KOPFTUCH UND SCHLEIER.
Die Verhüllung der Frau ist nicht Ausdruck ihrer Gewissensfreiheit, sondern der Unterwerfung. Dies ist die These von Hans-Peter Raddatz in einem Beitrag in der WELT vom 22. 09. 2003. Sie finden ihn unter http://www.welt.de/data/2003/09/22/171753.html. Siehe auch zur These, dass im Islam nicht vorstellbar ist, dass Frauen für ihre wirkliche Moral selbst verantwortlich sein können, es ist nie und nimmer rationale Furcht für Frauen vorgesehen, Kennzeichen von Freiheit und Emanzipation, sondern für Frauen gelten immer nur irrationale Ängste, Kennzeichen von Macht und Unterdrückung.

Eine Kollegin (auch katholische Religonslehrerin an einer Berufsschule mit moslemischen Mädchen in ihren Klassen) erzählte, dass ihr moslemische Schülerinnen erzählt hatten, warum sie das Kopftuch trügen: Sie wollten sich von den "deutschen Schlampen" unterscheiden... (Allerdings erzählte mir ein moslemischer Schüler unter vier Augen, dass gerade die mit den Kopftüchern alle keine Jungfrauen mehr seien. Aber wie das so ist, wenn man anderen etwas in die Schuhe schieben kann, womit man selbst auch seine Probleme hat, dann kommt man sich gleich besser vor - wie die Nationalsozialisten gegenüber den Juden oder wie die Islamisten gegenüber den Juden und Christen...)


Doch: Kopftuch oder Tanga - das sind heute nur quantitative Unterschiede! Verklemmtheitsfetzen sind sie schließlich beide, die auf irrationale Ängste hinweisen!

"Wer selbst im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen", sagt ein altes deutsches Sprichwort. Denn wenn wir es uns recht überlegen, welche Gründe gibt es eigentlich dafür, dass wir etwa beim Schwimmunterricht Badebekleidung tragen? Mit wirklicher Moral haben beide Sorten von Verklemmtheitsfetzen, also weder die bei uns üblichen noch das Kopftuch oder der Schleier, doch überhaupt nichts tun, oder bringen sie etwa die Menschenkenntnis, dass man sich selbst und andere erkennt, damit man nicht reinfällt? So etwas passiert doch immer ganz anders, siehe etwa Gespräch 2 zwischen Felix und Alexander! Und dass man da die passenden Informationen und den Durchblick hat, das wäre doch notwendig und ein Erziehungsziel! Was sind das also für Gesellschaften, die ihren jungen Leuten keine wirkliche Moral beibringen, sondern nur immer eine Scheinmoral, die doch nichts hilft, wenn´s wirklich drauf ankäme? (Siehe auch zur Problem der Reparatur des Jungfernhäutchens, wenn´s mal passiert ist - was da vorher geschehen war, hatte doch mit der Problematik "mit oder ohne Kopftuch" absolut nichts zu tun!)

Erste Belege für das Tragen von Schleiern.

In der Mitte des 2. Jahrtausends vor Christus gab es in Mittelassyrien, also in der Gegend des heutigen Bagdad im Irak, tatsächlich Gesetze für das Tragen von Schleiern. Der § 40 des mittelassyrischen Rechts lautet:

»Sowohl Gattinnen eines Bürgers als auch (Witwen) oder (assyrische Frauen), die auf die Straße hi(nausgehen), (dürfen) ihre Köpfe (nicht entblößen). Töchter eines Bürgers ( ) werden entweder mit einem Kopftuch? oder mit Kleidern oder(r mit einem Mantel?) verhüllt sein; ihre Köpfe (werden sie nicht entblößen). Entweder (...) oder (...) (od)er (...) (nicht ver)hüllt wer(den sie sein, aber) an dem Tage, da sie auf der Straße a(llein) gehen, werden sie (gewiss) verhüllt sein. Die >Eingesperrte<, die mit (ihrer) Herrin auf die «1. Straße geht, wird verhüllt sein. Eine Hierodule, die ein Gatte (zur Ehefrau) genommen hat, wird auf der Straße verhüllt sein. Aber (diejenige, die) ein Gatte nicht genommen hat, (wird) auf der Straße ihren Kopf entblößt (halten), sie wird nicht verhüllt sein. Eine Dirne wird nicht verhüllt sein. Ihr Kopf (bleibt) unverhüllt.. ,« (zitiert nach Gerda Lerner „Die Entstehung des Patriarchats“, Frankfurt-New York, 1986 – 1991/1995, S. 174). Von Lerner auch folgendes Zitat:

"Bei einer genaueren Untersuchung können wir erkennen, dass sich die Unterscheidung zwischen den Frauen aus ihren sexuellen Aktivitäten ergibt. Die Frauen eines Hausherrn, die nur einem Manne sexuell zu Diensten sind und sich unter seinem Schutz befinden, werden hier durch Verschleierung als »respektabel« kenntlich gemacht; Frauen, die nicht unter dem Schutz und der sexuellen Kontrolle eines Mannes stehen, werden als »öffentliche Frauen« gekennzeichnet, sind daher unverschleiert."

Und die "öffentlichen Frauen" müssen unverschleiert sein, falls sie es nicht sind, werden sie vor dem Palast-Tribunal (das meint "Tor des Palastes") verklagt und bestraft:

»Der(jenige, der) eine verhüllte Dirne sieht, wird sie festnehmen(?), Zeugen wird er ihr (gegenüber)stellen und sie zum Tor des Palastes bringen. Ihren Schmuck werden sie nicht (weg)nehmen, (aber) ihre Kleidung wird derjenige, der sie ergriffen hat, nehmen. (Mit) 50  Stockschläge(n) werden sie sie schlagen. Erdpech werden sie über ihren Kopf gießen . . .«

Und auch Männer werden bestraft, die es versäumen, einen Verstoß gegen das Verschleierungsgesetz anzuzeigen:

»Wenn ein Bürger eine Dirne verhüllt gesehen hat, sie aber hat gehen lassen, (und) sie nicht zum Tor des Palastes gebracht hat, werden sie diesen Bürger mit 50 Stockschläge(n) schlagen. Seine Ohren werden sie durchbohren, mit einer Schnur durchziehen und nach hinten binden; einen Monat wird er die Arbeit des Königs machen.«

Es geht bei der Verschleierung ganz offensichtlich auch hier nicht um Moral, es geht um die Klarheit von Besitzverhältnissen: Frauen, die jemandem gehören, sind verhüllt , Frauen, die Allgemeingut sind, sind eben unverhüllt - damit sich die Männer nicht an den Frauen, die in festen Besitzverhältnissen sind, vergreifen. Und es gibt dafür auch Gesetze und damit öffentliches Interesse, denn Zuwiderhandlungen würden die Ordnung des Staates gefährden, wenn nicht gar zerstören. Verhüllung im Zusammenhang mit Besitzdenken und nicht mit Moral - das also ist der wahre Grund für die Kleidung - falls es nicht aus anderen Gründen nötig ist wie etwa Kälte oder Schutz bei der Arbeit...

