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www.michael-preuschoff.tk
Forum im Zusammenhang mit der Broschüre
Ich freue mich, dass Sie meine
Website besuchen! Wenn Sie durch das Faltblatt
zu dieser Seite motiviert wurden, dann wissen Sie ja schon einiges und sind also auf die Idee von dem anderen Moralmodell
schon vorbereitet, das das Fundament dieser Website eines (so meine
ich doch, auch nach seiner Verrentung) engagierten Religionslehrers
ist.
Die Grundidee meines Engagements findet sich im Übrigen beim spanischen Philosophen Orteaga y Gasset (er schrieb das vor etwa 90 Jahren). In seinem Büchlein "Über die Liebe" lesen wir (bitte nicht an der Ausdrucksweise stoßen): "Wer hätte geglaubt, dass so unfassbar Flüchtiges wie die Luftgebilde, die junge Mädchen in keuschen Kammern sinnen, den Jahrhunderten tiefere Spuren eingraben als der Strahl des Kriegsgottes. Von den rührenden Geweben heimlicher Mädchenphantasien hängt großenteils die Wirklichkeit des kommenden Jahrhunderts ab. Shakespeare hat recht: unser Leben ist aus Traum gewoben!" („Über die Liebe“, Stuttgart 1954, S. 24) Auf mein Engagement habe ich viel Zustimmung erfahren, doch auch (bis heute, Anfang November. 2011) einige Kritiken. Nach der Devise "Lob ist etwas Angenehmes, doch Kritik bringt einen weiter", bringe ich hier die konstruktivsten dieser Kritiken mit meinen Kommentaren. So wie ich sehe, gibt es eine gemeinsame Linie bei allen Kritikern: Mir geht es darum, dass gerade die jungen Mädchen ein ganz konkretes Konzept mitbekommen, dass sie die "hohe Moral" auch in der Praxis durchsetzen können. Und das werden sie nur tun, wenn diese "hohe Moral" ihnen auch direkt Vergnügen bereitet und sie auch für sie attraktiv und intelligent ist. Doch genau die Möglichkeit dieses Vergnügens sehen die Kritiker entweder nicht oder sie sehen es, wollen es aber nicht. Aus welchen Gründen auch immer.
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1. Ein deutscher katholischer Kirchenfürst (über 80 Jahre alt) im Herbst 2008 in zwei Briefen. Hier die wesentlichen Passagen: ...Bei der Lektüre habe ich festgestellt, das Sie die Prägung, die Sie offensichtlich schon während Ihres Studiums erhalten haben, Sie weg von der Theologie und hin zu einer religionswissenschaftlichen Perspektive geführt hat. Ganz sine ira at studio muss ich folgerichtig sagen, das sie in Ihren Äußerungen - nicht zuletzt auch auf der Website "basisreligion" - die katholische, weithin sogar ganz allgemein christliche Glaubensüberzeugung aufgegeben haben. Gleichwohl würde ich mich über Konvergenzen mit der katholischen Ethik freuen, wenn Sie deutlicher machen würden, dass Sie nicht mehr im Namen des Christentums sprechen. Vielleicht ist es Ihnen möglich, dies auf Ihrer Website und bei späteren Auflagen auch in Ihrem Buch der Redlichkeit halber deutlich anzumerken; ansonsten wird der Leser durch die dem christlichen Glauben entnommene Terminologie ("Christus, Auferstehung, Dreifaltigkeit" etc. ) doch arg in die Irre geführt...(herzu Nr. 1). ...Nur ein Beispiel, an dem sich meine Befürchtung konkretisiert, das der Leser irregeführt wird: In Ihrem Brief vom 7. Oktober 2008 behaupten Sie, gemäß den Worten Jesus sei "der Größte im Himmelreich der..., der die Menschen die Gebote so lehrt, das sie sie auch halten (können)". Eine Belegstelle nennen Sie nicht; mir ist auch keine bekannt. Ihr Wortlaut erinnert zum einem an Mt. 5,19: "Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich." (hierzu Nr. 2). Zum anderen klingt natürlich der bekannte nachösterliche Auftrag Jesu an: "Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern: tauft sie auf den Namen das Vaters und des Sohnes und der Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe" (Mt 28,19-20) (hierzu Nr. 3). Keiner der Verse lässt auch nur ansatzweise darauf schließen, Jesus habe die Gebote umformuliert oder selbst so erlassen, dass sie den Menschen als bequem und leicht zu halten erscheinen (hierzu Nr. 4). Sogar viele seiner Jünger haben sich von ihm abgewandt mit den Worten: "Was er sagt, ist unmöglich. Wer kann das anhören? " (Joh. 6,60) (hierzu Nr. 5). Selbst in dieser Situation ist Jesus keine Kompromisse eingegangen. Sie berufen sich auf seine Worte, formulieren diese aber sogleich subtil so um, dass sie Ihren persönlichen Vorstellungen entsprechen. Ein solcher Umgang mit den Worten der Schrift und dem Glauben der Kirche bieten kein Fundament für einen echten Dialog. Ich bitte Sie daher zu respektieren, dass ich unsere Korrespondenz als beendet betrachte... Wenigstens hier will ich auf diese beiden Briefe eingehen: Zunächst: Ich muss dem Kirchenfürsten positiv zugestehen, dass er auf die Briefe geantwortet hat - und sich damit auch verletzlich gemacht hat. Viele antworten (offenbar vorsichtshalber) gar nicht erst. Und dann muss ich auch selbst eingestehen, dass ich - angeregt durch diese Briefe - seit dem Schriftwechsel natürlich versucht habe, deutlicher zu werden und noch wirksamere Ansätze zu suchen, wie die Gebote gehalten werden können. Allerdings dürften diese Ansätze dem Kirchenfürsten wohl noch weniger gefallen. Doch jetzt meine konkreten Anmerkungen:
FAZIT:
Die Gebote und vor allem, dass sich die ihm anvertrauten Gläubigen
auch dran halten, sind für diesen Kirchenfürsten Nebensache,
Hauptsache der Glaube stimmt, entspricht also dem, was die Kirche lehrt.
Das aber steht im Gegensatz zu dem, was wir von Jesus wissen, denn nach
ihm kommt darauf an, was wir tun, ja nur das, was wir tun, ist ein
Beweis, dass es uns mit dem Glauben wirklich ernst ist: "Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt." (Mt 7,21) oder:
"Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt,
der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter." (Mt 7,21)
Jonas hatte vor 35 die katholische Kirche verlassen und sich einer alternativen Kirche zugewandt, der es insbesondere um die „hohe Moral“ der jungen Menschen geht. Darin sind wir uns also einig, und daher sind wir auch auf einer Veranstaltung, wo es um eine solche Thematik ging, ins Gespräch und des weiteren dann in einen Mailwechsel gekommen. Die katholische Kirche war ihm einfach zu unehrlich, zu heuchlerisch, zu oberflächlich, und die Amtsträger hielten sich vor allem auch gar nicht selbst an die Moral, die sie predigten. Die Lehre dieser „alternativen Kirche“, der sich Josef dann zuwandte (sie wird schon mal unter den „Jugendreligionen“ genannt) ist nun, dass die jungen Menschen aus sich heraus unfähig sind, auf Anhieb den passenden Partner zu finden und daher mehr oder weniger nach dem Modell „Schmetterling“ „von Blüte zu Blüte“ fliegen. Und um das zu vermeiden, denn die junge Leute selbst sind schließlich auch nicht sonderlich glücklich damit, müssen die Erwachsenen eingreifen, die jungen Menschen von einer „selbständigen Partnersuche“ wegerziehen und ihnen dann – unter allerlei religiösem Zeremoniell – den für sie geeigneten Partner „zuteilen“. Und so schlecht scheint das auch nicht zu funktionieren, wenn inzwischen wohl auch nur 20 % der Jugendlichen dieser alternativen Kirche mitmachen, wie ich über google erfuhr. Dagegen ist mein Ansatz ja ein völlig anderer. Ich sehe die jungen Menschen schon fähig und auch willens für eine „hohe Moral“, doch sie brauchen dafür nur eben ein sinnvolles Moralmodell. Doch dafür hat Jonas nun wieder kein Verständnis. Das sei alles mehr oder weniger Unfug, was ich da machte, denn wichtig sei vor allem die Liebe der jungen Menschen zu Jesus, dahin müsste man sie erziehen, und dann eine gute und funktionierende Familie, in der sie nun einmal aufwachsen. Ja, was aber, wenn es nicht gelingt, die jungen Menschen von einer Liebe zu Jesus zu überzeugen und es auch nicht das ideale Elternhaus gibt, das für ihn die Grundvoraussetzung ist, dass die Kinder einmal eine vernünftige Beziehung einfädeln? Diese Vorbehalte von mir überging er stets. Soeviel ich erkennen kann, beschränkte sich seine Analyse, warum gerade die Mächen mit dem Sex anfangen, auf die Begründung, dass sie Anerkennung suchen. Auf eine Diskussion, dass dies doch wohl zu wenig ist und dass es doch anders sein könnte, ließ er sich gar nicht erst ein, die Grafik wie auch der Ansatz mit der Konzept einer weiblichen Sexualität war für ihn allenfalls eine Provokation. Dabei verweist Jonas nun auf die Triebhaftigkeit der jungen Menschen, die Nacktheit und Kuscheln einfach nicht aushalten könnten – und wo es dann doch immer wieder zum Sex käme. Und hier war ich nun mehr als ärgerlich über die Unsachlichkeit bei der Argumentation und stellte ihm die Frage, dass er sich doch mal selbst in die Situation versetzen sollte, wie er sich mit seiner Frau mit möglichst intensiven Hautkontakt ineinander umarmt und unbeint, da könne einfach doch gar nichts an Intimverkehr passieren. Na, und da war er erbost , was mir einfiele, mich in sein Sexualleben einzumischen – und er brach den Kontakt ab. Doch nach einigen Monaten fing ich wieder an, ich schickte ihm eines meiner Faltblätter.... Gesendet: Donnerstag, 07. Juli 2011 05:00 Lieber Jonas, ich bitte Dich, mir nicht mehr gram zu sein - ich wollte mich wirklich nicht in Dein Privatleben einmischen. Es ging einfach darum, dass ich die Erfahrung habe, dass mir Diskussionspartner etwas erzählen, das sie selbst nicht glauben, oder womit sie überhaupt keine Erfahrung haben. Und die Argumente, die hier kommen, sind einfach oft eine Sackgasse, sie stimmen vorne und hinten nicht und sie sind einfach nur lästig und man kommt mit ihnen nicht weiter. Mein ganzes Anliegen war, aus einer solchen Sackgasse herauszukommen. Daher wollte ich - allerdings eher rhetorisch - die eigenen Erfahrungen ins Spiel bringen. Und das müssen keinesfalls persönliche sein, sondern auch, war man so von anderen gehört hat. Und wenn ich durchgehe, was ich so gehört habe, wie das mit dem "ersten Mal" bei Mädchen war, und das waren etwa zehn "Fälle", dann war bei allen "Fällen" immer schon vorher klar, dass "das" passiert, es war also nie aus einer momentanen Triebhaftigkeit dazu gekommen! Natürlich, es kann auch sein, dass Mädchen gar kein Konzept hatten, doch das heißt auch, dass ihnen alles egal war, doch von solchen Fällen habe ich nicht gehört - und wenn das stimmt, dann ist das auf alle Fälle so, dass es kein Konzept gab, keinen Sex (also "Eindringen") zuzulassen. Und mein Ziel ist jetzt, ein Konzept zu entwickeln, dass diese meine Erfahrung berücksichtigt, und dieses den jungen Menschen zugänglich zu machen - und auch ohne, dass sie irgendeiner Religion beitreten müssen. Ich glaube, dass das geht, Du kennst meine Meinung. Jedenfalls habe ich eine ganz tolle Lektorin gefunden für das nächste Buch, und sie engagiert sich auch mit Geduld und Einfühlungsvermögen und Sachlichkeit. Das Faltblatt hat sie auch durchgesehen und wir haben dabei noch manche Stellen geändert. Ich füge es mal bei. Also bitte noch einmal: Sei mir nicht gram, ich hatte einfach den Eindruck, wir waren in einer Sackgasse, und ich habe nach Wegen gesucht, aus dieser Sackgasse herauszukommen. Und ich glaube, es geht nun einmal nicht über die Methode, dass alle Menschen erst einmal einer bestimmten Religionsgemeinschaft beitreten müssen. Und die Methode der "arrangierten Ehe" geht eben auch nicht, zumindest nicht auf Dauer. Ja, …. (Anmerkung: der Gründer dieser Kirche) mag ja ein besonderes Charisma haben, Menschen zusammen zu führen, das halte ich als Außenstehender durchaus für möglich, doch eine Dauerlösung sehe ich hier nicht. Wir müssen also Wege finden, dass die jungen Menschen diejenigen Informationen bekommen, dass sie es von sich aus richtig machen. Und warum sollte das nicht möglich sein, denn sie sind doch nicht von vornherein un- oder sogar böswillig - natürlich sind die herkömmlichen Moralpredigten mit dem üblichen Moralmodell kein Weg. Beste Grüße Michael
8.7.11 Lieber Michael,Ich bin Dir in keiner Weise gram und hatte nie das Empfinden, dass Du Dich in mein Privatleben eingemischt hast. Das würde ich auch nicht zulassen. Ich war aber wirklich sauer, da ich denke, dass deine Konzepte sehr reduktionistisch und zu oberflächlich sind. Wie ich erwähnt habe, studiere ich derzeit auch Entwicklungspsychologie. Dabei wird mir einmal mehr bewusst, wie wichtig es ist, die Bindungsdynamik zu verstehen, vor allem in Bezug auf Kinder und Jugendliche. Ich empfehle dir, das Buch "Unsere Kinder brauchen uns!" - Die entscheidende Bedeutung der Kind-Eltern Bindung von Gordon Neufeld zu lesen. Darin gebt es ein ganzes Kapitel zum Thema, "Wenn Sex ins Spiel kommt" Das Buch ist erhältlich u.a. beim Genius Verlag. Hier die Adresse: www.genius-verlag.de/main/BuecherMehr.php?Vid=75 So viel fürs erste. Liebe Grüße Jonas
Samstag,
09. Juli 2011 zunächst einmal danke ich Dir für Deine offenen Worte! Und jetzt fällt es mir leichter, auch einmal zu sagen, was ich denke: Am Anfang unserer „Beziehung“ dachte ich ja, dass es Dir um die Sache geht, „kein Sex vor der Ehe“ - und damit verbunden dann natürlich auch, dass dabei gute Ehen herauskommen. Und da habe ich mich Dir sehr verbunden gefühlt! Inzwischen meine ich allerdings zu erkennen, dass es Dir letztlich doch um eine Ideologie geht, die nicht unbedingt etwas mit dem Ziel „kein Sex vor der Ehe“ zu tun hat. Und solche Ideologien sind bei Dir die Unbedingtheit der Scham und eine gute Kindheit und die Idee der arrangierten Ehe – oder auch die Liebe zu Jesus. Das alles darf bei Dir nicht hinterfragt werden, das hat irgendwie für Dich Dogmencharakter – und wenn ich das hinterfrage, dann blockst Du ab, indem Du meine weitere Argumentation für reduktionistisch und oberflächlich hältst. Dazu kann ich nur sagen, dass ich mich nun fast 45 Jahre um das Anliegen kümmere und durchaus auch als Lehrer an vorderster Front - und ich komme immer mehr zu der Erkenntnis, dass der Knüller und vor allem eine Motivation für junge Menschen, wie sie es anders machen können, auf ein DINA4-Blatt passen muss - oder zumindest auf sehr wenige Blätter. So kompliziert kann das alles gar nicht und auch nicht von irgendwelchen Ideologien abhängig sein, denn eine gute Sache muss doch einfach auch aus sich heraus "attraktiv" sein! Und wenn sie das nicht ist, dann müssen wir also etwas ganz grundsätzlich falsch machen – was im Grunde auch sehr offensichtlich ist (wenn wir nur einmal bereit wären, näher hinzuschauen). Das um was es uns geht, nämlich die hohe Liebe, sollte doch wohl im Menschen selbst stecken, und das Problem scheint eher zu sein, dass es verschüttet ist, auch durch gut meinende Religionen und Eltern. Na ja, und daran tüftle ich. Dass andere dann das als "reduktionistisch und oberflächlich" ansehen, damit muss ich wohl leben. Wichtig ist für mich ja, dass es funktioniert und dass diese Gleichaltrigenorientierung, von der ich in den Rezensionen des von Dir empfohlenen Buchs las und die sicher zutrifft, irgendwie aufgebrochen wird. Ja, das ist ja mein Anliegen, den jungen Menschen (und vor allem den Mädchen) die notwendigen zündenden Informationen zu geben, damit sie endlich aufhören, sich den anderen anzupassen. Etwas davon habe ich auch unter der angegebenen URL geschrieben, auch warum ich die jungen Menschen für eine weibliche Sexualität begeistern möchte. Übrigens zum Thema „gute Kindheit“: Es gibt da längst auch ein Buch (Hansjörg Hemminger, „Kindheit als Schicksal“, 1988), in dem angezweifelt wird, ob diese gelungene Kindheit tatsächlich in einem ursächlichen Zusammenhang mit einem gelungenen späteren Leben steht... Und ich weiß von Mädchen, die waren ihre liebevollen und fürsorglichen Mütter , die alles besser wussten, so leid, dass sie so schnell wie möglich von Hause ausgezogen sind, auch zum Preis, mit einem Mann eine Beziehung anzufangen, zu dem noch nicht einmal Verliebtheit war... Natürlich, Du wirst sagen, das war nicht die wahre Liebe der Mütter – doch was ist die wahre Liebe der Mütter? Ansonsten haben die Rezensionen bei Amazon zu dem von Dir empfohlenen Buch meine Befürchtungen bestätigt, dass ich es nämlich als oberflächlich empfinde. Also werde ich das Buch nicht lesen, ich würde mich über das Buch vermutlich nur ärgern. Und es ist ja nicht so, dass ich solche Theorien nicht kenne. Aus verschiedenen Gründen werde ich allerdings nicht warm damit. Und so schlecht kann ich mit meinem anderen Ansatz nicht sein, denn schließlich habe ich auch eine Pflegetochter erzogen oder besser „in den entscheidenden Phasen ihres jungen Lebens begleitet“ - und es ist dabei genau herausgekommen, was ich erreichen wollte - und inzwischen auch eine schöne kleine Familie." Vermutlich habe ich ja auch genau das gemacht, was da empfohlen wird – allerdings habe ich auch sehr viel Wert auf Gespräche gelegt – und eben auch Dinge hinterfragt, die für Dich eher tabu sind! Und zum Thema "Ideologie": Du bist nicht der einzige. Der … (Anmerkung: Der Kirchenfürst, den ich im vorigen Gespräch zitierte) hält den Glauben an die Dreifaltigkeit für "conditio sine qua non", mein Verleger die "Abschaffung des Zinsenszinssystems". Da ist meine Lektorin wahrlich erfrischend: Sie sieht das auch so: Eine gute Sache muss auch aus sich heraus erstrebenswert sein! Tschüs und liebe Grüße! Michael
Samstag,
09. Juli 2011 11:29
Lieber
Michael, Danke für Dein Mail und Deine offenen Worte. Ich bin
erneut überrascht davon, wie viel Du in meine Aussagen
hineininterpretierst. Und das Argument mit der Ideologie wirkt immer,
nur ist es falsch! Genauso wie ich auf Grund meiner „Ideologie“
(Welt-an-schauung) das Leben betrachte, genauso urteilst Du auf Grund
Deiner Weltanschauung, also Ideologie. Die Frage ist
nur ob das Leben und somit auch unsere Beziehungen nicht bestimmten
Gesetzmäßigkeiten unterliegen? Und welche sind das? Übrigens,
wie kannst Du über ein Buch, in diesem Fall das von mir empfohlene
Buch „Unsere Kinder brauchen uns“ urteilen und es als
oberflächlich abtun, ohne es gelesen zu haben? Dies versteh, ich
wirklich nicht. Lieber Michael, sei mir nicht böse, aber
unsere Konversation führt zu nichts! Ich bin gerne bereit in
persönlichen Gesprächen weiter zu diskutieren. Dann können wir
auch Missverständnisse umgehend klären. Ich bitte Dich aber von
einem weiteren Email Austausch Abstand zu nehmen. Wenn Du nach ….
kommst, können wir uns gerne treffen. Tschüss
Lieber
Jonas, also ich komme immer noch nicht drüber weg und kann
nur mit dem Kopf schütteln: Da suchen wir einen Weg, um an die
jungen Menschen heranzukommen und sie von der alten "Moral der
Reihenfolge" zu überzeugen, ja um sie dafür zu begeistern, und
inzwischen helfen mir auch Frauen mit viel Engagement - und da ist
das alles für Dich nicht wichtig, wichtig ist für Dich ganz
offensichtlich erst einmal, dass alles hochgeistig ist und
irgendeinem "Schuldenken" (analog der Schulmedizin in der
Medizin) entspricht. Ja, wie dieser Kirchenfürst - für den ist
schließlich der Moral der jungen Menschen auch nicht mehr wichtig -
Hauptsache, sie glauben an die Auferstehung, an die
Dreifaltigkeit... Irgendwie hast Du da für mich die Katze aus
dem Sack gelassen, es geht gar nicht um eine Moral aus sich heraus,
eine Moral der Freiheit, sondern um die Interessen eines bestimmten
Systems, eben um Systemerhalt... Bei der Auseinandersetzung
mit Kritikern finde ich schon merkwürdig: Der "andere Kritiker"
vertritt eher eine libertinistische Richtung, Du dann diese
konservative, eigentlich genau das Gegenteil. Doch Ihr beide könnt
mir mir nichts anfangen. Und: Ich halte "schriftlich" für besser. Man hat mehr Zeit für die Antwort, kann drüber schlafen... Und wenn man schriftlich miteinander nicht klar kommt, wieso soll es dann mündlich besser gehen?
Anbei
der neue Flyer. Liebe Grüße Michael
11.07.2011 19:56, Lieber
Michael, Ich habe heute zum Inhalt Deines Flyers eine konkrete Frage: Dort ist zu lesen:
Und
es gibt doch ein weites Spektrum: Freude an der gegenseitigen
Nacktheit, Miteinanderkuscheln in allen möglichen Positionen,
gegenseitige Massage, verschiedene Positionen des Hautkontakts,
gegenseitiges Rasieren der Körperhaare und alles in den
unterschiedlichsten Kombinationen... – sind diese
unterschiedlichen Kombinationen für Dich noch keine sexuelle
Beziehung? Ist für Dich Sex nur der eigentliche Geschlechtsverkehr,
also der Koitus? Zeig mir bitte jenen Mann der beim
Miteinanderkuscheln, einer gegenseitiger Massage oder gegenseitiges
Rasieren KEIN sexuelles Verlangen verspürt? Ich meine unter
reduktionistisch, wenn die Sexualität auf den Geschlechtsverkehr
reduziert wird und mehr oder weniger von Liebe abgekoppelt ist. Die
Liebes- und Beziehungsfähigkeit lernt kein junger Mensch beim
Kuscheln. Ich weiß dass heute die meisten jungen
Menschen denken, dass sie vor der Ehe "probieren" zu
müssen. Dies ist aber die größte Schnapsidee der 68er Generation.
Wenn jemand „probiert“ um den „Richtigen“ zu finden kann er
ewig suchen, den „Richtigen“ gibt es nicht! Die Frage im Leben
ist nämlich eine ganz andere! Bin ich der Richtige, liebe ich den
anderen tatsächlich oder will ich nur seine Aufmerksamkeit? Das
Motiv und die innere Haltung ist das Entscheidende. Dass junge
Menschen den Richtigen finden möchten und sich für ihn "aufsparen"
ist oft sehr naiv. Heutzutage aber werden die Ansprüche leider nach
unten geschraubt. Sexualberater und unsere Medien wollen den Menschen
glauben machen, dass ein Mann/Frau vor allem gut im Bett sein
muss. Eine erfüllte Liebe und Sexualität als der
tiefste Ausdruck von Liebe ist nur auf der Basis von Respekt,
Reinheit und gegenseitigen Vertrauen möglich. Das für eine erfüllte
Liebesbeziehung persönliche Reife und Beziehungsfähigkeit notwendig
ist, wird gerne ignoriert. Das beim Kuscheln oder sonstigem Vorspiel
zwei junge Menschen herausfinden können, ob sie einander vertrauen
können darf zurecht bezweifelt werden. Ich meine daher, dass du mehr
oder weniger den jungen Menschen empfiehlst mit dem Feuer zu
spielen. Übrigens, zu Deinem Vorwurf dass ich nicht alles von
Dir lesen würde, stimmt zum Teil. Für mich sind das Buch, dass Du
mir gegeben hast und auch deine langen Schreiben oft sehr verwirrend.
