Weihnachten in Japan - ein unglaubliches Abenteuer!

Wie man auch Weihnachten feiern kann, können Sie in dem Artikel von Christoph Neumann in der WELT vom 19.12.2002 lesen. Der Artikel hat mich so elektrisiert, dass ich ihn für ein Stichwort verwendet und kommentiert habe. Vollständige Url. des Artikels: http://www.welt.de/data/2002/12/19/26402.html.
 

Fest der Liebe – irdisch, allzuirdisch

Auch in Japan weihnachtet es sehr – vor allem für junge Leute: Es ist die Nacht der unmoralischen Angebote. Oft endet sie im Stundenhotel.

In Japan sind an Heiligabend die Liebeshotels voll. Weihnachten begehen die jüngeren, ungebundenen Japaner traditionell mit einem Date – und der Hotelbesuch ist der natürliche Abschluss dieser mehr oder minder romantischen Verabredung zu zweit.

Japan hat vom christlichen Fest nur die oberflächlichen Formen, die sicht- und hörbaren Insignien der Weihnachtszeit, in sinnentleerter Präzision übernommen. Ab Mitte November schmücken sich japanische Städte mit Weihnachtsbäumen, prächtigen Lichterketten und überdimensionalen christlichen Symbolen. Im Supermarkt beschallt „Jingle Bells“ vom Endlostonband die Dosenregale. Beim Schwimmen im Fitnessclub gerät der deutsche Gast bei einer a cappella gesungenen „Stille Nacht“ als einziger in eine völlig unpassend feierliche Stimmung.

Nur für die Kleinen ist Weihnachten überall gleich. Kleinkinder und Grundschüler bekommen am Morgen des ersten Festtages tolle Geschenke von den Eltern, vom Weihnachtsmann, egal von wem, egal auch warum. Einem geschenkten Power Ranger schaut man nicht unter die Mundklappe. Erwachsene dagegen beschenken einander normalerweise nicht. Und genauso wenig wie die Japaner am Weihnachtstag einen Gottesdienst besuchen würden, sähen sie Sinn darin, ihn mit einem besonders üppigen Mahl oder Fest in der Familie zu zelebrieren.

Sie hätten auch gar keine Muße dafür, denn die Weihnachtsfeiertage sind hier samt und sonders normale Werktage. Wenn der Arbeitstag mit dem Abreißen des Kalenderblattes für den 25. Dezember beginnt, werden Einsamkeit und Heimatferne wohl jedem Westler bewusst.

So spielt Weihnachten nur für jüngere Kinder eine besondere Rolle – und eben für die jüngeren Singles. Wie amerikanische Teenager vor ihren „Prom“-Abschlussball, beschäftigt japanische Teenager und Twens die Suche nach dem Partner fürs Heiligabend-Date schon Wochen voraus. Das Schlimmste wäre nämlich, als einziger unter den Freunden Weihnachten im Familienkreis zubringen zu müssen.

Wenn die Optionen langsam knapp werden, tut es auch ein Ausländer. Alle Jahre wieder gehen Mitte Dezember plötzlich lauter Anrufe ein. „Hier ist die Asuka, erinnerst du dich? Wir haben im August mal in einer Kneipe miteinander gesprochen.“ (Seitdem nie mehr.) „Ach ja...“ – „Ich wollte mal fragen, was machst du so am 24.?“ – „Warum?“ (Zögern.) „Ich würde dich gern treffen, hast du Zeit?“ – „Hm, am 24. feiere ich Weihnachten in Deutschland mit meiner Familie, aber wir können uns vorher treffen, am 18. oder 19.“ – „Nein, da kann ich nicht.“ – „Dann eben, wenn ich wieder zurück bin, nach Neujahr.“ – „Nein, nein, das ist doch zu spät!“

In Japan hat alles seine festgelegte Zeit, und vor allem hat jede Zeit eine festgelegte Aktivität. Am 24. trifft sich niemand, um betrunken um die Häuser zu ziehen, Canasta zu spielen oder über Kant zu diskutieren. Wer sich für den 24. verabredet, will mit dem anderen eine Beziehung eingehen, und sei es für eine Nacht. Daher muss man den Grund der Verabredung nicht explizieren, man muss nicht einmal das Wort „Verabredung“ in den Mund nehmen.