Unter diesem Aspekt müssen wir auch die jüdische Religion mit ihren Zehn Geboten und mit ihrer Moral für alle sehen: Die Idee der Partnerschaft und Liebe und der Emanzipation und Freiheit aller Menschen und damit auch Frauen - wo es keine Besitzverhältnisse mehr gibt!

Überhaupt: Welche Gründe für die Einführung eines Kopftuchs (beziehungsweise eines Schleiers oder einer sonstigen "Frauenverhüllung" wie der Burka) sind überhaupt vorstellbar?

Können wir uns vorstellen, dass irgendeine (staatliche) Macht von sich aus auf die Idee kommen könnte, Frauenverhüllungen zu befehlen, wenn es diese nicht schon vorher gab und wenn also nicht bereits eine gewisse Tradition existierte? Eigentlich unvorstellbar, und insbesondere nicht ein heißen Ländern. Irgendwie muss diese Verhüllung also anders angefangen haben als durch obrigkeitliche Anordnung! Gibt es vielleicht irgendwelche Gründe, dass Frauen das von alleine machen, dass Eltern vielleicht auch ihre schönen Töchter verstecken wollen?

Finden wir Hinweise für "so etwas" am Ende nicht auch in unserer heutigen Zeit, von wo aus wir dann auf frühere Zeiten schließen könnten?

Und wir werden auch fündig, wenn wir nur suchen... Und zwar: Als im Jahre 1945 die Rote Armee in die deutschen Ostgebiete eindrang, galten die deutschen Frauen als "vogelfrei". Die Devise war ja, den "Rassehochmut der deutschen Frauen zu brechen" und sie zu vergewaltigen, wo immer es sich ergab oder Lust darauf bestand. Für die deutschen Frauen war das natürlich zumeist schrecklich und widerlich und viele versuchten das zu verhindern, auf welche Weise auch immer. Eine der Möglichkeiten war, wenn auch nur mit geringer Chance, sich möglichst hässlich zu machen und sich etwa in alte Frauen zu "verkleiden", damit sie gar nicht erst "Begierlichkeiten" erweckten.

Ich zitiere dazu aus dem Neidenburger Heimatbrief Nr. 136, Pfingsten 2011, S. 47f:

"Die älteren Geschwister suchten sich hier und dort Arbeitsmöglichkeiten, um die Fami­lie mit Naturalien unterstützen zu können. Die ständigen Belästigungen und Razzien der Russen waren eine Plage. Alle hatten große Angst vor den Russen. Dadurch, dass die Besatzer ständig ihren Sieg feiern wollten, waren sie fast nur betrunken und dadurch unberechenbar. Die jungen Frauen konnten sich aus Angst vor Vergewaltigung nicht auf die Straße wagen. Nachts schliefen die Frauen überwiegend auf dem Heuboden versteckt mit eingezogener Leiter. Uns Kindern taten die Russen nichts zuleide.

Wir spielten immer auf dem Hof. Wenn sich Russen dem Haus näherten, riefen wir Kinder ganz laut"Kuckuck", "Kuckuck".

Das war für die Frauen das Signal, sofort auf den Heuboden zu flüchten und die Leiter einzuziehen. War die Gefahr vorbei, sangen wir Kinder laut "Es ist alles vorüber, es ist alles vorbei, nach jedem November folgt wieder ein Mai". Auf diese Art halfen wir Kinder mit, unsere Schwestern und andere weibliche Hausbewohner zu schützen. Gingen die Schwestern mal raus, waren sie als alte Frauen verkleidet.

Der Treppenaufgang in dem Haus, das wir mit bewohnten, war mit einem schweren Schrank zugestellt worden. Auf dem Schrank standen die leer gewordenen Einweck­gläser. Die oberen Räume, wo die Schwestern und andere Frauen schliefen, konnten nur durch eine Heurutsche im Stall erreicht werden.

Eines Nachts kam ein stark angetrunkener Russe angepolten. Niemand hatte die Mög­lichkeit, die Schwestern zu warnen. Der Russe entdeckte den zugestellten Treppenaufgang. Er schob den Schrank beiseite und alle Einkochgläser schepperten auf den Steinfußboden. Er polterte betrunken mit einem Gewehr die Treppe rauf. Die Mädclien konnten sich nicht mehr auf den Heuboden retten. Sie verkrochen sich unter den Bettdecken und ließen nur die Zöpfe von uns Kindern herausschauen. Der Russe leuchtete mit einer Taschenlampe in die Betten und murmelte dann: "Sind nur Kinder", "Setschies" auf Russisch.

Unser Bertel schlief im nächsten Zimmer und hatte den Krach nicht mitbekommen. Sie wachte erst auf, als der Russe vor ihr stand. Er riss sie aus dem Bett undjagte sie durch das Zimmer. Sie verkroch sich unter dem Bett, er zog sie wieder vor. Sie versuchte, das Fenster zu öffnen, um runter zu springen. Sie bekam das Fenster nicht auf.

Mutter handelte wieder einmal geistesgegenwärtig. Als der Russe im Haus randalierte, lief sie sofort zur nächsten russischen Kommandantur und meldete dem Kommandanten den Vorfall. Er folgte Mutter und nahm den ranalierenden Russen mit. Gerade im letzten Momet, dass Bertel der Vergewaltigung entging..."

Das also ist wohl vor allem der Grund für die Verhüllung von Frauen, es ist die Angst (oder besser Furcht) vor denen, die das Sagen haben und die über Leben und Tod, über Glück und Leid herrschen. Frauenverhüllung weist also nicht nur auf Besitzdenken in einer Gesellschaft, sondern auch auf die zweifelhafte Moral derer hin, die das Sagen haben!

Wir kennen das Problem: Wenn der Bock zum Gärtner gemacht wird...