Anders ausgedrückt, „vor lauter Bäume (Beispiele) kann ich den
Wald nicht sehen“ Ich weiß nicht, was für Dich wahre Liebe und
Sexualität eigentlich bedeutet? Du schreibst nämlich von Beispielen
der „freien Liebe und Sexualität“. Der weitaus größte Teil
dieser Liebesbeziehungen ist unreif und oft ein schlichter Missbrauch
des anderen. Was denkst Du, bei wie vielen Teenagern geht es beim Sex
um den anderen „abzuschleppen“, sich anzupassen, dazuzugehören?
Bei wie vielen geht es um Dominanz oder Unterwerfung? Ist dies Liebe?
Du erzählst fast ausschließlich von Teenagern, bei denen das
sexuelle Erlebnis meilenweit von echter Intimität entfernt ist. Es
ist in meinen Augen keine Hilfe, wenn Du einem jungen Menschen, der
eine bittere sexuelle Erfahrung hinter sich hat empfiehlst, er solle
nur Kuscheln. Im Gegenteil, es ist verantwortungslos. So
viel dazu. Tschüss Jonas
11. Juli 2011 Lieber
Jonas, Danke für Deine ausführliche Mail! Warum
soll denn alles, was irgendwo nach sexueller Beziehung aussieht, nur
in die Ehe gehören? Ich meine, wenn man zu viel verlangt, dann
erreicht man gar nichts. Das Problem ist ja, dass bei diesen
sexuellen Dingen irgendwie die Willensfreiheit ausgehebelt ist (der
spanische Philosoph Ortega y Gasset meint, sie gebe es nicht, und ich
bin derselben Auffassung wie O. y Gasset). Doch was geht, das ist
"vom Intimsein loskommen" - und das ist unsere Chance. Und
wenn ich mir die Aussage der Adam-und-Eva-Erzählung näher ansehe:
"Von allen Früchten darfst du... außer von dieser einen",
dann könnte das damit gemeint sein, doch da die Frau eine Kultdirne
war, hat das nicht mehr funktioniert - und es kam eben auch zum Essen
der besagten Frucht. Wäre Eva ein Mädchen "ohne
Erfahrungen" dürfte das funktionieren, die letzte Frucht nicht
zu essen bzw. eine Partnerschaft anzufangen. Ja, es ist eben eine
Geschichte gegen die herrschenden Fruchtbarkeitskulte - und vorerst
sind die noch auf der Gewinnerseite. Und ganz klar: Intimsein
ist etwas völlig anderes als Nacktheit oder Kuscheln, aber Hallo!
Alice Schwarzer und Margarete Mitscherlich sehen im Eindringen einen
aggressiven Akt, das kann man vom Kuscheln nun wirklich nicht sagen!
Ja dabei (beim Eindringen, ich wiederhole mich, weil ich die
Erfahrung habe, dass Du mich gerne falsch verstehst) geht es um
Dominanz und Unterwerfung, nicht umsonst ist der Phallus das Symbol
der Macht. Beim Kuscheln spielt der jedoch gar keine Rolle! Ich bitte
Dich, hier endlich mal den Unterschied zu sehen: Kuscheln ist nicht
"kleiner Sex", sondern etwas völlig anderes! Kuscheln
und kein sexuelles Verlangen (Du meinst "Verlangen nach
Intimsein"), also ich meine das geht, und ich erfahre auch
Zustimmung, auch von Männern. Den Fall, den ich schilderte, der so
gut gegangen war, da wäre das Mädchen schließlich doch zum Sex
bereit gewesen (schließlich hatte die Mutter fast schon dazu
ermuntert), doch der Mann: "Nee, das ist doch so toll - und
jetzt machen wir das alles richtig bis zum Ende! Du sollst Dich
später mal nicht ärgern usw." Die klare Linie eines Mädchens
("Nacktheit und Kuscheln ja, Sex nein") kommt jedenfalls
an. Und sie bringt die beiden zum Gespräch, eine ganz wichtige
Sache... Und das Erstaunliche ist: Anders als beim Sex (da wird sehr
oft nicht so genau hingeguckt) sehen sich hier die beiden wirklich
genauer an - und mir scheint, es kommen auf diesem "Um-Weg"
eher gute Partner zusammen, die sich dann auch mit Respekt usw.
zueinander verhalten. Ich habe verstanden, reduktionistisch...
Und ich bin das bewusst. Die Motive für Kuscheln und Sex werden
sowieso ausgelegt, wie man´s braucht, daher - egal welche Motive:
Vor der Ehe allenfalls Kuscheln - Intimsein in der Ehe! Ja,
von dem Abschleppen usw. möchte ich loskommen, hier sehe ich eine
Chance. Und ich sehe auch das Problem, ob nach bitteren
sexuellen (Intim-)Erfahrungen das Kuscheln empfohlen werden kann.
Besser von Anfang an nicht leibfeindlich (ich wiederhole: Ich meine
damit nur Spaß am Nacktsein und am Kuscheln), dann passiert das mit
den bitteren Erfahrungen gar nicht erst! Und klar: Lieber mit
Pfiffigkeit mit dem Feuer spielen als naiv und verklemmt alles auf
sich zukommen lassen. Denn die fehlende Willensfreiheit erledigt dann
bei Gelegenheit den Rest... Und ich sehe Kuscheln nicht als
Vorspiel - sondern als eigenständiges Erlebnis, oh da kann man noch
viel dran "kultivieren"! Mehr in dem nächsten Buch.
Hoffentlich wirst Du mit dem zufriedener sein! LG Michael
12. 07. 2011: Lieber Michael,
Hier
ist, von mir völlig ungeplant, noch ein weiteres Mail. Ich habe
einfach das starke Gefühl, ich muss Dir schreiben. In den letzten
Tagen habe ich über den Inhalt deiner letzten Mails reflektiert. Ich
bin zu einigen Schlüssen gekommen, die Dir wahrscheinlich sauer
aufstoßen werden. Ich bitte Dich aber, dies nicht als Kritik an
Deiner Person aufzufassen sondern einfach einmal darüber
nachzudenken. Als erstes stelle ich mir die Frage, warum das
Thema Sexualität und vor allem die weibliche Sexualität, Dich und
Dein ganzes Denken so sehr vereinnahmt? Wirst Du in Wahrheit
innerlich damit nicht fertig? Ich vermute, dass Du in deinem Leben
auch so manche sexuelle Erfahrung hattest, wo Du eine Frau
„abgeschleppt“, also im Grunde sexuell ausgenutzt hast. Du wirst
nun mit Deinem Gewissen damit nicht fertig! Stimmt´s? Ich bedauere,
dass Du in Deinem Leben nie eine tiefe und wahrhafte Nähe und
Intimität erfahren hast. Ich kann verstehen, dass Du als
Religionslehrer eine starke Aversion gegenüber der katholischen
Sexualmoral, besser Doppelmoral entwickelt hast. Für mich ist aber
bedenklich, dass Du im gleichen Atemzug, die Frage nach Gott und
einer Beziehung
zu Gott zurückweist. Hast Du jemals auf Deine innere Stimme, der
Stimme Deines Herzens gehört? Hast Du Gott die Chance gegeben Dir
auf Deine Fragen zu antworten? Ich befürchte nicht! Nun zum
Thema Sexualität: Ich habe den Eindruck, dass Du mit Deinen
ausführlichen Mails nur eine Bestätigung, bzw. Rechtfertigung für
Deine Ansichten suchst. Diese, Deine unbewusste Erwartungshaltung ist
aber eine schlechte Ausgangsbasis um eine Lösung für die vielen
missbrauchten und unreifen Beziehungen unter den Jugendlichen zu
finden. Deine Chancen, den jungen Menschen „kein Sex vor der Ehe
und Treue in der Ehe“ glaubwürdig zu vermitteln stehen schlecht,
nachdem Dir die Erfahrung echter Nähe und Intimität, basierend auf
gegenseitiger Treue fehlt. Wenn ich von Sexualmoral
spreche, meine ich damit nicht ein bestimmtes Verhalten oder sexuelle
Praktiken, und schon gar nicht den erhobenen „Zeigefinger“. Es
geht darum den jungen Menschen den Wert ihrer Sexualität und ihrer
Person bewusst zu machen. Ein selbstbewusstes Mädchen wird selten
auf einen Macho, und ein selbstbewusster Junge nicht auf die sexuelle
Verführung eines Mädchens hereinfallen. Dein Konzept der
„natürlichen Nacktheit“ ist aus einem Grund gefährlich. Denkst
Du wirklich, wenn ein nacktes, unschuldiges und natürliches Mädchen
auf einen Macho trifft, dieser sich plötzlich in ein Lamm verwandelt
und mit wahrer, reiner Liebe erwidert? Eine solche Annahme ist für
mich sehr
naiv und
verweigert in Wirklichkeit die Konsequenzen verfrühter und oft
missbrauchter Sexualität. Es ist ironisch und tragisch zugleich,
dass in unserer Gesellschaft und Kultur überall billige, angeblich
„freie“ Liebe gepriesen wird. Sexualforscher und Pädagogen
empfehlen Kindern bereits im Kindergarten einen angeblich
„spielerischen“ Umgang mit ihrem wertvollsten Organ, den
Genitalien. Einerseits wird so großer Wert auf die Gesundheit und
eine gesunde Nahrung gelegt, in Angelegenheiten der Liebe wird aber
überall „Chunk Food“ angeboten. Eine billige, unreife sexuelle
Beziehung, auch wenn im engeren Sinn kein Geschlechtsverkehr
stattfindet, ist Chunk Food für den Geist und das Gefühlsleben
unserer Kinder. Hast Du Deine Schüler schon einmal gefragt, warum
sie sich mit einer billigen „Liebe“ zufriedengeben? Ich
bin seit 36 Jahren Mitglied der …..kirche (Anm.: die ich als
„alternative Kirche“ bezeichne). Es gehört zum Grundverständnis
unserer Mitglieder, dass wir alle Geschwister, mit Gott als Eltern im
Zentrum sind. Welche Beziehung pflegen Brüder und Schwestern
untereinander? Geschwisterliche Beziehungen sind meist eng und
vertraut. Sexuelle Gefühle und Gedanken sind in dieser Beziehung auf
natürliche Weise weitgehend exkludiert. Deshalb ist Sex vor der Ehe
bei unseren Jugendlichen, die ihren Glauben ernst nehmen, kein Thema
und auch kein Problem. Weiters ist es ein Grundverständnis in
unserem Denken (unserer Theologie oder Ideologie), dass Sexualität
etwas ganz Besonderes und Exklusives im Leben eines Menschen ist.
(N.N. hat mit seinen Aussagen zum Thema wahre Liebe und Sexualität
einige Bücher gefüllt). Damit das Wertvollste sich im Leben
entfalten kann, braucht es allerdings ein Umfeld und eine Atmosphäre
des Vertrauens. Es liegen Welten zwischen einer gelegentlichen
sexuellen Erfahrung (auch ohne Geschlechtsverkehr), da diese selten
ernst gemeint sind, und einer Beziehung in der geschützten und
vertrauten Atmosphäre einer Ehe. Deswegen nennen wir die Ehe auch
Segnung, da die intimste aller Beziehungen, tatsächlich ein großer
Segen und Bereicherung ist. Jemand hat einmal eine echte sexuelle
Erfahrung mit einem Fallschirmsprung verglichen. Ein Fallschirmsprung
erfordert Mut, Offenheit und gegenseitiges Vertrauen. Kann man einen
Fallschirmsprung vom Dach seines Hauses ausprobieren? Ich betone
daher immer wieder, dass echte Liebe eine Entscheidung ist. Es
erfordert die Bereitschaft und Entschlossenheit, Verantwortung für
sich und sein Leben und dem Leben des Partners zu übernehmen. In
anderen Worten, die Fähigkeit, selbst-los zu lieben. Sexualität ist
dann die Krönung der Beziehung. Die Beziehungsfähigkeit und das
Vertrauen eines Menschen, kann ich, wenn ich mit ihm im Bett liege,
mit Sicherheit nicht testen. Das Vertrauen muss vorhanden sein,
ansonsten lügt er mich an. Ehrlich, wie oft werden junge Menschen
von ihrem „tollen Lover“ belogen und betrogen? Im untenstehenden Mail schreibst Du, dass Du derselben Auffassung wie Ortega y Gasset bist, der meint, in sexuellen Dingen gebe es keine Willensfreiheit. Wenn es keine Willensfreiheit gibt, wir also tatsächlich ein triebhaftes Wesen ohne Verantwortung sind, kann die Willensfreiheit auch nicht ausgehebelt werden. Über deine Aussage: „Doch was geht, das ist "vom Intimsein loskommen" - und das ist unsere Chance.“ werde ich sehr zornig. Es geht Dir also nur um eine primitive sexuelle Befriedigung. Hast Du gar kein Gewissen mehr und kein Wertgefühl für das Leben?
Ich möchte Dich daher einladen, an
einem meiner Seminare zu Thema: „Prinzipien des persönlichen
Wachstums“ teilzunehmen. Jonas Eine Mail am Schluss dieses Mailwechsels geht noch auf diese Mail ein!
Betreff: Ideologieverdacht, inzwischen aus meinem Feriendomizil Lieber Jonas! Auf der Autofahrt nach Südfrankreich ging mit natürlich Deine Mail im Kopf herum, klar. Manchmal glaube ich, Du meinst, ich bin ein Anfänger in Sachen „Enthaltsamkeit vor der Ehe“ und Du denkst, ich hätte so was wie dieses Faltblatt so ziemlich unbeleckt von allen ernsthafteren Gedankengängen geschrieben. Und Du scheinst Dir gar nicht vorstellen zu können, dass das nicht ein Anfang ins sondern das Ergebnis mehr als 40jähriger Tüftelei ist – mit jungen Leuten (!) - obwohl ich Dich schon ein paar Mal darauf hingewiesen habe... Um mit Deinem letzten Absatz anzufangen: Also diese Hinweise auf Treue und Reinfallen und ob einer einen „erfahrenen Partner“ will und Überlegungen zu „missbrauchter Liebe hatte ich alles schon. Ich kann Dir ein Heft für junge Leute vorlegen, das ich vor 1980 mit viel Engagement geschrieben und gedruckt hatte – und? Es hat alles nichts geholfen! Ich konnte nicht erkennen, dass die jungen Leute sich irgendwie geändert haben. Und zudem: Wenn ich so etwas sage, dann beleidige ich immer die, die es schon hinter sich haben (aus Gründen, die sie nicht selbst verschuldet haben, sie wurden entweder einen falschen oder gar keinen Weg geschickt). Warum soll ich mir die zu Feinden machen? (Und so wie ich das mache, dann werden eher die als negativ hingestellt, die sie einen falschen Weg – also etwa mit einem unglücklichen Moralmodell – geschickt haben.) Und auf so was wie die Treue spreche ich gar nicht mehr an, denn ganz bestimmt sagt dann eine Schülerin: „Klar, die wollen wir ja auch, und genau deswegen probieren wir ja vorher, damit wir den Richtigen finden, dem wir dann auch treu sein können und mit dem wir nicht reinfallen!“. Oder wenn ich von Verantwortlichkeit rede, genau dazu höre ich den Kommentar: „Ẃem tue ich denn weh, wenn ich Sex mache, und ich weiß, worauf ich mich einlasse, ich mache das mit voller Verantwortung?“ Ich kann mich natürlich jetzt mit den jungen Leuten auf lange Diskussionen einlassen, doch ich merke, ich habe mit solchen Argumenten einfach schlechte Karten. Und so berichtete mir auch einmal eine Kollegin aus der Nähe von Wiesbaden, die mein Konzept zum Reinfallen (ja, ich verstehe offensichtlich etwas anderes drunter als die jungen Leute) in ihrem Biologie-Unterricht verwendet hatte. Die 11-12jährigen waren betroffen und sahen alles ein, wie man reinfällt, wie man ausgenutzt wird usw. und sie waren auch fest der Meinung, nein, das wollten sie alles nicht. Doch ein Jahr später oder auch zwei hatte sie die Klasse wieder – und alles war auf einmal ganz anders! Nein, es sei doch wohl klar, dass sie schon vor der Ehe probieren müssten, schließlich wollten sie ja nicht mit einem ungeeigneten Partner reinfallen... (Und wenn ich den jungen Menschen, die ich dann hatte, so ab 17, die Alternative vorstellte, entweder Sex mit eine Hallodri oder Spaß an der Nacktheit, dann plädierten sie „lieber Sex mit „so einem“, denn dann könnten sie wenigstens entscheiden, wer sie sieht, nein, nackt, wo sie alle sehen können, das aber auf keinen Fall!“ Natürlich, ich weiß nicht, ob alle so denken, was da einige sagen, doch ich habe schon den Eindruck, das ist so heute – das Ergebnis der Erziehung, dass Nacktheit etwas Verwerfliches ist..) Ja, lieber Jonas, da kannste nix machen, das sind eben so meine Erfahrungen mit jungen Leuten. Vielleicht hast Du ja andere, und dass sie das dann auch tatsächlich durchhalten, was Du ihnen erzählst und wofür Du sie begeisterst. Ich habe jedenfalls die Erfahrungen, dass das so nicht geht, wie Du Dir das vorstellst! Und hast Du den nicht die Zeitungsnotiz gelesen, die ich in meinem Buch zitiert und kommentiert habe, dass nämlich die ganzen Aktionen „kein Sex vor der Ehe“ nicht nur nichts helfen, sondern sogar noch kontraproduktiv sind? Ja, nach allem was ich sehe, laufen diese Aktionen genau nach Deinem Modell ab. Warum überliest Du das, warum prallt das an Dir ab? Oder willst Du das einfach nicht wahrhaben, weil es Dir nicht in Dein Weltbild passt? Und dann hörte ich auch mindestens zwei Mal von jungen Leuten den Vorwurf: „Sie wollen uns unsere Erfahrungen nehmen!“ Da kann ich dann lange toll reden von den „Erfahrungen, die eine teure Schule sind, doch Narren gehen in keine andere“ oder so was, ich rede einfach gegen Wände – und wenn ich noch so gute Argumente habe. Ja, die jungen Leute aus innen heraus verstehen, genau darum geht es mir doch auch, was wollen die wirklich? Sie suchen ja auch einen guten und passenden Partner – und ganz so unrecht haben sie ja nicht, wenn sie meinen, dass das eigentlich nur über eigene Erfahrungen geht! Nur eben, was für Erfahrungen? Und schnell ging das gewiss nicht, bis ich irgendwann dort gelandet bin, wo ich heute bin, dass eine konsequente Sexualmoral eigentlich zutiefst menschlich ist – und dass Indiz für etwas, das menschlich ist, eben auch das ist, dass es dem Menschen sozusagen verwachsen ist, dass er es also gern macht. Ja, Moral muss Spaß machen, die jungen Menschen müssen geradezu Angst haben, etwas zu verpassen, eine ganze Phase ihres Lebens, wenn sie ihre Leibfeindlichkeit (ohne Sex!) nicht überwinden, wenn sie hier nicht wirklich frei werden, wenn sie gleich immer alles machen und damit doch nur das tun, was Kennzeichen von Herrschaft und Unterdrückung ist. Und ich selbst muss an dem, was ich vertrete, voll Spaß haben, allein das bietet die Chance, dass nichts mehr, was ich sage, moralinsauer klingt – denn alles, was auch nur im Entferntesten moralinsauer klingt, ist tödlich! Ich erinnere mich noch, wie ich mich in meinem Stichwort „Schamrasur“ (also im Internet) dagegen ausgesprochen hatte – und wie auch noch eine junge Frau mir geschrieben hätte, dass das ganz anders sei als was ich da geschrieben hätte, sie würde das auch machen und sie sei noch Jungfrau und sie stünde dazu. Und als ich weiter auf meiner Meinung beharrte, brach sie den Gedankenaustausch verständnislos ab. Und es hat etwas gedauert, einige Jahre, bis ich mich dann „bekehrt“ habe und das schrieb, was ich jetzt schreibe. Wirklich ein langer Prozess! Doch wieder zurück zu Deiner Mail und zum Problem der Willensfreiheit: Ich habe einmal gelesen, dass eine Frau, wenn sie sich nun einmal entschlossen hat, sich auszuziehen, nichts und niemand sie davon abhalten kann, das auch zu tun. Die Willensfreiheit ist einfach hier ausgehebelt! (Ich rede nicht von Gewissensfreiheit oder sexueller Freiheit, das sind andere Themen! Und wenn das dann reinspielt, dann bastelt sich das jeder so zurecht, wie es ihm passt). Ja wenn es nur das Ausziehen wäre, dann wäre ja alles in Ordnung, aber das ist es ja, dass das verpönt ist, der, der das geschrieben hat, hat also offensichtlich mit „Ausziehen“ den Sex umschrieben. Wie toll wäre es, wenn es die Nacktheit und das Kuscheln als Ventil gäbe! Und das mit der Reinheit – alles schön und gut. Doch „die Erfahrung lehrt“, wenn man so etwas vertritt, dann wird einem auch so ein Macho-reine-Jungfrauen-Komplex vorgeworfen (Jungfernhäutchenfetischist!), da bricht dann die ganze tolle supermoralische Argumentation wie ein Kartenhaus zusammen – und das ist es ja, mit dem Erlebnis der weiblichen Sexualität umgehe ich das. Noch mal: Muss ich mich denn auf eine Argumentation einlassen, die einfach unvorteilhaft ist? Vor allem, wenn es eine andere gibt, und ich sie mir auswählen kann? Wenn ich so Deine Vorwürfe lese, dann habe ich ganz stark den Eindruck, alles schöne Theorie, die vielleicht auch bei braven jungen Menschen umsetzbar ist, (das sind wohl die, die Du kennst und von denen Du zu reden scheinst), doch mit normalen jungen Menschen, wie ich sie aus der Berufsschule kenne und wie sie wohl eher der Normalfall sind – geht nicht. Und möglicherweise kommst Du deshalb auch nicht mit meinen praktischen Beispielen klar, mit denen ich meine Ansätze untermauere, sie widersprechen einfach Deinen Ansätzen.. Und zur Adam-und-Eva-Erzählung: Ich nehme die eben religionshistorisch, alles andere ist mir nicht mehr zugänglich. Und „gegen die Fruchtbarkeitskulte“ meint nicht nur eine „verfrühte sexuelle Beziehung“, sondern ganz allgemein „eine Beziehung, die nicht im Zusammenhang mit (ewiger) Liebe und Partnerschaft steht“. Wieso meinst Du, dass das nicht um sexuellen Missbrauch rede, wenn ich von Fruchtbarkeitskulten rede? Ich betone den Zusammenhang doch wieder und wieder! Nur sehe ich eben hier nicht das Problem eines einzigen Paares sondern das Problem Mann-Frau schlechthin – und die Verfasser dieser Geschichte haben eben daraus die Problematik eines einzigen Paares gemacht. Klar, mit dem Verstehen der jungen Menschen: Sie wollen eben selbständige Erfahrungen machen, wie ich schrieb. Und im Grunde ist das auch etwas ganz Natürliches – und wir werden ihnen das nie austreiben können! Hier scheint ein natürlicher Trieb vorzuliegen. Nur eben: Sex ist eine dumme Erfahrung, Kuscheln usw. ist eine intelligente Erfahrung. Sex schaffen auch „die doofsten Blondinen“ (um auf diese primitiven Blondinenwitze anzuspielen) , zum Kuscheln usw. gehört Intelligenz usw. Wir müssen sie eben auch zu den Erfahrungen hinführen, die etwas bringen, und dürfen die relativ harmlosen Erfahrungen nicht als unmoralisch hinstellen und verteufeln. Doch das alles habe ich entweder schon x-mal geschrieben oder es steht in dem nächsten Buch. Und mit dem anderen sind wir uns doch längst einig („Erfahrung missbrauchter Liebe“ usw.), wieso erzählst Du das immer wieder? Ja, im Ziel sind wir uns auch einig – das Problem ist der Weg. Und ich meine, Du empfiehlst einen Weg, der für Menschen in einer freien Gesellschaft einfach nicht gangbar ist (natürlich, mit viel Aufwand geht alles), daher habe ich diesen Weg in dem, was ich sage, durch einen anderen ersetzt. Und noch etwas: Was den (jungen) Menschen am andersgeschlechtlichen Menschen interessiert, ist doch zweierlei: 1. der andersartige Körper hat schon mal eine eher vordergründige Faszination, die durch die „Versteckerei“ noch gesteigert wird. Und 2. natürlich die echte Liebe, die Suche nach Partnerschaft, die Achtung vor dem anderen, die Verantwortlichkeit für sich selbst und für den anderen. Das Problem ist, dass gerade bei jungen Menschen (und auch bei manchen Erwachsenen, die dann allerdings als krank gelten) durch die Scham der Punkt 1 so ein Übergewicht bekommt, dass der Punkt 2 sozusagen „totgeschlagen“ wird. Also meine Konsequenz: Mit der Erziehung zur Scham (ich meine damit immer die Versteckerei des Körpers oder von Körperteilen) werden wir eine hohe Moral nie in den Griff bekommen! (Ja, lieber Jonas, nenne mir mal eine Kultur, wo man die „hohe Moral“ (was ich drunter verstehe, habe ich im Faltblatt geschrieben) mittels der Erziehung zur Scham je in den Griff bekommen hat. Es ist doch immer nur zur Heuchelei gekommen. Warum nur bedenkst Du das nicht, obwohl das doch auch Dir bewusst sein müsste? Warum wird das trotzdem der Weg zur hohen Moral nur immer wieder über die Erziehung zur Scham versucht? Und was erzählt man gerade Kindern, warum die Scham sein muss? Das ist doch immer nur irgendeine Angstmache, die sich bei näherem Hinsehen als Unfug entpuppt. Mir erzählte eine junge Frau (die natürlich in unserem Sinn reingefallen war), dass sie immer geglaubt hätte, dass gerade die älteren Männer Monster seien, die immer nur den Mädchen die Höschen ausziehen wollten und dass davon die Mädchen dann einen Schock fürs Leben bekämen. Da hatte sie also aufgepasst, dass das nicht passiert. Also kam es zu einer panischen Angst vor dem Höschen-ausziehen. Und das hatte sie selbst dann noch geglaubt, als sie aus einer von ihr selbst (!) bewusst eingefädelten Beziehung mit einem gleichaltrigen Jungen schon längst selbst ein Trauma hatte, und was für eins... Und das Ergebnis einer solchen Erziehung ist, dass die Kinder dann tatsächlich einen Schock bekommen, wenn man sie denn ausziehen würde - doch nur, weil ihnen diese Angst beigebracht wurde, nicht, weil es in der Sache liegt! Und sollten sie dann irgendwie selbst feststellen, dass sie gar keinen Schock bekommen, dass Nacktheit etwas Natürliches ist, dann glauben sie, dass das mit dem Sex genauso ist, dass also alle Angst davor nur anerzogen ist... Ja, da stehen wir heute, denn das mit dem „alles nur anerzogen“ ist ja das Credo der 68er. Bringe ihnen mal was anderes bei! Wir haben uns also mit unserer Erziehung zur Scham selbst unglaubwürdig gemacht, weil wir Verstöße gegen sie als traumaerzeugend hingestellt haben, was sie unter normalen Umständen gar nicht sind sondern auch nur harmlosen Spaß machten Totaler Realitätsverlust „dank“ Erziehung zur Scham! Ich frage mich, wer hier oberflächlich ist und nicht die tieferen Zusammenhänge wahr haben will! Und glaube mir: Wenn eine „hohe Moral“ erst mal in einem jungen Menschen drin steckt, dann wissen sie schon von alleine, wie sie mit der Scham umgehen – aber sie ist eben nicht mehr dieser Krampf wie, wenn sie ihnen als Moral hingestellt und also auch von ihnen so empfunden wird. So, und jetzt hoffe ich, dass wir das Internet ans Laufen kriegen, so dass ich diese Mail abschicken kann. LG Michael
