KOMMUNISMUS (von französisch/lateinisch: "gemeinsam") ist die Bezeichnung für Theorien und politische Bewegungen, die im Gegensatz zu der auf Privateigentum beruhenden Gesellschaftsordnung gemeinsames Eigentum innerhalb einer Gruppe fordern. Bisweilen gab es im Christentum Gemeinschaften, die solchen Kommunismus praktizierten. Allerdings haben sich diese nicht durchgesetzt, wenn wir einmal von den klösterlichen Gemeinschaften absehen. Und diese sind ja im Grunde auch keine aus sich heraus funktionierenden kommunistischen Systeme, weil sie immer auf Unterstützung von Außenstehenden angewiesen sind. Zum bisher wohl gründlichsten Versuch einer Verwirklichung (siehe Theorie und Praxis) kam es in dem von Karl Marx begründeten und nach ihm benannten Marxismus, der auch heute noch als Gegenentwurf zum Kapitalismus, also der Gesellschaft mit Privateigentum (vor allem an Produktionsmitteln), gesehen wird.

Kommunismus und Promiskuität

Ich bekam hier in einer Anlage einen Text zugeschickt, den ich doch wieder geben möchte. Er ist zitiert aus http://rudolf-bahro.de/I/Iljin-Iwan/a459.htm, allerdings ab Seite 464. Per google fand ich, dass Wilhelm Reich auf die geschilderten Zustände Bezug nimmt, es scheint also zu stimmen, was in dem Text berichtet wird.

Unsere heutige Sexualerziehung ist also nur etwas wie eine Neuauflage! Siehe auch die Zustände im Nationalsozialismus, bei den Nazis war das alles nicht besser!

Und hier der Text:

Das Ehe- und Familienleben wird auch durch die Verkündigung der vollen Freiheit des geschlechtlichen Verkehrs angegriffen. Diese Freiheit wurde als Protest gegen die Tyrannei der alten, gesetzlichen Ehe verkündigt. Es wurde die famose These geschaffen, daß die Befriedigung des sexuellen Triebes in einer kommunistischen Gesellschaft ebenso einfach und belanglos sei, wie das Herunterschlucken eines Glases Wasser. „Diese ,Glas-Wasser-Theorie’ hat die kommunistische Jugend ganz toll gemacht. Sie ist vielen jungen Burschen und Mädchen zum Verhängnis geworden“, schrieb später Lenin selbst an Klara Zetkin.

Die bekannte Kommunistin Smidowitsch stellte15) folgendes kurzes Schema der sexuellen Moral auf, die zu jener Zeit unter der kommunistischen Jugend herrschte: „Unsere Jugend scheint davon überzeugt zu sein, daß sie alle Fragen, die mit Liebe verbunden sind, auf die allerroheste und schmutzigste Weise zu lösen berufen ist; sonst würde sie ihrer kommunistischen Würde Abbruch tun. Die Moral unserer Jugend besteht z.Z. kurz gefaßt in Folgendem: 1. Jeder Komsomolez, jeder Student des „Rabfak“ (Arbeiterfakultät), wenn auch minderjährig, ist berechtigt und verpflichtet, seine sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Dieser Begriff ist zum Axiom geworden, und die Enthaltsamkeit wird als eine für das bürgerliche Denken charakteristische Borniertheit angesehen. 2. Wenn ein Mann ein junges Mädchen begehrt, sei es eine Studentin, eine Arbeiterin oder sogar ein Mädchen im schulpflichtigen Alter, so ist dieses Mädchen verpflichtet, sich dieser Begierde zu fügen, da sie sonst als Bürgerstochter angesehen wird, die des Namens einer echten Kommunistin unwürdig wird“……

Die Richtigkeit dieser Formeln wurde bestätigt durch eine ganze Reihe von Briefen, die als Antwort auf ihren Aufsatz eingesandt wurden. So schreibt z.B. eine Studentin S. Z. M. A.: „Die Studenten sehen sehr schief diejenigen Komsomol-Mädchen an, die sich weigern, mit ihnen in Geschlechtsverkehr zu treten. Sie betrachten sie als rückständige Kleinbürgerinnen, als solche, die sich von veralteten Vorurteilen nicht frei machen können. Bei den Studenten herrscht die Ansicht, daß nicht nur die Enthaltsamkeit, sondern auch die Mutterschaft als Ausdruck der bürgerlichen Igeologie zu behandeln ist.“

Eine andere Studentin, Namens Rubzowa, berichtet, daß die Kommunisten die Liebe als etwas sehr rasch Vergehendes betrachten; sie halten eine dauernde Liebe für langweilig; der Begriff Ehefrau wäre ein bürgerliches Vorurteil. Auf die Frage: „Wo ist ihre Frau tätig?“, lachen sie und fragen: „Welche?“ „Ein prominenter Kommunist sagte mir: „In allen Städten, in denen ich dienstlich zu tun habe, habe ich auch eine provisorische Frau.“ „Der Mann meiner Freundin“, fährt die Rubzowa fort, — „schlug mir vor, eine Nacht bei ihm zu schlafen, da seine Frau krank wäre und ihn in dieser Nacht nicht befriedigen könne. Als ich mich weigerte, nannte er mich eine dumme Bürgerin, die nicht fähig sei, die Höhe der kommunistischen Lehre zu begreifen.“17) ‘

Es muß bemerkt werden, daß alle diese Frauen echte Kommunistinnen sind, die die Richtigkeit der kommunistischen Einstellung in keiner Weise anzweifeln, sondern nur über den gräßlichen Zynismus und die Verletzung der Frauenwürde durch das Benehmen der Kommunisten klagen.18) Für die entsprechenden Ansichten der kommunistischen Jugend sind die Resultate einer Rundfrage, welche in Petersburg im Jahre 1927 an den technischen Hochschulen vorgenommen wurde, bezeichnend. In dieser Rundfrage wurde unter anderem auch die Frage gestellt, ob eine ideelle Gemeinschaft bei sexueller Gemeinschaft notwendig sei. 36 Prozent der Studenten beantworteten diese Frage mit einer Gegenfrage: — „Was hat das mit der Ideologie zu tun?“ —, und 20 Prozent antworteten: „Mit Ideologie ist’s gut, es geht aber auch ohne.“ Einer der Studenten schrieb: „Ich kümmere mich wenig um die Ideologie; ich möchte, daß die Frau gesund und bereit ist, mich zu befriedigen. Ich fordere von ihr nur eine Sache, die mit Ideologie nichts zu tun hat.“19)

15) Prawda, 21. März 1925.
16) Prawda, 7. Mai 1925.
17) Prawda, 7. Mai 1925.
18) Siehe auch im obenerwähnten Stenogr. Protokoll, S. 155, 169.
19) Smena, Leningrad, S. 73.

 

(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)