HUMANISMUS.

Wir unterscheiden sozusagen zwei Varianten des Humanismus:

  1. Den vor etwa 500 Jahren zwischen Mittelalter und Neuzeit. In dieser Website werden zwei führende Vertreter dieses Humanismus nicht nur erwähnt, sondern die Website basisreligion wurde von ihnen sogar unmittelbar inspiriert nach dem Motto „Was sich geniale Leute erdacht haben, ist gewiß auch heute nicht schlecht!“ Gemeint sind Erasmus von Rotterdam (um 1467 - 1536) und Thomas Morus (1478 - 1535). Die "Colloquia Familiaria" (also die "Vertraulichen Gespräche") des Erasmus (siehe unter Mittelalter) waren somit unmittelbare Vorlage für die "Vertraulichen Gespräche" dieser Website sowohl in der Themenwahl als auch in der Art der Gesprächsführung, nur eben etwas der heutigen Zeit angepaßt, und die Strategien für eine sinnvolle Partnerwahl sind zumindest angelehnt an die Strategien, von denen Thomas Morus in seinem „Reisebericht“ Utopia schwärmt, siehe ebenfalls Mittelalter. Sowohl Erasmus wie auch Thomas Morus verbinden ihr Engagement zudem mit der nun einmal vorhandenen traditionellen Religion, es handelt sich gewissermaßen sogar um den Versuch einer behutsamen Reform dieser Religion - im Gegensatz zum Religionsdogmatismus eines Martin Luther (1483 - 1546), der das alles zunichte machte (siehe Artikel in der WELT von Tilman Krause am 30. 10. 2004 unter http://www.welt.de/data/2004/10/30/353085.html). Und ich finde den Weg der beiden Humanisten jedenfalls sehr realistisch!

  2. Der gegenwärtige Humanismus hat mit diesem früheren eigentlich nur den Namen gemeinsam, natürlich geht es auch um „Menschlichkeit“ (das heißt ja „Humanismus“), doch der  Ansatz ist ein völlig anderer. Beim heutigen Humanismus fühle ich mich eher an die berühmten Gutmenschen erinnert… Und da ich also diesen neueren Humanismus eher etwas negativ sehe, möchte ich hier auch keine Links auf die entsprechenden Seiten setzen, um niemandem zu nahe zu treten. Denn es stimmt ja irgendwie, was in diesen Seiten vor allem kritisiert wird, mein Problem ist eigentlich nur, daß ich andere Lösungsvorstellungen habe. Vielleicht sollten die heutigen Humanisten einmal Erasmus und Thomas Morus lesen und sich auch von ihnen inspirieren lassen? Außer unter "Mittelalter" ist von Thomas Morus in dieser Website noch ein Text unter Arbeit zu finden.

Ich bin nämlich zu „meinem Humanismus“ gekommen sozusagen wie die Jungfrau zum Kind und wollte wirklich keine große Philosophie daraus machen. Eigentlich ist mir nur aufgestoßen, was ich unter Gespräch 2 geschrieben habe oder eben unter Gespräch 40. Hier passiert ganz offensichtlich eine ganz große Sauerei - und eine weitere Sauerei ist, dass sich niemand zuständig sieht, das ist weder für Philosophen noch für Theologen noch für Soziologen oder sonstige Weltverbesserer überhaupt der Rede wert. Dabei gehen hier Werte kaputt - die Werte von Liebe und von Moral, die Werte, die gerade für junge Menschen so bedeutend sind! Was wäre, wenn das alles anders wäre - und es ließe sich doch etwas machen! Und im Grunde geht es mir einzig darum, hier etwas zu ändern, ich habe mich sozusagen festgelegt. Und alles andere möchte ich denen überlassen, die einmal in diesem einen Punkt anders denken und handeln und das auch noch bewußt tun! Mehr will ich nicht, hier ist mein konkreter Lösungsansatz! Und zu dieser ganzen Website bin ich einfach nur gekommen, weil diese eine Änderung nun einmal diesen ganzen Rattenschwanz nach sich zieht. Doch wie ich sehe, schert das nicht nur nicht die erwähnten Philosophen und Theologen und Soziologen, sondern die blockieren das auch noch - zumindest so gut sie können. Die wollen einfach nicht, denen geht es um alles andere, nur ausgerechnet darum nicht! In dem von mir anvisierten Punkt soll alles weiter laufen wie bisher, so interpretiere ich wenigstens deren Verhalten. Erasmus und Thomas Morus dachten da anders, daher kann ich eben auch die heutigen Humanisten nicht mit den damaligen zusammen sehen, denn in diesem einen Punkt unterscheiden sie sich nun einmal - oder eben, darin unterscheiden sich die heutigen Humanisten nicht von den heutigen Theologen usw.