Eben dieser Code macht Heiligabend zum Renner gerade bei den jüngeren Gymnasiasten, die sich noch nicht so recht trauen, ihrer Flamme ein direktes Geständnis zu machen. Statt eines hochnotpeinlichen Liebesbriefes fragt man einfach: „Was machst du so am 24.?“ Und kann die Antwort eins zu eins übersetzen. „Ich habe noch nichts vor“ – das heißt: „Ich will auch was von dir.“

Am Tag X-Mas trifft man sich dann gegen Abend an den großen Bahnhöfen in der Nähe der Vergnügungsviertel. Erwachsene Pärchen besuchen zunächst ein angesagtes Lokal, in dem der Mann ein Weihnachtsgeschenk überreicht. Es braucht nicht persönlich, liebevoll ausgewählt oder gar selbst gemacht zu sein – um Himmels willen! Hauptsache teuer, die Wertschätzung einer Frau drückt sich in der Summe aus, die ein Mann auszugeben bereit ist. Die Uhr, der Ring, die Handtasche steckt nicht nur in einer aufwendigen Geschenkverpackung. Zur Sicherheit übergibt der Mann auch die Papiertüte mit dem prestigevollen Markenname, groß aufgedruckt.

Zentraler Moment des Heiligen Abends ist der nun folgende romantische Spaziergang. Von außen wirkt die Szenerie eher wie beim Sommerschlussverkauf. Alle Weihnachts-Dates laufen nämlich derart synchron ab, gleicher Tag, gleiche Tageszeit, gleicher Ort, gleiche Aktivität, dass sich um sieben oder acht Uhr am Heiligen Abend in den großen Vergügungsvierteln wie Shinjuku in Tokio Gruppen händchenhaltender Paare durch die engen Straßen schieben. Ausgerechnet in dieser Überfülltheit sind sie auf der Suche nach einem abgeschiedenen, privaten Ort für den Beginn einer intimen Zweisamkeit.

Jede Bank, jeder Blumenbeetrand ist von Paaren besetzt, oft nur durch Armeslänge voneinander getrennt. Aber das Nachbarpärchen und die Kälte werden ignoriert; mit den festlich leuchtenden Dekorationen der großen Kaufhäuser im Blick vollziehen die Pärchen das Ritual des Festes der Liebe: den ersten Kuss. Der Weg ins Hotel, der Abend, die Nacht liegt dann offen vor ihnen.

Dr. Christoph Neumann arbeitet als Softwareentwickler und Autor in Tokio. Sein Buch „Darum nerven Japaner. Der ungeschminkte Wahnsinn des japanischen Alltags“ ist bei Eichborn erschienen.

 

Und hier der Kommentar von basisreligion:

Alles schon mal da gewesen! Aber wo? Na klar, die berühmte Stelle bei Herodot, dem griechischen Reiseschriftsteller, der etwa 450 vor Christus Babylon bereiste und dort über die im Tempel auf ihre "Erlösung" wartenden Frauen nachdachte...

Ich zitiere einmal:

