Von IDENTITÄT sprechen wir eher, wenn Menschen ihre Vewirklichung (siehe auch Manselbstsein) in einer Gemenschaft mit anderen Menschen suchen.

So schön eine Identitätsbildung über eine Religion ist, so wenig paßt sie zu unserem christlichen Glauben. Denn eine Identität bedeutet auch immer Abgrenzung zu anderen und der christliche Glaube ist zumindest von seinem Ursprung her nun einmal nicht auf Abgrenzung gegenüber anderen angelegt sondern auf Öffnung!

Wenn also der christlicher Glaube mit einer Identität zusammenhängt, dann kann es sich nur um einen entfremdeten und/oder degenerierten (siehe Dekadenz) christlichen Glaube mit Dogmen und Glaubensbekenntnissen handeln. Ein auf Ethik und Moral ausgerichteter christlicher Glaube wird immer bestrebt sein, auch andere von diesem Glauben zu begeistern und das Gefühl einer Identität auf alle zu erweitern, die bei dieser Ethik bzw. Moral freiwillig und gern mitmachen.

Ein besonders krasses Beispiel, wie ein vom Ursprung auf Ethik und Moral ausgerichteter Glaube (siehe basistheologie) von seinen ursprünglichen Zielen abgeht und in erster Linie ein Instrument der Identität wird, ist der jüdischen Glaube. So dienen die Regeln von koscher und nichtkoscher längst nur noch der Identität der Juden, von einem ethischen Sinn der ursprünglichen Religion für die Freiheit und Emanzipation und gegen Sklaverei und Einheit von Leib und Seele von Mann und Frau, daß also der Mensch nicht mehr von sich selbst entfremdet und zur Sache wird, kann keine Rede mehr sein.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)