Schleier usw. von Frauen sind also ganz offensichtlich immer Kennzeichen von pervertierten (also verkommenen) Gesellschaften, in denen (zunächst einmal junge) Frauen - und nicht nur die ärmeren Bevölkerungsschichten - überhaupt keine Chance haben, ihre (wirkliche) Moral zu leben: Entweder sie werden verschachert oder vergewaltigt oder "Obere" missbrauchen die jeweils gültigen Gesetze, sie á la Susannageschichte zu erpressen und damit zu Prostituierten zu machen (das ist wohl der typische Anfang für diesen Berufszweig in sogenannten Gottesstaaten). Oder sie werden auch regelrecht eingefangen und in Harems à la Kamasutra über einen florierenden Frauenhandel verschleppt und verkauft. Und eine der Möglichkeiten, dem zu entgehen, ist doch, sich zu verbergen und sich möglichst hässlich zu machen (niemand wird wohl behaupten, dass eine Körperverhüllung ein besonders attraktives Kleidungsstück ist). Mit der Zeit wird dann diese Verhüllung oder gar die Vermeidung, sich öffentlich sehen zu lassen, zum Kennzeichen für eine moralische Frau schlechthin. Und der wahre Grund dafür, also durchaus die Sittenlosigkeit der weltlichen und geistlichen Oberen, gerät in Vergessenheit, zumal darüber natürlich nicht geredet werden darf (siehe Tabu). Allerdings haben sich die Obrigkeiten sowieso längst auf die neue Situation eingestellt und Wege gefunden, die schönen Töchter wieder für ihre zweifelhafte Kultur herauszufischen, die Frauenverhüllung kommt ihnen vermutlich jetzt auch noch gelegen, dass sie länger frisch bleiben und auch noch schärfer werden...

Und dabei bleibt es, und wer sich schließlich dagegen stellt, der ist jetzt auf einmal der Sittenlose (oder eben "die Sittenlose")! Und die Sicht auf eine Änderung schwindet immer mehr, denn wer traut sich schon, als sittenlos zu gelten?

Anmerkung 1: Die hier vorgebrachte Begründung für den Schleier wird bestätigt in dem Reisebericht "Gescheiterte Heimkehr" von Hussain al-Mozany in der WELT vom 17. 04. 2004, Frauen werden eben verschachert, wie man´s braucht! (Mehr als 25 Jahre lebte der irakische Schriftsteller Hussain al-Mozany in Deutschland im Exil. Jetzt besuchte er seine Familie in Bagdad.) "Die Familien mancher Rückkehrer veranstalten keine allgemeinen Freudenfeste, sie wollen die Aufmerksamkeit der Kindesentführer nicht auf sich lenken. Denn diese Verbrecher glauben, dass jeder Iraker, der aus dem Westen zurückkommt, viel Geld mitgebracht haben muss. Es sind auch Spezialisten am Werke. Die Geschichten, die man darüber erzählt, übersteigen jede Vorstellungskraft. Schöne Frauen können es nicht wagen, ohne männliche Begleitung auf die Straße zu gehen. Sie sind die bevorzugte Beute von Entführern. Man kann sie gegen Lösegeld freipressen oder anderenfalls verkaufen. Deswegen begegnet man nur hässlichen oder alten Frauen. Meine Schwester verweigert es seit langem, ihre elf- und 13-jährigen Töchter in die Schule zu schicken." (Vollständige Url. des Artikels: http://www.welt.de/data/2004/04/17/265114.html)

Anmerkung 2: Eine den Islam schönfärbende Interpretation hörte ich von islamischer Seite: Danach kam es zu der Verschleierung erst vor etwa 300 Jahren, als sittenlose Ausländer in die islamischen Länder eindrangen und sich über die schönen Frauen her machten, schließlich steht von einer Verschleierung ja auch nichts im Koran... Dazu: 1. Zu der Verschleierung kam es bereits vor etwa 1000 Jahren im heutigen Irak, offensichtlich setzten sich damals alte Traditionen wieder fort, weil auch im Islam das Problem "Frau und Moral" nicht vernünftig gelöst wurde. 2. Ich habe noch nie etwas davon gehört,  dass die Engländer und Franzosen (welche Ausländer denn sonst?) sich über moslemische Mädchen her gemacht und sie in ihre Harems gesteckt haben. Eine Haremkultur gab es doch gewiss viel mehr im Islam - und schon von Anfang an!

Natürlich finden sich für alles die entsprechenden Rationalisierungen!

Im Beitrag "In der Kaderschmiede der Schiiten erhalten auch Frauen religiöse Weihen -  Die Mädchenschule in der Heiligen Stadt Qom bildet 15 000 Studentinnen zur Verteidigung des islamischen Glaubens heran" (siehe http://www.welt.de/data/2004/01/31/230591.html) von Christiane Buck geht es auch um den Schleier. Und eine Frau Alasvand von der Forschungsabteilung des Zentrums erklärt: "Es geht um die Werte der Frau. Sie soll nicht das Objekt der männlichen Begierde werden. Der Tschador vereine die Frauen, sie stünden nicht im Wettbewerb, wer eine schönere Figur oder ein schöneres Gesicht habe. Die Frauen haben damit eine Chance, dass ihre Werte, ihre Fähigkeiten anerkannt werden", sagt sie überzeugt und rückt ihr Kopftuch zurecht.

Die Frage ist nur, wie "man" die Werte und die Fähigkeiten einer Frau erkennen kann, wenn man sich noch nicht einmal mit ihr richtig unterhalten darf? Und ob selbst dann die äußeren Formen der Frauen doch nie so unwesentlich selbst für "verständige Männer" sein dürften, um den Begriff von Thomas Morus zu gebrauchen (siehe seine Ausführungen über das Thema unter Mittelalter)? Wer solches Verlangen unterdrücken will, ist letztlich lebens- und leibfeindlich und nicht realistisch und damit für wirkliche Moral kontraproduktiv und leistet damit nur einem Sittenverfall Vorschub! Und wie wahr diese These ist, siehe aus dem Zitat in Punkt 12 unter Moralapostel!

Dennoch: Im christlichen Glauben gibt es wenigstens die Aussicht, dass sich das alles einmal ändert!

Eigentlich müssten sich die Moslems ja klar sein, dass das ihr schwacher Punkt gegenüber unserem christlichen Glauben ist - wenn es den Christen endlich gelingt, ihrerseits von den irrationalen Entfremdungen loszukommen und den Weg zum Glauben im Sinn der Nachfolge Jesu zu finden, dürfte der Islam zumindest bei einigen Gruppen erheblich an Attraktivität verlieren, um es einmal vorsichtig auszudrücken.