Es hat absolut keinen Sinn weiter zu diskutieren. Du bist überzeugt von Deiner Methode, ich von meiner. Sehen wir in 10 Jahren, wer von uns mehr junge Menschen helfen konnte eine stabile, langfristige und glückliche Ehe aufzubauen. Ich bin an einem weiteren Email Austausch nicht weiter interessiert und werde auch nicht mehr antworten. Tschüss und alles Gute Jonas 26.7. 11 – aus den Ferien, daher sehr viel Zeit, vor allem auch zum Nachdenken bei der langen Autofahrt, also sehr ausführlich.. . Lieber Jonas, obwohl Du kein Interesse mehr an dem Gedankenaustausch hast, meine ich doch, die Mail vom 12. 7. wenigstens noch beantworten zu müssen, ich finde, das gehört sich einfach. Du kannst nicht etwas in den Raum werfen und Dich nicht mehr interessieren, was Du damit angeleiert hast. Denn mir geht diese Deine Mail natürlich im Kopf herum, und ich möchte das, was Du schreibst, nicht einfach so im Raum stehen lassen. Ja warum ich so lange Mails schreibe? Ganz einfach: Wer mit mir engagiert diskutiert, dem antworte ich natürlich auch mit vollem Engagement und ich versuche auch, auf alle Punkte einzugehen – ich müsste ja dumm sein, mich mit jemandem, der sich mit mir Mühe gibt, nicht zu reden, nur weil er anders denkt. Es ist doch wichtig zu wissen, wie andere argumentieren, vielleicht kann ich ja lernen. Schließlich will ich ja gewinnen – nicht in der Diskussion gegen den anderen, sondern ein Konzept anbieten, das so hieb und stichfest ist, dass die jungen Leute mit ihrer Sexualität endlich mal wieder im Sinne der Monogamie umgehen. Und wenn es bei der Diskussion heiß her geht, ja warum denn nicht? Schon die alten Griechen sagten „Polemós patèr pantôn“, der Kampf ist der Vater aller Dinge... Und ich finde, bei jedem Kampf kann man lernen, daher möchte ich keinen auslassen, der sich bietet. Und wenn ich nur lerne, dass eine von mir Argumentation falsch oder unglücklich ist, weil sie offensichtlich beim anderen nicht ankommt... Aber man kann ja auch vom anderen lernen, wo der bessere Argumente hat! Und ich dachte doch, Dir geht es genauso wir mir, einen Gesprächspartner zu haben, der an einer Lösung arbeitet, wenn auch auf einem anderen Weg? Und zu meiner „Vergangenheit“ bzw. zu meinem eigenen Leben: Ich weiß nicht, was das hier soll, ich frage Dich ja auch nicht nach Deinem Leben, was der Hintergrund Deiner Einstellung ist. Und so wie ich sehe, bin ich doch sehr sachorientiert, wenn es um das Thema geht, wie die jungen Menschen endlich einmal vom vorehelichen Geschlechtsverkehr loskommen. Ich befrage sie oder besser, ich höre ihnen zu, ich suche nach deren Gründen, ich bringe Alternativen ins Spiel, ich komme zu Ergebnissen, die sie auch ansprechen, ich will gerade die Mädchen stark und selbstbewusst machen, nicht immer nur mitzumachen, was die Männer wollen, sondern ihnen ihre weibliche sanfte Sexualität bewusst zu machen und die durchzusetzen. Und vor allem versuche ich doch, sie unabhängig von irgendeinem Über-Ich zu machen, nein, sie brauchen das gar nicht, denn sie haben ja eine ganz natürliche Ethik in sich, wenn sie nur erst mal auf ihr Inneres hören, und sie können auch direkt Freude daran haben! Und wenn ich sie als Mann darauf aufmerksam mache, dann ist das doch wohl ein Zeichen von seelischer Gesundheit, oder? Ja und was gibt es da in meiner Vergangenheit oder in meinem sonstigen Leben herumzustochern? So schlecht scheint das doch alles wohl nicht zu sein? Dagegen sollten mal diejenigen in sich gehen, die immer Vorschriften einer Kirche oder auch eines Gurus brauchen, die ihnen sagen, was richtig und falsch ist und was sie machen sollen! Und hast Du noch nie etwas davon gehört, dass Religionen durchaus Männer-Erfindungen sind, um die Frauen zu zähmen bzw. so zu indoktrinieren, wie Männer es wollen? Und das kann dann sowohl bedeuten, dass sie einem Mann treu sind (= man kann das auch so auslegen, dass sie „Besitztum“ eines Mannes sind) – doch auch, dass sie leicht zu haben sind (also Freiwild). Nur dass Frauen selbst wirklich frei wählen können, das ist in typischen Machogesellschaften nun einmal nicht erwünscht, da sind sich alle Machogesellschaften eben gleich! Doch darum geht es eben mir – und wenn Frauen das mit der freien Wahl wirklich können, dann werden sich die Männer auch ganz anders anstrengen – und dann können Frauen ihre natürliche Veranlagung zur Treue auch wirklich ausleben und damit auch die Männer in ihrem Sinn „erziehen“! Denn auch die sind ja nur zu gerne treu – wenn es die Richtige ist! Vielleicht bin ich hier etwas überdeutlich, doch ich meine, wer austeilt, muss auch einstecken können. Ach, und nur wer selbst die „Erfahrung echter Nähe und Intimität, basierend auf gegenseitiger Treue“ erlebt hat, kann jungen Menschen das vermitteln? Und was ist mit Jesus? Das heißt also, dass der das auch nicht konnte? Na, dann bin ich ja in guter Gesellschaft! Und wieso macht Dich zornig, wenn ich schreibe, dass ich nach einem Konzept suche, dass das voreheliche Intimsein unterbleibt? Das wäre doch schon mal was – und ich dachte doch, das ist ein Ziel in Deinem Sinn??? Und ich finde schon, dass hinter dem, um was es mir geht, eine völlig andere Einstellung steckt als wenn es um Sex bzw. Intimsein geht, oder etwa nicht? Zudem: Das, was ich als Alternative sehe, ist doch nur das „Extremste“, eben die Alternative, zu dem es in der Praxis schließlich längst nicht immer kommen dürfte. Wenn es zu gemeinsamen Reisen kommt, dann wird es etwa in den allermeisten Fällen sein wie auf einer Santiagopilgerfahrt in den Gemeinschaftsunterkünften – nur eben im Kleinen und jetzt mit Absprache. Dieser dämliche Schon-fast-Zwang zur Intimität bei so etwas, den gibt es eben nicht mehr – ich finde das einfach toll! (Hatten ich Dir das nicht schon mal früher geschrieben?) Lieber Josef, ich möchte bloß mal wissen, was Du hier für Phantasien hast! Und zu den Versuchungen bzw. der Willensfreiheit bei denen: Ich denke hier ja vor allem an die jungen Menschen, die das sicher ihre Probleme haben. Und Du tust so erhaben, als ob Du das alles immer im Griff hättest. Na meinetwegen, bei Dir mag das ja auch alles so sein wie Du schreibst. Doch ob sich selbst ein „normaler“ erwachsener Mensch wirklich in jedem Fall disziplinieren kann? Es hat mal einer gesagt: Wenn wir einer Versuchung widerstehen, dann liegt das nicht daran, dass wir so großartig willensstark sind, sondern dass die Versuchung einfach nicht groß genug oder eben nicht die richtige ist. Und wenn ich so darüber nachdenke, Recht hat der, der das gesagt hat. Und es wäre doch langweilig, wenn es keine Versuchungen mehr gäbe – und wie heuchlerisch! Ja, was wäre die Welt ohne all die schönen Blumen! Es kommt eben nur darauf an, wie man mit ihnen umgeht – wie Strauß-Cohn (oder „Kahn“) oder wie ein Mensch, der ein Konzept hat, (wenigstens einigermaßen) ethisch zu sein, so dass er weder nicht selbst sondern anderen an der Seele oder am Leib schadet. Meine Antwort hier ist eben die Idee mit der „weiblichen Sexualität“ - da kann man „hinterher“ wieder nüchtern werden und das machen, was für alle gut ist! Komisch, dass dass Du diese Chance nicht sehen willst! Und immer wieder, was Du nicht begreifst, was aber so ist: Gerade Mädchen suchen sich sehr oft für den ersten Sex „irgendeinen“, ziemlich unüberlegt, weil sie das „erste Mal“ hinter sich bekommen wollen, das ist leider so, ich habe oft genug geschrieben warum. Es geht dabei gar nicht mal um Verliebtheit oder gar um Liebe. Für die Harmonie im Kuscheln gehen sie dagegen nach völlig anderen Gesichtspunktgen vor! Da sind sie interessanterweise unvergleichlich ernsthafter! Das ist nun einmal so, warum soll man das nicht im Sinn eines Weges zu einer besseren Moral nutzen? Ich verstehe Dich einfach nicht, um was geht es Dir eigentlich? Zu Deinem Vorwurf, dass ich Aversionen gegen meine kath. Kirche habe: Na ja, ich versuche aber doch, auch hier sachlich zu sein. Und wenn etwas gut ist, dann ist es auch für mich gut. Da gibt es etwa die Idee der Güterabwägung: Wenn die Wahl zwischen zwei Gütern ist, dann das „geringere Übel“. Bevor ich also ein Konzept vertrete, das dann in der Praxis doch nur zum Sex führt, dann lieber ein anderes! Ob ich nicht auf die Stimme meines Herzens oder Gottes höre? Was ist denn das schon wieder für eine Unterstellung? Und weißt Du wirklich, ob Deine innere Stimme nicht die des Teufels ist? Wie kannst Du also die unterscheiden? Ja, wie soll Gott denn zu uns reden, als wenn er etwas scheitern oder gelingen lässt, was wir da anleiern? Hast Du vielleicht mal drüber nachgedacht, dass Gott das mit der Scham möglicherweise gar nicht will, weil er eine Moral mit der als Basis doch immer wieder misslingen lässt? Zu Deiner Frage, wie sich ein Macho verhält, wenn er auf ein unschuldiges Mädchen trifft, das die Leibfeindlichkeit (in meinem Sinn) über Bord geworfen hat und das die auch mit ihm über Bord werfen will, doch das ein ethisches Konzept leben will: Ja, genauso ist es, wie Du es Dir nicht vorstellen kannst! So schlecht sind wir Männer nämlich gar nicht! Jawohl, „so ein Mann“ wird diese Einstellung eines Mädchens bewundern – und es entweder in Ruhe lassen, denn es ist ihm für ein Abenteuer zu schade, oder ihm richtig klassische Liebesbriefe schreiben, um es zu heiraten! Solche Mädchen sind doch heiß gesucht! Und das Mädchen wird „bei dieser Offenheit“ schon merken, ob er sich wirklich geändert hat! (Das ist es ja, dass ich es gar nicht richtig fassen konnte, als mir diese Studentin erzählte, dass ihr Freund sie bei ihrer Einstellung auch noch unterstützte, ich schrieb Dir das doch schon und sicher nicht nur einmal – warum überliest Du das nur immer??? Das ist es ja, das passt wohl nicht in Dein Weltbild...) Und was sind das denn für junge Leute, die von einem Lover belogen werden? Doch ganz gewiss keine, die selbst offen und ehrlich sind, sondern irgendwelche Prinzessinnentussies, die nur eine Scheinmoral im Hinterkopf haben und sich auf die noch etwas einbilden! Bei denen fühlen sich die Hallodris dann auch irgendwie im Recht, sie zu belügen und zu betrügen, um sie auf den Boden der Realität zurückzubringen, wie sie meinen. Ja, Du hast ja vollkommen Recht, dass das nicht in Ordnung ist, was da heute schon im Kindergarten den Kindern beigebracht wird – aber warum machst Du daraus mir einen Vorwurf? Zu den Jugendlichen in Eurer Vereinigungskirche: Ich habe mal versucht, mich schlau zu machen, wie sich die jungen Menschen in dieser Kirche verhalten, und dazu im Internet gesucht. Da fand ich also bei einem Wiener Journalisten: 80 % suchen sich ihre Partner wie die sonstigen jungen Leute... Gut, dieser Journalist mag sich das aus den Fingern gesogen und also nicht recht haben. Doch was mich bei unserer Diskussion stutzig macht: Ich komme immer wieder mit Beispielen aus der Praxis, etwa welche Erfahrungen ich mit dem und dem habe und warum das und das geht und das andere nicht geht und welche Schlüsse ich daraus ziehe. Du dagegen kommst nie mit solchen Beispielen – ja, was soll ich davon halten? Und es ist wirklich nicht so, dass ich die Familienidee verachte, nein, nicht im geringsten! Dem Mädchen, das den Anlass zu dem nächsten Buch gab, das ich also gleich am Anfang erwähnte, habe ich dringend geraten und mit ihm lange darüber diksutiert, mit seinen Eltern, vor allem mit seinem Vater zu reden. Es meinte, genau das ginge einfach nicht, es hätte diese Erfahrungen, die Eltern würden einfach alles abblocken. Ja, weil es immer so viel fragte, hätten die Eltern ihm den Brockhaus geschenkt, es sollte gefälligst da nachsehen, wenn es etwas wissen wollte. Und was ich nicht alles ihm geraten hatte, es sollte sich zu Weihnachten mal Karten für den „Besuch der alten Dame“ (den gab´s gerade in ihrer Stadt, wie ich aus dem Internet erfahren hatte) schenken lassen für sich selbst und den Vater zu einem gemeinsamen Besuch, vielleicht ergäbe sich daraus ja ein Gespräch. Doch alles vergebens. Es gibt eben junge Menschen, die können mit ihren Eltern nicht reden – und das liegt sicher nicht immer nur an den jungen Leuten. Ja, was machst Du da mit Deinen Ideen? Du zuckst da wohl mit Deinen Schultern, da kann man eben nichts machen, Schicksal... Doch ich denke da anders: Jetzt wird in die Hände gespuckt und dann sehen wir, ob wir da nichts machen können! Denn schließlich hat doch jeder Mensch den Trieb nach einer heilen Familie, selbst wenn er selbst die nicht bei den eigenen Eltern erlebt hat – man darf ihn nur nicht erst mal den Weg eines falschen Moralmodells schicken! Doch nicht nur die Praxis: Ich achte auch drauf, dass ich zu Lösungen komme, bei der die bekannte Religionskritik und auch Bibelkritik und Kirchenkritik (Wellhausen, Bultmann, Albert Schweitzer) bedacht ist, irgendwo haben deren Forschungen ja auch ihre Berechtigung. Oder auch die neuesten Bedenken von Seiten der evangelischen Theologie, dass das mit dem Sühneopfer Jesu wohl nicht stimmt – ja, genauso sehe ich das schon längst mit dem von mir vertretenen „kriminologischen Ansatz“. Und ich bat Dich doch: Schicke mir doch mal Kopien von einem Dutzend Seiten, die mich vom Hocker reißen könnten? Und ist es nicht auch so, dass bei Dir eine „rigorose Ablehnung“ gegen das, was ich sage, „mitschwingt“, was Dir nicht passt, das überliest Du doch - nachweislich? Ich kann immerhin sagen, ich habe vielleicht in Euren Büchern nur nicht dir richtigen „Stellen“ gefunden! Und ich war sicher nicht von vornherein gegen „arrangierte Ehen“ - und sicher sind auch viele besser als die „selbstgefundenen“. Doch das heißt nicht, dass es nicht echte Konzepte für die selbstzufindenden gibt, die dann wirklich besser sind. Ansonsten: Ich habe ja gedacht, wir sind Kameraden und teilen uns gegenseitig unsere Erfahrungen mit, wie das mit „keinem Sex vor der Ehe“ am besten in die Praxis umsetzbar ist. Aber ich sehe, Du siehst das anders, Du bist an Erfahrungen anderer nicht interessiert und erst recht nicht, was die da draus gemacht haben. Nur eben, ich verstehe Dich nicht.... Vielleicht magst Du es nicht hören und auch nicht lesen, doch ich finde den Mailwechsel mit Dir (und mit einem anderen Diskussionsgegner) so sinnvoll, dass ich daraus ein Kapitel entworfen habe, das m. E. auch noch in das nächste Buch hinein muss. Denn nicht nur Du hast da einige Probleme mit meinem Konzept, dieselben Probleme dürften auch viele sonst haben. Jedenfalls danke ich Dir sehr für den Gedankenwechsel! Und wenn Du Dich über mich ärgerst, solltest Du bedenken: „Expertus scio“ - ich hatte die Gelegenheit, in die Praxis umzusetzen, von was ich rede. Und die Pflegetochter hat in Aachen alleine studiert, alleine gewohnt und ihr junges Leben völlig allein gemanagt – und es ist alles – auch im Sinn einer „hohen Moral - hervorragend gelaufen, ohne dass ich mich je in ihre weiteren Entscheidungen einmischen musste. Und ich musste auch nie mit den typischen Moralpredigten anfangen, die das Leben zwischen Kindern und Eltern (insbesondere zwischen Müttern und Töchtern) so oft verleiden. Warum also sollte ich nach einem anderen Konzept schielen, wo meines doch so gut funktioniert hat? Natürlich bleibe ich offen, doch etwas anderes muss wirklich besser sein! Wir sehen uns also in 10 Jahren wieder, ich bin einverstanden, hoffentlich leben wir dann noch! Vielleicht gefällt Dir immerhin das: Ich schreibe hier komplett mit Sonnenenergie, ich habe gar keinen Stromanschluss, für Beleuchtung (LED) und Notebook reicht das vollkommen, ach, ich habe sogar noch Strom „über“. Beste Grüße Michael ______________________________________________________________________________________ 3. Martin S. (Immobilienmakler, 4. 10. 2011): Warum
hat dieser Jesus dann gesagt: "Im Hause meines Herrn sind viele
Wohnungen für Euch bereitet."??? oder: "Dein Glaube hat dich gesund gemacht." oder: "Dein Glaube hat sie lebendig gemacht." oder: "Dein Glaube hat dich sehend gemacht." oder: "Alles ist möglich, dem der da glaubt." Antwort (5. 10. 2011): Wissen wir, ob das alles so stimmt?
Ob das alles Jesus wirklich so gesagt hat, vor allem auch in dem
Zusammenhang, in dem wir es in der Bibel lesen? Martin (6. 10. 2011): Nein, nein Michael: ich nehme die Bibel absolut nicht wörtlich. Und in der Tat kann man bei allen religiösen oder allgemein historischen Schriften nie sagen, was WAHR und was FANTASIE ist, das war schon der Germania beim Tacitus so - er hat die Germanen immer etwas schöner und tugendhafter beschrieben, weil er die Römer gerne wieder so hätte. Aber was mich wundert: Warum Du das dann mit der einen einigen Dirne als wahr nimmst und dafür andere Dinge nicht, die jedoch die gesamte Christenlehre bis heute ausmachen. Einig sind wir uns doch darin, dass Jesus ein geschichtlicher Fakt ist und dass irgendetwas von dem was aufgeschrieben wurde auch einen wahren Kern haben muss. Und da ist es doch naheliegend, dass gerade die Dinge die oft wiederholt wurden, sich also in mehreren Schriften finden, wahr sein sollten, könnten, müssten. Also wie gesagt: Der Kern der Christenlehre ist bekannt (hat nichts mit der Kirche oder Bibel zu tun) und das ist dann meiner Meinung nach auch der Kern und nicht etwas was wir uns selbst zusammen reimen. DANKE Antwort (6.10.2011): Lieber Martin,
____________________________________________________________________________ 4. von Veronika (eher Feministin, erfolgreiche Autorin und Verlegerin, September 2011): Lieber Michael, danke für deinen Flyer zu deinem neuen Buch. Mir gefällt was du schreibst - einzig seltsam kommt mir vor, dass du eine "Moral" mit einer anderen "Moral" ersetzen willst, statt mit echter Freiheit und Selbstermächtigung. Denn - die Individualität ist einfach zu groß... als dass sie unter eine "Moral" passen könnte, egal welche. Echte Freiheit und Selbsterkenntnis - fände ich wesentlicher. Dazu würde aber auch gehören, dass es evtl. Mädchen oder Frauen gibt - die in ihrer Wahrhaftigkeit ganz anders mit Sexualität umgehen - sie vielleicht einfach jedem schenken wollen - weil es Ihnen Freude macht... oder niemals einen Mann wollen, weil sie kein wahres Verlangen danach haben... Ende Sept. bin ich beim Frauenkongress, der von vielen Frauen aus meinem Feld ins Leben gerufen wurde... http://www.frauen-kongress.com Solche Kongresse und Angebote für Mädchen und Frauen werden immer mehr... Mit genau dem Ziel - zuerst mal bei sich selbst anzukommen und dadurch aus der Opferhaltung und der über Jahrhunderte gespeicherten Zellprogrammierung - dem Mann zur Verfügung stehen zu müssen, jenseits der eigenen Bedürfnisse - mit tieferem Bewusstsein durch echte Erkenntnis auszusteigen, diese alte Form zu überwinden... Und es ist zu sehen - welch große Resonanz dieses Thema erzeugt... weltweit!!!! Frauen verbinden sich, vernetzen sich, wachen auf und stehen in der Welt... in der es nun plötzlich diesen Frauen an echten Gegenübern fehlt - weil die Männer gerade erst anfangen sich auf den Weg zu machen... Auf den Weg - die Frauen nicht mehr zu benutzen, sondern zu verehren... Eine erwachte Frau - die wirklich sie selbst ist, ganz verbunden mit ihrem Schoßraum und der Erde... kann nicht mehr benutzt werden, oder missbraucht... das ist einfach nicht möglich... Ich sehe es an mir... Mir ist seit 5 Jahren kein Mann mehr begegnet - bei dem mein Inneres gejubelt hätte und mein Körper sich der Hingabe geöffnet hätte... Mir ist es auch nicht mehr passiert, dass mich ein Mann dumm angemacht hätte, oder gewalttätig wurde... Früher - vor allem in meinen jüngeren Jahren von 14 - 27 ist mir das sehr oft passiert... Auch wenn es mir immer gelang mich zur Wehr zu setzen... Und das liegt nicht an den Männern... sondern daran, dass ich zu glücklich und zu zufrieden bin. Ich kann mich nur noch aus Liebe in Liebe einlassen... Und nicht mehr der Erfüllung von Mangelzuständen dienen... Selbst wenn ich einen Mann sehr mag und sehe und mich mit ihm verbunden fühle... wenn da Mangel ist - kann ich mich nicht für sexuelle Verbindung öffnen. Doch genau da fällt auf, dass es kaum Männer gibt, die nicht im Mangel sind, die nicht unbedingt etwas brauchen... sondern mit sich selbst im liebevollen Gleichgewicht, in der Fülle ihrer Wahrnehmung, in Liebe - bereit überzufließen und zu geben - statt in drängender Erwartung etwas zu bekommen... Die Frauen sind nach meinem Gefühl in Bewegung und auf dem Weg... Was es braucht - sind Männer!!!! Männer die in sich selbst ruhen, in ihrer Kraft und Freude, den Frauen liebevoll und ehrfürchtig zugewandt... Und ich würde mir so wünschen, dass Männer - als auch du - sich dafür einsetzen, ein neues Männerbild zu kreieren... statt wieder mal die Frauen für alles verantwortlich zu machen. Das ist auch so ein Beigeschmack, den ich beim Lesen deines Flyers hatte... (auch wenn ich weiß, dass du das so nicht meinst) Warum - sind die Frauen "schuld" und müssen sich verändern, wenn doch klar ersichtlich ist, dass die Männer die Frauen dahin gezwungen hatten - wo sie oft heute noch sind... Wäre es nicht viel logischer, wenn man das alles sieht - die Männer zu einer neuen Moral anzuregen? ganz herzliche Grüße Veronika Antwort (September 2011, mit Anmerkungen im Text von Gerti): Liebe Veronika, nach
meinen Erfahrungen sind insbesondere die jungen Menschen
hochmoralische Wesen – und sie wollen einfach eine Moral, auch eine
Sexualmoral! Und daher muss ich ihnen schlicht und einfach sagen,
welche „Moralarten“ es gibt und den Weg zu einer für sie
akzeptablen Moral aufzeigen – sie können dann ja entscheiden, was
sie wollen, die eine oder die andere (und ich meine, es gibt doch nur
diese beiden, so wie es nur „ja“ oder „nein“ gibt). Einspruch euer Ehren! Es gibt sehr vielfältige Formen von Moral, die natürlich von der jeweiligen Kultur und/oder Religion geprägt sind. Die Moralbilder und Vorstellungen verändern sich auch permanent - und doch gibt es kollektive, meist unbewusste uralte Moralschnipsel, die in unseren Zellen gespeichert sind und den meisten Menschen zu schaffen machen, weil sie innere Widersprüche erzeugen. Die Moral die du da anbietest - ist meiner Meinung nach absolut nicht zeitgemäß und entspricht nicht dem Bewusstseinswandel, der sich gerade spürbar vollzieht, sondern ist ganz und gar aus alten Mustern gebacken. Vor allem aber deine Begründung für diese Moral - die macht mich in der Tat eher entsetzt.
