KEUSCHHEITSGÜRTEL. Im "neuen Lexikon der Populären Irrtümer" (ISBN 3-492-22797-X) erfahren wir, daß der Keuschheitsgürtel vermutlich eine englische Erfindung des frühen 19. Jahrhunderts ist und daß die Geschichten von den Kreuzrittern, die sich derart die Treue ihrer zurückgelassenen Ehefrauen sichern wollten, allesamt erfunden sind. So sind auch die Exemplare von Keuschheitsgürteln, die in seriösen Museen gezeigt wurden, inzwischen verschwunden.

Allerdings habe ich auch gehört, daß im Mittelalter einerseits die Straßen so unsicher waren und andererseits eine allein wandernde Frau - etwa auf Geschäftsreise - als Freiwild angesehen wurde, die man soeben mal vergewaltigen durfte. Und wenn unsere wandernde Kauffrau dies nun wirklich nicht wollte, trug sie einen Keuschheitsgürtel, von dem sie den Schlüssel zu Hause gelassen hatte.

Dazu paßt auch der Hinweis in oben genanntem Buch auf die Dienstmädchen in England, die sich damit vor zudringlichen Dienstherren schützen wollten. Heute gibt es dann auch mit allerlei Schnickschnack versehene Keuschheitsgürtel als luststeigerndes Werkzeug für sadomasochistische Praktiken (dann vermutlich für andere Frauen also solche, die etwas Sexuelles vermeíden wollen).

Das Konzept einer sinnvollen Sexualerziehung ohne solch ein Marterinstrument wie den Keuschheitsgürtel siehe bei dem Stichwort  - auch mit einer Grafik!

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)