Und von der Theologie von basisreligion her: "Natürlich" bin ich für das Kopftuch im Islam (und in manchen anderen Religionen)! Denn bei der entsprechenden Kindererziehung wird das Kopftuch schon für Kinder zum Kennzeichen für die Un-Freiheit und für die fehlende Emanzipation der Frau, ohne dass man groß darüber reden müsste. Und wirklich christliche Kinder, die erst einmal wissen, dass Moral und Verklemmtheit (beziehungsweise Leibfeindlichkeit) entweder gar nichts miteinander zu tun haben oder dass "Verhüllung" von was auch immer nur ein Hinweis auf kaputte Obrigkeiten und ansonsten nur kontraproduktiv für wirkliche Moral ist (siehe Scham), werden alles dran setzen, das ihren moslemischen Kameraden und Kameradinnen "rüberzubringen". (Und da sich in dem frühen Alter Lebenskonzepte bilden, ist das dann aus den Kindern auch nicht mehr herauszubekommen!)

Somit dürfte die "Kopftuchversessenheit" des Mädchens Dali, über die es in der WELT vom 14.10.2003 unter http://www.welt.de/data/2003/10/14/182343.html einen langen Bericht gibt, ein Zeichen von Unsicherheit und "ver-rückter" Suche nach Identität sein. Es ist etwa dasselbe Phänomen, wie wenn Kinder, die in einer Familie aufwachsen, in der FKK üblich ist, plötzlich Badeanzüge brauchen. Es ist schlicht und einfach das Bedürfnis nach Schutz in einer sittenlosen (siehe Sittenverfall) und dekadenten (siehe Dekadenz) Gesellschaft.

Versuchen wir wenigstens einmal, die verhüllten Frauen zu verstehen!

Freunde erzählten mir von einer Freundin, die mit ihrem Partner in London unter vielen moslemischen Ausländern wohnte. Als diese eines Tages in einem Aufzug mit zwei etwa 14jährigen moslemischen Jungen fuhr, wurde sie von diesen nicht nur so gerade belästigt, sondern regelrecht bedrängt, die griffen ihr sogar zwischen die Beine... Also beschwerte sie sich bei dem entsprechenden Mullah (= dem moslemischen Pfarrer) und dieser tat auch zumindest so, als ob er sie verstünde. Doch als sie sein Büro verließ, stand da vor der Türe etwa ein halbes Dutzend dieser als Vogelscheuchen verkleideten Moslemfrauen (man verzeihe mir die mangelnde Political Correctness) und diese beschimpften sie wütend, sie sei doch selbst schuld, weil sie eine Schlampe sei usw. - Ja so ist das also: Nach der Vorstellung dieser Frauen sind nicht die Söhne unerzogen und verwahrlost, denn es ist einfach normal, dass sie von unverschleierten Frauen gereizt werden und sich an ihnen vergreifen, sondern die Frauen selbst, weil sie eben ihre Reize nicht entsprechend verhüllen. Und diese Moslemfrauen müssen ja auch so denken, weil sie ansonsten ihren Schleier als Unfug und lebensfeindliche Last empfinden müssten, also ist ihre Verhüllung inzwischen für sie zum Sinn des Lebens geworden! Und gehen Sie einmal gegen den Sinn des Lebens eines Menschen an, sie nehmen ihm damit ja sozusagen alles, was er hat und sie zerstören den Menschen damit unter Umständen selbst...

Eine surreale Argumentation der Tochter des Ayatollah Khomeini:

Ich zitiere aus dem Buch "Tschador. Im geteilten Herzen des Iran" von Lilli Grubers, Karl Blessing Verlag:

Ich nutze die Gelegenheit, um Zahra Khomeini zu bitten, einer Frau aus dem Westen zu erklären, warum der Hijab so wichtig ist.

"Der Hijab spielt eine grundlegende Rolle für die Stabilität der Familie. Es ist ganz natürlich, dass Frauen auf einen Mann eine
sexuelle Anziehung ausüben. Wenn er ganz unterschiedliche Frauen sieht, wird er seine Frau, wenn er nach Hause kommt, hässlich finden. So wird er sich anderen Frauen zuwenden und die Familie zerstören."

Soll das ein Witz sein, oder meint Zahra Khomeini das ernst? Ich verstehe nicht, was sich hinter diesem ein wenig oberflächlichen Humor eigentlich verbirgt.

"Schauen Sie, mein Mann hat nur mich gesehen und denkt, ich sei immer noch schön! Ich bin sicher, er dreht sich nicht nach anderen Frauen um."

Ich habe das Gefühl, unser Gespräch nimmt eine geradezu surreale Wendung, will aber nicht locker lassen.

"Wissen Sie, dass unzählige Männer ins Internet gehen, nur um Porno-Websites aufzurufen, und dass man mit einer Parabolantenne alle nur denkbaren ausländischen Fernsehprogramme empfangen kann?"

"Mein Mann sieht nur das staatliche iranische Fernsehen. Andere Männer werden vielleicht solche Schweinereien anschauen, aber am Ende wenden sie sich dann doch ihrer Frau zu, denn sie wissen, dass sie die anderen doch nie haben können. Wenn ein islamischer Mann nicht von einer Frau dazu provoziert wird, wird er immer bei seiner Ehefrau bleiben."

"Haben Sie nicht den Eindruck, eine Welt zu zeichnen, die es in Wirklichkeit nicht gibt?"

"Wenn ein Mann es wirklich nicht schaffen sollte, treu zu bleiben, kann er den Ausweg einer Ehe auf Zeit wählen."

"Wenn mein Mann so etwas täte, würde ich ihn davonjagen. Und Sie?"

"Ich vielleicht auch, aber sehen Sie, genau aus diesem Grund ist das Kopftuch so wichtig. Im Islam dürfen Frauen vor Männern ihre Attraktivität nicht zeigen, außer vor ihrem Ehemann."

Kommentar von basisreligion: Auch hier wird die Frau also nur als Sexualwesen gesehen und nicht als Partnerin des Mannes - von dem biblischen Ansatz in der Schöpfungsgeschichte "Ich werde ihm eine Gehilfin machen", keine Rede!

Der Ausschnitt ist einem Artikel der WELT vom 11. 4. 2006 entnommen. Vollständige Url des Artikels: http://www.welt.de/data/2006/04/11/872718.html.
 