Doch
sie sollen klar erkennen, dass das eine eben eine Scheinmoral ist,
mit der sie nicht das bekommen, wovon sie möglicherweise träumen. Eben - wovon träumen junge Mädchen? Das ist die erste Frage... Und die zweite Frage wäre dann - warum träumen sie davon? Und die dritte Frage wäre - was würden sie denn wirklich wollen und träumen, wenn sie frei wären von Moral, wenn sie sich selber lieben und achten würden und nicht alte Glaubenssätze und Vorstellungen übernehmen würden/müssten... Wenn sie endlich befreit wären von der Vorstellung - dass sie nur dann etwas taugen und gut sind, wenn sie dem Mann gefallen weil der Mann sie sonst verachtet und sie sich aber abhängig fühlen davon - begehrt und geliebt zu werden.
Und
zur Schuld der Männer am Desaster? Ich sehe das anders als Du. Ich sehe das gerade....
Denn
es ist nun einmal, dass die Entscheidung der Mädchen und Frauen für
den Sex oder für was such immer für die Männer einen
Belohnungseffekt hat. Das ist einfach deine persönliche Sichtweise, oder Erfahrung. Meine z.B. ist - dass Männer den Frauen eindeutig klar machen, dass sie das Letzte sind, wenn sie sich weigern Sex zu machen und dass Männer gewalttätig werden - sich im Notfall also nehmen, was sie wollen... und die meisten Frauen aus Angst, oder dem Wunsch zu gefallen und geliebt zu werden Sex zulassen... Weil sie sich eher als Opfer fühlen und nur selten auf die Idee kommen - selbst wertvoll zu sein.
Die
Männer sind nun einmal – wenigstens so wie sie zur Zeit geprägt
sind – auf Sex aus. Und je nachdem wie sie von den Frauen dazu
„erwählt“ werden, werden sich die Männer auch danach verhalten. Das wäre - entspricht aber nicht der Realität... auch wenn es solche Einzelfälle sicherlich gibt.
Das
ist das Problem der sogenannten „Female Choice“, je nachdem was
die Frauen wollen, genauso werden nun einmal die Männer, also
"Prägung durch Belohnung". Mein Gefühl ist - du blendest mit dieser Sichtweise die gesamte Kulturgeschichte aus. Oder du verstehst sie völlig anders als ich und viele andere. Du tust so, als würde es keine HERRSCHAFT geben und gegeben haben, die letzten hunderte von Jahren... Du tust so, als wäre es die Verantwortung der Frauen - dass die Männer sich so verhalten... Und das find ich echt krass... Wenn ich aus der Vogelperspektive schaue, dann sehe ich - egal was geschieht - zwischen zwei Parteien, zwei Wesen, Männern und Frauen - niemals kann einem allein die SCHULD gegeben werden. Sondern alles was geschieht hat viele Ursachen, an denen alle Beteiligten beteiligt sind. Und dennoch hatten Frauen viele hundert Jahre lang keine Möglichkeit, wirklich menschlich und weiblich zu leben. Sie wurden behandelt wie Waren, benutzt und nach Gebrauch weggeworfen. Sie wurden oft gewaltsam geschwängert und dann für das Schwanger sein verbrannt oder verbannt... Das passierte überall und war normal - niemand stellte das viele hundert Jahre lang in Frage. Und du sagst jetzt - sie hätten sich einfach nur anders verhalten müssen, dann hätten die Männer sich auch anders verhalten. Findest du das nicht selber komisch? Und so ganz nebenbei sorgen diese Frauen dabei auch noch bei den Männern für die fatale und für sie auch bequeme Einstellung „Sex ohne Verantwortung“. Dass darunter dann Frauen leiden, die anders denken und anderes wollen, ist natürlich beklagenswert. Mir geht es bei meinem Engagement nun auch darum, diese gutwilligen Frauen so fit zu machen, dass sie eine männerprägende Wirkung haben. Volker
Pispers beschreibt das Problem sehr schön in seinem Sketch „Der
mutierte Softiemacho“ (hier eine Hörprobe:
http://www.weltbild.de/1/pprod.trck/page.html?trck=1_3&h=01ad96eef9&lm=20110919203331&trbid=419030&b=10589959
): Da hat er versucht, nett zu Frauen zu sein, ein guter Kamerad,
nicht aufdringlich, hilfreich bei Umzug und sonst noch was, ja auch
ein guter Gesprächspartner – und nachher gingen sie mit einem
anderen ins Bett, die er nur als Machos bezeichnen würde. Also hat
er seine ganze kameradschaftliche Tour über Bord geworfen – und
ist wieder zu der Machotour zurückgekehrt. (Du kannst natürlich
auch sagen, wenn ein Mann das mit dem Sex im Hinterkopf hat, dann ist
er sowieso ein Macho...) Sicherlich ist das auch eine Seite der Medaille - eben die, die nur selten sichtbar wird, weil es eher die Ausnahme ist, deshalb wird sie auch als Witz dargestellt und du verwendest es als eine Art Beweis... Oder auch: Ein Freund erzählte mir von einer Fernsehsendung, in der es darum ging, dass doch recht viele Frauen „mittleren und reiferen Alters“ nach Nordafrika in Ferien fahren, ausdrücklich um so mal von so richtig schönen Machos gef... zu werden. Er selbst kennt sogar eine Frau, die einem solchen Freund sogar mit viel Geld zu einem kleinen Unternehmen verholfen hat. Irgendwann war natürlich die Beziehung aus – und da begann eine hässliche Prozessiererei. Es ist schon irre, zuerst werden die Machos geradezu gezüchtet – und nachher ist´s doch nicht recht! Und
Ortega y Gasset beschreibt das auch in seinen Essays „Über die
Liebe“: Nicht die Männer sind die Verführer, sondern die Frauen
wollen „das“ sogar und suchen sich eben den Passenden aus. Genau - das sagten auch die Katholiken - die Frauen wären vom Teufel geschickt... Wenn ich daran denke, wie oft allein ICH in unserer Zeit von Männern bedroht wurde - die mich zu sexuellen Handlungen zwingen wollten und mich beschimpften und quälten, weil sie der Meinung waren, ich hätte sie schließlich angemacht... wer A sagt muss auch B sagen... Dabei hatte ich nichts getan - außer eine Frau zu sein - hatte nicht mal aufreizende Sachen an, sondern habe vielleicht nur freundlich gelächelt... Wäre ich moralisch - nach deiner Sicht, müsste ich mich verbergen, dürfte keinen Mann anschauen, oder freundlich sein, weil all das schon als Reiz empfunden werden kann und ich somit die Schuld habe... Aber du sagst ja - die Mädchen sollen unverkrampfter werden und mehr Kontakt zur Nacktheit finden - das ist der reinste Widerspruch. Das ist doch absurd! Das ist so, als wärest du für die Verschleierung und jede Frau, die sich nicht verschleiert, ist selber Schuld, wenn sie der Sexgier der Männer zum Opfer fällt. Aber unter dem Schleier soll die Frau ganz selbstbewusst und mit sich und ihrem Körper in Kontakt sein... Und alles Weitere wie oben. Ja,
damit gerade die Mädchen nun nach anderen Gesichtspunkten die Männer
aussuchen, daher plädiere ich für die Nacktheit und für die
weibliche Sexualität – und wenn die Mädchen – vor allem
in der Familie oder im Kindergarten oder sonstwo – positive
Erlebnisse damit haben, werden sie eine ganz andere Männerart
bevorzugen und „belohnen“ – und die Männer werden sich ändern! Da komm ich nicht mehr mit. Das überrascht mich echt, sowas von dir zu lesen. Du weißt, ich konnte bewirken, dass ein Mädchen nach meinem Konzept „erzogen“ wurde – und sie hat einen ganz liebevollen Partner gefunden usw. und sie sind jetzt eine wundervolle kleine Familie. Soviel wie ich sehe, ergänzen sich die beiden wunderbar. Du tust so, als wäre dein persönliches Beispiel - was ich eher als außergewöhnlich bezeichnen würde - ein Beweis für deine Moral-Theorie - die du jetzt verallgemeinern willst. Ich bezweifle auch nicht, dass es Sinn macht, Mädchen mit ihrem Körper vertraut zu machen... und Selbstverständlichkeiten im Umgang mit Nacktheit und sich selbst zu unterstützen... Der große Irrtum von dir ist meiner Meinung nach der - dass Frauen schon immer allein dafür verantwortlich waren, wie die Männer sich ihnen gegenüber gebären... Das Verhalten der Männer sozusagen provozierten... Du tust fast so, als wären Männer unmündige Wesen, die keinerlei Einfluss auf ihr eigenes Verhalten Frauen gegenüber haben und gibst den Frauen damit viel Macht... Doch Männer sind auch Menschen und könnten beginnen, zu fühlen und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen - oder? Und dass du davon scheinbar nichts wissen willst - verwundert mich einfach... Ich bin auch frei und nackt erzogen wurden - mit der Moral, den Mann, den ich liebe auch zu heiraten - was ich tat... wurde aber dennoch nicht verschont von einem Irrtum und von vielfältigen anderen Erfahrungen mit Männern - eben gerade weil ich so frei und selbstverständlich war... und die Männer das als Einladung zum Tanz empfanden... Und immer so taten, als wollten sie mein Bestes - als würden sie mich lieben und mich auf Händen tragen - manche haben dieses Spiel wochenlang gespielt und alle Register gezogen - aber nur, weil sie Sex wollten, weil sie ihr Jagd erfolgreich beenden wollten. Und ich sage hier nicht, dass es auch Frauen gibt, die auf Männerjagd gehen - genau in dem gleichen Stil... die Männer missbrauchen und Männer missachten... aber das ist nicht die Masse - das sind eher Ausnahmen. Wir brauchen nicht nur liebende und mit sich selbst verbundene starke Frauen - sondern wir brauchen auch Männer - die solchen Frauen ein Gegenüber sein können... Die Frauen sind auf dem Weg - die Männer putzen noch ihre Schuhe... Und - JA - die Frauen werden die Männer in Zukunft zur Veränderung einladen - weil sie sich selbst verändert haben... aber nicht dadurch, dass ihnen jemand Moral predigt, sondern dadurch, dass sie wieder Zugang zur ursprünglichen weiblichen Kraft und zu sich selbst finden - den Wert ihres Schoßraumes neu entdecken - den Männer so lange besudelt haben - dass die Frauen schon selber dachten, sie wären unrein und wertlos - am Ende noch des Teufels... Denn genau das ist es, was in jeder weiblichen Zelle steckt - weil das "falsche" Christentum dieser Sichtweise Vorschub gab und die Männer das als Freifahrtschein benutzt haben - Frauen nicht als Menschen, oder Geliebte, oder Göttin zu betrachten, sondern als Lustobjekte und als Personal - welches keine eigene Meinung, keine Bedürfnisse und keine Rechte haben durfte. Vielleicht kannst du nachvollziehen, was ich sagen wollte... lieben Gruß Gerti Tschüs und liebe Grüße Michael
Antwort (27.09.2011):
Bevor ich für eine Woche unterwegs bin, möchte ich Dir für Deine ausführliche Mail danken. Hier nur so viel: Was meinst Du mit: „Es gibt sehr vielfältige Formen von Moral, die natürlich von der jeweiligen Kultur und/oder Religion geprägt sind.“ Meinst Du nicht, dass es in allen Kulturen das Problem "Herrschaft - Unterdrückung" gibt und dass die Verhältnisse in anderen Kulturen nicht unbedingt erstrebenswert sind, wenn sie nicht gar genauso verändert werden müssten wie bei uns? Ich habe ja eine vietnamesische Pflegetochter "erzogen" - ab ihrem 14. Lebensjahr. Als ich hier mit ihr in der Oper La Traviata war, meinte sie "genau dasselbe Problem in Vietnam wie in dieser Oper"... Also nichts anderes in der einen anderen Kultur, die ich nun näher kenne. Und sonst? Meinst Du etwa die angebliche Kinderherumvögelei auf Samoa a la Margret Mead? Du kennst doch sicher die neueren Forschungsergebnisse, dass das alles Unfug war, was die da angeblich herausgefunden hatte... Ja, "nicht zeitgemäß" - soviel ich sehe, sind die Menschen im Grunde immer noch sehr konservativ... So schnell ändert sich nicht, was ich Jahrhunderttausenden gewachsen ist... Ja, wovon träumen die Mädchen? Ich würde da ja zugänglicher für andere Meinungen sein, wenn ich zusätzlich zu den heute eher üblichen sonstigen pädagogischen Sexualmodellen den jungen Mädchen auch das von mir vertretene Moralmodell vorstellen dürfte, sozusagen als Alternative. Doch man lässt mich nicht, offensichtlich befürchtet man, dass gerade die jungen Mädchen mein Modell attraktiver finden könnten... So viel Erfahrung habe ich ja, dass die jungen Leute das jedenfalls besser finden als was sonst so erzählt wird! Und mit Nacktheit und Anbaggerei bzw. Vergewaltigerei. Eine junge Frau sagte mir mal, dass man da doch immer nur vergewaltigt wird, wenn man nackt ist usw. Doch ich dagegen: "Alles Unfug! Es kommt drauf an, wie die Nacktheit praktiziert wird! Ich schlage Dir vor, mal an einem heißen Sommertag splitternackt in Berlin vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor zu laufen und ich sage Dir: Niemand steht am Straßenrand und treibt Selbstbefriedigung oder vergewaltigt dich gar, nein, alle freuen sich und klatschen Beifall!" Und die Studentin, von der ich in der vorigen Mail erzählt, wurde einmal von einem Kommilitonen angesprochen: "Stimmt das, was man sich über dich erzählst, dass du keinen Sex vor der Ehe willst, aber nackt am Strand bist?" Worauf sie "ja" geantwortet hätte. Jedenfalls erzählte sie mir das schon mit Stolz in ihrer Mimik - und dass ihr Kommilitone davon offensichtlich beeindruckt war... Klar, auch ich fand das gut, wie sie mir das erzählte, so falsch kann meine Pädagogik also nicht gewesen sein... Ja, ist es heute anders, dass die Frauen wie Waren behandelt werden - der Unterschied zu früher ist, dass sie auch noch freiwillig mitmachen und das toll finden... Ich habe das doch in dem Faltblatt geschrieben... Nein, es ist nicht nur O. y Gasset. Ich habe nach der Lektüre mal nachgedacht, wer in den 10 Fällen, die mir bekannt wurden, wo es sich um "das erste Mal" drehte, die treibenden Kräfte waren. Das waren in 9 Fällen eindeutig die Mädchen (nicht alle Männer hatten das allerdings auch angenommen). Doch Du weißt, ich sehe die Schuld dafür nicht bei den jungen Mädchen, sondern in dem verquerten und lebensfeindlichen Moralmodell, das den Mädchen von der Religion und vor allem auch von den Müttern beigebracht wird. Ich meine wirklich, Schleier und Selbstbewusstsein schließen sich aus. Doch das gilt auch schon für die Badehose (meine Pflegetochter sagt immer noch zum Bikini "Unterwäsche".) Und Nacktheit ist nicht alles, das schreibe ich doch immer und immer wieder - doch "Nacktheit" scheint so ein Reizwort zu sein, dass das, was ich sonst sage, was wirkliche Moral ist, gar nicht mehr interessiert... Mehr später... (Ich schicke mal in der folgenden Mail das, was ich in die im Faltblatt angegebene URL gesetzt habe.) Und hier noch mal die neueste Version des Flyers. Liebe Grüße Michael Veronika (27.09.): Lieber Michael, danke für deine schnelle Antwort. Mein Gefühl ist - wir kommen nicht zusammen. Ich sehe deine Argumentation, ich sehe auch woher diese kommt und sage JA - da wo du stehst mag das so scheinen... Aber es ist, als schaust du die Welt nur von einer ganz bestimmten Seite an... Ich BIN eine Frau, habe meine Erfahrungen selber gemacht, bin Mutter von 2 Töchtern und eine davon ist bereits 24 Jahre... Ich arbeite seit vielen Jahren mit Frauen und Mädchen in Gruppen - zum Thema Weiblichkeit, Körperlichkeit, Sexualität und vieles mehr... Ich arbeite mit Gesundheitszentren zusammen, mit Frauenzentren und mit Therapeuten - auch über Deutschland hinaus... Ich sehe sehr verschiedene Kulturen nicht nur die Kulturen der s.g. zivilisierten Länder und Entwicklungsländer - sondern auch die Kulturen der noch vorhandenen Ureinwohner - die sehr verschieden sind - so wie auch deren Moral... Ich habe mich auch mit verschiedensten Religionen beschäftigt und religiösen Formen und Wegen... und auch hier gibt es viele Parallelen zum Christentum und viele Unterschiede. Ich nenne nur mal ein Wort "Tantra" - eine z.B. völlig andere Sicht- und Umgangsweise mit Sexualität, als in unserer Kultur... aber auch im Tantra gibt es verschiedene Richtungen mit verschiedenen Schwerpunkten - Tantra ist nicht gleich Tantra und das meiste Tantra was in Deutschland praktiziert wird und großen Zulauf findet - ist meiner Meinung nach eine, für unsere unverbundenen Zustände und unseren Mangel an echter Liebe - gefälschte Version. Aber wer weiß, wozu das gut ist. Das Bild, was du von Frauen und Mädchen malst - das sehe ich nicht - das ist meiner Meinung nach im Höchstfall eine Randgruppe, die deinen Kriterien entspricht... vielleicht ein Teil, auf den gerade du mit deiner Prägung deinen Fokus richtest... Wir erleben die Welt so - wie wir sie sehen... und wie wir sie sehen, das hängt davon ab, durch welche Brille wir schauen... und es ist sinnvoll, die eigene Brille zu kennen... denn nur dann ist wenigstens mit dem Bewusstsein - ein Weitblick möglich - auch wenn wir alle sehr subjektiv geprägt sind und deshalb auch subjektiv empfinden. Mein Gefühl ist - du begreifst nicht - wie die Entwicklung die Frauen und Männer geprägt hat, du willst es auch nicht begreifen, sondern du behauptest lieber etwas, was ich echt absurd finde... Und am liebsten sagen möchte: Auf so eine Sichtweise kann auch nur ein Mann kommen. Aber das ist mir zu platt - denn es macht mich eher traurig, dass selbst ein Mann wie du, der sich ganz ehrlichen Herzens so seine Gedanken macht - um die Menschheit - solch ein Frauenbild hat und die ehemaligen Unterdrücker beschützt... Ich bin an einem Punkt, an dem ich weit entfernt bin - den Männern die SCHULD zu geben, oder den Frauen. Mein Weltbild richtet sich auch nicht gegen Männer und hebt nicht die Frauen auf einen heiligen Sockel... sondern ich denke einfach, es wäre an der Zeit - zusammen zu kommen und mit dem Schuld hin und herschieben aufzuhören. An der Zeit, sich gegenseitig wertzuschätzen, weil man sich selber wert schätzt - sich selbst zu lieben und damit auch befähigt zu werden andere zu lieben... Vielleicht ist das etwas viel verlangt - aber für mich ist das das Ziel... Wir Frauen, die heute leben, müssen uns unserer kollektiven Wunden bewusst werden und diese heilen... So wie die Männer sich auch ihrer kollektiven Angst und ihrem Schmerz bewusst werden müssen und diese heilen... Denn weder die Männer noch die Frauen von heute - sind Schuld an dem - was in der Vergangenheit geschehen ist und uns deshalb bis heute prägt... Aber wir sind in unserer Selbstverantwortung dafür zuständig, uns diesen Zusammenhängen bewusst zu werden und diese alten "Bilder" zu erlösen, loszulassen und neue Bilder zu kreieren und neue Träume zu schaffen - die frei sind von den alten Schmerzen und frei von Schuldgefühlen. Ich sehe, dass wir uns als Menschheit entwickeln und ich sehe die Vergangenheit als eine Art Notwendigkeit - um darüber hinauswachsen zu können. Wir machen Erfahrungen und lernen daraus... Aber mit einer übergestülpten Moral - war noch nie jemandem geholfen - außer dass sich daraus Scheinmoral entwickeln muss, weil die Menschen nur so tun als ob - ohne wirklich da zu sein, ohne das mit jeder Zelle selber leben und empfinden zu können. Ich möchte deshalb diese Art von Diskussion nicht weiter ausbauen, weil meine Zeilen bei dir scheinbar nicht auf fruchtbaren Boden fallen und ich es auch nicht als meine Aufgabe empfinde, dich zu überzeugen - denn ich sehe nicht, wie das gelingen könnte - solange du da stehst wo du stehst. Deshalb nimm es mir nicht übel, wenn ich auf deine Mails in Zukunft nicht mehr mitdenkend und mitfühlend antworte. alles gute für dich und lieben Gruß Veronika
Antwort
am 4.10.: Deine
Reaktion hat mich schon überrascht, denn eigentlich müsste mein
Konzept Dir doch entgegenkommen, durch "Prägung durch
Belohnung" mal die fürsorglichen, die rücksichtsvollen Männer,
die sich an feste Spielregeln halten, zu fördern. Und es ist doch
natürlich, dass diese Männer dann Mädchen und Frauen erwarten, die
sich auch an die entsprechenden festen Spielregeln halten. Oder was
sonst? Wie ich sehe, geht es Dir um die "sexuelle Selbstbestimmung" gerade auch der Mädchen. Dann zeige mir mal bitte, wo dabei das Thema "Nacktheit bei Kindern" auftaucht, wie besonders die kleinen Mädchen Spaß dran haben, doch wie sie bisher davon ziemlich drastisch wegerzogen werden, statt ihnen durch Erzählen und durch Vormachen beizubringen, wie sie es richtig machen. Und ich habe definitiv erlebt, wie sehr Kinder an einer "hohen Moral" Interesse haben - doch wie man ihnen diese Alternative entweder verzerrt darstellt und lächerlich macht oder auch ganz vorenthält! Ich werde jedenfalls kämpfen für eine echte sexuelle Selbstbestimmung der jungen Menschen! Du hast zwar abgelehnt, mit mir weiter zu diskutieren, na gut, dann habe ich diese Mail wenigstens zur Ergänzung unserer Diskussion auf meiner Website geschrieben. Und jetzt noch schöne Grüße aus Ostpreußen, wo ich gerade auf einem kommunalpolitischen Kongress bin. Alles Gute! Michael Und obwohl Veronika nicht mehr antworten will, noch einmal eine Antwort von mir am 15. 10. 2011: Liebe Veronika, meine Lektorin fragte mich, was aus der Korrespondenz „mit Grit“ geworden ist, schließlich ist sie sehr engagiert, mir zu helfen, dass mein Ansatz vernünftig und akzeptabel wird – und nicht nur den Frauen entgegenkommt, sondern auch die Geschlechter verbindet. Sie sagt auch, sie ist nicht unbedingt immer meiner Meinung, doch sie will mir helfen, dass mein Konzept so richtig klar und gut wird. Was sollte ich nun ihr zu Dir sagen? Du beklagst Dich über die Männer, dass sie doch nur immer das Eine wollen und dabei auch nicht vor Gewalt zurückschrecken. Du weißt, dass ich das so nicht akzeptieren kann und dass das Dir so scheint, einfach weil Du vielleicht doch nicht den richtigen Ansatz hast und Du Dich daher den Männern gegenüber in einer Weise verhältst, dass die Dich allenfalls eher als als so etwas wie zickig empfinden. Ich bin mir nämlich völlig sicher, dass Du insbesondere bei Deinem eigenen ersten Sex nicht so vorgegangen bist wie das Mädchen, dessen Erziehung ich beeinflussen konnte, also eben nicht nach dem „Verfahren“, das ich ihm „anerzogen“ habe: „Ich möchte erst einmal Mensch sein, ich möchte also mich nicht meiner Weiblichkeit schämen müssen (also auch mit Dir Spaß an der Nacktheit haben!) – und ich fände es allerdings gut, wenn der Sex erst in der Ehe wäre, weil ich nicht Gefahr laufen möchte, letztlich doch nur als Wegwerfgegenstand behandelt zu werden“. Und dass Du einen solchen Ansatz auch nicht Deinen beiden Töchtern anerzogen hast. Denn so weit ich sehe, finden oder fänden die allermeisten Männer eine solche Einstellung bei Mädchen ganz phantastisch – und sie würden die betreffenden Mädchen entweder in Ruhe lassen – oder heiße Liebesbriefe schreiben, doch nicht in Richtung „Abenteuer“ sondern in Richtung „Ehe“. Und es würden dann vernünftige Beziehungen zustande kommen – und aller Machismo wäre wie weggeblasen. Meinst Du, dass Deine Einstellung, Dich in Frauengemeinschaften zurückzuziehen und nicht mehr auf meine Mails antworten zu wollen, nicht nach „Schmollwinkel“ aussieht, doch auf alle Fälle nicht nach einer Einstellung, das Problem zu lösen? Stattdessen meine Idee: Wir müssen zusehen, dass junge Menschen eine gemeinsame „Instruktion“ erhalten, so dass sie auch untereinander darüber reden können. Am sinnvollsten wäre das in einem Konfirmandenunterrricht oder Erstkommunionunterricht – auf der Basis des historischen Jesus, so wie ich ihn vertrete. (Also kommt bitte nicht drauf, wie besch... Dein entsprechender Unterricht war, so etwas meine ich ja auch gar nicht! Doch man kann ja alles ändern!) Liebe
Grüße M 17. 10. 2011 Lieber Michael, deine Zeilen zeigen mir, dass deine Projektion auf mich und darauf wie ich bin, wie ich meine Kinder erziehe und wie meine körperlichen Selbstverständlichkeiten waren und sind... - nicht dem entsprechen, wie es tatsächlich ist. Einfach ausgedrückt, du stülpst etwas über mich, was mit mir nichts zu tun hat. Was auch zeigt, dass du scheinbar nichts von dem wirklich gehört und gelesen und aufgenommen und verarbeitet hast, was ich dir alles schon über mich und mein Leben mitgeteilt habe... Es war also alles umsonst... Denn... Ich hatte schon mehrfach den Versuch gemacht, dir meine Sichtweisen näher zu bringen - aber scheinbar ohne Erfolg... weshalb ich auch entscheiden hatte, meine Zeit nicht mehr im Mailverkehr mit dir zu verschwenden, weil es keinen Sinn macht - jemanden etwas zu erklären, der es gar nicht wissen will... Du bist dermaßen von deinen Erfahrungen und Konzepten überzeugt - dass du nicht in der Lage bist, zu sehen, zu fühlen und zu verstehen - was es außerhalb deiner ganz persönlichen Realität noch gibt... Und ich finde es auch nicht sinnvoll - wenn jemand, der so begrenzt ist, in seiner Wahrnehmung - anderen erklären will, wie sie sein sollen... Regeln und Gesetze aufstellen will... und dann auch noch ausgerechnet jungen Mädchen... das ist einfach absurd. Und das kannst du deiner Lektorin genau so mitteilen. Ich habe die Mail
mal an Rudolf weitergeleitet, was er davon hält.... Und seine
Antwort siehe am 18. 10. 2011! Und den weiteren Mailwechsel! _______________________________________________________________________________ 5. Rudolf (Bauingenieur, Oktober 2011): Wenn
Du auch der Meinung bist, dass es schön wäre, wenn es gleichgültig
wäre, ob eine Frau Jungfrau ist oder nicht, dann solltest Du das
vielleicht besser den Männern klar machen und sie dazu bringen ihren
Jahrtausende alten Zopf endlich abzuschneiden, anstatt die Frauen
damit weiter zu belästigen. Bedenke bitte, dass die Frauen seit
Menschengedenken unter den Machenschaften der Männer gelitten haben
und jetzt, da sie endlich ein wenig Freiheit geschnuppert haben,
werden sie sich ganz sicher nicht noch einmal in eine Zwangsjacke
stecken lassen. Ich jedenfalls stehe auf der Seite der Frauen und
finde es gut, dass sie sich gegen eine Bevormundung durch die Männer
wehren.
