KINDER sind zwar ein Ziel einer Ehe, also einer liebenden Gemeinschaft zwischen zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts, dürfen aber keinesfalls wichtigstes Ziel dieser Gemeinschaft sein. Schließlich kann schon allein wegen der irgendwann drohenden Überbevölkerung auf dieser Erde der Zuwachs von Menschen nicht das Wichtigste sein!

Wenn also beispielsweise ein Mädchen einen Jungen nur deswegen heiratet, damit sie Kinder haben kann, die sie dann umsorgen kann, so sollte sie sich fragen, ob sie ihre erfüllten oder unerfüllten Kindheitserfahrungen beim Spielen mit Puppen nicht nur mit lebendigen Wesen fortsetzen will.

Dazu sind Kinder aber nicht da - und eine solche Einstellung zur Partnerschaft und zu Kindern rächt sich mehr oder weniger schnell im allgemeinen schon durch ein Mißlingen der Partnerschaft und auch der Kindererziehung. Nicht Kinder dürfen das wichtigste Ziel einer ehelichen Gemeinschaft sein, sondern das Gefährtesein oder die Partnerschaft mit einem anderen andersgeschlechtlichen Menschen.

Eltern, bei denen dieses Gefährtesein gelungen ist, werden sich eher bewußt sein, daß Kinder nicht ihr Eigentum sind, sondern daß ihnen da sozusagen Menschen anvertraut sind, denen sie den Weg zu Freiheit und Emanzipation und damit auch zu einer gelungenen Einheit von Leib und Seele so weit ebnen sollen, als es in ihrer Möglichkeit steht. Deshalb werden sie auch an die Erziehung ihrer Kinder unverkrampfter herangehen und ihre Kinder leichter loslassen können, was für ein Gelingen mehr als förderlich ist. Zu einer wirklich christlichen Kindererziehung gehört allerdings unbedingt auch der Gruppeneffekt einer Gemeinde. Demgegenüber ist der angeblich biblische Auftrag, daß im Zusammenhang mit der Sexualität das Zeugen von Kindern im Vordergrund stehen muß, eher zweitrangig. Siehe auch unter Kirchenrecht.

Bis es zu unserer heutigen Einstellung gegenüber Kindern kam, war es ein weiter Weg. Wir wissen aus der Antike und selbst aus dem alten Judentum und dem Christentum, daß über lange Strecken das Besitzdenken gegenüber Kindern (wie auch Frauen) vorherrschte.

Und wenn Kinder damals geschützt werden sollten, dann nicht wegen des Wohls und der Ehre der Kinder, sondern weil Eigentumsrechte etwa des Vaters verletzt wurden, weil etwa ein geschändetes Mädchen nicht mehr so viel Wert war wie ein unversehrtes jungfräuliches. Es ist ziemlich eindeutig, daß sich Jesus kompromißlos gegen solche Praxis im Sinn eines negativen Patriarchats und das damit verbundene Denken eingesetzt hat. Dies ist auf der Site http://www.bibelwelt.de/Studien/Grundlagen/grundlagen.html sehr gut beschrieben. Und es dauert wohl noch immer an, bis die Vorstellungen Jesu so in die Wirklichkeit umgesetzt sind, daß wir vom Paradies reden können, mit der Information der Kinder etwa für ihre wirkliche Emanzipation sieht es ja nun wirklich auch heute noch alles andere als gut aus!

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)