte, wäre eine sinnvolle Aufarbeitung, daß wir also diese Zusammenhänge durchschauen und sozusagen Sand ins Getriebe des Teufelskreislaufs werfen! Wenn Sie konkreter wissen wollen, wie die Kinder motivierbar sind und wie man mit Kindern über alles reden kann, dann schauen Sie doch einmal in die Stichworte Kindererziehung, Gruppeneffekt und Erstkommunion! Sie müssen deswegen ja nicht gleich christlich sein oder gar katholisch werden... Jedenfalls finden Sie auch einen Bericht, den Sie den Kindern vorlesen und Sie dann als Ausgangspunkt für Gespräche mit ihnen nehmen können!

    Aber ob das nicht alles ungeeignet für Kinder ist, weil das für sie zu schockierend ist und ihnen den Lebensmut nimmt? Ich kann hierzu nur sagen, ich habe da ganz andere Erfahrungen. Bedenken Sie: Was Sie als jemand, der das alles hinter sich hat, lieber verdrängen, weil es bei Ihnen unangenehme Erinnerungen weckt, kann für Kinder durchaus eine spannende Sache der Menschenkenntnis sein, wie sie das nämlich positiv bewältigen können! Nicht umsonst sind wir Menschen ja auf Neugier und Spielverhalten angelegt! Und vor allem lernen die jungen Leute, um was es geht und können dadurch überflüssige Ängste vermeiden und freier und emanzipierter werden. Klar, wenn ich genauer weiß, wie etwas "passiert", weiß ich auch, wie etwas "nicht passiert". Allerdings ist bei alldem wohl doch ein wenig (christliche) Religion erforderlich, die den jungen Menschen die Zuversicht gibt, daß bei ihnen das Zusammenspiel von Vernunft und Gefühl auch immer "klappt". (Man bringt ja auch Soldaten nicht erst das Kämpfen bei, wenn sie schon an der Front sind, denn dann würden sie immer "verlieren", sondern längst vorher - egal ob ein Kriegsfall eintritt oder nicht.)

    Ansonsten: Schieben Sie doch nicht immer die Kinder vor, die angeblich Probleme haben! Wer hier Probleme hat, sind doch Sie selbst!

Anmerkung: Bitte dem Verfasser von basisreligion nun nicht marxistisches Denken unterstellen! Das Denkschema nach Karl Marx diente lediglich als Anregung, einmal zu überprüfen, wie das nun wirklich ist! Und noch etwas: Dieses Stichwort mit den beiden schematischen Darstellungen wurde erst im Juli 2005 eingefügt, also einige Jahre nach Beginn der Website. Wäre dieses Stichwort gleich am Anfang da gewesen, hätte einiges anders formuliert werden können. Und nun muß das so nach und nach umgebaut werden.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)