Übrigens, den Hymen gibt es auch bei den Tieren nur weniger ausgeprägt. Das scheint aber keinen Religionsoberen zu scheren. Natürlich haben junge Menschen ein großes Interesse an einer „hohen Moral“ aber das hat weder etwas damit zu tun ob deren Geschlechtsorgane intakt sind oder nicht, sondern eher ob sie von anderen ehrlich und gut behandelt, oder missbraucht werden. Natürlich sind nicht alle Menschen schlecht, sie werden ja nicht schlecht geboren. Doch sehr viele von ihnen werden falsch oder auch schlecht erzogen und genau hier muss eine Verbesserung vorgenommen werden, damit sich die Menschheit nicht eliminiert! Antwort von Michael: Wer sagt denn, dass das die Frauen auch als Jahrtausende alten Zopf empfinden? Und ich rede hier nicht von dieser Jungfernschaft wie bei vielen Moslems, wo sie wirklich ein unverstandener Zwang ist, sondern von einer, die Kennzeichen einer hohen Moral ist, also dass „Frau“ oder besser „Jungfrau“ pfiffig ist und Menschenkenntnis hat, nicht auf Lügen hereinzufallen, weil sich einer das Geld für den Puff sparen will und damit protzen will, wie viele Jungfrauen er geknackt hat. Wenn ich mir ein Mädchen vorstelle, nahtlos braun, rasiert und auch noch Jungfrau, wenn das nicht ein Hinweis auf eine Geisteshaltung ist, offen, und unverklemmt, doch gleichzeitig mit einer hohen Menschenkenntnis und hohen Idealen! Und Du deutest es ja schon an: Auch ich würde im Übrigen hier den Schwarzen Peter weniger den Mädchen zuschieben, sondern deren Erzieher, ja der ganzen sonstigen Gesellschaft. Sie haben es einfach nicht geschafft, den jungen Menschen ein überzeugendes Moralmodell beizubringen, das den Mädchen auch Spaß macht und ihnen Selbstbewusstsein bringt und auch in der Praxis des Lebens funktioniert. Und statt in sich zu gehen und einzusehen, wie sehr sie als Pädagogen unfähig waren, sagen sie jetzt, dass das alles nicht so wichtig ist... Immerhin ist das Jungfernhäutchen ein ganz konkretes Merkmal, da kann man nicht herumreden! Wie war das doch in der Äsopschen Fabel vom Fuchs und den Weintrauben? Nein, der Fuchs konnte nicht gestehen, dass er gar nicht an die Trauben herankam, er gab vor, dass sie ihm zu sauer waren... Rudolf: Warum müssen bei Dir die Mädchen rasiert sein - soll das ein besonderes Zeichen deiner "hohen Moral" sein? Ich finde die Behaarung weitaus sinnvoller, weil sie eine sinnvolle Einrichtung der Natur ist und im Gegenteil zum Hymen nützlich. Sie hat zum einen die Aufgabe den Sexualgeruch zu speichern und zu verbreiten helfen. Außerdem schützt sie bis zu einem gewissen Grad vor Insekten, sofern die Frauen ihre Beine nicht spreizen. Was die Behandlung von geschlechtsreif gewordenen Mädchen (pardon! jungen Frauen) betrifft, empfehle ich Dir die Buchreihe "Ayla" von Jean M. Auel zu lesen. Insbesondere im 2. Band "Das Tal der Pferde" beschreibt diese Schriftstellerin in ihrem Roman, wie junge Frauen und Männer zu jener Zeit auf die Sexualität vorbereitet werden und ich denke, wie es auch heute sinnvoll wäre. Diese von einer Frau dargelegte Variante halte ich jedenfalls für weitaus besser als Deine. Antwort von Michael: Lieber
Rudolf, Und
überhaupt:
Es ist kein Kennzeichen guter Werbung, irgendwie negativ
zu sein, bei einer guten Werbung muss es immer um Positives gehen!
Und bei mir handelt es sich ja auch um eine Art Werbung - eben für
voreheliche Enthaltsamkeit (beider Seiten!). Doch ist Enthaltsamkeit nun
einmal eher etwas Negatives, denn man
soll etwas nicht
tun!
So ein rechter Wert ist etwas Negatives nun einmal nicht. Das mag auch
der tiefste Grund sein, dass man heute wohl kaum junge Menschen
dafür begeistern kann. Also kam
ich auf die „weibliche Sexualität“: „Tut also erst einmal das
und das“ - in der Erwartung, dass die jungen Menschen, wenn sie
diese sanfte Sexualität praktizieren, damit sinnvolle Erfahrungen
sammeln können, die sie dann die Enthaltsamkeit im Hinblick auf den
Geschlechtsverkehr verstehen und akzeptieren lassen.
8. 10. 2011: Lieber Michael, wer
hat denn behauptet, dass ich gegen die weibliche Sexualität bin. Ich
kann Dir versichern, dass ich sehr für die weibliche Sexualität
bin, denn sie wird in unserer Ehe praktiziert. Es ist mir unbekannt, ob Du in dieser Angelegenheit praktische Erfahrung hast. Ich allerdings sehe es so, dass der Koitus zu der Sexualität generell gehört, zu der weiblichen, genauso wie der männlichen, wenn er auch nicht immer praktiziert werden muss. Sogar die lesbischen Frauen lassen den Koitus nicht aus, obwohl sie sich mangels echter Penisse, mit allerlei künstlichen Gebilden behelfen müssen. Deshalb bin ich der Meinung es ist überhaupt nicht sinnvoll jetzt die männliche Sexualität gegen die weibliche auszutauschen, sondern es gilt einen Konsens zu finden, mit dem alle Beteiligten zufrieden sein können. Das setzt natürlich Kenntnis der Bedürfnisse und Wünsche der jeweils beteiligten Partner voraus, die man nur durch die Praxis oder vorherige Absprache erfahren kann. Außerdem gilt es die Bedürfnisse und Wünsche des anderen anzuerkennen und zu befürworten. Es spricht prinzipiell auch nichts dagegen, dass Mädchen ihre Jungfräulichkeit bewahren wenn sie damit glücklich sein können und ihre Partner damit konform gehen, aber es wird mit Sicherheit nicht die Mehrheit der Mädchen betreffen und es wird auch keine Mehrheit bei den Männern dafür geben. Deshalb halte ich Dein Konzept nicht für allgemeingültig, was sich darin bestätigt, dass Du nur wenig Zustimmung bei den Frauen, um die es in erster Linie geht, findest. Eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer! Du hast Dich auf Gedeih und Verderb auf dieses Konzept festgelegt. Mir ist durchaus bewusst, dass Du deshalb Schwierigkeiten haben wirst davon abzurücken, aber so wie ich die Situation sehe wirst Du gerade deshalb keinen dauerhaften Erfolg damit haben. Es ist eigentlich schade, denn Du hast einige Sachverhalte sehr gut ausgearbeitet und ich bin froh, dass ich diese kennengelernt habe, weil sie mich in die Lage versetzen, anderen gegenüber treffend zu argumentieren. Dafür meinen verbindlichsten Dank. Mir scheint, dass Du meine Kritik zu negativ auffasst und deshalb wieder auf Distanz gehst. Meine Kritik richtet sich nicht
gegen Dich persönlich, sondern nur dagegen, dass ein Argument,
welches auch die Katholische Kirche zur Manipulation der Frauen im
Sinne der Männerherrschaft verwandt hat, von Dir als die Lösung der
weiblichen Sexualproblematik deklariert wird. Du sagst, dass bei dem wofür ich plädiere, wieder Dasselbe herauskommt wie bisher. Da kann ich Dir ganz locker widersprechen, weil ich den Frauen die Freiheit zugestehe allein zu entscheiden wie sie ihre Sexualität leben wollen, ohne irgendwelche Einschränkungen und Vorgaben, die sie den Männern gegenüber erfüllen müssen, damit sie akzeptabel sind. Das Einzige, das die Frauen dafür lernen müssen, ist den Männern gegenüber ihre eigenen Wünsche selbstbewusst zu vertreten und vor allem sich nicht in Situationen hinein zu begeben die ihnen in jeder Beziehung gefährlich sein könnten. Wenn die Männer die Frauen so wie sie sind nicht akzeptieren wollen, dann sollen sie doch gefälligst sich selbst befriedigen – das soll, soviel ich weiß recht nützlich und außerdem uns behilflich sein, die Übervölkerung der Erde zu vermeiden. Was Deine Schüler betrifft; kann ich nur
sagen, dass insbesondere die Jungs nicht das richtige Verhalten
gegenüber den Mädchen in Bezug auf Sexualität lernen und deshalb
dort ein besonders großer Nachholbedarf besteht! Wie wäre es, wenn
Du Dich um die Unterweisung der Jungen diesbezüglich direkt kümmern
würdest? Damit würdest Du den Mädchen einen weitaus größeren
Dienst erweisen, als mit Deinem Jungfrauen-Konzept!
9.10.2010:
Lieber Rudolf,
doch doch, wir haben offensichtlich bisher aneinander vorbeigeredet! Denn der Sinn der „weiblichen Sexualität“ ist nicht ein „Vorspiel“, zu dem dann auch irgendwann das „Eindringen“ gehört, sondern eine eigenständige Kultur des Mieinanderumgehens. Es geht um eine Einstellung, dass gerade der Verkehr zu einer nicht passenden Zeit ausgeschlossen ist! Alice Schwarzer und auch Margarete Mitscherlich sagen, dass das Eindringen immer ein aggressiver Akt ist. Die beiden mögen meinetwegen komische und verspinnerte Frauen sein, doch wir sollten uns einmal klar machen, sie haben deswegen nicht immer und überall und von vornherein Unrecht! Allerdings bleibt es bei ihnen, so weit ich sehen kann, dabei stehen, dass ich eine Frau nun einmal damit abfinden muss, und sie sehen keine Möglichkeit, dass dieser aggressive Akt auch eine Harmonie bedeuten kann. Und hier sehe ich nun die Möglichkeit der sakramentalen Ehe, dass also Ehe und Partnerschaft und Liebe und Intimität zusammen fallen. Und wenn die Kirche das lehrt, dann gilt auch hier, sie mag zwar komisch und verspinnert sein, doch deswegen hat sie nicht gleich immer und überall von vornherein Unrecht! Denn wie überall kann man natürlich alles missbrauchen, so auch die sakramentale Eheschließung, wenn damit etwa Bänder für Ehen geschmiedet werden sollen, hinter denen nun wirklich nicht Gottes Wille sondern irgendein menschlicher Wille steckt. Doch wenn etwas missbraucht wird, dann heißt das ja nicht, dass dieser Missbrauch immer so sein muss! Vielleicht zu mir, warum ich hier so extrem bin: Während meiner Bundeswehrdienstzeit fiel ich aus allen Wolken, als die Mädchen von meinen Kameraden grundsätzlich entsprechend dem „AküfiBuWe“ („Abkürzungsfimmel Bundeswehr“) als „l.f.G.“ bezeichnet wurden, also als „leicht fickbarer Gegenstand“. Das stand nun diametral zu meinem Ideal von der hohen Liebe – und irgendwann wurde ich daher so kompromisslos, dass Sex in die Ehe gehört – um genau diese Entwertung der Frau zu vermeiden, unter welchen niedrig- oder hochtrabenden Begründungen sie nun läuft. Für mich: Schluss - fertig - und keine Kompromisse! Und da ich wohl alle diese Probleme kenne, dass Ehen sehr oft nicht so ideal sind, wenn die Partner sich vorher nicht richtig kennen, daher (und auch aus anderen Gründen) bin ich dann irgendwann auf die Idee mit der weiblichen Sexualität gekommen. Und wenn beide sich damit einig sind, dann kann es auch die feste Eheschließung geben (so einen sakramentalen Ritus gibt es ja nicht nur bei uns, etwas Vergleichbares gibt es offensichtlich auch bei den meisten anderen Kulturen – und auch ohne vorehelichen Sex!) - und es hat eben danach genügend Zeit fürs Intimsein. Und das scheint auch zu funktionieren – jedenfalls nach dem Fall, den ich mit meinem Konzept beeinflussen konnte und den ich daher kenne. Diese Art Vorbereitung hat im Übrigen nichts mit Petting, also mit dem gegenseitigen oberflächlichen Manipulieren der Genitalien zu tun, denn diese Teile bleiben bei dem gegenseitigen „Umarmen und Umbeinen“ ja völlig aus dem Spiel. Damit kann sich der weibliche Partner auch so richtig fallen lassen und braucht sich nicht zu verkrampfen (mit den entsprechenden psychischen Schädigungen), weil er immer Sorge tragen muss, dass es nicht doch zum Sex kommt. Man kann also sehr gut feststellen, ob man wirklich frei ist und zueinander passt. Und was die Jungs betrifft, das Thema hatte ich schon zuvor bei dem Mailwechsel (Nr. 2) mit Veronika, lies bitte mal dort nach! So, das wär´s – mehr also dann in dem Buch! LG Michael natürlich
kommen immer wieder dieselben Argumente, denn die Menschen, die sich
dafür interessieren, die Situation der Frauen zu verbessern, sehen
im Punkt der Jungfräulichkeit eine Bevormundung der Frauen, die sie
nicht akzeptieren können und somit auch nicht werden. Es wird
sicherlich eine kleine Minderheit der Frauen geben, die diese Version
gut finden, aber die bleiben eben die Ausnahme von der Regel. Aus diesem
Grunde brauchen wir über diesen Punkt auch nicht zu diskutieren,
weil für Dich eine andere Version als die Deine nicht akzeptabel
ist. Du kannst Dich von Deinem Standpunkt nicht fortbewegen (im
übrigen genau so wie die katholische Kirche dazu nicht in der Lage
ist) weil Du Dich darauf festgelegt hast. Also bleib dabei und
überlass den Frauen die Entscheidung, denn letztlich werden die es
sein, die es betrifft und die es akzeptieren oder auch nicht, aber
jammer nicht, dass es so wenige sind. Ich würde jedenfalls nicht
darauf wetten, dass die Mehrheit der Frauen sich für Dein Konzept
entscheidet. Wenn auf Grundlage Deines Konzeptes auch nur ein
Mädchen oder Paar glücklich wird, so war der ganze Aufwand den
Du betrieben hast nicht umsonst. Das hast Du ja offensichtlich bereits
geschafft - nach dem Fall den Du kennst und damit Dein Ziel erreicht!
Herzlichen Glückwunsch! Ich wünsche Dir, dass es darüber
hinaus noch ein paar mehr werden!
LG
Rudolf
Hallo Rudolf,
Und was soll das mit der Einengung und Bevormundung? Keiner beschwert sich, wenn in Flugzeugen und Zügen und Bussen während der Fahrt die Türen verriegelt sind, ist nicht auch das eine Einschränkung unserer Freiheit? Oder wenn ich nicht mit Alkohol im Blut Auto fahren darf? Es gibt eben Spielregeln, die ja auch ihre Vorteile haben, wenn man richtig mit ihnen umgeht. Eine Schülerin meinte ja mal, dass wir das Paradies hätten, wenn sich alle an die Spielregeln im Sexuellen hielten, die ich hier propagiere. Und wie gerne gerade die Mädchen frei sein möchten (immer so, wie ich es propagiere!), habe ich bei jeder Gelegenheit, die sich mir bot, mitbekommen – es muss eben nur als Befreiung erkannt werden. Was sagte mir mal ein 11jähriges Mädchen, das mir die Mutter für ein Wochenende anvertraut hatte, weil die meine Ideen gut fand: Klar, alle ihre Freundinnen sagen, dass sie die Nacktheit nicht wollten, aber in Wirklichkeit wollen sie sie alle! Oder die andere Geschichte mit den achtjährigen Mädchen auf der Kinderfreizeit, die ganz aufgeregt waren „Wir kommen mit nackig baden“ - und wo ich das dann abgeblasen hatte, weil es einfach nicht ging. Und ich weiß auch, wie offen gerade Mädchen für die hohe Moral sind, ich erzähle das wieder und wieder, denn ich habe es doch selbst erlebt. Ich muss vielleicht hinzufügen, dass Mädchen hier vielleicht gegenüber einem Mann, dem sie vertrauen und der ihnen nicht verklemmt erscheint und der dann auch noch von den Eltern akzeptiert wird, offener sind als gegenüber Frauen? Bei denen müssen sie ja immer „liebes Kind“ sein, also moralisch erscheinen (Moral im Sinn, was gerade üblich ist), bei einem Mann kann dagegen auch Ehrlichkeit mal ganz schön sein... Ach ja, ich will ja gar nicht mehr, als dass man den Mädchen auch die Alternative darstellt und ihnen die Wahlfreiheit lässt! Ich habe das jetzt in dem Faltblatt am Ende deutlich geschrieben! Doch genau diese Wahlfreiheit wollen die modernen und aufgeklärten Pädagogen den jungen Menschen ja nicht bieten! Tschüs Michael Und weiter am 18. 10.! Davor hatte ich an ihn die letzte Mail von Veronika (also die vom 17. 10. 2011) weitergeleitet. Anmerkung: Aus irgendwelchen Gründen funktioniert nichr mehr die Umstellung von und nach kursiv, daher ab jetzt die Mails von Michael in grün! Lieber Michael, ich ereifere mich überhaupt nicht im Sinne der Machos, sondern ganz im Gegenteil, aber Du spielst ihnen mit Deinem Durchblickkonzept in die Karten. Ich versuche Dir den Zusammenhang jetzt zu erklären.