Und hier noch eine untheologische Argumentation aus einer Korrespondenz, die mit zugespielt wurde:

Lieber M., wir sind alle Ausländer - fast überall in der Welt. Du reist doch viel, M.  Und, suchst Du im Ausland die nächste Schnitzelpfanne auf, suchst Du nach Sauerkraut, deutschen Brötchen und der Bild-Zeitung? Wohl nicht. Wir lachen über Touristen, die es ablehnen, die örtlich vorzufindenden Verhältnisse zu akzeptieren, stimmt´s?
 
Und wie ist es umgekehrt?
 
Du wirst es wissen, wie sehr man sich überall in der Welt darüber freut, wenn man als Ausländer auf die regionalen Besonderheiten eingeht, wenn man sie kennt und respektiert. Ist doch normal, oder? Warum sollten wir die kopftuchtragende Türkin anders bewerten, wie die deutsche Touri-Frau im Suntop in den Straßen Istanbuls? Beide sind entweder lächerlich oder arrogant und keine guten Botschafter ihres Volkes.
 
Wenn ich in ein moslemisches Land reise, lasse ich meine Davidsternhalskette zu Hause. Ich erwarte in Griechenland keine evangelische Kirche und in Israel kein Schweinfleisch. In Kroatien lasse ich gern meine Badehose weg (in Israel bin ich deshalb beinahe mal verhaftet worden ;-) ), aber niemals in der Türkei. Es gibt das natürlich alles - den protestantischen Gottesdienst in Griechenland, Schweinefleisch und Oben-ohne-Sonnenanbeterinnen. Aber muss man es fordern/fördern?
 
Wenn ich Dich besuche, M., werde ich bestimmt nicht in Deinem Wohnzimmer rauchen. In meinem Wohnzimmer darfst Du gerne nicht rauchen, mir aber auch beim Rauchen zusehen. Wenn ich ein Haus in Norwegen betrete, ziehe ich meine Schuhe aus. Wenn meine Frau eine Moschee besucht, zieht sie ein Kopftuch an.
 
Was sollte eine Moslemfrau, die eine deutsche Schule betritt, hindern, ihr Kopftuch abzunehmen?
 
Der Umgang der Menschen verlangt immer GEGENSEITIGEN, nicht einseitigen Respekt. Warum sollten wir die Respektlosigkeit gewisser Menschen in unserem Lande goutieren?

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Aus einem Forum (J. Malberg):

Die türkische Historikerin Professor Ilmiye Cig, die als Expertin für die sumerische Kultur gesehen wird, meinte, dass Schleicher in Sumer von den Tempel-Prostituierten als reizwäsche verwendet wurden. Dafür wurde die Historikerin eingesperrt und es droht eine harte/lange Gefängnishaft. Allerdings wurde sie dann doch freigesprochen. 

"Schleier" wurden sonst von Frauen im allgemeinen in Sumer sicher nicht benutzt, die gefundenen Kleidungsstücke und Zeichnungen zeigen in eine völlig andere Richtung. 

In Gesellschaften wo Frauen keine Schleier trugen wurden Schleier als besonderes Kennzeichen für Prostituierte benutzt. Die waren auch sicher nicht wirklich verhüllend ;) 

Da Tempelprostituierte aber für Sumer nahezu ausgeschloßen werden können, waren Schleier vermutlich eher die Tracht für bestimmte Priesterinnen. 

In Asyrien um 1300BC waren Schleier für noble / verheiratete Frauen vorgesehen und für Prostituierte dagegen verboten - ähnlich wie in Persien. 

Aus den Mittel-Asyrischen Gesetzen: 

Im Prinzip wird hier der Schleier für verheiratete Frauen, die alleine auf der Straße rumlaufen gefordert. Und für heiratsfähige Töchter. Falls der Ehemann dabei ist gilt das dann aber nicht. 

Weder Ehefrauen noch Witwen noch Frauen welche auf die Straßen gehen sollen ihren Kopf unverhüllt tragen. Die Töchter müssen sich selbt verhüllen, sei es mit einem Schaal, einem Mantel oder einer Robe. Wenn diese alleine auf eine Straße gehen sollen sie sich selbt verhüllen. Eine Prostituierte welche mit ihrer Dienerin auf die Straße geht, soll sich selbst verhüllen. Eine "heilige Prostituierte"(*) welche verheiratet ist, soll sich selbst verhüllen, eine unverheiratete aber nicht, ihr Haupt soll unverhüllt sein. (aus einer engl. Übersetzung) 

(*) da es keine belastbaren archäologischen Anzeichen für Tempelprostitution o.ä. gibt, muss man davon ausgehen, dass nicht "heilige Prostituierte" sondern etwas ähnliches wie Nonne gemeint ist. Die älteren Übersetzungen sind leider nicht frei von Vorurteilen etc. Was hier als Prostituierte übersetzt wird bedeutet wörtlich "ihrem Gott unterworfen", was bei den Griechen Tempelprostituierte meinte ... aber es gibt keinen Grund das für die Sumerer anzunehmen. 

Kramer und andere sehen diese Form der Benutzung des Schleiers als Zeichen des Wechsels von einer gleichberechtigten Gesellschaft zu einer patriachischen durch die semitischen Einflüße. 

In Babylon gab es den Schleier für verheiratete Frauen nicht, sondern die hatte eine Art Brosche dafür. Während einer Hochzeitszermonie dagen wurde ein Schleier schon länger eingesetzt .. als Verpackung für den Ehemann sozusagen. Der Vater hat die Braut verschleiert und sie dann dem zukünftigen Ehemann übergeben. Das ist sicher aber der Alt-Babylonischen Zeit so gewesen. 

Man muß noch wissen, dass Prostituierte im alten Sumer sehr angesehene Frauen waren. Eine der ersten göttlichen Prinzipien ("ME") war ihenn gewidmet. Daher kann man die im Kontext der Sumerer nicht als unrespektable o.ä. sehen, wie manche Seiten im Internet z.B. behaupten. Siehe auch den Mythos "Inanna & Enki". 

Der Schleier hat sozusagen seine Bedeutung vollständig gewechselt. 

Interessant ist noch, wenn dem biblischen Issac eine verhüllte Frau aus dem Morgenland "serviert" wurde .. was bedeutete das dann ... eine Hure oder eine bereits verheiratete Frau? Oder nur Unwissen der Autoren? 