Kapitel 199: "Die hässlichste Sitte der Babylonier dagegen ist folgende: Jede Babylonierin muss sich einmal in ihrem Leben in den Tempel der Aphrodite begeben, dort niedersitzen und sich einem Manne aus der Fremde preisgeben. Viele Frauen, die sich nicht unter die Menge mischen wollen, weil sie reich und hochmütig sind, fahren in einem verdeckten Wagen zum Tempel, zahlreiche Dienerschaft begleitet sie. Die meisten Frauen dagegen machen es folgendermaßen: Sie sitzen in dem Heiligtum der Aphrodite und haben eine aus Stricken geflochtene Binde ums Haupt. Es sind viele zu gleicher Zeit da; die einen kommen, die anderen gehen. Geradlinige Gassen nach jeder Richtung ziehen sich durch die harrenden Frauen, und die fremden Männer schreiten hindurch und wählen sich eine aus. Hat sich eine Frau hier einmal niedergelassen, so darf sie nicht eher nach Hause zurückkehren, als bis einer der Fremden ihr Geld in den Schoß geworfen und sich draußen außerhalb der Heiligtums mit ihr vereinigt hat. Wenn er ihr das Geld zuwirft, braucht er nur die Worte zu sprechen: "Ich rufe dich zum Dienste der Göttin Mylitta." Aphrodite heißt nämlich bei den Assyrern Mylitta. Die Größe des Geldstücks ist beliebig. Sie weist es nicht zurück, weil sie es nicht darf, denn es ist heiliges Geld. Dem ersten, der es ihr zuwirft, folgt sie; keinen verwirft sie. Ist es vorüber, so geht sie nach Hause und ist der Pflicht gegen die Göttin ledig. Wenn du ihr nachher noch so viel bietest, du kannst sie nicht noch einmal gewinnen. Die Schönen und Wohlgewachsenen sind sehr schnell befreit; die Hässlichen müssen lange Zeit warten und gelangen nicht dazu, dem Brauch zu genügen. Drei, vier Jahre müssen manche im Tempel weilen. Auch auf Kypros herrscht hie und da eine ähnliche Sitte." (Derselbe Sachverhalt stellt sich aus der Sicht der Bibel <Baruch 5,40ff> etwas drastischer dar: "Ihrer Ehre schaden die Chaldäer sogar selbst. Sehen sie einen Stummen, der nicht sprechen kann, so bringen sie ihn zu Bel und bitten, dass er die Sprache erhalte, als ob Bel ihn auch nur wahrnehmen könnte. Und obwohl sie das wissen, bringen sie es doch nicht über sich, die Götter zu verlassen; sie haben ja keinen Verstand. Die Frauen aber sitzen, mit Schnüren umwunden, an den Wegen und lassen Kleie in Rauch aufgehen. Sobald nun eine aus ihrer Mitte von einem Vorübergehenden mitgenommen worden ist und sich ihm hingegeben hat, schmäht sie ihre Nachbarin, weil diese nicht gleich ihr für würdig befunden und ihre Schnur noch nicht zerrissen wurde. Was immer bei diesen Göttern geschieht, ist Trug. Wie kann einer da glauben oder behaupten, dass sie wirklich Götter seien?"

Der Unterschied zu den Praktiken der (oder wenigstens mancher) Japanerinnen heute ist vor allem, dass das damals im Namen von Göttern geschah, also mythologisch begründet war.

Doch was heißt das schon? Wenn man irrationale Vorstellungen von Krankheiten und vor allem vom Schicksal hat, und so etwas dürfte durchaus bei den heutigen Japanerinnen aktuell sein (und nicht nur bei denen!), dann kommt das doch im Endeffekt auf dasselbe hinaus, wie wenn man an das Wirken von Göttern glaubt - und solches Wirken versucht man eben, durch immer dieselben Praktiken zu beeinflussen. Für die These, dass hinter den Praktiken der Japanerinnen mythologisches Denken steht (ob ihnen das bewusst ist, möchte ich gerne einmal wissen!), spricht auch der feste Termin: Bei den Babylonierinnen musste und durfte das  einmal im Leben sein, bei den Japanerinnen an einem bestimmten Tag. Alles andere wäre unmoralisch und unehrenhaft und kommt daher überhaupt nicht infrage. (Eine andere Sache ist, dass die Damen in Japan vermutlich die Gelegenheit nützen und schon das ganze Jahr planen und Adressen sammeln, wer nun der Auserwählte ist...)

Also: Wir müssen immer bedenken, dass die Aufklärung eine typisch mitteleuropäische Errungenschaft ist, woanders - und besonders in den Ländern Asiens und Afrikas - haben die Menschen nun einmal eine solche Aufklärung nicht erlebt und daher sehen sie vieles anders, vielleicht wie bei uns vor zwei- oder gar dreitausend Jahren, und vor allem haben sie noch eine ganz andere Beziehung zur Religion (bzw. zur Mythologie), etwa auch wie bei uns damals. Inder etwa sind ganz entsetzt, wenn sie nach Europa kommen: Man ist hier ja gar nicht religiös! Und so wird auch in Japan (und nicht nur in der dort typischen Religion, dem Shintoismus) in allem das Wirken von Geistern und Göttern gesehen, zumindest in allem, was anders nicht oder nur kaum zu erklären ist. Auch gibt es in diesen Ländern nicht so etwas wie den Glauben an einen einzigen Gott, neben dem alle anderen Götter verboten sind. Nein, alle Götter haben ihre Berechtigung, so etwa wie bei uns die verschiedenen Heiligen, und jeder Gott ist eben für etwas anderes zuständig.