Wie wichtig das ist, will ich Dir am aktuellen Beispiel erklären, das uns unser Enkel vor kurzem geliefert hat. Er sagte seiner Oma, mit der er ein besonders inniges Verhältnis hat, dass er sich von den Mädchen belästigt fühlt, weil er von ihnen ständig angebaggert wird und sogar ihn eine Frau im Restaurant sexuell belästigt hat, weil sie ihn nett fand und an der Schulter berührt hat. Wie Du siehst fühlen sich auch Jungen dumm angemacht, wenn sie zwischen „nett finden“ und „dumm anmachen“ nicht unterscheiden können, weil ihnen das Wissen darum fehlt. was! LG Rudolf
Lieber Rudolf,
Lieber Michael, die von mir beschriebene Logik ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern auf dem einer Frau. Und wenn Du den Alkohol vernichten willst, was mit Sicherheit wenig sinnvoll wäre, so musst Du ihn nicht trinken, sondern allenfalls verbrennen, denn wenn Du ihn trinken würdest, würdest Du missbräuchlich handeln. Zu Deiner Beruhigung sei gesagt, dass sowohl Veronika als auch ich recht nette Menschen sind. Ich habe bis dato nicht den Eindruck, dass die Menschen mich nicht mögen, auch wenn ich natürlich nicht mit Jedes Meinung konform gehe. Ich habe nicht den geringsten Anlass Dich wegen irgendeiner Meinung anzugreifen. Ich werfe auch nicht alles in einen Topf, sondern versuche Dir nur zu vermitteln, dass Du in Deinem Gefüge „Das Durchblickkonzept“ einen Schwachpunkt – die Jungfräulichkeit - hast, der dem Ganzen abträglich sein kann. Es ist wie bei einer Kette. Die Kette ist nur so stabil, wie ihr schwächstes Glied! Ich persönlich muss mich mit Deinem Konzept nicht identifizieren, obwohl ich es im ganzen gut finde. Es ist mir auch gleichgültig ob Du damit Erfolg haben wirst oder nicht. Mir wird daraus weder ein Nutzen noch ein Schaden erwachsen, weil ich zu dem Zeitpunkt, da das Konzept ggf. Früchte tragen könnte oder auch nicht, nicht mehr existieren werde. Ich möchte Dir aber darlegen, weshalb ich Deinem Konzept, so wie es zurzeit sich darstellt keine Chancen einräume. 1. Wegen der Logik, die Du als abwegig bezeichnest, die es aber nicht ist, denn sogar meiner Frau war sie sofort klar ersichtlich, obwohl sie eher ein emotionaler Mensch ist und mit logischem Denken etwas Probleme hat. 2. Die Frauen der Gegenwart sind mündiger als die der vergangenen Epochen. Sie möchten sich von den Männern nicht mehr missbrauchen lassen. In ihren Augen ist die Jungfräulichkeit ein Relikt der vergangen Zeiten, welches den Missbrauch der Frauen durch die Männer gefördert hat. Die Jungfräulichkeit ist zu etwas besonderem stilisiert worden und wurde dadurch den Männern als besonders wünschenswert schmackhaft gemacht. Sie setzten folglich alles daran, diesen Luxus zu bekommen und schreckten dabei weder vor List noch Tücke und ggf. auch Mord nicht zurück. Die Frauen möchten diesen Nimbus, der sie zu einem Luxusgut abstempelt loswerden, weil er potentiell ihr Wohlleben bzw. u. U. sogar ihre Existenz bedroht. 3. Das paradoxe an der Jungfräulichkeit ist der Umstand, dass die Männer diesen Luxus nicht dauerhaft behalten können, denn in dem Moment, da sie ihn einmal genossen haben, ist er auch schon wieder weg. Sie laufen folglich nur einer sexuellen Fatamorgana nach. Aus diesem Grunde gilt es den Männern – pardon! Den angehenden Männern – beizubringen, dass es nichts Erstrebenswertes ist eine Jungfrau zu begatten, sondern, dass es darauf ankommt die Frauen, unabhängig von ihrem sexuellen Status als eine potenzielle Partnerin zu betrachten und sie als gleichberechtigten Teil einer eventuellen Verbindung zu werten. 4. Gegenwärtig streben die Menschen, die in totalitären Systemen leben, zum demokratischen Prinzip und denken freiheitlich. Die Frauen sehen in der Jungfräulichkeit auch die Begrenzung ihrer wieder gewonnenen bzw. erstrebenswerten Freiheit. Sie werden folglich mehrheitlich nicht zu einem alten untauglichen System zurückkehren, das Ihre Freiheit beschränken könnte. Solltest Du keine demokratische Mehrheit bei den Frauen erreichen, was ich zu bezweifeln wage ob Dir das gelingt, wirst Du dein Ziel, „Das Durchblickkonzept“ als Richtlinie durchzubringen, nicht erreichen. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Minderheit geben könnte, die Deinen Vorgaben folgt. Ich wünsche Dir einen schönen Tag! LG Rudolf 20. 10. 2011: Lieber Rudolf, das Beispiel mit dem Alkohol passte natürlich nicht, also halte Dich bitte nicht dran fest, doch es ist schon so, dass wenn etwas missbraucht wird, das nicht heißt, dass es deswegen schon per se schlecht ist und abgeschafft werden muss. Und wenn etwas wertlos oder altmodisch erscheint oder auch gemacht wird, dann sollte man doch gerade hellhörig werden – wie war das denn mit dem Gold? Und ist das nicht die alte Krämertaktik, etwas runter zu spielen, weil man selbst ein Interesse daran hat oder dem anderen seinen Wert neidet – ja, wie war das denn mit „Hans im Glück“? Also so einfach lasse ich mich nicht in die unmoderne Ecke stellen. Denn warum wohl macht man den Mädchen ihre Jungfernschaft schlecht oder lächerlich? Welchen wirklichen Grund kann es denn für Männer anderes geben, als wenn man sie zu „l.f.G.´s“ machen will? Und sind die Männer, die das machen, nicht die wirklichen Machos? Und wenn Frauen die Jungfernschaft schlecht machen, dann eben aus Gründen des Neids, klar, weil die betreffenden Mädchen pfiffiger sind, als sie es selbst einmal waren, und eine bessere Menschenkenntnis und tragfähigere Ideale haben als sie selbst. Das ist ja der Vorteil eines sinnvolleren Moralmodells, dass mit dem eine hohe Moral eigentlich von ganz alleine läuft. Und das können viele nun einmal schlecht ertragen, dass dank dieses besseren Moralmodells nun andere etwas lockerer nehmen können als man selbst und auch noch besser damit fahren. Das ist ein merkwürdiges Phänomen. Du verdrehst hier doch, wer Macho ist und wer den Mädchen Tipps geben will, wie sie die Machos erkennen und sie sich vom Hals halten und daher auch ihren Missbrauch vermeiden können – und daher viel eher ein Antimacho ist! Doch was mich so verwundert, wieso auf einmal bei Dir diese totale Kehrtwende – das war doch immer klar, dass die Idee der „weiblichen Sexualität“ den Sinn und Zweck hatte, ohne Intimverkehr und die damit verbundenen Traumata festzustellen, wer als Partner infrage kommt und wer nicht? Und wenn „ohne Intimverkehr“, das ist doch genau „also Jungfrau bleiben“? Und es geht doch nun wirklich nicht um das Vergnügen der Dauerentjungferung – so was haben doch nur die Moslems und die wirklichen Machos im Kopf, und die haben bekannterweise von Liebe und Partnerschaft nun wirklich keine Ahnung. Wieso gehst Du nicht auf mein Argument von der Ambivalenz der Jungfernschaft ein – natürlich kann dieses Phänomen missbraucht werden, doch es kann auch das Indiz für einen selbstbewussten und aufgeklärten Menschen sein! Und dann ist die Jungfernschaft nicht mehr Selbstzweck sondern Nebenprodukt. Und noch mal: Wenn alle Jungen und Männer nicht mehr Machos sind, dank einer entsprechenden neuen Pädagogik, wer soll denn dann die Entjungferungen vornehmen, denn diese Jungen und Männer werden sich dafür zu schade sein? (Ich weiß schon jetzt von drei Männern/Jungen, vielleicht auch von vier, die es abgelehnt haben, ein Mädchen zu entjungfern, mit dem keine Partnerschaft infrage kam, obwohl "die" das wollte. Einen davon hatte ich dazu gebracht, mal nachzudenken. Ja nochmal: Wer soll das also in Deinem neuen Paradies, in dem die Jungfernschaft veraltet ist und nicht mehr sein darf, denn machen???) Oh Gott-oh-Gott – Du meinst also das nicht die Pfiffigkeit, den Richtigen für die Liebe und Partnerschaft zu finden, Kenneichen von Mündigkeit ist, sondern das mehr oder weniger unbekümmerte Herumbumsen? Das ist doch eine völlige Verdrehung von intelligent und pfiffig auf der einen Seite und dumm und primitiv auf der anderen. Also da habe ich meinen Schülern immer etwas anderes erzählt: Einen zum Sex findet auch die doofste Blondine, die bar jeder Menschenkenntnis ist, doch um einen für die Liebe und die Partnerschaft zu finden, ja und auch für das Erlebnis der weiblichen Sexualität, bevor es schließlich so weit ist, dafür braucht es nun wirklich Intelligenz und Menschenkenntnis... Toll, man kann natürlich auch die Blödheit als ganz besondere Intelligenz und Mündigkeit darstellen – ja, meinst Du das wirklich ernst? Aha und das ist also Freiheit? Ich bin eigentlich eher der Auffassung, dass es Kennzeichen einer zivilisierten Gesellschaft ist, wenn sich alle an gewisse Spielregeln im Umgang miteinander halten. Und dass diese Spielregeln auch bei unserem Thema gelten. Ich meine, ich hätte erzählt, was einmal eine Schülerin sagte, dass es die Gesellschaft, in der sich alle an diese Spielregeln, die ich so propagierte, nicht gäbe, weil die dann das Paradies sei und das Paradies gäbe es hier in dieser Welt eben nicht.... Wenn ich vergleiche, was dieses Mädchen sagte, mit dem, was Du sagst, kann es sein, dass hier ein Graben zwischen jungen und älteren Menschen ist, welcher auch immer? Jedenfalls scheint die Jugend doch noch nicht so desillusioniert zu sein, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Tschüs und liebe Grüße – auch an Deine liebe Frau! Und sage ihr, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie etwas mehr von mir gelesen hat, denn eine solche Logik, wie Du sie hier ihr anhängst, kann sie doch gar nicht haben. Michael
Ich möchte hiermit ausdrücklich feststellen, dass ich an keiner Stelle unserer Diskussion behauptet habe, dass die Mädchen jetzt wahllos herumbumsen sollen. Meine Frau schüttelt ob Deiner Ansichten nur verwundert den Kopf! Sie bedankt sich jedoch artig für die Grüße und wird vielleicht später Dir ihre Ansicht darlegen, falls sie die Zeit und Muse dafür erübrigen kann. LG Rudolf
Lieber
Rudolf,
20.
10. 2011: Wenn er sie dazu bringt mit ihm zu kopulieren, sie dafür nicht bezahlt und sie anschließend als Hure tituliert, dann ist er ein dreckiger Mistkerl, und das Mädchen hat leider nicht den Richtigen erwischt. Das passiert auch einer Nichtjungfrau, wenn Sie Pech hat an einen Mann zu geraten, der nur vorgibt an ihr ernsthaft interessiert zu sein, aber in Wirklichkeit nur seine sexuelle Begierde befriedigen will. In der Vergangenheit sind viele Millionen Frauen jungfräulich in die Ehe gegangen. Alle wurden zunächst, mehr oder weniger brutal, ihrer Jungfräulichkeit beraubt. Einige wenige sind anschließend gut und zuvorkommend von ihren Männern behandelt worden. Der Rest, die bei Weitem größte Anzahl ihrer, wurde misshandelt, ihrer Mitgift beraubt, gnadenlos versklavt und falls sie den Mut hatten aufzumucken, letztendlich auch noch umgebracht und mit dem Segen der Katholischen Kirche, auf einen Scheiterhaufen gesetzt und dem lieben Gott als Opfergabe in Form des aufsteigenden Rauches übergeben. Was war für diese bedauernswerten Kreaturen die Jungfräulichkeit wert? Nichts! Zu einer Guten Ehe gehören: Gute und umfassende Aufklärung, genügend Erfahrung in allen Belangen des Lebens - was auch den Sex einschließt und eine große Portion Glück den Richtigen zu finden. LG Rudolf
Lieber Rudolf,
habe momentan noch etwas Zeit, deshalb folgender Nachschlag. Wenn eine Frau, jungfräulich oder nicht, einen potenziellen Kandidaten vor sich hat, an dem sie ggf. interessiert ist und darum bemüht ist einen Reinfall zu vermeiden, dann muss sie ihm gleich am Anfang die alles entscheidende Frage stellen, die da lautet: "Was willst Du?" Willst Du mit mir nur ins Bett steigen und Deinen Spaß haben, oder möchtest Du herausfinden, ob wir zueinander passen und ggf. eine dauerhafte Bindung eingehen können." Sie muss sich aber selbst dann, wenn er ihr sagt, dass er an einer dauerhaften Beziehung interessiert ist, sich der Möglichkeit bewusst sein, dass er ihr nicht die Wahrheit sagt, was sich natürlich erst im Nachhinein herausstellt. Es gibt auch in diesem Fall wie im gesamten Geschehen im Leben keine 100-prozentige Sicherheit dafür, dass man keinen Reinfall erlebt. Das einzige, das im Falle eines Reinfalls hilft, ist die richtige Einstellung parat zu haben (die man sich vorher aneignen sollte, indem man die Erfahrungen der Erwachsenen annimmt und beherzigt, so sie das vermitteln können), um sich aus dieser unangenehmen Situation keine persönliche Niederlage zu konstruieren, sondern das als einen "untauglichen Versuch" zu sehen, der auf das Konto Erfahrung gebucht wird. Nach dem Motto: "Was einen nicht umbringt macht stark." Deshalb ist es auch besonders wichtig, dass die Mädchen das dazu erforderliche Selbstbewußtsein entwickeln und im Abhandenkommen der Jungfernschaft, keinen Makel zu sehen, sondern einen banalen temporären Zustand. Dann können Sie unbekümmert auf einen Mann warten oder auch austesten, dem die Jungfräulichkeit schnurzepups egal ist, aber der sie als seine gleichberechtigte Partnerin sieht und achtet. Es soll ja angeblich auch anständige Männer geben! LG Rudolf Und noch eine Mail von Rudolf:
es stellt sich hier die Frage wer von uns beiden wirrer ist, Du oder ich. Du scheinst wohl nicht in der Lage zu sein, meinen Text richtig zu lesen und zu verstehen. Deshalb wundert es mich auch nicht, dass Du schwierigkeiten mit meiner Argumentation hast. Deutsche
Sprache schwere Sprache. Mir scheint, Du hast Dir die Sprache der
Katholischen Kirche angeeignet, mit der ich meinerseits erhebliche
Probleme habe.
Ich
komme als Beweis mit Sachen, die Dich nicht betreffen, weil sie Dich
wirklich nicht betreffen, sondern die Frauen, die davon betroffen sind
und diese es satt sind, ständig mit scheinheiligen Vorgaben in
immer die gleiche Richtung manövriert zu werden und dabei den
Kürzeren zu ziehen. Es geht darum den Frauen mehr Selbstwert zu
vermitteln, damit sie sich von den Männern nicht missbrauchen
lassen. Frage doch die Frauen was sie haben wollen, und sage ihnen
nicht, was sie haben sollen!
LG Rudolf
wieso nimmst Du eigentlich nicht "das Konzept mit der weiblichen Sexualität“ zur Kenntnis?
LG
Michael
ich
habe die Mails mit Martin und Veronika gelesen. Martin und Veronika
haben sehr schnell erkannt, dass Du im Grunde nur Deine eigene Version
bestätigt haben möchtest. Sie haben deshalb die Diskussion
schnell beendet. Bei mir hat es etwas länger gedauert, bis ich
gemerkt habe was los ist. Mir scheint Du fürst diese sinnlose
Diskussion nur um Zeilen für Deine Forumseite bzw. Dein neues Buch
zu bekommen. Ich fühle mich nunmehr ziemlich benutzt und werde
jetzt die Mailerei genau wie meine Vorgänger einfach sang und
klanglos beenden.
Tschüß Rudolf
man
kann das natürlich auch unter dem Gesichtspunkt "keine sachlichen
Argumente mehr" sehen. Denn hartnäckig besteht ganz offensichtlich
und eindeutig eine Verweigerung, das Konzept der "weiblichen
Sexualität" überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Für mich ist hier sehr interessant, dass ein sehr engagierter Anhänger einer alternativen Kirche, die sich der Pädagogik der jungen Menschen in Richtung einer hohen Ehemoral verschrieben hat (allerdings nicht in freier Entscheidung der jungen Leute), sich mit allen Händen und Füßen weigert, "das Konzept der weiblichen Sexualität" zu akzeptieren. Auch ein hoher deutscher Kirchenfürst kennt das Konzept und wehrt sich dagegen: "Das sei ein leichter und bequemer Weg, und der kann nicht sein!" Du bist also ganz offensichtlich in einer illustren Geellschaft. Irgendwie scheint dieses Konzept für echte Liebe und Partnerschaft ganz allgemein ein rotes Tuch und also in höchstem Maß provokativ zu sein und irgendwelche Tabus (einer Männergesellschaft?) zu verletzen. Manredent zwar in schönen Worten von hohen Werten, doch in der Praxis sträubt man sich mit Händen und Füßen, dass diese höheren Werte Wirklichkeit werden, jedenfallss ist da von Sachlichkeit keine Spur. Das alles ist für mich natürlich eher Bestätigung und Aufforderung, dass dieses Konzept gerade gut ist (es kommen ja auch keine sachlichen Argumente dagegen!), und dass ich nicht locker lassen darf, es den jungen Menschen zu vermitteln. Ansonsten:
Ja, wer kann schon ertragen, dass er nicht Recht hat? Ist es nicht
verständlich, wenn sich der dann mit dem Hinterherwerfen von Dreck
verabschiedet, selbst wenn das nun wirklich kein eleganter Abgang ist?
Trotzdem schade, ich jedenfalls hatte unsere Diskussion als Bereicherung
gesehen, dass sich wirklich etwas für die jungen Menschen zum
Positiven ändert. Danke etwa für die Durchsicht und
Korrekturvorschläge zum Faltblatt, die ich ja auch weitgehend
übernommen habe. LG Michael Und dann noch einmal ein Versuch Anfang November 2011: Lieber Rudolf, Ein Freund hat mich auf den Artikel „Das Ende der Liebe“ von Angelika Haber und Sebastian Hofer im Internet hingewiesen: „Warum Partnerschaften immer brüchiger werden - wie dagegen vorgehen...“ Siehe unter http://www.profil.at/articles/1143/560/310581/liebe-das-ende-liebe. Die Autoren schreiben:
Liebe und Leidenschaft würden heute nahezu
ausschließlich
auf den Prinzipien der Konsum- und Wegwerfkultur
basieren und
dementsprechend den brutalen sowie rasanten Gesetzen von
Angebot und
Nachfrage unterliegen. (Die israelische Soziologin Eva)
Illouz nennt diese Entwicklung „emotionalen
Kapitalismus“: „Die Tatsache, dass Menschen frei und aus
einem
großen Sample wählen können, behindert auch ihre
Fähigkeit,
sich zu binden, massiv.“ Das ist eben die Kehrseite der Münze der sogenannten „sexuellen Selbstbestimmung“, wie sie heute im allgemeinen interpretiert wird, sie hat auch durchaus etwas mit einer „Wegwerfkultur beim Umgang der Geschlechter miteinander“ zu tun! Und dann gibt es auch noch einen ganz großen Hintergrund! Was der spanische Philosoph Ortega y Gasset vor etwa 90 Jahren schrieb, ist dem Sinn nach zeitlos gültig, wir dürfen uns nicht an seiner Ausdrucksweise stoßen: "Wer hätte geglaubt, dass so unfassbar Flüchtiges wie die Luftgebilde, die junge Mädchen in keuschen Kammern sinnen, den Jahrhunderten tiefere Spuren eingraben als der Strahl des Kriegsgottes. Von den rührenden Geweben heimlicher Mädchenphantasien hängt großenteils die Wirklichkeit des kommenden Jahrhunderts ab. Shakespeare hat recht: unser Leben ist aus Traum gewoben!" („Über die Liebe“, Stuttgart 1954, S. 24) Wieso die Mädchen? Sind es denn nicht die Männer, die alles im Griff haben, sind es nicht gerade bei dieser Thematik diejenigen, die etwa mit dem "Anbaggern" anfangen, die also die Auslöser sind oder auch die "Schuldigen", wenn man es einmal etwas krass sagt?........... Liebe GrüßeMichael Oder bist Du deswegen sauer, weil ich etwa auf so ein fragwürdiges Argument nicht eingegangen bin, dass ZEichen für Prostitution sei, dass zusätzlich zu der Ausnutzung noch Geld im Spiel ist? Man kann das ja auch so sehen, dass eine Frau so dumm ist, sich ausnutzen zu lassen, und sich das noch nicht einmal bezahlen lässt.... Lieber Michael, ich bin nicht sauer, sondern müde eine Diskussion zu führen, die keine Erfolge bringt. Mir geht es genauso, wie den anderen, mit denen Du die Diskussion geführt hast. Ich habe Dir meine Ansichten dargelegt, ich habe Argumente gebracht die Dich nicht überzeugen können, weil Du Dich bereits vorher auf Deine Version festgelegt hast. Ich könnte Millionen von Argumenten vorbringen, aber Du würdest es nicht begreifen. Das Problem ist, Du begreifst nicht, dass die Frauen frei sein wollen in ihren Entscheidungen. Die Mehrheit der Frauen möchte nicht wieder eine Festlegung auf Jungfrauentum haben, weil sie diese schon seit vielen Jahrhunderten hatten, mit dem Erfolg, dass die Männer sie mithilfe dieser Festlegeung um so begehrlicher missbrauchten. Die Freiheit ist das höchste Gut, das die Menschen haben und nicht die Jungfräulichkeit. Es ist an der Zeit, dass die Männer ihre beherrschende Stellung aufgeben und den Willen der Frauen respektieren, auch wenn ihnen das nicht gefällt. Vor Allem sollten die Männer aufhören, die Frauen zu missbrauchen unabhängig davon ob sie Jungfrauen sind oder nicht. Das wird nur möglich, wenn die Eltern ihre Söhne in diesem Sinne richtig erziehen und die Mädchen begreifen, dass es nichts unwichtigeres gibt als das Jungfrauentum. LG Rudolf Kommentar einer Freundin, die ich auf den Mailwechsel aufmerksam gemacht habe (19.10.2011): Lieber Michael,
_______________________________________________________________________________ *** Lieber Leser des Faltblatts und hoffentlich auch liebe junge Leserin! Sind Eltern nur Amateure in der Erziehung junger Menschen? Es mag für viele Eltern schmerzhaft sein, das zu hören, geben sie sich doch alle Mühe, doch es ist nun einmal so. Sie haben nun einmal nur ein Kind oder zwei Kinder und sie können eben nur wenige Male beobachten, was bei ihrer Erziehung herauskommt. Als Lehrer hat man dagegen immer wieder „neue“ junge Leute vor sich und man fragt sich schon, ob das alles so richtig ist, was man denen erzählt – vor allem, wenn die dann doch immer wieder dieselben Fehler machen. Und man versucht, es besser zu machen. Zum Beispiel: Da kam einmal nach einer Unterrichtsstunde ein doch sehr nettes und braves und nach meiner Einschätzung auch jungfräuliches Mädchen zu mir und erzählte, dass sie einen Termin beim Frauenarzt hat - um sich die Pille verschreiben zu lassen. Ganz offensichtlich wollte sie nun noch einmal jemanden anderes fragen, ob das alles so richtig war, was sie da anfangen wollte. Und diese Vertrauensperson war nun ich. Also wollte ich zuerst einmal wissen, ob sie denn den „betreffenden Menschen“ auch heiraten wollte. „Nein, auf keinen Fall!“, war ihre spontane Antwort. Oh, durchzuckte es mich, da waren wohl alle bisherigen Warnungen und Moralpredigten - und auch die von mir - voll daneben gegangen, das Mädchen meinte offensichtlich, dass es irgendwann mit den nun einmal angeblich notwendigen „Erfahrungen“ anfangen müsste. Und was sollte ich jetzt so schnell noch sagen? Viel war das dann ja wirklich nicht. Doch dieses Erlebnis ließ mir keine Ruhe, ja was machen wir Pädagogen bloß falsch, dass so etwas aus unseren Bemühungen herauskommt? Irgendwann hatte ich nun einmal gehört, dass eine gute Werbung nie negativ sein darf sondern immer nur positiv. Ja, und so sollte doch auch eine gute Pädagogik laufen! Sind diese ganzen Warnungen und Moralpredigten ja nicht immer nur etwas Negatives? Ja, aber was wäre etwas Positives? Und zwar etwas, das den Angesprochenen das Wasser danach im Mund zusammen läuft und dass sie Angst haben, etwas zu verpassen oder falsch zu machen, wenn sie das nicht erleben? Ich weiß nun längst, dass die jungen Menschen - wenigstens zunächst - unbedingt moralisch sein wollen, auch und gerade im Sexuellen. Das ist eine wichtige Erfahrung als Lehrer beim Umgang mit ihnen. Und so haben sie eine erhebliche Scheu vor der (kompletten) Nacktheit, denn diese wird im Allgemeinen gleichgesetzt mit "Unmoral“ - und noch dazu mit öffentlicher. Mir ist allerdings noch nie zu Ohren gekommen, dass vor allem ein Mädchen deswegen mit dem Sex angefangen hatte, weil es Spaß an der Nacktheit hatte – ist die Scheu vor der Nacktheit also ein Phantom? Und wäre die Nacktheit nicht ein erstes Ziel und wäre die dazu am Ende nicht sogar ein gutes Mittel der Menschenkenntnis gerade für die Mädchen bei der Suche nach Liebe und Partnerschaft? Wäre die Freude am Nacktsein also sogar ein guter Einstieg? Auf alle Fälle können wir darauf vertrauen, dass die jungen Menschen dabei höchst moralisch vorgehen! Und jetzt an die Mädchen: Denkt dran: Die Freunde, die Euch wirklich lieben, die wollen doch nicht, dass Ihr durch sie Traumata erleidet und unter Umständen auch noch Schlampen werdet und die machen bei einem vernünftigen Konzept nur zu gerne mit! Im Übrigen kann die Jungfernschaft ("vor der Ehe") durchaus auch ein Indiz für Durchblick und Freiheit sein. Und wer genau damit nichts zu tun hat oder haben will, der macht die Jungfernschaft eben schlecht. So einfach ist das. Daher stehen Mädchen, die sie leben wollen, heute auch gegen eine Phalanx** von Unverständnis über Hilflosigkeit bis Böswilligkeit. **) Schlachtordnung – besonders in der Antike Kerpen, 1. Mai 2011 M. P. Und dann zu einigen Fragen, die mir immer wieder gestellt werden: Sie meinen also, wenn alle nackt herum liefen, dann wäre die Welt in Ordnung? Genau das habe ich nie und nimmer gesagt und auch nicht gemeint - wir laufen ja auch heute nicht immer und überall in Badehosen herum! Ich habe nur gesagt, dass die Scham als Moral angesehen wird, die aber nichts taugt, wir brauchen eine Moral aus dem Geist heraus. Es ist nun einmal mit dem Geist wie mit den Muskeln: Wenn sie nicht gebraucht werden, verkümmern sie. Hier einmal ein Vergleich: Ich habe meine Schüler bisweilen gefragt, welche Pädagogik denn einfacher wäre, die mit Prügelstrafe oder die ohne? Und nach ein wenig Nachdenken kamen auch die jungen Leute drauf, dass eine "Prügelpädagogik", die ja eher eine "Angstpädagogik" ist, wohl die einfachere wäre. Denn da kann der Lehrer den Schülern einen Unterrichtsstoff einfach so hinknallen - und wer es dann nicht kann, der kriegt eben Prügel. Doch wenn es nun keine Prügelpädagogik mehr gibt oder geben darf, dann muss der Lehrer sich schon einen intelligenten Unterricht einfallen lassen, damit die Schüler das schließlich möglichst noch gern lernen, was sie lernen sollen. Und wovon haben die Schüler schließlich mehr? Na, ganz klar, von der "Gern-lern-Pädagogik". Und genauso ist das mit der "Badehosenmoral". Auch da wird den jungen Menschen ja etwas hingeknallt, womit man sich alles weitere Reden und vor allem eine intelligente Pädagogik erspart. Und die Scham, die dabei herauskommt, hat ja etwas mit "Angst" zu tun - und daraus dürften kaum wirklich emanzipierte Menschen entstehen. Eine Moral aus dem Geist heraus, die ist doch das, was wir brauchen! Und wie soll bitte denn eine Moral aus dem Geist heraus aussehen? Ich habe einmal ein Modellgespräch Vater-Tochter entworfen. Natürlich klappt das nur, wenn ein Vater so ein Gespräch auch vorbereitet. Also die Tochter mal auf eine Fahrt mitnehmen, mit ihr in die Oper gehen (am besten geeignet "Rigoletto", denn da dreht es sich um so ein Vater-Tochter-Problem) - oder auch ins Kino, natürlich in einen Film, über den man auch reden kann. Und bedenken Sie, wenn die Töchter so gerade vor der Pubertät sind, die brennen eigentlich drauf, mal mit Papa was zu unternehmen und mit ihm vernünftig zu reden! Doch wie soll man das umsetzen, sollen plötzlich alle nackt herum laufen? Mitnichten! Wie man die Theorie in die Praxis umsetzen kann, finden Sie unter Umsetzung. Doch
was ist, wenn Kinder Gefallen an der Idee finden und plötzlich nackt
auf der Straße herumlaufen? Wieso
soll früher ein anderes Moralmodell gewesen sein, bloß weil
die Täuflinge damals nackt waren? Damals war doch sowieso alles anders?
