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Unter IDEOLOGIE verstehen wir ein System aus weltanschaulichen (moralischen, religiösen, wirtschaftlichen, rechtlichen, pädagogischen) Anschauungen. An und für sich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn bestimmte Systematisierungen vorgenommen werden, bisweilen auch in der Absicht, zu Anregungen oder gar Konzepten für eine bessere Bewältigung unserer Lebenswirklichkeit zu kommen. Das Problem ist nur, daß sehr oft eine gewiß richtige Idee, ein vernünftiger Ansatz, ein plausibler Gedankengang oder eine gute Absicht, was auch jeweils immer darunter zu verstehen ist, zu einer Theorie weiterverarbeitet werden, bei der es gar nicht mehr um eine sachgerechte Lösung der ursprünglichen Probleme geht, sondern nur noch um die Bestätigung der Ideologie. Wir können also sagen, daß Ideologien immer dogmatisch und nicht mehr problemorientiert sind. Es ist ja besonders bei eher geistigen Sachverhalten immer so, daß etwas nie restlos ergründet werden kann und daß Annahmen und Vermutungen nötig sind. Und wenn diese Bruchstücke - unbewiesen und womöglich unbeweisbar - vor allem noch nach sogenannten Bekehrungserlebnissen (siehe Bekehrung) zu einem System zusammengefügt werden, dann kommt es zu einer Ideologie im schlechten Sinn. Problematisch wird diese Ideologie, wenn ihre Vorkämpfer schließlich eine Machtstellung (siehe Macht) erreicht haben und damit ihre Theorie von ihnen immer mehr als unbezweifelbare und einzige erlösungsbringende (siehe Erlösung) Wahrheit ausgegeben wird. Und gefährlich und unmenschlich wird sie, wenn dann noch der Widerspruch irgendwie ausgeschaltet ist, denn dann werden im Namen dieser Ideologie schließlich Gegner unterworfen und alles Unrecht und Leid gerechtfertigt, dessen sich ihre Verfechter schuldig machen. Ihre Anziehungskraft können die Ideologien immer wieder neu entfalten, weil wir Menschen in unserer unvollkommenen Situation einerseits nach plausiblen Erklärungen suchen, andererseits bereit sind, ihren Glücksversprechungen nachzulaufen. Und selbst wenn wir die Lücken durchschaut haben, so bleibt doch immer etwas hängen. So machen sich dann immer wieder neue unmenschliche Ideologien breit, unter denen wir nur zu oft ganz schrecklich zu leiden haben. Beispiele hierfür sind der durch die Ideologie des Dualismus entstellte christliche Glaube und in neuerer Zeit der Nationalsozialismus und der Marxismus.
Die Verfechter all dieser schrecklichen und verderbenbringenden Ideologien konnten sich stets auf irgend etwas Richtiges oder sogar Gutes in ihrem Ideengebäude berufen! Und wegen der damit gegebenen Verzerrungen hat der Begriff Ideologie einen negativen Beigeschmack bekommen, Ja, er ist sogar eine Art Schimpfwort geworden für eine sinnentleerte, unmenschliche Gedankenwelt. Damit haben wir nun allerdings auch wieder "das Kind mit dem Bade ausgeschüttet", nicht jedes Konzept einer Ideologie muß von vornherein unsinnig und weltfremd sein. Für uns Christen ist der Durchblick da eigentlich recht einfach, ob es sich bei einer Theorie nur noch um eine sinnentleerte Ideologie handelt. Wir beobachten und überlegen einfach, wie es bei den Vorkämpfern neuer Ideen mit der Einhaltung der Zehn Gebote steht. Müssen zur Verwirklichung der propagierten besseren Welt erst einmal bestimmte Opfer in dem Sinn gebracht werden, daß etwa erst einmal bestimmte Menschen oder Menschengruppen ausgerottet oder sonstwie in ihrer Wirksamkeit unterbunden werden müssen (z.B. die "Kapitalisten", die Juden, die "Faschisten", die "Kommunisten" oder auch die Hersteller des ganzen "niederen Unterhaltungskitsches" bis hin zur Pornografie usw.)? Oder vertraut man darauf, daß die Zugkräftigkeit der neuen Ideologie so groß ist, daß sogar deren Gegenspieler überzeugt und bekehrt werden können und daher jegliche Gewalt überflüssig ist?
In der Kolumne Wie wir wurden, was wir sind in der WELT vom 30. Juni 2004 erzählen Maxeiner & Miersch, wie das Anliegen der "Grünen" inzwischen zu einer Ideologie, in der es gar nicht mehr um eine sachgerechte Lösung von Problemen geht, degenereriert ist. Sie schreiben, dass sie bei ihrem früheren ökologischen Anliegen schließlich vor der Wahl standen, Politiker oder Journalist zu werden und sie hätten sich für den Journalismus entschieden. Doch auf diesem Gebiet seien nun einmal sachliche Recherchen notwendig, und die seien in den "grünen Publikationen" bei denen sich zunächst arbeiteten, letztlich doch nicht gefragt - und sachgerechte Lösungen auch nicht. Ich zitiere: "Doch es kam zunächst schleichend, dann immer heftiger zur Kollision zwischen journalistischem Anspruch und grüner Überzeugung. Die Recherche stand der erwünschten Untergangsstimmung immer öfter im Weg. Sie brachte zu Tage, dass Müllverbrennungsanlagen keine Dioxinschleudern mehr sind und nicht alle Walarten vom Aussterben bedroht. Was tun? Konnte man solche guten Nachrichten unseren Lesern zumuten? Wir versuchten es. Unsere frohen Botschaften über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfolge im Umweltschutz führten zu einer Welle von Abbestellungen. Unsere Abonnenten machten uns unmissverständlich klar, was sie wollten. Bitte keine Fakten! Gebt uns düstere, hoffnungslose, unlösbare Desaster! Und verschont uns mit Lösungen!" Vollständige Url. des Artikels: http://www.welt.de/data/2004/06/30/298586.html.
Eine gute Methode, Ideologien zu entlarven, bietet die Kybernetik! (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama) |