Die Kreuzigung Jesu ein Justizmord?

 

Ein Jurist hat einmal in einem Buch das Urteil gegen Jesus untersucht, das schließlich zu seiner Hinrichtung geführt hat. Und er hat gefunden, dass er sowohl nach jüdischem wie nachrömischem Recht (beides galt ja zur Zeit Jesu in Israel) nie und nimmer hätte hingerichtet werden dürfen.

Einerseits waren die Anklagepunkte gegen Jesus nach jüdischem Recht überhaupt kein Straftatbestand: Sohn Gottes zu sein (hatte das Jesus überhaupt behauptet, dass er das war?) war kein Vergehen, als Sohn Gottes konnte sich jeder männliche Jude sehen im Gegensatz zu den Völkern in der Nachbarschaft, wo nur der Pharao, der Kaiser oder der Priesterkönig „Sohn Gottes“ waren. Und dass er den Tempel niederreißen wollte, das konnte doch kein Mensch ernst nehmen....

 

Andererseits ging es im alten jüdischem Gesetz, das die Todesstrafe kannte und das uns auch überliefert ist, vor allem auch und gerade um die Verhinderung eines Justizmordes. Und die damaligen Gesetzgeber gingen davon aus, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Fehlurteil vorliegen könnte, wenn alle Schöffen einer Meinung waren (so klar ist ein Fall nie) oder wenn ein Prozeß über Nacht stattfand (dann sah das nach einem Prozeß auf Biegen und Brechen aus, wo es also gar nicht mehr aufs Recht ankam, sondern dass irgendein unbequemer Zeitgenosse beiseite geschafft werden sollte).

Und nach römischem Recht war das, was man Jesus vorwarf, sowieso kein Straftatbestand. Die alten Römer waren viel zu aufgeklärt, als dass sie jemanden hinrichteten, der behauptete „Sohn Gottes“ zu sein, oder der Gott überhaupt leugnete (es sein denn, man suchte aus anderem Interesse einen Grund)... Wenn die Römer also der Todesstrafe gegen Jesus zustimmten, dann nur, um ihren jüdischen „Partnern“ gefällig zu sein.

 

Und gegen alle diese Gesetze oder Gepflogenheiten hatte man verstoßen – die Kreuzigung Jesu war also gewiß ein Justizmord... Aber warum?

 

Anmerkung: Wann gibt es überhaupt einen Justizmord? Was will man damit erreichen? 

Da gibt es doch mehrere Möglichkeiten: Entweder man will einen unliebsamen Zeugen loswerden oder jemanden, der dabei ist, kriminelle Machenschaften aufzudecken, in denen man selbst verstrickt ist. Gleichzeitig wirkt so ein Justizmord abschreckend auf alle, die ihrerseits versuchen könnten, die eigenen kriminellen Machenschaften ans Tageslicht zu bringen. Oder man sucht ein Opfer, das man der "Masse" vorwirft, um von eigenen Verstrickungen abzulenken. In jedem Fall spielen wohl eigene Verstricktheiten eine wesentliche Rolle - wenn es die nicht gibt, gibt es auch keine Notwendigkeit für einen Justizmord!

Das alles unterstützt die These von basisreligion von der Verkommenheit der Priesteraristokratie zur Zeit Jesu - siehe etwa die Seite  ...sondern die Lehre des Jesus!

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)