 

Kein universales Menschenbild, wenigstens erst einmal nicht! 

Und mit einem universalen Menschenbild, über das ein Besucher der Website mit mir reden wollte, habe ich so meine Bedenken, ob es das überhaupt gibt? Ich will lieber erst einmal zusehen, daß die kleinen Dinge in Ordnung gebracht werden - und dabei orientiere ich mich eben an einem ursprünglichen jüdischen wie auch christlichen Menschenbild! (Sie kennen sicher den Witz, wie sich zwei Männer unterhalten, wie sie die Zuständigkeiten in ihren Ehen aufgeteilt haben. Meint der eine: "Wir haben das so geregelt, dass meine Frau sich um die kleinen Dinge kümmert und ich um die großen. Sie also macht das mit der Wohnung, mit dem Essen, mit der Erziehung der Kinder, auf welche Schule die gehen, in welche Kirche, und dann auch, wohin wir in den Ferien fahren, was wir anschaffen, wie wir das Geld ausgeben, was ich verdiene, welche neuen Möbel wir kaufen, wann ein neues Auto und welches, wann ein neues Haus, welche Aktien - und damit kommen wir sehr gut hin..." Da unterbricht ihn der andere: "Und was sind nun die großen Dinge, für die Du zuständig bist?" Also der "eine" wieder: "Ob Amerika Rußland den Krieg erklärt und so etwas...")

Und ich suche ganz einfach nach Kameraden, die mit mir bei den "kleinen Dingen" mitmachen - hier wäre für mich eine Lösungsmöglichkeit und inwieweit andere hier mitmachen, nur daran messe ich im Grunde auch jegliche Zusammenarbeit und auch mit anderen Webseiten. Wenn ich merke, hier bestehen andere Auffassungen, sehe ich keine Veranlassung mehr, mich zu engagieren, es bringt sowieso nichts und möglicherweise werde ich vor einen Karren gespannt, der nicht der meinige ist.

Dabei bin ich gewiß offen, ich habe mal an den ehemaligen (kommunistischen) Rektor einer Universität aus den Neuen Bundesländern geschrieben, der nach meinen Informationen Marxismus und christliche Religion miteinander verbinden will. Immerhin habe ich ja in dieser Website durchaus die marxistische Religionskritik übernommen. Gewiss hätte dieser ehemalige Rektor doch die Möglichkeit, etwas zu organisieren, daß ich mit jungen Leuten arbeiten kann. Ich bin gespannt, ob ich etwas höre, vermutlich eher nein, also erledigt sich die Sache für mich nach dem Motto "gewogen und zu leicht befunden"... Die reden alle nur von dem neuen Menschen nach einem humanistischen Menschenbild und scheitern schon am ersten konkreten Ansatz, der möglich wäre...

Und so geht es mir auch mit anderen: Ich will etwas machen, etwa, was ich etwa im Stichwort Beratervertrag geschrieben habe... Wenn mir ein heutiger Humanist eine Jugendarbeit anbieten könnte, vielleicht innerhalb einer freidenkerischen Gemeinde mit Eltern und jungen Leuten, auch mit einer Art Jugendweihe, das wäre etwas.... Und es könnte auch überregional sein, wir würden schon zusammenfinden, Wege gibt es immer und kostspielig ist das, was ich will, auch nicht... Im Gegenteil, je improvisierter, desto besser... Leider kam es bisher nur immer zu allzu kleinen Gruppen mit absolut privatem Charakter, siehe etwas meine Reiseberichte, über die kann ich hier schreiben, doch mehr nicht. Vielleicht könnte ich auch ein paar junge Leute einbringen, etwa meine "Tochter" oder das Mädchen, das am Wochenende mit in Paris war! Und da sich nichts tut - versuche ich das mit der Jugendarbeit eben einmal selbst, siehe www.basisglaube.de.

Anmerkung: Dieses Stichwort folgt in etwa einer Antwort an einen Besucher, der sich mit einer humanistischen Seite im Internet engagiert und der mir geschrieben hat.  

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)