Siehe auch http://learning.sec.hccs.edu/members/james.rossnazzal/Hist%202311/folder.2007-08-16.4459847672/1%20Women%20in%20Ancient%20Mesopotamia.pd

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Zur Diskussion siehe auch die Website www.frizztext.de/kopftuch.html

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Hinweise auf Beiträge im Internet, die ich von Besuchern der Website basisreligion erhielt:

http://diestandard.at/?id=1569200 und/oder http://www.welt-der-frau.at/viewcat.asp?ID=758&cat=16

Die katholische Theologin, Lehrerin und Liedermacherin Claudia Mitscha-Eibl argumentiert etwa: 

"In den 1960er Jahren warfen demonstrierende US-Feministinnen Büstenhalter, Strümpfe und Stöckelschuhe als Symbole eines von Männern bestimmten Frauenbildes ins Feuer. Aber niemand kam auf die Idee, Frauen in öffentlichen Ämtern diese Kleidungsstücke zu verbieten. Über jeder symbolischen Deutung steht immer noch die Freiheit der Frau, sich so zu kleiden, wie es ihrem Empfinden und ihrer Überzeugung entspricht.
Die eindeutige Botschaft, die das Tragen eines Kopftuchs angeblich vermittelt, kommt nicht aus dem Kopf der Frau, die es trägt, vielmehr befindet sie sich in den Köpfen derer, die es sehen und beurteilen. Ein Verbot würde das Vorurteil nicht verhindern, sondern bekräftigen, wäre also bestimmt keine Maßnahme im Sinne von Menschenwürde und Frauenrechten.
Wollen wir sicherstellen, dass unsere Kinder demokratische Grundwerte in der Schule lernen, so sollten wir überprüfen, wo im Unterricht immer noch einseitige Rollenklischees weitergetragen werden – und überarbeiten wir bitte gleich auch unsere Islam-Klischees!"
 

Und nun die Fortsetzung eines e-Mailwechsels, der bei Schamrasur angefangen hatte, doch er passt besser hierher, denn es wird alles sehr grundsätzlich!

Nun zu den Religionen. Gerade was den Islam betrifft, bemerke ich bei dir große Ablehnung. Vielleicht auch, weil du nicht viel darüber weißt? Das Kopftuch beziehungsweise die Verhüllung der Frau (nur Gesicht und Hände bleiben frei) dient nicht ihrer Unterdrückung. Ich kenne Frauen, die sich so kleiden, persönlich und sie alle fühlen sich so wohler. So  werden sie nicht belästigt und müssen sich nicht von Männern lüstern begaffen lassen. Natürlich wäre es besser, wenn die Männer sich gar nicht so verhalten würden. Aber sie tun's nun einmal. Und das nicht zu knapp. Ich bin eine Frau und weiß, wovon ich spreche. Diese ewige Belästigung geht mir wahnsinnig auf die Nerven und ich empfinde das als demütigend und extrem verletzend. Ach, übrigens: Es gibt keinen hundertprozentig islamischen Staat auf der Welt. Ein wirklich islamischer Staat hätte gar nicht das Recht, Frauen zum Tragen eines Kopftuches zu zwingen, er dürfte es ihnen aber auch nicht verbieten. Die Beschneidung der Mädchen ist nicht islamisch. In den Regionen der Erde, in denen sie leider noch immer praktiziert wird, machen das auch die dortigen Juden und Christen und Angehörige der indigenen Religionen.
Inzwischen haben sich viele islamische Gelehrte gegen die Mädchenbeschneidung ausgesprochen. Der Islam ist auch nicht die frauenunterdrückende Religion schlechthin, auch wenn das in vielen Medien so vermittelt wird. Es gibt auch Stellen im Koran und in den Hadith, in denen davon gesprochen wird, dass die Frau die Königin des Hauses ist, dass ein guter Muslim derjenige ist, der gut zu seiner Frau ist und dass Mann und Frau Freunde seien sollen. Wenn sich Angehörige dieser Religion nicht immer daran halten, was kann dann die Religion dafür? Auch Christen verhalten sich zu ihren Frauen nicht immer liebevoll, obwohl sie das auch sollten. Wenn ein Muslim zu seiner Frau schlecht ist, dann ist der Islam oder eventuell noch "seine Kultur" daran schuld. Wenn ein Mann aus dem Westen (sei er Christ, Agnostiker, Atheist oder was auch immer) sich so schändlich verhält, dann macht niemand seinen Glauben oder Nichtglauben oder "seine Kultur" dafür verantwortlich. Komisch, nicht?

Nun zur Schamrasur. Ich zum Beispiel mache es, weil ich mich einfach so wohler fühle. Es gefällt mir einfach besser. Und es hängt auch total von der Kultur ab, ob die Menschen so etwas machen oder nicht. Im chinesischen Kontext käme eine Entfernung von Körperhaaren einer Körperverletzung gleich (die haben aber meistens auch nicht so eine starke Behhaarung), im islamischen Kontext ist die Entfernung der Scham- und Achselhaare für beide Geschlechter vorgeschrieben. Ich frage: Ja, und? Was stört dich daran so? Es schadet ja niemandem, oder? Und die Körperhaare sind mit den anderen Haaren nicht zu vergleichen, die kommen nicht mit Harn, Stuhl und Schweiss in Berührung.

Nun zur Nacktheit.
Eine unschuldige Nacktheit gibt's nur unter Kindern oder unter Menschen, die keinerlei sexuelle Gefühle haben. Und die sind bekanntlich sehr wenige. Ich habe keine Angst vor der Nacktheit, ich berühre meinen Körper auch gerne, ich bin gerne nackt, aber nicht vor Fremden, und schon gar nicht vor fremden Männern. Die haben kein Recht, mich so zu sehen, dieser Bereich geht sie nichts an.
Ich würde ja auch nicht irgendwem erlauben, meine Brüste oder meinen Genitalbereich zu berühren.

Nun zum Jungfernhäutchen.
Ich habe den Eindruck, dass du da irgendwie ambivalent bist. Einerseits meinst du, dass Jungfrauen oft hochnäsig sind, andererseits scheinst du sehr viel Wert auf das Jungfernhäutchen zu legen. Wie sollen sich denn nun deiner Meinung nach die Frauen verhalten? Wenn sie Jungfrauen sind, sind sie hochnäsig, wenn nicht, ist es auch nicht in Ordnung.
Dass das Jungfernhäutchen von den Samenzellen aufgelöst wird, ist mir gänzlich neu. Wo hast du diese Information her?
Ja, sicher, Frauenärzte/Frauenärztinnen vermerken, ob eine Patientin noch Jungfrau ist. Aber daran kann ich nichts Schlechtes erkennen.