Und dann müssen wir bedenken, dass es in den Ländern mit dem Glauben an viele Götter (siehe Vielgötterei) auch immer so etwas wie kultische Prostitution gibt. Wer es nun hier mit wem treibt, ist dabei unter Umständen belanglos, wichtig ist nur, dass es eine Art heiligen Geschlechtsverkehr gibt, der magischen Charakter hat und zum Wohl von Familie und Gesellschaft und vor allem zum persönlichen Glück dient.

Wenn wir diese beiden Dinge zusammen sehen, dann sieht das mit dem weihnachtlichen Sex mancher Japaner schon ganz anders aus:

Es verschmilzt hier das, was von unserem westlichen Gott rüber gekommen ist, nämlich dass er zuständig für die Liebe ist (immerhin soll es auch in New York ähnliche Single-Praktiken zu Weihnachten geben!), mit der alten japanischen religiösen Tradition, dass Sex - auch und gerade mit einem Fremden - eine durchaus magische (Glück bringende) Wirkung hat. Hauptsache, der Termin stimmt, ansonsten wäre so eine Affäre auch für Japaner vermutlich tatsächlich unmoralisch.

Und das, was da in der WELT steht und eher auf ordinäre Promiskuität schließen lässt, ist eben unsere Sicht! (Dass die japanische Gesellschaft zutiefst eine Macho-Gesellschaft ist und die Frau zweitrangig ist, und dass es dort auch kaum wirkliche Partnerschaft von Mann und Frau gibt, hängt schon mit den Vorstellungen der Japaner zusammen, doch soll hier nicht das Thema sein.)

Die These der Website www.basisreligion.de ist nun, dass unsere ursprüngliche christliche Religion (ausgehend von der alten jüdischen) ein völlig anderes Konzept hat: Die Frau und die Sexualität sind nicht mehr Mittel zum Zweck, nämlich geistige Energie zu gewinnen oder mittels  Fruchtbarkeit am Schöpfungswerk eines Gottes teilzuhaben, sondern die Frau ist Partnerin des Mannes und die Sexualität ist vor allem das Geschenk der Liebe, das sich diese Partner gegenseitig machen und das beide immer wieder neu beflügelt. Leider fand gerade hier eine Dekadenz statt, so dass wir sozusagen bei japanischen Verhältnissen gelandet sind...

Doch wo wir schon dabei sind. Lassen wir uns doch einmal von diesem Brauch der (jungen?) Japanerinnen motivieren. Wie könnte denn so eine wirkliche christliche Weihnacht aussehen???

Bedenken wir, dass der Dualismus und die damit zusammenhängende Gnosis unseren Glauben erst zu der leibfeindlichen und miesepetrigen Angelegenheit gemacht hat, wie wir ihn heute kennen und als die er eigentlich nicht gedacht war! Die jungen Christen der Urkirche wurden splitternackt getauft (siehe Taufe) und auch per Ganzkörpersalbung gefirmt, vielleicht war die Nacktheit in der prüden doch dennoch keinesfalls antiken Welt sogar der Haupteffekt bei der Sache nach dem Motto: Wir zeigen jetzt mal, was wirkliche Moral ist, nicht das ganze sittsame Getue, sondern die wirkliche Einstellung und Praxis!

Was liegt also näher, als den Dualismus und die Gnosis von unserem Christentum wieder abzuziehen und zum Ursprung  zurückzukehren! Und wie? Ein Mann - auch aus dem Osten - hat uns das vorgemacht: Mahatma Gandhi!

