KATZE IM SACK. Vor allem von Männern wird dieser Begriff gebraucht, wenn eine Rationalisierung gesucht wird (siehe auch Liebesbeweis), warum vorehelicher Geschlechtsverkehr nun einmal sein muß, um späteres Unglück in der Ehe zu vermeiden, es heißt dann, man könne doch keine "Katze im Sack" "kaufen", daher müsse man vorher "ausprobieren"!

Gegen ein ausgiebiges Kennenlernen vor eine Ehe ist gewiß nichts einzuwenden und dieses Kennenlernen wird auch im Konzept basisreligion ausdrücklich befürwortet! Partnerschaften können nur halten und funktionieren, wenn Menschen wirklich zueinander passen. Selbst in einfach strukturierten Naturgesellschaften mit einfacheren Bedürfnissen mag es schon Schwierigkeiten geben herauszufinden, wer zu wem nun wirklich zu einem paßt, um wie vieles mehr in unseren heutigen Gesellschaften mit weitaus unterschiedlicheren Ansprüchen. Dabei geht es längst nicht nur um die Wahl von Urlaubszielen, um Stile und Methoden, Geld auszugeben, oder um Überlegungen, nach welchen Gesichtspunkten, man ein Auto kauft. Denn schlechthin alles, was irgendwie im Leben passiert, kann dem anderen sympathisch sein oder gar begeistern oder eben auch "nerven": Wie hält der andere es mit der Ordnung, was ist für ihn wichtig, welche Freunde hat er, welche Ansprüche hat er? Bedenken wir: Im Zustand der Verliebtheit reden wir immer leicht von Kompromissen, doch irgendwann wäscht sich immer die Tünche von unseren Illusionen ab und es wird auch uns klar, daß alle Kompromisse irgendwann immer faule Kompromisse sind! Und dieses Zueinanderpassen kann letzten Endes nur durch "Testen" festgestellt werden und auch über eine längere Zeit.

Aus der Sicht der Frau - oder eben des Mädchens - siehe das mit der Katze im Sack etwas anders aus!

Nach dem bisherigen "Verfahren" ist es doch vor allem die Frau, die zumindest erst einmal die Katze im Sack "kauft". Nach ein wenig Vorgeplänkel passiert doch gleich immer "alles" (siehe vollendete Tatsachen): Keine Phase der Ästhetik mit der Überwindung der uns nur zu oft anerzogenen Leibfeindlichkeit, keinen Spaß mit der Gandhi-Methode (siehe auch Gespräch 9), kein vernünftiges Petting-Konzept mit einem Test, bei dem nichts Endgültiges passiert, ob es bei dem betreffenden Partner überhaupt zum Orgasmus kommt (siehe Gespräch 16) - und und und. Mädchen können damit überhaupt nicht eine ihnen mögliche Menschenkenntnis ausspielen - wenn das nicht zutiefst frauenfeindlich ist? Dabei ginge es doch auch anders...

Also: Muß dabei auch unbedingt das "Zueinanderpassen" im Geschlechtsverkehr gehören? 

Zu diesem Thema möchte ich als Verfasser dieser Website basisreligion ganz persönlich Stellung nehmen:

Ich bin beruflich nun einmal Lehrer an einer kaufmännischen Schule und habe da in meinen Unterrichtsstunden jede Menge hübscher und charmanter junger Damen vor mir (teilweise ist da Claudia Schiffer gar nichts!), die im Grunde alle in heiratsfähigem Alter sind. Natürlich bin ich da nicht mit "im Rennen" (ich habe ja wohl auch eher eine Vaterposition und das ist auch gut so), doch muß ich in einem Unterricht, der wenigstens schon mal eine Chance hat "anzukommen",  nicht auch eine Haltung vertreten, in der auch ich zumindest (wenn auch rein hypothetisch) mitmachen könnte, für was ich mich da einsetze? Ist es hier nicht mindestens so wie bei der Werbung für ein x-beliebiges Konsumgut: Nur die Werbung kann doch gut sein, wenn der Werbetexter so sehr von dem Gut, für das er da wirbt, überzeugt ist, daß er es selbst gebraucht? 

Und hier ist mein Problem, lieber Surfer: Ich müßte schlicht und einfach mitmachen können bei dem, was ich da "predige"! Und das ist der Haken bei allen Dingen, die mit Befriedigung und vor allem mit "geschlechtlichen Intimitäten" zusammenhängen! Ich könnte auch schon bei viel weniger nun einmal nicht mitmachen, das alles ginge einfach nicht und würde auch jegliches Konzept eines engagierten Lehrers zunichte machen: "Ach ja, jetzt wissen wir, warum der das macht, es geht ja letztlich doch auch ihm nur um das Eine..." Also muß ich ein Konzept vertreten, bei dem auch ich selbst mitmachen kann - oder wenigstens könnte! Und dieses Konzept ist das Konzept basisreligion, natürlich müßte das auch für alle gelten, denn schließlich kann niemand anders leben, auch ich nicht, wenn nicht alle da mitmachen!

Daß sich "mein Privatkonzept" ganz offensichtlich mit einem wirklich christlichen Konzept deckt, dürfte nicht ganz zufällig sein: Es ist einfach das Konzept der Vernunft, wie es vermutlich am Anfang unseres christlichen Glaubens stand, als sich Menschen noch unbefangen und nur auf Wirksamkeit ihrer Ideen bedacht um eine bessere Moral in ihrer verkommenen Zeit Gedanken machten und wie diese in die Praxis umzusetzen sei.

Sie kamen einfach auf dieselben Ideen, auf die auch ich als Lehrer vor jungen Damen kam!

Na, ja - und dieses Konzept bietet eben allerhand Möglichkeiten - und ich finde es schade, daß ich noch nicht einmal die ausschöpfen kann oder zumindest nur sehr selten ganz einfach, weil ich mit meinem Konzept immer noch nicht so recht ankomme! Von den seltenen Möglichkeiten, wo dies gelingt, weiß ich übrigens, daß dabei eher ein noch intensiveres Vatergefühl herauskommt...

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)