Eine Frage hätt ich noch: Was unterrichtest du?

Wir sind in einigen Dingen offensichtlich ähnlicher Meinung, in anderen total entgegengesetzter Ansicht. Auch wenn ich vielem von dem, was du schreibst, nicht zustimmen kann, finde ich es gut, dass du den jungen Leuten ein anderes Weltbild als das, was sie tagtäglich mitkriegen, vermitteln willst.

Antwort von basisreligion:

Hi,

wenn ich mir so Deine Mail ansehe, dann meine ich, dass Grund unserer unterschiedlichen Auffassungen sein könnte, dass wir uns einfach von dem Hintergrund, von den Zusammenhängen her, nicht verstehen. Und wenn da der Hase im Pfeffer liegt, dann wird man immer aneinander vorbei reden.

Ich hatte schon einmal Dir gegenüber versucht, hier anzusetzen und auf meine "Patentochter" hingewiesen, doch vielleicht etwas mehr: Schon längst bevor ich das Mädchen herholte, war mir klar, dass ich für die ein echter Vater sein müsste. Und dazu gehört nun einmal vor allem, dass sie fit für die Männer wird, das heißt, dass sie sie durchschaut, dass sie die Idioten von den Vernünftigen unterscheiden lernt, dass sie keine überflüssigen Ängste hat, die ihr wenn´s mal nötig wäre, doch nichts helfen, dass sie schließlich sogar Spaß an der Moral hat. Und da ich mir auch klar war, dass ich keine Chance mehr hätte mit anderen als den gewohnten Vorstellungen bei einem Mädchen in der Pubertät oder später, zumal wenn sie erst einmal hier ist, hatte ich ihr um die 100 lange Briefe geschrieben - die sie auch für ihre Eltern übersetzte und mit ihnen durchdiskutierte. Und sie erzählte mir später, dass ihr Vater mich sofort verstanden hätte.

Wichtigstes Ziel war zunächst einmal die Unterscheidung von falscher und richtiger Moral, von einer Moral, die im Grunde nur eine Scheinmoral und eine Leibfeindlichkeit ist und nie funktioniert, wenigstens nicht freiwillig und mit Freude, weil sie entweder aus sinnlosen Ängsten besteht und man schließlich doch reinfällt, und einer Moral, die von vernünftiger Menschenkenntnis kommt und daher realistisch ist und auch Chancen hat zu halten. Natürlich war sie zuerst mit den Vorstellungen von der Nacktheit aus dem Häuschen, zumal man die ja auch praktizieren muss, damit sie richtig in Fleisch und Blut übergeht - und nur durch Zureden ihrer Eltern kam sie so langsam zur Besinnung, wie sie mir später erzählte... Von einer falschen Moral kommt man nun einmal nur weg, wenn man sie auch tatsächlich über Bord wirft, nur dann bilden sich die entsprechenden Hormone! Alles andere ist Traumtänzerei!

Und nach einigen Anfangsschwierigkeiten, als sie hier war, ging das alles doch recht gut! Vor allem gab mein Konzept ihr die Fähigkeit, das Wesentliche zu sehen und gab ihr daher auch eine entsprechende Freiheit - und das galt nicht nur für das Thema, um was es mir ging, sondern ganz allgemein! Und so hat sie hier - sozusagen zunächst ohne oder nur mit geringen Kenntnissen der deutschen Sprache - innerhalb kürzester Zeit ein befriedigendes deutsches Abitur hingelegt und macht jetzt ein ausbildungsbegleitendes Studium Technomathematik, also auch etwas wirklich Kompliziertes! Und wie es aussieht, auch mit Erfolg - und dabei ist sie gewiss kein Blaustrumpf, sie hat eine kleine Wohnung am Studienort, geht tanzen und erzählt mir von ihren Tanzpartnern, von ihren Studienkollegen usw. und ist wirklich begeistert, dass alles richtig war, was ich ihr beigebracht habe. Wirklich!

Ich kann also sagen, dass ich mit meinen Ansätzen zumindest nicht ganz falsch liege, wenn sie natürlich auch anders sind als vielleicht ansonsten normal. Aber was ist schon normal?

Und wenn ich mir jetzt wieder einmal Deine Mail ansehe, dann meine ich zu merken, dass Dir genau dieses männliche Denken fehlt, was ich "meiner Tochter" beizubringen versuche. Denn da ist von eher männlicher Sachlichkeit nicht viel zu merken, sorry... Ich bin etwa nicht nur gegen den Islam, sondern auch gegen alle Religionen, die wir zur Zeit haben, auch gegen meine, das wird doch deutlich in der Website. Und ich kann doch nicht bei anderen Religionen übersehen, was ich bei meiner kritisiere? Und wo bin ich denn bei meiner Ablehnung des Islam nicht sachlich? Wo weiß ich denn etwas nicht? O.K., auch das weiß ich,  was alles im Koran und in den Hadith über die Frauen steht, warum sollte ich denn darauf eingehen? Alles schöne Worte, mich interessiert allein, wie das mit der Partnerschaft zwischen Mann und Frau ist – und da ist im Islam ja nun wirklich tote Hose!!! Nicht vorgesehen! (Ich weiß, auch bei uns gibt es genügend Probleme, doch im christlich-jüdischen Denken ist das wenigstens vorgesehen!) Und die Religion kann schon was dafür, wenn Menschen sich nicht dran halten, dann muss sie entweder so gelehrt werden, dass sie sich dran halten, und wenn das nicht geht, dann ist eben die Religion falsch!!! Schon mal was vom Problem des religiösen Überbaus gehört? Und ich wenigstens möchte etwas ändern und nicht mit Schleier und Kopftuch alles unter den Teppich kehren und bis auf den Sanktnimmerleinstag oder eben auf das Leben nach dem Tod verschieben, daher auch mein Engagement in meiner Website. Und ich meine, mein Anliegen ist auch das Anliegen des historischen Jesus!