Wie er das anstellte, ist hier unter Gandhi-Methode oder etwas knackiger auch im GESPRÄCH 9 beschrieben, die durchaus auch nicht dem widerspricht, was Jesus wollte, natürlich nur der "historische" (leider ist er zu früh aus dieser Welt gegangen als dass es zu einer entsprechenden Praxis kam)... Was wäre also, man würde so etwas mal an Weihnachten anstellen? Stellen wir uns einmal vor, Mädchen würden nicht für so ein Sexvergnügen herumtelefonieren, sondern für ein Gandhi-Erlebnis! Wäre das nicht eine wirkliche Auszeichnung für einen Mann! Vergegenwärtigen wir uns:  Ein unverbindlicher Geschlechtsverkehr ist nicht jedermanns und vor allem auch nicht jederfrau Sache, es ist und wird immer eine Art ficken bleiben, also etwas, das der Ehre letztlich widerspricht und das man später lieber verschweigt. Irgendwann kommt doch dabei das heraus, worüber der Prophet Baruch sich so entrüstet. Dagegen steht so ein harmonisches Zusammensein wie es uns Gandhi lehrte, bei dem auch die Nacktheit angesagt ist: Zwar scheint auch das auf den ersten Blick befremdlich, doch wem schadet´s - hier geht es doch nur um unschuldigen Spaß! Warum schließlich tragen die Mädchen so hübsche Reizwäsche, warum rasieren sie sich "unten" (siehe Schamrasur), wenn sie das alles noch nicht einmal (unverbindlich) zeigen dürfen? Natürlich, solche Accessoires müssen nicht sein, manche lieben es eben "natürlich", sich einfach einmal unschuldig produzieren können, auch das hat ja einen Wert! Und gegen welche Ehre soll das denn sein? Doch das Wichtigste: Um so etwas zu machen, dazu gehört nun wirklich Menschenkenntnis, sich nicht zu vertun! Bei dem Sexritus reicht die Vorstellung, dass ein Mann süß ist, alles andere ergibt sich von selbst, doch hier bedarf es offener Gespräche ohne Tabus, man muss ja die wahre Einstellung aus dem anderen herausbekommen - bevor es zu unschuldiger körperlicher Nacktheit kommt, muss längst eine Art geistige Nacktheit da sein! Ja das hätte einen Wert für jeden, das würde jeden besser machen und wäre somit ein Gewinn für jeden, das würde keinen abwerten, das würde auch der Verständigung zwischen den Völkern dienen, falls die Beteiligten aus verschiedenen Völkern stammen, das wäre ein Zurück zum Kindsein und im Sinn wirklicher Moral, das wäre also im Sinn wirklich christlicher Weihnachten! Man könnte vorher ja in eine schöne Christmette gehen, oder einen Spaziergang machen, bei dem man sich gut unterhalten kann, oder sonst etwas Angemessenes und danach sich zusammenkuscheln... (Natürlich, das ganze funktioniert nur, wenn es wirklich dabei bleibt, solche Weihnachtserlebnisse dürften auch nie später zu "mehr" führen - allenfalls zu einer allerdings wirklich unauflöslichen Ehe - ansonsten ist das ganze wertlos.) Und wenn das nicht "in" ist und gar unvorstellbar ist, dann sollten wir uns einmal gemeinsam überlegen, wer daran denn ein Interesse hat, dass uns das alles so madig gemacht ist, dass so etwas nicht "in" ist! (Siehe auch unter weibliche Sexualität!)

Ich jedenfalls hätte als Vater nichts dagegen, wenn meine (Pflege-)Tochter "so ein Weihnachtserlebnis" suchen und finden würde, dagegen hätte ich gegen den weihnachtlichen Ritus der Japanerinnen schon etwas. Und auch ich selbst wäre dem nicht abgeneigt, warum auch? Wenn etwas für andere gilt, warum nicht auch für einen selbst? Schließlich sollte man doch nur etwas anderen gegenüber empfehlen oder eben verurteilen, wenn man selbst die entsprechende Einstellung hat und das genauso praktiziert oder bereit dazu ist... Nur dann kann ja etwas Vernünftiges dabei herauskommen!