Bikinimädchen beim Sport in der römischen Villa von Piazza Armerina
Na ja, alles schön und gut, aber muss das denn mit der Nacktheit sein, geht das denn nicht auch anders? Und immer wieder die alte Sache: Fordert Nacktheit nicht geradezu zum Vergewaltigen auf - und gerade auch von Kindern? Sehr gut finde ich hier den Gastkommentar aus der WELT vom 19.7.2010:
"Uneinsichtig
bis in den Tod" von Gerhard
Amendt
(hier ein Ausschnitt, es geht um den ziemlich uneinsichtigen
pädophilen ehemaligen Leiter der Odenwaldschule Gerold Becker +): Die Unterscheidung ist kein Zufall. Sie drückt das grundlegende Bekenntnis des Pädophilenmilieus aus, dass nur solche Kinder unter pädophilen Handlungen leiden, die falsch erzogen wurden. Eltern und Pädagogik hätten ihnen nicht beigebracht, sich den Freiheiten pädophiler Sexualität von Kindesbeinen an offen hinzugeben. Zweifellos wird hier der Missbrauch zur Freiheit pervertiert. Das ist an die Voraussetzung geknüpft, dass das pädophile Bekenntnis als Quelle gesellschaftlicher Rationalisierung von sexuellen Beziehungen anerkannt wird. Genau das geschieht in pädophilen Schriften. So heißt es, dass elterliche Aufklärung in sexueller Hinsicht so planlos geschehe und von eher zufälligen Botschaften begleitet sei. Das zeige, dass die sexuelle Sozialisation bislang nicht rationalisiert worden sei. Der Erwachsenen-Kind-Sexualität verleihe das ihren Tabucharakter und den Eltern Macht über ihre Kinder. Diese Macht, die sich der Tabuisierung als Herrschaftsmittel bediene, sei - ganz in Nachfahrenschaft zur 68er-Bewegung - aufzuheben. Und weil die Gesellschaft sich der Rationalisierung in vielerlei Formen nun einmal verschrieben habe, sei die Konsequenz daraus, dass wir die Pädophilen zu Sexualpädagogen machen müssen. Denn sie tun planvoll, was Eltern aus Scham nicht können. Genau das passt auch auf die ganze moderne Sexualpädagogik überhaupt: Die
Eltern bringen ihren Kindern einfach nicht bei, dass die sich den
Freiheiten ihrer Sexualität offen hingeben. Die elterliche
Aufklärung geschieht eben planlos und mit Tabus. Das gibt ihnen
Macht. Daher müssen jetzt die Pädophilen (oder eben die 68er)
planvoll eingreifen - und ihr Konzept der "Freiheit" (die in
Wirklichkeit "Missbrauch" meint) durchsetzen. Und was hat das alles mit Religion zu tun?
Paar der kultischen Prostitution am Sonnentempel von Konarak in Indien. Diese Skulptur muss religionsgeschichtlich
vor unserer Adam-und-Eva-Erzählung eingeordnet werden und sie
passt bis ins Detail: Das Paar unter einem Fruchtbarkeitsbaum und
daneben eine Gottheit in Schlangenform. Und wenn uns - nach unserem Glauben - Jesus nun von der Ursünde Adams und Evas befreit hat, die wir auch Erbsünde nennen, und uns den heiligen Geist geschickt hat, dann heißt das doch, dass er uns zu der besseren Vernunft verhelfen wollte, den Missbrauch der Sexualität
zu vermeiden und in unserem Leben ein schöne Harmonie der Liebe
und der Partnerschaft zu leben. Ja, warum nicht, auch nach der Lehre
der Kirche hat er uns doch das Ist die Geschichte von der Sünderin, die Jesus vor der Steinigung gerettet hat, nicht weit hergeholt? Und darauf eine neue Sicht von Jesus aufzubauen?
Reicht
denn nicht bisweilen nicht eine einzige Geschichte, um zu erkennen, was wirklich
los ist bzw. damals los war? Immerhin gibt es auch eine
Parallelgeschichte in der Bibel dazu, nämlich wie unter Anwendung der damaligen Gesetzeslage zwei nach außen
hin seriöse und also auch glaubwürdige Männer eine schöne Frau
zum Sex erpressen wollen, siehe unter Susanna.
Und was ist denn unwahrscheinlicher, die Wundergeschichten von Jesus,
die wir so immer hören und daher auch gewohnt sind - oder solche
Steinigungsgeschichten in einer Männergesellschaft?
Das mit dem "Zimmermann" ist eine Streitfrage unter Theologen, Martin Luther hatte bei seiner Bibelübersetzung dieses Wort verwendet, weil zu seiner Zeit, der Zeit der Fachwerkhäuser, die Häuser alle aus Holz waren und diese Bezeichung damals wohl am ehesten den Beruf Jesu wieder gab. Nach unserem heutigen Verständnis war Jesus eher "Häuserbauer" oder gar Bauunternehmer, vielleicht hatte die Familie so etwas wie ein Baugeschäft, mit dem im ganzen Land Häuser gebaut wurden (vielleicht wie bisweilen "polnische Freunde" bei uns?). In der "Welt" vom 11.11.1997 wurde unter dem Titel "Neue Erkenntnisse über den sozialen Status von Jesus" auf eine Untersuchung an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom hingewiesen, dass Jesus vermutlich wie sein Vater Bauingenieur war und dass die Familie auch gar nicht arm war. Also werden sie wohl weniger eine "Werkstatt", wie in der Notiz vom 11.11.1997 vermutet (oder vermutlich auch eine unglückiche Übersetzung aus dem Italienischen), sondern eher ein "Baugeschäft", oder gar eine kleine Bauunternehmung, gehabt haben. Jesus also so eine Art Vorläufer von "Osama bin Laden" in seiner Zeit, allerdings auf einem ganz anderen geistigen Niveau - und vor allem mit absolut friedlichen Mitteln? Daher also mindestens so gefürchtet von manchen wie heute bin Laden? (Welche Angst es Männern machte, wenn Frauen ihnen nicht mehr gehorsam sind, lesen wir zu Beginn des Buchs Ester des Alten Testaments, da gab es deswegen eine Staatsaffäre! Und wenn dann noch ein Mann die Frauen unterstützt und aufputscht...)
![]() Die Familie Jesu hatte ein Baugeschäft - wie die von Osama bin Laden
Und
ob Jesus ein Macho war, wie eine Jesus-Macho-Bewegung in Amerika
behauptet (siehe „Die Welt“ vom 14. 09. 2011, S. 28)? Vermutlich war er
eher ein Anti-Macho, der gegen den üblen Machismo seiner Zeit (und
noch heute in dieser Gegend des Orients) vehement vorgegangen war und
das dann auch mit seinem Leben bezahlt hat. Na ja, und wer gegen den
Machismo vorgeht, der muss sich ja da auskennen und irgendwo sicher auch
gewisse Machoeigenschaften haben. Ja, Orient und Frauen: In der Zeitung
"Die Welt" vom 18. Oktober 2011 war wieder mal ein Beitrag: "Wo Frauen stumme Waren sind".)
Denn eine harmlose Nacktheit ihrer jungen Leute, wo rein gar nichts passiert, kein Sex, kein Petting, kein Geknutsche, wo sie einfach nur Freude am Menschsein haben und wenn sie das auch noch so umsichtig einfädeln, ist für sie ein unwahrscheinlicher Horror, nein die auf keinen Fall! Doch wenn ihre Kinder dann Sex haben, und selbst wenn der betreffende Typ ein Hallodri ist, da zucken sie nur mit den Schultern, das scheint ihnen egal zu sein. Als ich einem Vater das einmal sagte und dabei etwas drastisch wurde (oder hast Du lieber, "wenn Deine Tochter gefickt wird"), da störte ihn nur das derbe Wort, eine Stellungnahme zu der Alternative kam nicht... Merkwürdig... Ja, so werden wir nie aus dem Verfall der Werte herauskommen... Allerdings habe ich auch eine andere Reaktion erfahren. Als eine Schülerinnenmutter mich einmal nach dem Konzept meines Unterrichts fragte, fasste ich kurz zusammen, dass ich die jungen Leute doch für ein wenig schizophren halte. Denn das Harmlose, also die Nacktheit, die wollten sie nicht, davor hätten sie eine unheimliche Scheu, doch den Sex, den machten sie, dabei würde der doch nun sehr oft wirklich Probleme bringen bis hin zu Traumata. "Und was wollen Sie jetzt?" unterbrach mich die Frau. Ich darauf: "Dass sie das jeweils andere machen!" Und wieder sie: "Wenn Sie das schaffen, sind Sie gut!" Na, wenn das keine Aufforderung war! Doch
wie ist das mit der Triebhaftigkeit, kann "man" sich denn
zusammen nehmen, wenn "man" eine begehrenswerte Frau oder
auch ein Mädchen nackt sieht und sogar noch "so" mit ihr zusammen ist?
Zum
Thema Amateur – Profi in der Erziehung. Und nach meinen Erfahrungen kann ich schon ein Konzept anbieten, das auch junge Menschen von heute durchhalten können, weil es geradezu Spaß macht und Selbstbewusstsein bringt!
Diese
Website wendet sich vor allem an Eltern und engagierte Pädagogen - und
an die jungen Menschen selbst!
Sie
ist das Engagement
eines pensionierten Religionslehrers. Und warum ein (ehemaliger)
Religionslehrer? Ganz einfach: Eine Schülerin von ihm meinte einmal,
dass sich niemand zuständig sieht, mit jungen Menschen vernünftig
über Sexualität und Liebe zu reden. Also sieht er
sich als Relilehrer angesprochen! Und warum als Mann? Na klar, ein
Mann weiß doch viel besser, dass sich Männer sehr wohl zurückhalten
können und auch wollen, vor allem wenn ein Mädchen ein wirkliches Konzept der
Liebe hat! Und wo ist hier der Unterschied zu der sonstigen "Mädchenaufklärung"?
Dazu nur ein Hinweis aus der Medizin: Dort gibt es doch längst
verschiedene Sparten, es gibt Hautärzte und Internisten und
Zahnärzte und viele andere. Und wer das eine gut kann, muss
deswegen nicht auch alles andere gut können. Tja, und es ist nun
auch einmal in unsrem Bereich so: Mädchen, die noch "ohne
Erfahrungen" sind, brauchen nun einmal eine völlig andere
Pädagogik als die "mit Erfahrungen". Was den einen einen Schaden
bringt, kann für die anderen gerade gut sein - und umgekehrt. Und
damit man das nicht durcheinander bringt und mit bester Absicht
eventuell sogar kontraproduktiv wirkt (das Problem so mancher Mütter mit ihren pubertierenden Töchtern!), dafür braucht´s nun
einmal einen "Spezialisten". Und was helfen die großen Worte und die großen Theorien? Stattdessen ein funktionsfähiges ethisches Konzept für junge Menschen, insbesondere für Mädchen. Es sieht leider so aus, also ob unsere offiziellen Pädagogen und Theologen genau das nicht wollen! (Sekten und andere Religionen sind auch nicht besser!) Und warum sagt das alles keiner sonst so? - Ich finde, darüber sollte der, der das fragt, einmal selbst nachdenken. Ob nicht oft die einfachsten Dinge immer die Anliegen von Außenseitern sind, die ansonsten niemand so recht wahrhaben will oder kann? Gedanken aus dem Buch "Eine Lobby für Jungfrauen": Sex ist untauglich als Instrument der Menschenkenntnis. Der Mensch ist von der Natur aus auf Menschenkenntnis angewiesen. Und die will er selbst erfahren. Durchaus
auch in Anlehnung an den großen deutschen Philosophen Immanuel Kant möchte auch ich davon ausgehen, dass
der Mensch ein hochmoralisches Wesen ist. Ja, warum fängt er
allerdings dann gerade im Sexuellen sehr oft Dinge an, die für
andere gar nicht so moralisch aussehen und die es doch auch gar nicht
sind – und selbst für ihn nicht? Er sucht nämlich nach einer geeigneten Methode der Menschenkenntnis - auch und gerade für seine Partnerbeziehung. Ich
habe
mit
jungen Menschen viel diskutiert, sie lange beobachtet, ihre
Meinungen hin und her überlegt und es drängt sich mir immer
mehr auf: Es
ist die Suche nach Menschenkenntnis, die sie vor allem treibt. Sie
meinen, dass gerade diese
„Intimpartnerwechselei“ einfach sein müsste, um schließlich
diejenige Menschenkenntnis zu haben, den für sie richtigen
Partner zu finden! Und irgendwann müssen sie eben mit dieser
"Partnertesterei" anfangen - und da ist es im Prinzip
nebensächlich,
mit wem sie anfangen. Man muss eben die passende oder vermeintlich
passende Gelegenheit nutzen. Selbst wenn manches hier sicher eine
fromme
Rationalisierung ist, ganz falsch ist das mit dem Wunsch nach
Menschenkenntnis ja nicht. Natürlich: Ob es denn wirklich der Sex
sein muss? Und
was
ich hier nicht schon alles erlebt habe! Etwa wenn ich meinen
Schülern, und darunter vor allem auch viele Mädchen,
erzählt habe,
mit welcher Verachtung von Mädchen Freunde von mir erzählt
hätten,
wie sie Jungfrauen geknackt hätten, wie dumm die doch wären,
den
Unfug zu glauben, den sie dazu erzählt hätten – alles half
nichts, es schien so, dass den Mädchen völlig egal ist, wie
die
Jungen denken, Hauptsache der Sex passiert. Oder wenn ich den
Mädchen zur Überlegung gab, was denn wohl besser sei, mit so
einem
im Grunde mädchenverachtendem Typen Sex zu haben, oder bei
Menschen
mit Ehre, die ihnen nichts tun würden, nackt am Strand zu sein –
sie waren für den Sex! Ihre Begründung kam mir fadenscheinig
vor,
dass sie beim Sex wenigstens entscheiden könnten, wer sie nackt
sieht. Über eine solche Einstellung blieb mir förmlich die
Spucke
weg, doch da kannste einfach nix machen... Und wenn ich mich
darüber laut wunderte, wurde mir mindestens zweimal von jungen
Leuten vorgeworfen: "Sie wollen uns unsere Erfahrungen nehmen"! Dabei ist solche Nacktheit für den, der sie erlebt hat, doch nun wirklich etwas völlig Natürliches oder gar ein vergleichsweise harmloser Spaß – was man vom Sex absolut nicht behaupten kann, denn abgesehen von der Möglichkeit einer Schwangerschaft und einer Geschlechtskrankheit hat er doch oft auch seelische Probleme zur Folge wie Schmerzen wegen einer Enttäuschung. Ja, warum nur haben die jungen Menschen, die doch sonst so rational sind, hier so eine wenig rationale Einstellung? Irgendwie scheinen sie unter einem Zwang zu stehen. Und da sie nicht von Natur aus nicht so sein können, denn die Natur schafft sicher nichts derart Irrationales, scheinen sie - um auf das Thema Menschenkenntnis zurück zu kommen - auf eine ungünstige oder sogar ausgesprochen dumme Methode der Menschenkenntnis programmiert worden zu sein. Ein wenig Wissenschaft: Die Problematik der Methode. In der Chemie, der Physik, der Medizin kennen wir nun das Problem der Untersuchungsmethode bei besonders sensiblen Objekten. Da sind die üblichen Instrumente oft einfach zu grob, sie sind eher wie eine Art Keule, und wenn wir mit der messen, dann verändern oder zerstören wir in der Praxis genau das, was wir untersuchen wollen. Und so haben nach der Untersuchung etwas vor uns, was nicht mehr das ist, was es vorher war. Und genauso scheint es mit dem Problem der Liebe zu sein. Die Liebe ist nun einmal ein äußerst sensibles Etwas. Und wenn es darum geht, zu erkennen, ob der andere der richtige Partner ist, ist der Geschlechtsverkehr einfach zu grob, er ist unbedingt mit einer Keule vergleichbar, denn er verändert den Menschen, ja er kann durchaus etwas von der Liebe zerstören bis hin zu Ausbeutung, zur Ausnutzung, zur Verachtung, zur Herrschaft. Ja, wie ist das denn mit den so genannten Abenteuern? Bleibt von denen nicht doch irgendwo immer ein fader Beigeschmack? Und wenn ich denke, wie viele Menschen beider Geschlechter von ihren früheren Beziehungen nichts mehr wissen wollen und abfällig darüber reden, wenn überhaupt... So wirklich harmoniefördernd sind diese Beziehungen ganz offensichtlich doch nie oder wirklich nur sehr selten. Nicht umsonst ist der Phallus, also der erigierte Penis, das Symbol männlicher Macht, und Macht und Harmonie haben nun wirklich nicht viel miteinander zu tun. Und der Mensch ist schlicht und einfach nach solcher “Testerei“ sehr oft ein anderer, vor allem, wenn der „Versuch“ nicht positiv ausgegangen ist. Als Methode einer intelligenten, weil vor allem auch aussagekräftigen, Menschenkenntnis, wer als der geeignete Lebenspartner in Frage kommt, dürfte der Geschlechtsverkehr daher wohl kaum wirklich in Frage kommen, die negativen Folgen überwiegen einfach die positiven. Was
aber dann? Kuscheln und Hautkontakt sind bessere Methoden der Menschenkenntnis! Sie erfordern immerhin einige Intelligenz! Wie
wäre
es mit dem Kuscheln, und wo wir schon bei Sachen sind, bei
denen man nackt ist, mit dem blanken Hautkontakt, und mit zwar dem
möglichst intensiven, bei dem beide so ineinander verkeilt sind,
dass Geschlechtsverkehr gar nicht möglich ist, ja noch nicht
einmal
Petting kann es dabei geben, wenigstens nicht das in seiner engen
Form? Ist man dem anderen (aus der Sicht des Mädchens) diesen
Hautkontakt überhaupt wert oder will er einen doch nur als Samenmelkmaschine benutzen? Und wie fühlt man sich dabei? Und
keine
Angst, dass aus so einer Begegnung "mehr" werden könnte! In
allen Fällen, die mir bekannt geworden sind, war auch für des
Mädchen schon vorher klar, dass es zum Sex kommen würde. Und
in dem einen Fall, in dem das Mädchen zwar Spaß an der
Nacktheit hatte, jedoch keinen Sex vor der Ehe wollte, fand diese
Einstellung der Freund toll - und hat sofort das Mädchen in seiner
Haltung unterstützt und selbst auch keinen Sex gewollt. Nicht zuletzt hat
er das Mädchen auch so sehr geliebt, dass kein Schatten auf diese
Liebe fallen sollte! Und überhaupt: Wenn mir Mädchen gerade
über ihren ersten Sex erzählt hatten und sie ihn bedauerten
(wenn alles wenigstens noch einigermaßen frisch war), und wir
kamen auf "meine Alternative", dann sagten sie immer, ja klar, jetzt
wüssten sie das auch, dass das so ginge und sie hätten
eigentlich ja auch gar nicht mehr gewollt - doch das hätte ihnen
niemand gesagt! Daher also sage ich es jetzt! Sex schafft doch auch die doofste Blondine! Und was
heißt denn überhaupt Freiheit? Zur Freiheit gehört doch vor allem auch
die Wahlfreiheit, und Kennzeichen von der ist, dass wir eine
Alternative kennen lernen! Davon kann aber bisher keine Rede sein! Doch jetzt gibt es eine brauchbare Alternative! Und ob
die mit der Nacktheit und auch mit dem Hautkontakt nicht die intelligentere Methode ist? Immerhin schafft den Sex mit
einem Mann selbst die doofste Blondine, um einmal auf die
Blondinenwitze anzuspielen, doch zu einer Menschenkenntnis über das
Kuscheln, über den Hautkontakt, braucht es nun einmal Intelligenz!
Hier muss man geschickt und gezielt fragen können, man muss
selbstbewusst und mutig sein, darf sich nicht unterkriegen lassen,
muss nach Sicherheiten suchen, nüchtern sein... Und wenn dann
schließlich das Resultat einer solchen Begegnung nicht wirklich
positiv war, wenn man den Partner also nicht wirklich gemocht hat und
man die Beziehung also abbricht oder auch er oder sie, ist nicht
zuletzt dabei die „Rückstellung auf die Herstellereinstellung“,
um es einmal technisch auszudrücken, nach mehr oder weniger langer
Pausierung doch das Normale... Ja, es kommt schließlich auch noch zu
einer größeren Reife, ohne dass die Offenheit, die Spontaneität,
der Optimismus vor allem auch gegenüber dem anderen Geschlecht
leiden. Und Mädchen und Frauen können bei diesem Verfahren auf alle
Fälle nicht mehr sagen, dass „alle Männer“ nur immer „das
eine“ wollen. Bei der Menschenkenntnistesterei mit dem Sex ist das
dagegen alles längst nicht so unproblematisch. Und
daher wird in diesem Buch, nach dem Grundsatz einer guten Werbung,
nicht gegen etwas zu wettern, die Methode des Kuschelns, des
Hautkontakts empfohlen... Das Hautkontakt-Verfahren eignet sich nicht für alle! Ob
diese
Methode
auch für Mädchen und Frauen, die bereits eine
„negative Erfahrung“ hinter sich haben, ginge, wage ich zu bezweifeln.
Denn es ist zu vermuten, dass eine Nähe nach dem
"Hautkontakt-Verfahren"
dann nicht mehr so einfach als unschuldiges Spiel empfunden wird,
weil gerade die Frauen, die durch Beziehungen mit Geschlechtsverkehr
traumatisiert sind, den Hautkontakt-Partner als besonders anziehend
empfinden und sich hier mehr erwarten. Und wenn das nicht geschieht,
dann bedeutet das auch wieder ein Trauma. Möglicherweise
drängt sich
auch der erlebte und bisweilen auch traumatische Geschlechtsverkehr
immer wieder in den Vordergrund – selbst wenn in
dieser Richtung nichts mehr geschieht. Die Unschuld, den Hautkontakt
als harmlose Spielerei zu erleben, könnte einfach verloren
gegangen
sein. Und genau wegen des Verlusts dieser Unschuld dürfte es auch
für
viele sonst schwierig sein, das Konzept dieses Buchs zu verstehen. Für den Verfasser ist es nun nicht vorstellbar, dass junge Menschen nicht die Fähigkeit besitzen sollten, nach sinnvollen Konzepten zu leben und auch dafür rechtzeitig empfänglich zu sein. Und so gibt er sich nun nicht mit irgendwelchen Ausreden zufrieden, warum hier etwas nicht geht, sondern er sucht nach den Ursachen der Fehler und erarbeitet Konzepte, damit sie nicht mehr gemacht werden. Begonnen hatte sein Engagement vielleicht mit prägenden Erfahrungen mit (Bundeswehr-)Soldaten einerseits (siehe http://basisreligion.reliprojekt.de/lacourt.htm) und mit Kindern andererseits (siehe http://basisreligion.reliprojekt.de/caritas69-70.htm ).
Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Es wird mit Sicherheit mehr und harmonischere Beziehungen unter uns Menschen geben als mit den bisherigen Verfahren.
Der
Autor gibt bei seinen Überlegungen sogar dem Augenkontakt und anderen
für
bisher oberflächlich gehaltenen Einstiege in Beziehungen mit der
Methode „Hautkontakt“ eine Chance. Erfahrungsgemäß stellt sich
ja erst nach einiger Zeit heraus, ob und wie Menschen zusammen passen
– über diese „Einstiege“ hinaus. Es ist nun einmal so, der
eine mag ins Theater gehen und Bildungsreisen machen, ein anderer
legt sich lieber an den Strand und wieder ein anderer bleibt zuhause.
Oder der eine mag sich für politische Veräderungen engagieren und der
andere lieber nur für den Fußball. Oder der eine mag Hausarbeit und der
andere ist ein Messi. Natürlich kann auch das alles zusammen passen.
Doch um herauszubekommen, was wirklich ist und ob man also gerade für
immer zusammen passt, braucht es nun einmal
einige Zeit. Wenn nun auf der Basis einer Beziehung mit Sex getestet
oder probiert wird, ob
Menschen zusammen passen, dann kann das Verfahren durchaus ins
Negative und wenig Menschliche abgleiten. Diese Gefahr ist dagegen bei
dem Kuscheln-und-Hautkontakt-Verfahren weniger oder auch gar nicht
gegeben! Und man kann wirklich etwas herausbekommen!
Zu
den Einzelheiten des Testens, mit dem wir herausbekommen wollen, wie
man zu dem anderen steht, denn das kann man ja ohne
Menschenerkenntnis-Test nun wirklich nicht ohne Weiteres wissen: Wenn
uns nun eine Person des anderen Geschlechts gegenüber steht, die uns
gefällt und wo dieses Gefallen auch ganz offensichtlich auf
Gegenseitigkeit beruht, dann könnte das Erlebnis eines Orgasmus bei
nur leichtesten Berührungen (nein, nicht Petting!) auf eine
Mann-Frau-Beziehung hinweisen. Ist es dagegen nur einfach schön
miteinander und es kommt auch nicht entfernt zu einem Orgasmus, dann
könnte so etwas wie eine Bruder-und-Schwester-Beziehung vorliegen
oder eben je nach Altersunterschied eine Vater-Tochter- oder eine
Mutter-Sohn-Beziehung. Zudem bleibt alles offen! Und es ist ja nichts passiert, was dem widerspricht... Wenn nämlich an Orgasmus spontan nichts läuft, wenn nicht dieses befreiende leibseelische Sättigungsgefühl eintritt, na dann soll es eben ganz offensichtlich keine Mann-Frau-Beziehung sein, dann eben wohl eher ein Vater-Tochter-Beziehung, so will es also eine "nicht näher definierbare höhere Gewalt“. Und die etwas sehr „nahe Beziehung“ könnte dann eher problemlos in die sanfte geschwisterliche oder eben auch väterliche übergehen. Ich denke hier an Garcias Roman. „Erinnerung an meine traurigen Huren“ - wo der 90jährige "Titelheld" eine wunderschöne Vaterliebe über dieses „Verfahren“ entdeckt. Ich glaube nicht, dass ich hier etwas Unmoralisches unzulässigerweise rationalisiere und es in etwas Moralisches umwandle. Irgendwie muss man doch feststellen, wie man zueinander steht – so unrecht haben die jungen Menschen mit ihrem Verlangen nach objektiven Kriterien doch nicht. Allerdings: Das soll hier alles mitnichten eine Aufforderung zum Kuscheln usw. sein - es dreht sich viemehr um die Aufforderung zu einer Güterabwägung: Ehe Ihr das mit dem Sex macht, dann macht doch lieber das mit dem Kuscheln! Man muss eben wissen, wie es geht, damit es am Schluss nicht ins Negative entgleitet.
Und
so scheint es zu gehen, ich kann mich also auf auf den Mailwechsel
mit einem jungen Mädchen einlasse. Denn egal, was passiert, es wird
doch etwas Positives dabei herauskommen - denn feste Spielregeln sind auf alle Fälle die Bedingungen. Hierzu die Präsentation: http://basisreligion.reliprojekt.de/miim.pdf INHALTSVERZEICHNIS. TEIL 1: DIE „JUNGEN MENSCHEN“ WOLLEN DOCH MORALISCH SEIN, AUCH IM SEXUELLEN!
TEIL 2: WARUM DIE „ALTEN MENSCHEN“ IHNEN DABEI NICHT WIRKLICH HELFEN WOLLEN UND AUCH NICHT KÖNNEN...
Resümee:
Ob der Ursprung des Christentums nicht eher so etwas wie eine
Religion für die Jugend war, also eine Jugendreligion - allerdings
auf einem hohen ethischen Niveau? Das komplette neue Buch finden Sie unter http://basisreligion.reliprojekt.de/marlene.html. Vorbestellungen für das fertige Buch möglich! Kostenbeitrag € 5,00 - wie für die Schüler des Autors! Den Autor finden Sie unter: KONTAKT! Anmerkungen zu der These, dass Jesus in antike Mythen eingepasst wurde, die uns heute nichts mehr angehen: http://www.wallstreet-online.de/diskussion/693586-neustebeitraege/vertreibung-aus-dem-paradies: Jenseitsvorstellungen tauchen erst sehr spät in der Menschheitsgeschichte auf. Sie sind eng verbunden mit der Sklavenhaltergesellschaft des Patriarchats. ......... Bereits im zweiten Jahrhundert v. Chr. treffen wir im Herrschaftsbereich des römischen Reiches auf die Vorstellungen einer sozialen Utopie, in der die Sonne oder der Sonnengott als Erlöser von der sozialen Knechtschaft auftritt. Im Zentrum der Verehrung aller Mysterienreligionen stehen Erlösungsgötter - Gottessöhne, die im Auftrag eines göttlichen Vaters die Schuld der Welt auf sich nehmen und durch ihren Opfertod die Auferstehung aller ermöglichen. Der Mythos vom sterbenden und auferstehenden Gott ist im römischen Reich weit verbreitet: z. B. als Adonis, Attis, Asklepios, Dionysos, Herakles, Horus, Mithras, Marduk, Osiris, Serapis, Silvanus u. v. a. Augenscheinlich sind die Parallelen zum später entstehenden synkretistischen Christentum. So ist Dionysos wie Prometheus und Christus ein gekreuzigter Gott. Die Fähigkeit, Wasser in Wein zu verwandeln, wird auch ihm nachgesagt. Osiris feiert seine Auferstehung am dritten Tag, Attis nach vier Tagen. Der Gottmensch Asklepios heilt Sieche und erweckt Tote. Herakles gilt wie alle anderen als Weltheiland und Erlöser. Seine Anhänger lehnen allerdings eine geschenkte Erlösung ab. Nur in der Nachahmung seiner Mühen und Plagen könne sich der Mensch selbst erlösen. In den eleusinischen Mysterien wird Demeters Gotteskind lakchos von Hirten freudig begrüßt und aufgenommen. Isis gebiert jungfräulich den Gottessohn Horus und schließt an die seit der 5. ägyptischen Dynastie offizielle Staatsideologie an, dass jeder Pharao ohne Geschlechtsakt von einem göttlichen Wort (oder dem Sonnengott Re) mit einer menschlichen Mutter gezeugt worden sei. In der bildenden Kunst findet man bisweilen Isis als „Madonna mit Kind" dargestellt. Der von Soldaten weitverbreitete Kult des Sonnengottes und Erlösers Mithras — seinen Geburtstag feierte man am 25. Dezember als Sonnenwende — kennt neben einem Reinheits- und Keuschheitsideal die sonn(en)tägliche Verpflichtung zum Gottesdienst, das Kreuzzeichen, das „ewige Licht", sieben Sakramente, die „Kommunion" mit Brot und Wein. Die entsetzten Kirchenväter sahen darin eine bösartige Erfindung des Teufels! Der babylonische Marduk schließlich wird gefangengenommen, verhört, gegeißelt, zum Tode verurteilt und aufersteht nach einer Höllenfahrt, in der er die gefangenen Seelen rettet. Der Mythos kennt auch eine Speerwunde, aus der das Herzblut des Gottes fließt. ZUR THEOLOGIE DES FALTBLATTS (eine Mail an einen Benediktinerpater, dem ich das Faltblatt auf dem St. Jakobs-Pilgerweg, also dem Camino, gab) : Lieber Pater..., jetzt muss ich mich doch einmal bei Ihnen rühren, noch von meinem Feriendomizil in Frankreich aus, denn ich könnte mir vorstellen, dass Sie mir auf mein Faltblatt doch nichts mehr schreiben – weil ich mich einfach zu weit von der offiziellen Lehre entfernt habe. (Und wenn es etwas viel ist, was ich hier schreibe, dann auch deswegen, weil ich es in die Site „Näheres“ zu dem Faltblatt setzen möchte.) Ich habe also Ihre Ausführungen zum Camino gelesen – ich finde, Sie haben das sehr schön zusammen gefasst. Doch mein Grund für die Pilgerei war diesmal noch ein anderer als einer von denen, die Sie angeführt haben: Ich war nun einmal gerne Lehrer und habe mich mit über 200 Faltblättern eingedeckt und wollte einmal eine „alternative Theologie“ zur Diskussion stellen – zurück zum historischen Jesus. Und ich meine doch, auch das ist ein legitimes Ziel, sich auf den Camino zu machen. Ja, warum mache ich das? Sie können mir glauben, dass es mir ursprünglich nie und nimmer darum ging, die Lehre der Kirche in Frage zu stellen. Ich habe noch an alles wörtlich geglaubt, als meine Mitstudenten alles schon längst viel differenzierter sahen. Mir ging es lediglich um das Anliegen eines Konzeptes, dass gerade Mädchen nicht immer wieder aus lauter Unwissenheit in diese sexuellen Geschichten hineinstolpern, die dann mehr oder weniger starke Traumata nach sich ziehen und letztlich doch sehr oft wirklich idealen Partnerbeziehungen im Wege stehen. Da muss doch, so meine Überzeugung, etwas schon in der Erziehung oder auch in unserer ganzen Kultur (und auch in der Religion!) falsch laufen, wenn Fehler erst immer hinterher gesehen werden. Und so dumm sind selbst junge Menschen doch gar nicht, dass sich da nichts machen lässt. Doch stieß ich mit meinem Anliegen immer auf Widerstand, auch in der Kirche. Wir seien keine Ethik, sondern eine Religion, hieß es, oder auch die jungen Leute sollen gefälligst beichten gehen, dann wäre ja wieder alles in Ordnung usw. Sie können sich vorstellen, dass mich diese Gleichgültigkeit und auch Hartherzigkeit, schließlich geht hier ja Liebe kaputt, immer wieder narrisch gemacht hat (man darf das nicht zu laut sagen, denn dann ist man wieder gleich Psychopath) – also habe ich mich gekümmert (und bin immerhin auf interessante Ansätze gestoßen). Und irgendwie hatte ich dabei immer im Hinterkopf die Idee des wirklichen Jesus. Nach wie vor halte ich den für den „Knüller der Menschheit“. Doch was da im Laufe der Jahrhunderte oder gar Jahrtausende hinzugekommen ist, mag ja alles sehr schön und wertvoll sein, doch ich bin der Überzeugung, dass das alles im Grunde nichts ist. Denn nur in diesem ursprünglichen Jesus scheint die Kraft zu stecken, auch heute noch die Welt radikal zum Positiven zu verändern. Und nicht nur unsere Kirche zu verändern, sondern unsere ganze Gesellschaft. Eine moslemische Schülerin fragte mich einmal, ob meine Ideen auch mit dem Islam gingen, was ich nicht so recht bejahen konnte. Und auch meine buddhistische Pflegetochter hat in einer Arbeit über den historischen Jesus und den historischen Buddha zum Thema Frau zugegeben, dass dieser Jesus da wohl positiver gewesen sei. Zu dem Konzept, dem das Faltblatt zugrunde liegt, bin ich etwa durchaus auch nach dem Verfahren gekommen, wie heute Krankheiten erforscht und Medikamente entwickelt werden (ich lese davon immer auf der wissenschaftlichen Seite der Tageszeitung „Die Welt“). Ich bin ja der Auffassung, dass die Monogamie das Normale und auch Gesunde ist (gemeint ist die wirkliche Monogamie, also ein einziger lebenslanger Sexualpartner) und dass Abweichungen irgendwie als Krankheit oder als Folge von Krankheit anzusehen sind. Und leider sind wir da in unseren Religionen bisher ziemlich unflexibel, die sind bei der Suche nach den Ursachen äußerst phantasielos und festgefahren und sehen als die wesentlichen Ursachen Abkehr von der Religion und Verstöße gegen die Scham und als „Medizin“ Scham und Frömmigkeit. Und wenn man das nicht so sieht, trifft man auf Unverständnis... Jedenfalls bin ich in vielen Jahren auf andere Zusammenhänge gestoßen, die wirklichkeitsnaher sind. Und wenn ich mir mal die Sakramententexte von Taufe und Firmung ansehe, dann sehen die stark danach auch, als ob diese Sakramente einmal genau für diese realistischeren Zusammenhänge gedacht waren. Ja, auch in meiner Diplomarbeit zur Firmung konnte ich die sieben Geistesgaben etwa 50 Jahre früher datieren als es in den üblichen Dogmatik-Büchern gesehen wird (also um 170 statt um 220 n. Chr.) - und da stehen sie auch in einem ethischen Zusammenhang. Ich scheine also nicht falsch zu liegen... Und für mich ist dieses Thema nicht irgendeine Bagatelle, sondern ich sehe durchaus einen Zusammenhang mit der „Ursünde“ der Bibel. Der tschechische evangelische Theologe Jan Heller hat 1956 eine religionshistorische Arbeit über den „Namen Eva“ veröffentlicht, in dem er diese Ursünde mit dem „sexuellen Missbrauch“ in den Fruchtbarkeitskulten in Verbindung bringt, dagegen ist die Monogamie im Sinne des neuen Gottes, des Gottes des Paradieses. Und ich sehe heute die entsprechenden Parallelen, selbst wenn der „sexuelle Missbrauch“ nicht mehr im Dienst von Göttern (eben etwa einer Schlangengottheit) geschieht sondern aus welchen anderen Gründen auch immer. Und wenn man das so sieht, dann passt auch der Gedankengang bei Paulus vom alten Adam und vom neuen Adam. Und insofern passt dann auch der Titel, den ich im Folgenden in Erwägung ziehe. Eine Schülerin hatte mal eingewendet, dass meine Vorstellungen nicht gingen, weil das dann das Paradies sei – und das Paradies gäbe es nun einmal nicht. Meine Antwort darauf: „Jetzt haben Sie mich aber verstanden, um was es mir geht – und ich meine, wenn wir wirklich wollten, dann ginge das auch!“ Das ist also ein wenig der theologische Hintergrund meines Engagements.... Immerhin hatte ich zumindest ein nettes Erlebnis mit meinem Engagement auf dem Camino, ich erlaube mir, dazu aus meinem Reisebericht an meine Freunde zu zitieren: Wie es so ist, habe ich mit allen möglichen Pilgern Gespräche angefangen nach dem Motto, dass es immerhin ein christlicher Pilgerweg ist und sich die Pilger daher auch zumindest hin und wieder ein wenig um Theologie kümmern könnten. Schließlich war ich ja gerne Religionslehrer und kann davon nicht lassen. Und es ergaben sich Gespräche mit allen möglichen Pilgern, oft mit dem Ansatz, dass wir uns doch heute um den historischen Jesus kümmern müssten, also ausgehend von der „Steinigung der Sünderin“ - und was uns diese Geschichte heute zu sagen hat. Hier also unter anderem mit vier Mädchen (wie sich herausstellte, Abiturientinnen aus Düsseldorf), einem von ihnen gab ich dann auch mein Faltblatt („da steht der Zusammenhang drin“). Und zufällig sah ich später, wie dieses Mädchen den anderen es vorlas, und wie sie dabei offensichtlich Spaß hatten. Nein, es war keinesfalls spöttisch, eher positiv oder gar befreiend. Und als ich abends dann in die Bar des Ortes ging, um ein Pilgermenü zu essen, ja, da sah ich die vier wieder zusammensitzen an einem Tisch vor der Bar (in Spanien trinkt man in einer Bar auch Kaffee) und die eine las wieder vor – und wieder in der lockeren Stimmung. Ich sprach die Mädchen kurz an im Sinn, dass ich das alles machte, weil ich der Auffassung sei, dass man über die Mädchen am einfachsten und dennoch effektivsten eine Gesellschaft verändern könnte, denn je nach ihrer Einstellung zur Moral würden sich die Männer ohnehin anpassen... Mit meinen Tischnachbarn, die eine war eine „kölsche Kroatin“ und die andere eine deutsche Bozenerin, unterhielt ich mich dann beim Essen über anderes. Doch also ich mich dann - wieder bei der Herberge – mit Priscilla (wohl Mitte 20), einer Brasilianerin (sie hat einen Beruf im Zusammenhang mit der Naturmedizin) unterhielt und sie unter anderem aufklärte, dass es in Rom eine Priscillakatakombe gebe und was eine Katakombe ist, kamen meine vier Düsseldorfer Mädchen (nein, sie waren nicht auf dem Gymnasium, auf dem meine Cousine Monika Chefin war) bei uns vorbei und ich erzählte meiner Ansprechpartnerin von ihnen, dass ich noch ein Faltblatt hätte, ob sie das auch wollte – ja natürlich (das war das mit der Grafik)! Und das klang wirklich nicht uninteressiert – und auch Priscilla meinte, da klang echtes und positives Interesse durch – und auch mit Spaß an der Information. Ich finde, das ist doch schon mal was, wenn eine Information – gerade über Religion und Moral - offensichtlich Spaß macht! Wenn das nicht eine Grundbedingung ist, dass etwas „ankommen“ soll! Leider haben viele dafür kein Verständnis, Moral hat eben moralinsauer zu sein, für mich ist das allerdings ein Zeichen, dass sie etwas Falsches unter Moral verstehen.. Allerdings hatte ich drei Tage vorher eine andere Erfahrung, als ich mit einem Mädchen und seiner Mutter aus dem Schwarzwald redete. Das Mädchen, auch eine Abiturientin, meinte, dass sie ja sehe, wie andere junge Leute erst mal so zusammen lebten, dass das doch ganz gut aussehe, und auch sie wolle kein festes Konzept, auch sie wolle erst mal so wie die anderen zusammen leben – mit Zustimmung von der Mutter.. (Immerhin hatte sie bis dahin das Faltblatt noch nicht gelesen – doch sie wollte das tun. Und sie setzte sich auch zu mir, um mit mir ganz allgemein zu reden...) Ja, ich meine, wenn Kritiker mich angreifen (ich denke da besonders an einen!), dass wegen der „Triebhaftigkeit“ der jungen Menschen mein Konzept immer in einem Desaster enden würde, dann haben sie solche jungen Menschen im Auge, die kein festes Konzept haben, ja, die mögen aus einer Situation heraus tatsächlich ihrer „Triebhaftigkeit“ folgen, doch wenn erst einmal ein Konzept da ist, dann ist das doch nun wirklich etwas anderes... Na, vielleicht fängt diese schwarzwälderische Abiturientin nach der Lektüre ja auch an umzudenken... Auf alle Fälle sehe ich mich bestätigt, dass meine Ideen bei jungen Menschen ankommen, leider sehen das selbst gute Freunde von mir sehr oft nicht so – und wollen sie offensichtlich lieber davon fern halten... Nach wie vor ist also das Problem, ich muss also unmittelbar an die jungen Menschen ran... (Übrigens: Ich werde wohl eine Titeländerung machen. So wie „Enthaltsamkeit“, „Reinheit“, „Keuschheit“ heute obsolete Begriffe sind, bei denen gleich die Klappe fällt, ist auch „Jungfrau“ so ein Begriff. Wie wäre also der Titel: „Erst einmal die weibliche Sexualität (er-)leben!“? Oder „Jesus und die weibliche Sexualität“? Das fiel mir so unterwegs ein...) Und sonst? In der letzten Herberge war da noch ein Freiburger Student, der auf das Lehramt Religion und Geschichte studierte, der sich eher etwas skeptisch meine Sachen anhörte, erbaut schien der von meinem Konzept nicht zu sein – und auf der Rückfahrt mit Bahn und Auto setzte ich mich in Najera (bei Logrono) zum Abendessen an dem Tisch zu einem Mainzer (diesmal ein normaler Tourist), der, wie er mir erzählte, starke gesundheitliche Probleme mit den Spätfolgen aus seiner Arbeit als Chef der Lackiererei einer Firma hat.Unter anderem unterhielten wir uns darüber. Ja, bei uns würden sich die Hersteller der Farben für die gesundheitlichen Probleme mit ihren Produkten, also vor allem den chemischen Lösungsmitteln, nur interessieren, um eventuelle Prozesse besser in ihrem Sinn manipulieren zu können. In Skandinavien denke man da anders, da würde man weniger schädliche oder gar unschädliche Farben entwickeln. Ich erfuhr auch, wie Farben aufgrund von Wasserbasis funktionierten. Nein, bei denen kann das Wasser nicht mehr die „getrockneten“ Farben aufweichen, denn bei denen dient das Wasser nicht als Lösungsmittel, sondern die Farben sind so konstruiert, dass sie sich mit dem Wasser chemisch verbinden und dadurch fest werden – so ähnlich, wie auch der Zement das Wasser braucht, um auszuhärten. Ja so ähnlich geht es ja auch mir bei meinem Konzept: „Unmoralische Informationen“ (die bisher eher als „moralaufweichend“ gelten) sollen für die jungen Menschen nun nicht mehr „schädlich“ sein, sondern einfach unbedingt dazu gehören, damit sie aus der Verbindung mit dem, was ich sage, eine feste Moral bekommen... Und immerhin habe ich danach ja eine Pflegetochter erzogen – und es hat gut geklappt... Ob Sie mich jetzt vielleicht besser verstehen? Schüler sagten mir auch einmal, dass es nicht leicht ist, das zu verstehen, obwohl es vielleicht ganz einfach ist. Doch ich sollte mir klar sein, was viele hundert Jahre geworden ist, das kann man nicht mit ein paar Seiten umkrempeln. Und immerhin tüftle ich ja auch schon über 40 Jahre dran... (und in dem einen Bistum habe ich die Verweigerung in die Aufnahme ins Priesterseminar und in dem anderen dann den Missioentzug hinter mir, aber was soll´s, so etwas passiert nun mal...).
Und
zu
der Sache mit dem „Spaß an der Moral“: Ich bin darauf
gekommen, weil ich mit der Idee einer Moral für junge Leute aus der
Vernunft heraus immer und überall auf Widerstand stieß (ja,
außer
bei einigen Eltern, aber auch nicht bei allen). Die Erwachsenen
wollen einfach nicht, nein, so deutlich sagen sie das natürlich
nicht, sondern sie blocken einfach ab. Kein Thema für sie. Also
blieb mir nichts anders übrig, als nach einem Konzept zu suchen, an
die jungen Menschen unmittelbar heranzukommen. Und das geht eben nur,
wenn das nicht nur attraktiv ist, sondern sogar noch Spaß macht,
vor
allem in der Gruppe, so dass Einzelne, die das mitbekommen, was ich
sage, auch weiter geben. In einer freien Gesellschaft funktioniert
das doch nur so, weil man einfach niemanden mehr zu etwas zwingen
kann. Also kam ich auf die Idee mit der „weiblichen Sexualität“.
Doch gerade die ist nun wieder für viele Erwachsene ein
völliger
Horror: Billig, bequem, oberflächlich, reduktionistisch*) – kaum zu
glauben, was mir
gerade Menschen, die meinen, fromm zu sein und auch noch Gott zu
lieben, an den Kopf werfen! Immerhin sagen die ja noch etwas, wie
gesagt, die meisten blocken einfach ab. Dass die Alternative Sex ist,
scheint nicht zu stören... (Anmerkung zu *): Klar, man kann das so
sehen, dass ich "reduktionistisch" bin - doch hat nicht nur eine
einfache Handlungsidee auch eine Chance, dass sie befolgt wird?) Dabei vertrete ich doch hier doch bestes christliches – und sogar noch katholisches – Denken: Wenn etwas gut und also auch durchaus um Sinne Gottes ist, dann darf das doch aus sich heraus Freude machen! Doch nein, gerade hier im Bereich der Sexualmoral darf das nicht sein, die ist nur wertvoll, wenn sie moralinsauer und unbequem ist... Ja, wer ist hier eigentlich christlich und katholisch, die die eine solche triste Einstellung haben – oder ich? Vielleicht höre oder lese ich ja mal von Ihnen? Mit besten Grüßen |