Gegen die Heuchler - Bibelzitate zur Seite "Heuchelei"!

Im Internet gibt´s unter www.bibel.de die Lutherbibel, es seien hier einmal daraus die Jesusworte gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer zitiert, zumindest ein Teil davon ist gewiß „Original-Jesus“, und der dürfte reichen, um zumindest zu ahnen, was Jesus von der religiösen Führung seiner Zeit hielt. Er steht hier völlig in der Tradition der alten Propheten! Beachten Sie bitte die sehr direkte Sprache Luthers! Wie Jesus nach Auffassung von www.basisreligion.de die Menschen von der Sünde befreien wollte, siehe etwa unter Jesus und die Sünderin,  wie die Situation der Frau zur Zeit Jesu war, siehe unter Frau.

23. Kapitel (Matthäus)

Gegen die Schriftgelehrten und Pharisäer

(Mk 12,38-40; Lk 20,45-47; 11,39-52)

23,1 Da redete Jesus zu dem Volk und zu seinen Jüngern 23,2 und sprach: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und Pharisäer. 23,3 Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen's zwar, tun's aber nicht. 23,4 Sie binden schwere und unerträgliche Bürden und legen sie den Menschen auf die Schultern; aber sie selbst wollen keinen Finger dafür krümmen. 23,5 Alle ihre Werke aber tun sie, damit sie von den Leuten gesehen werden. Sie machen ihre Gebetsriemen* breit und die Quasten* an ihren Kleidern groß. 23,6 Sie sitzen gern obenan bei Tisch und in den Synagogen 23,7 und haben's gern, daß sie auf dem Markt gegrüßt und von den Leuten Rabbi genannt werden. 23,8 Aber ihr sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn einer ist euer Meister; ihr aber seid alle Brüder. 23,9 Und ihr sollt niemanden unter euch Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist. 23,10 Und ihr sollt euch nicht Lehrer nennen lassen; denn einer ist euer Lehrer: Christus. 23,11 Der größte unter euch soll euer Diener sein. 23,12 Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht.

23,13 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen! Ihr geht nicht hinein, und die hinein wollen, laßt ihr nicht hineingehen.* *Vers 14 findet sich erst in der späteren Überlieferung: «Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Häuser der Witwen freßt und zum Schein lange Gebete verrichtet! Darum werdet ihr ein um so härteres Urteil empfangen» (vgl. Mk 12,40).

23,14 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr Land und Meer durchzieht, damit ihr einen Judengenossen gewinnt; und wenn er's geworden ist, macht ihr aus ihm ein Kind der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr.

23,15 a Weh euch, ihr verblendeten Führer, die ihr sagt: Wenn einer schwört bei dem Tempel, das gilt nicht; wenn aber einer schwört bei dem Gold des Tempels, der ist gebunden. 23,16 Ihr Narren und Blinden! Was ist mehr: das Gold oder der Tempel, der das Gold heilig macht? 23,17 Oder: Wenn einer schwört bei dem Altar, das gilt nicht; wenn aber einer schwört bei dem Opfer, das darauf liegt, der ist gebunden. 23,18 Ihr Blinden! Was ist mehr: das Opfer oder der Altar, der das Opfer heilig macht? 23,19 Darum, wer schwört bei dem Altar, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt. 23,20 Und wer schwört bei dem Tempel, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt. 23,21 Und wer schwört bei dem Himmel, der schwört bei dem Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt.

23,22 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und laßt das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen. 23,23 Ihr verblendeten Führer, die ihr Mücken aussiebt, aber Kamele verschluckt!

23,24 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln außen reinigt, innen aber sind sie voller Raub und Gier! 23,25 Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch das Äußere rein wird!b

23,26 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr seid wie die übertünchten Gräber, die von außen hübsch aussehen, aber innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat! 23,27 So auch ihr: von außen scheint ihr vor den Menschen fromm, aber innen seid ihr voller Heuchelei und Unrecht.

23,28 Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Propheten Grabmäler baut und die Gräber der Gerechten schmückt 23,29 und sprecht: Hätten wir zu Zeiten unserer Väter gelebt, so wären wir nicht mit ihnen schuldig geworden am Blut der Propheten! 23,30 Damit bezeugt ihr von euch selbst, daß ihr Kinder derer seid, die die Propheten getötet haben. 23,31 Wohlan, macht auch ihr das Maß eurer Väter voll! 23,32 Ihr Schlangen, ihr Otternbrut! Wie wollt ihr der höllischen Verdammnis entrinnen?

23,33 Darum: siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und von ihnen werdet ihr einige töten und kreuzigen, und einige werdet ihr geißeln in euren Synagogen und werdet sie verfolgen von einer Stadt zur andern, 23,34 damit über euch komme all das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut des gerechten aAbel an bis auf das Blut des Secharja, des Sohnes Berechjas, den ihr getötet habt zwischen Tempel und Altar. 23,35 Wahrlich, ich sage euch: das alles wird über dieses Geschlecht kommen.

Anmerkungen:

23,5: Quasten und Gebetsriemen sind Kennzeichen für schicke liturgische Kleidung.

23,13: Mit „Himmelreich“ kann von Jesus durchaus eine glückliche diesseitige Welt gemeint sein, siehe Reich Gottes!

23,22: Dill, Minze und Kümmel sind die eher wertlosen Küchenkräuter, die in einer (Abfall)Ecke des Gartens wachsen. Kennzeichen von Heuchlern ist, daß sie in solchen Nebensächlichkeiten und Belanglosigkeiten besonders genau sind. Doch das Wichtigste, was eigentlich ihre Aufgabe ist, „vergessen“ sie, sie kümmern sich eben um „winzige Mücken“, doch „die wirklichen Kamele“ verschlucken sie!

23,29: Kennzeichen von Heuchlern ist, daß sie immer wieder betonen, daß sie in der Vergangenheit alles besser gemacht hätten. Damit lenken sie von ihrer Blindheit in der Gegenwart ab.

 

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)