Bei der Überlegung zum KIRCHENAUSTRITT sollte man sich auch fragen: Wenn alle diejenigen, die der Kirche gegenüber kritisch sind, aus ihr austreten, dann bleiben am Schluß nur die Angepaßten und Funktionäre übrig (also die, die ihr Gehalt von der Kirche beziehen) – und es ändert sich nie etwas. Glauben wir doch nicht, daß unser Austritt einen Massenaustritt auslöst und damit dann die Kirche endgültig zusammenbricht oder sich ändert. So funktioniert das nie - oder zumindest sehr sehr langsam, zudem dürfte die Kirche andere Finanzquellen finden, schließlich sind die Strukturen zu fest zementiert. Und irgend eine Gemeinschaft wie die Kirche brauchen wir vielleicht doch? Statt Austritt also eher Eintritt und Engagement!

Wenn mein Haus schmutzig ist, dann ziehe ich doch nicht aus und baue ein neues Haus...

Sehen wir uns in der Situation dessen, der feststellt, daß sein Haus schmutzig ist. Es gibt natürlich für ihn die Möglichkeit, sein Haus zu verlassen und ein neues Haus zu bauen oder in ein anderes Haus einzuziehen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob er damit nicht vom Regen in die Traufe fällt, denn schließlich “kochen auch die anderen nur mit Wasser” und wenn er woanders dann den Mund aufmacht, heißt´s doch gleich, daß er “in seinem Laden nicht klar kam” und hier jetzt auch nicht, daß er also offensichtlich ein psychopathischer Nörgler und Querulant ist. Das Naheliegende ist daher doch, daß er damit beginnt, sein Haus sauber zu machen, vor allem, wenn er etwa von seiner Bildung und seinem Standvermögen her dazu die Fähigkeiten hat. Und wenn er sie nicht hat, dann kann er zumindest andere Menschen suchen, die ähnlich denken wie er nach dem Motto: “Vereint sind auch die Schwachen mächtig”. Immerhin, diese Website kann ja ein Beispiel sein, wie man es machen kann.

Vor einem Kirchenaustritt: Haben Sie wenigstens erst einmal Ihren Pfarrer "in Verzug gesetzt"?

Und wer dennoch austreten will, der sollte erst einmal bedenken, daß der Pfarrer ja gar nicht weiß, was man gegen ihn hat und er sich also auch gar nicht rechtfertigen oder gar ändern kann. Der Austrittswillige sollten also zumindest im Stil eines seriösen Geschäftsgebarens seinen zuständigen Pfarrer erst einmal “in Verzug setzen” und ihm vielleicht einen Brief mit folgendem Ansatz schicken: “Wie ich erfahren habe, entsprechen diese und jene Inhalte Ihrer Glaubensverkündigung und Ihres pädagogischen Einsatzes nicht nur nicht dem, was heutzutage einfach notwendig ist, sondern sie stimmen auch nicht mit dem Anliegen Jesu überein. Ich sehe allerdings auch wieder die Notwendigkeit einer Verkündigung im Sinne Jesu. Sie können dieses Anliegen der Website basisreligion entnehmen, irgendwie ist der darin vertretene kriminologische Ansatz jedenfalls für mich überzeugender als das, was ich bisher in der Kirche über Jesus gehört habe. Sollte ich feststellen müssen, daß Sie an einer Änderung kein Interesse haben oder daß Sie dabei über Lippenbekenntnisse nicht hinaus kommen, denen aber nichts folgt, sehe ich leider keine andere Möglichkeit, als aus der Kirche auszutreten, weil ich einfach keine Lust mehr habe, eine menschenfeindliche und sogar kriminelle Institution zu unterstützen.”

Na ja, und wenn keine Reaktion kommt oder nicht die, die Ihren Erwartungen entspricht, können Sie ja immer noch austreten. Und Sie können jetzt von sich sagen, dass Sie jedenfalls fair waren...

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)