HACKORDNUNG. Der Begriff stammt von Beobachtungen der Hühner eines Hühnerhofs. Interessant ist nämlich, dass es da eine bestimmte Hackordnung gibt: Es ist also keinesfalls so, dass jedes Huhn jedes Huhn hackt, wenn es gerade Lust dazu hat, sondern es scheint streng geregelt zu sein, wer wen hackt und hacken darf. Dabei wird das oberste Huhn (im allgemeinen ist das natürlich der Hahn) natürlich von keinem anderen Huhn gehackt, wohingegen es alle anderen hacken darf (wobei es sich  vermutlich mit den rangniedrigsten Tieren allerdings gar nicht abgibt). Und so pflanzt sich die Hackerei fort, bis zum untersten Huhn, was dann von allen anderen entsprechend gehackt wird.

Das Deutsche Legehennenlexikon schreibt dazu: "Erst um 1920 wurde dieses Sozialverhalten erforscht, das die Rangfolge in der Herde klar definiert. Faktoren für die Rangordnung sind Geschlecht, Alter, Gewicht und hormoneller Status der Tiere. Im Alter von sieben bis acht Wochen legen die Küken ihre soziale Stellung in der Gruppe durch heftige Zweikämpfe fest. Diese Rangordnung bleibt in der Regel bestehen; weitere Kämpfe bleiben meist aus. Um die bestehende Ordnung zu festigen, erkämpfen sich ranghöhere Tiere durch Hacken und Drohgebärden den Vortritt an der Futterstelle und an bevorzugten Aufenthaltsplätzen. Gegenüber einer linearen Rangordnung in kleinen Herden herrschen in größeren Herden komplexe Rangordnungssysteme. Der soziale Rang innerhalb einer Herde hat kaum Einfluss auf die Leistung der Tiere."

Eine solche Hackordnung gibt es mehr oder weniger bei allen Tieren, die in Gruppen zusammenleben, und natürlich auch bei den Menschen. Die Stellung mancher in der Rangordnung  ist nun eher "natürlich", weil sie sowieso viel Geld oder Macht haben, manche "Niederen" glauben allerdings auch, ihre Stellung in der Rangordnung zu stärken, wenn sie sich besondere "Statussymbole" zulegen, etwa ein großes Auto oder aufwendige Kleidung. Doch es gibt auch andere, die bewusst auf die ihnen eigentlich zustehenden Statussymbole verzichten, weil es etwa einfach vielfach praktischer ist, wenn sie nicht immer gleich auffallen. Ein Grund für solches "Untertreiben" kann zum Beispiel sein, dass den davon Betroffenen zu sehr die Frauen nachlaufen, und sie darauf aber gerne verzichten, weil die Frauen, die eben so sehr hinter denen mit den typischen Statussymbolen her sind, schließlich doch immer nur sehr hohlköpfig sind und sich keinesfalls für vernünftige Partnerschaften eignen.

 

Hackordnung "in Sachen Moral".

Eine ehemalige Schülerin sagte mir einmal zu dem Doppelbuch "Jesus und die Sünderin" und "Vertrauliche Gespräche": "Die Leute suchen in dem Buch doch nur, dass jemand anderes noch schlechter ist als sie selbst..."

Ja, vermutlich ist das ein Grund, dass diese beiden Bücher und überhaupt die Website basisreligion nur relativ zögerlich angenommen werden, es geht hier nun einmal um moralische Themen und die Besucher der Website suchen eben auch dabei eine Hackordnung: Irgend jemand muss doch schlechter sein als man selbst, doch eine solche Hackordnung gibt es bei basisreligion nun einmal nicht, hier ist jeder irgendwie betroffen. 

Nicht nur in den Gefängnissen (da ist es bekannt), sondern auch sonst ist es nämlich bei den moralischen Verurteilungen so, dass der Mitschnacker (oder eben der Kinderschänder) auf der untersten Stufe steht, über dessen Unmoral entrüsten sich natürlich alle, auf dem hacken alle herum, wohingegen die sonstigen "Sünder" mehr oder weniger gut wegkommen, was die treiben, sind doch nur nebensächliche Kavaliersdelikte. Ja, bisweilen stehen "diese Sünder" sogar recht weit oben, man bedenke nur, wie manche Mädel sogar ausgesprochenen "Jungfrauenknackern", die auch als solche bekannt sind, regelrecht hinterherlaufen!

Hier soll nun keinesfalls für die Mitschnacker gesprochen werden, doch werden hier auch andere moralische Verfehlungen als solche beim Namen genannt und entlarvt, wenn sie natürlich auch im jeweiligen Gesamtzusammenhang, also auch von Freiheit und Schuld, gesehen werden. Doch passen solche "Nennungen" keinesfalls allen davon Betroffenen, weil sie ihren oft ihr ganzes Selbstwertgefühl und ihren sehr mühsam aufrechterhaltenen Sinn des Lebens in Frage stellen. (

Früher waren diese "nötigen Letzten in der Hackordnung" wohl die Homosexellen oder die Geschiedenen oder die mit den unehelichen Kindern, doch nachdem das alles sozusagen üblich und gesellschaftsfähig geworden ist, bleibt die Bestätigung des eigenen Selbstwertgefühls jetzt eben bei den Mitschnackern hängen - und natürlich auch von den Homosexuellen, den Geschiedenen und den mit den unehelichen Kindern! (Es geht hier nicht darum, alte Geschichten wieder aufzuwärmen, es geht hier lediglich um das Problem der Hackordung!)

 

Der miese Status der Kinderschänder verhindert geradezu eine Aufarbeitung des Problems "Kindesmissbrauch"!

Da gerade alle anderen Sittlichkeitstäter sozusagen den Kinderschänder geradezu brauchen, weil der noch unter ihnen steht, ist es auch ungemein schwer, dieses Problem und auch das Problem des Sittenverfalls ganz allgemein zu lösen. Denn jeder Versuch einer Lösung wird natürlich nicht nur argwöhnisch betrachtet, sondern sogar - bewusst oder unbewusst - verhindert, weil dann ja die Rechtfertigung wegfällt, dass man selbst besser ist als andere und daher gar nicht wirklich schlecht ist. Und natürlich wird bei der ganzen Thematik dann auch sehr großzügig verurteilt, schon eine unbefangene Nacktheit mit Kindern ist äußerst verdächtig und sogar verwerflich. Damit werden nun wieder Gebrauch und Missbrauch in einen Topf geworfen - und so wird auch eine Aufarbeitung unserer verheerenden Leibfeindlichkeit schließlich unmöglich gemacht, die ja sozusagen die Basis einer Lösung wäre. Und so kann wieder das berühmte Reinfallen geschehen - und es schließt sich also der bekannte Teufelskreis.

Natürlich haben es - wie immer - alle nur gut gemeint - und dass alles üblicherweise schief geht, damit haben die berühmten Gutmenschen (die über nichts wirklich nachdenken) dann sowieso nichts mehr zu tun! (Anmerkung: Die wütendsten Angriffe auf mein Engagement bekam ich von zwei Frauen - von der einen mündlich und von der anderen schriftlich, ich habe das in dieser Website auch erwähnt -, die ungefragt ihre "sonstige Unverklemmtheit" andeuteten und die auch genau wussten, dass mein Umgang mit Kindern sich auf das bezog, was in dieser Website beschreiben ist. Eine Streitkultur kam trotz meiner Bemühungen nicht zustande.)

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(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)