KOMMUNION ist der in der katholischen Kirche gängige Ausdruck für das Abschiedsmahl (siehe Abendmahl), das Jesus mit seinen Jüngern am Abend vor seinem Tod am Kreuz gehalten hatte. Der Name Kommunion (von lat. communio/Gemeinschaft) weist auf die Gemeinschaft hin, sowohl die geistige mit Jesus wie auch die konkrete mit den anderen Gläubigen. Üblich sind auch die Bezeichnungen Eucharistie (von gr. Danksagung) oder Altarssakrament - und natürlich auch Erstkommunion, wenn es sich um den ersten Empfang dieses Sakraments handelt.

Durch zweitausendjährige Praxis und durch die intensive Bearbeitung dieses Sakraments durch Theologie und Dogmatik ist allerdings weder von dem ursprünglichen Anliegen Jesu, noch von der äußeren Form von damals viel übrig geblieben.

Und so ist die Kommunion zu einer Kultfeier geworden (siehe Feste und Gedenktage), über deren Sinn sich nun seit zweitausend Jahren die Theologen der verschiedenen christlichen Konfessionen streiten. Nicht nur von katholischer Seite wird da vor allem die Theorie vertreten, daß in dem Brot und Wein der Kommunion Jesus wirklich gegenwärtig ist, sofern sie in seinem Sinn gefeiert wird. Denn beim Abendmahl mit seinen Jüngern hätte er seinen Nachfolgern (also den Priestern) die Macht gegeben, Brot und Wein immer wieder neu in sein Fleisch und sein Blut zu verwandeln, und daß er dann auch tatsächlich gegenwärtig sei.

Im Mittelalter gab es schließlich die ausgefeiltesten Beweise für die gelungene Verwandlung, daß wir zwar noch die Form des Brotes und des Weins vor uns hätten, daß aber der Inhalt schon längst Seele und Leib Jesu geworden sei. Vor allem wurden für diese sogenannten Beweise antike griechische und darauf aufbauende mittelalterliche naturwissenschaftliche Vorstellungen zu Hilfe genommen. Diese waren über die Begegnung mit dem Orient in den Kreuzzügen wieder zu uns ins Abendland gelangt. Danach stellte man sich vor, daß alle Lebewesen und Dinge beseelt seien und daß es ausreichte, die Seelen auszutauschen, um das Wesen der Dinge und damit die Dinge überhaupt zu verändern. So war man schließlich auch überzeugt, Gold herstellen zu können. Eine Folge der Übertragung dieses Denkens in unseren Glauben ist etwa das Fest Fronleichnam.

Das alles ist für uns heute sehr schwer nachvollziehbar und klingt auch unsinnig, zumal wir nach unseren heutigen naturwissenschaftlichen Kenntnissen (die hier sicher besser sind als die früherer Zeiten, allerdings brauchen wir nicht hochnäsig zu sein, bei vielen naturwissenschaftlichen Phänomenen kennen wir auch heute noch nicht den Zusammenhang von Ursache und Wirkung und sind aufs Probieren angewiesen - etwa bei der Entwicklung von Medikamenten) so nun gewiß keine Wesensverwandlung erreichen können. Und so müssen auch alle Forschungen zum Wesen der Kommunion über die Wesensverwandlung heute als Sackgasse eingestuft werden. Auch die Forschungen in anderen christlichen Kirchen waren nicht besonders überzeugend, sie bezogen sich vor allem auf ein Erinnerungsmahl.

Um was geht es in der Kommunion nun wirklich, wie sah sie Jesus vor zweitausend Jahren, was beabsichtigte er damit?

Türkische Schüler in meinen Unterrichtsstunden, also unbefangene junge Leute, denen ich die Einsetzungsworte "Nehmet und esset, denn das ist mein Fleisch und mein Blut" vorlas, meinten spontan, daß das irgendwie nach Kannibalismus klingt, also nach der Opferung von Menschen und dem anschließenden Verzehr ihres Fleisches und Blutes. Warum auch nicht? Haben wir am Ende auch hier wieder etwas Peinliches und Provozierendes verdrängt, weswegen schon an anderer Stelle die ganze Botschaft Jesu in ihrem Sinn verändert wurde?

Ganz offensichtlich geht es doch um einen Zusammenhang von Erlösung, Menschenopfer und die Teilhabe an diesem Opfer durch den Genuß des Opferfleischs! Das alles gehörte allerdings zum Gedankengut vieler antiker Religionen und Kulturen und war allein von daher schon so abschreckend für jüdische Menschen der damaligen Zeit, was auch Jesus nicht fremd gewesen sein konnte. Im äußeren Rahmen klingt vielleicht noch dieses Gedankengut an, wenn es auch unwahrscheinlich und ansonsten unbekannt ist, daß je ein für ein Menschenopfer vorgesehener Mensch im Vorgriff auf seinen Tod sein Fleisch und sein Blut verteilt hatte.

Falls das Abendmahl tatsächlich in der uns überlieferten Form stattgefunden hat und nicht auch dem Kerygma zuzurechnen ist, ging es Jesus also gewiß um eine Gemeinschaft, allerdings nunmehr um eine, die eine Art heilige Verschwörung zur Verwirklichung seines Anliegens sein sollte und die nach seinem Tod seinen Kampf gegen die Mafia aus Establishment und Halbwelt seiner Zeit bis zum Werden des Reiches Gottes fortführen sollte (siehe "Lehre des Jesus" und  Jesus und die Sünderin).

Es scheint also um eine Art Blutsbrüderschaft der Menschen in der Nachfolge Jesu zu gehen, um ihre Verantwortlichkeit für sich selbst und für ihre Mitmenschen. Niemals mehr dürfen und wollen Teilnehmer an diesem Mahl daran schuldig oder auch nur im entferntesten mitschuldig werden, daß Menschen - ganz gleich ob sie selbst oder andere - ihres Himmels, ihres Paradieses, ihrer Einheit von Leib und Seele verlustig gehen oder in irgendeiner Weise Schaden daran leiden. Und um jede Art blutiger Wiederholung auszuschalten - weder an Menschen noch an Tieren - wählte Jesus für sein letztes Mahl kurz vor seinem Opfertod und für alle künftigen Erinnerungsmahle ersatzweise die einfachsten und im Mittelmeerraum zu seiner Zeit und oft auch noch heute üblichen Nahrungsmittel: Brot und Wein.

Und was haben wir daraus gemacht: Nicht nur, daß wir die Zerstörung von menschlichem Glück nicht geändert haben, wir entfernten uns im Gegenteil immer weiter weg vom Anliegen Jesu. Dabei wäre alles so einfach!

Wie die Kommunion heute gefeiert werden könnte, und durchaus im Hinblick auf das, was Jesus wollte, siehe unter Abendmahl.

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama) Computer-Übersetzung des Buchs HONESTY AND FUN WITH THE MORALITY ins Englische unter English