HOROSKOPE sind eine Form des heute allgemein akzeptierten Aberglaubens besonders in Zeitungen und Zeitschriften. Diese Form der Wahrsagerei beruft sich auf Sterndeutungen aus frühester Zeit (siehe auch Astrologie), als noch ein Zusammenhang zwischen dem Lauf der Gestirne und dem Gang der Dinge auf dieser Welt gesehen wurde (so etwa auch zwischen dem Vierwochenzyklus des Mondes und der Periode/Menstruation der Frau, die ja auch vier Wochen dauert). Zumeist sind die Horoskope heute frei erfunden, wenn auch oft mit mehr oder weniger Bluff und Schau bisweilen der Eindruck der Seriosität erweckt werden soll. Wenn man weiß, wie die Zeitungen zu ihren Horoskopen kommen ("Das ist unsere billigste Seite, da tippt einer irgend etwas Phantasievolles in die Maschine - und alle vier Wochen setzt der Setzer das dann einfach neu zusammen", meinte ein Redakteur einer Boulevardzeitung, als ihn Schüler von mir einmal nach der Herkunft der Horoskope fragten), kann man sich ausrechnen, was die Redaktionen wahrscheinlich auch sonst für eine Einstellung zu ihren Lesern haben: Es macht ihnen nichts aus, ihre Leser mit Unfug an der Nase herumzuführen! Deutlicher als mit dem Abdruck von offensichtlichem Unsinn können Verleger nicht ihre Einschätzung der Leser zeigen und auch nicht ihre Verachtung. Denn es geht ihnen ganz offensichtlich nicht in erster Linie um eine sachliche Information oder um eine entspannende Unterhaltung der Leser, sondern darum, den redaktionellen Raum zwischen gewinnbringenden Anzeigen möglichst nach dem Geschmack der Leser auszufüllen - ganz gleichgültig, wie hohl der ist.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)