Dies ist meine Interpretation aus dem, was ich so über die japanische Religion mitbekommen habe und aus dem Religionsvergleich heraus (siehe auch Kulturvergleich). Ich würde mich freuen, wenn ein Japaner meinen Beitrag im Internet findet und ihn kommentiert.

Anmerkung: Bis zur Vorweihnachtszeit 2011 habe ich keine Reaktion erhalten, und dieses Stichwort ist schon lange im Internet... Ich habe aber vor ein paar Jahren während meiner Santiagowallfahrt eine Japanerin getroffen und sie gefragt. Also, die wusste nichts davon oder tat wenigstens so, als ob sie nichts wüsste, lächelte jedoch undurchsichtig und bot mir auch nicht an, sich zu erkundigen und mich dann zu informieren. Ich weiß also nicht, was ich davon halten soll. Ich habe allerdings das Gefühl, dass hier etwas tabuisiert wird wie so oft in sexuellen Dingen. So hatte ich anlässlich des Weltjugendtags 2005 in Köln eine junge koptische Ägypterin nach der Beschneidung der Frauen in Ägypten gefragt. Auch die wusste angeblich von nichts, nein, meinte sie, die gäbe es heute doch nicht mehr. Dabei schreibt  Abdel-Samat in seinem Buch "Der Untergang der islamischen Welt" (2010, S. 150), dass nach einer UNICEF-Recherche im Jahr 2010 in Ägypten 85 % der Mädchen beschnitten würden. Und wie ich erfahre, ist auch bei uns dieses Problem der Beschneidung der Frauen vielen nicht bewusst, Freunde und Kollegen erzählten mir, dass sie erst durch mich drauf gekommen seien. Auch unterhielt ich mich mit einer mongolischen Studentin, die seit vier Jahren in Deutschland ist, sie hatte noch nie etwas von der Beschneidung der Frau gehört. Dabei gibt es die sogar in Kirgisien, das ja nur durch einen Zipfel Chinas von der Mongolei getrennt ist. Ich halte es für möglich, dass meine Gesprächspartner einfach einer anderen als der normalen Gesellschaftsschicht angehören (wer hat schon die Chance, eine Santiagowallfahrt zu machen oder nach Köln zu fliegen) und nichts in dieser Richtung eben wegen der üblichen Tabus bei diesen Themen wissen. Nach wie vor hätte ich natürlich gern Insiderinformationen!

Und gerade, im Dezember 2011, habe ich den Link zu einem Internetfilmchen aus Japan erhalten, es geht um eine Massenorgie. Fünfhundert Mädchen sollen es sein, und es wird gezeigt, wie sie sich vor der Türe des mit Matratzen und weißen Tüchern ausgelegten Saals drängeln, sich dann in dem Saal in Reih und Glied aufstellen und sich ausziehen - und dann sind auf einmal auch die Jünglinge da, nur mit Unterhosen bekleidet. Dass es dann mit Knutscherei losgeht, ist ein Hinweis, dass es sich nicht um Prostituierte handelt, nein, also wohl eher um Schulmädchen oder sonstwie junge Mädchen und Frauen. Na ja, und dann geht es mit dem Vorspiel los undsoweiter. Manchmal Gesamtaufnahmen, manchmal Nahaufnahmen von einzelnen Pärchen. Die Liebe als sportliches Ereignis - ob man so wohl eine Partnerschaft oder gar die Liebe herausfindet oder gar einübt? Wohl kaum. Jedenfalls wird hier die oberflächliche Einstellung zur Liebe wie in der "Geschichte von den weihnachtlichen Abenteuern bestätigt.

Und zu dem Filmchen, das im Übrigen über 20 Minuten dauert: Ich gebe ausnahmsweise einmal keine URL an, ich halte es wirklich für zu pornografisch. Dabei sind die Genitalien, vor allem die männlichen per Softwaretrick unkenntlich gemacht (wie in Japan üblich), bei den weiblichen ist das ja zumeist nicht nötig, weil sie durch die Schamhaare eh nicht zu erkennen sind. Vermutlich sind die auch in dieser Männergesellschaft dort nicht so göttlich wie die männlichen.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)