Ich habe auch mal meine Tochter gefragt, wie das mit dem lüsternen Begaffen der Männer ist und ob sie nicht lieber Schleier oder so was tragen würde. "Nie" - prustete sie hervor, das käme nicht infrage, sie käme doch schon so hin mit den Männern! "Und wie?" fragte ich. Also die einen würde sie abblitzen lassen und den anderen würde sie zuwinken oder ihnen etwas Nettes zurufen, je nachdem. Und ich meine, das ist durchaus eine Frucht meiner männlichen Erziehung: Locker und dabei eine Ausstrahlung oder Aura, die anderen anzeigt, dass sie es mit jemandem mit Durchblick zu tun haben – und diese Aura hängt bekanntlich nicht von den Fetzen ab, die einer trägt oder eben nicht trägt. Das mit der Aura ist genau dasselbe Problem wie bei Vergewaltigung beschrieben, bei manchen Frauen und Mädchen traut man sich eben und bei den anderen nie und nimmer! Siehe hierzu das Stichwort sexuelle Belästigung! Mein Ziel ist also, dass die jungen Leute vernünftig ran gehen sollen – und (wie gesagt) keine überflüssigen Ängste haben sollen – aber vernünftige Furcht! Und das ist auch sonst mein Konzept für junge Leute - Du musst selbst sehen, wie weit das Dein Stil ist! Im übrigen: Wenn das stimmte mit dem Zorn der Mädchen und Frauen auf das "lüsterne Begaffen": Warum ziehen sich gerade jetzt in der warmen Jahreszeit viele Mädchen sich ausgesprochen "blickeaufsichziehend" an? Wenn ich bedenke, wenn so manche Mädchen in der Schule die Treppe vor mir hochsteigen... Immerhin sind sie ja alle für mich wie Töchter... Ich habe jedenfalls eher den Eindruck, dass das Problem der Frauen mit der "Angst vor dem lüsternen Begaffen" eher das ist, dass man sie eben nicht (mehr) lüstern begafft und dass sie jetzt aus der Not eine Tugend oder besser eine Moral machen...

Und warst Du einmal in Ländern, in denen es Schleier und Kopftuch gibt? Hast Du einmal überlegt, dass jede Suppe eine Einheit ist und dass man die Zutaten sich nicht beliebig zusammen stellen kann? Also: Wenn in einer Gesellschaft nur das Problem des Schleiers der Frauen wäre, na meinetwegen, oder auch, dass wir uns als Westler erst einmal daran gewöhnen müssen, dass Männer immer den Vortritt haben, etwa wenn ein Mann und eine Frau durch eine Tür gehen, geht der Mann zuerst und die Frau hält oft auch noch die Tür auf, und "man" möchte ja nicht missionieren und es andes machen! Doch vor allem gehört dazu nun einmal auch das Poblem des Sichkennenlernens junger Menschen, das Problem der arrangierte Ehen, die Rolle der Frau im öffentlichen Leben, die Selbstverwirklichung der Frau in der Arbeit, die Kameradschaft und Freundschaft mit anderen Männern, Frauen dürfen oft ja noch nicht einmal alleine einkaufen gehen, wenn nicht die Ehemänner von vornherein den Einkauf selber übernehmen... Ist Dir bekannt, wie in Saudi-Arabien junge Männer versuchen, mit Mädchen anzubändeln? Wie sie versuchen, mit dröhnender Musik in ihren Autos die verschleierte Schöne auf dem Rücksitz im "Nebenauto", das auch an der Ampel halten muss, aufmerksam zu machen, um ihr dann (wie bei uns die Kinder in den unteren Schulklassen) zusammengeknautschte Zettelchen mit ihrer Telefonnummer zuzuwerfen - und wie die Mädels natürlich nur zu scharf auf solche Zettelchen sind und wie es dann zu den oberflächlichsten und heißesten Telefonaten kommt? Ob das das Ideal ist - abgesehen von der Rolle der Frau in noch strengeren Gottesstaaten? Denn schließlich läuft es ja auf die hinaus, weil das "nur mit Schleier" eben nicht funktioniert!

Alles in allem, Schleier und Kopftuch sind keine Lösungen, sie sind ein Holzweg, eine Flucht, man geht allem aus dem Wege, und gar nichts ändert sich wirklich - und das bis zum Sanktnimmerleinstag. Wie sollte ich daher als aktiver Mensch, der etwas ändern möchte, für Schleier und Kopftuch sein? Und wenn Du für solchen Krampf bist, dann kann ich nur sagen, Du hast entweder überhaupt keine Ahnung oder Du tickst doch nicht richtig – sorry! Ausserdem: Wie kannst Du als Frau dafür sein, weil angeblich die Männer nun einmal so sind? Seid Ihr Frauen es denn nicht, die die kleinen Jungs und also die Männer erziehen? Sieht so das Ergebnis Eurer Erziehung aus, dass ihr Euch hinterher vor deren Ergebnissen verstecken müsst? Hättet Ihr es nicht in der Hand, da etwas zu ändern? Natürlich - wenn man von vornherein dogmatisch und verklemmt ist, dann geht das nicht!

Danke für die weiteren Belehrungen, doch ich kenne die Probleme, daher argumentiere ich auch anders und gehe gar nicht auf das alles ein, das solltest Du eigentlich gemerkt haben! Dass es diese Kopftuch- und Schleiermode auch bei Christen in Ägypten gibt, zumindest auf dem platten Land, habe ich selbst gesehen, die christlichen Frauen (auf dem Land) sitzen sogar in ihren Kirchen getrennt hinter Gittern und werden natürlich auch beschnitten. Daher hatte ich unter dem Stichwort Beschneidung auch gar nicht vom Islam geredet, das habe ich erst jetzt nachgeholt, damit die Leser nicht etwas hineininterpretieren (so wie offensichtlich Du), wovon gar nicht die Rede war.

Wieso gibt´s unschuldige Nacktheit nur unter Kindern? Ist das eine dogmatische Aussage? So ein Unfug, Du hast das bloß noch nicht erlebt. Also ich habe da völlig andere Erfahrungen… Wie es in den Wald reinschallt, so schallt´s doch auch raus. Du solltest mal meine „Tochter“ fragen, sie wird das auch sagen, dass das nur an Dir liegt und Deiner Verklemmtheit… Und was soll das mit dem „Recht“, jemanden zu sehen? Das hat doch mit Recht und Unrecht nun wirklich nichts zu tun!

Zu diesem Thema weise ich auf das Gespräch 14 hin, ich habe Deine Anfrage da eingebaut. Aber als Religionslehrer kenne ich diese Argumente längst, was habe ich mich manchmal mit den jungen Leuten gezofft, jedenfalls liefen die Gespräche in diesem Sinn....

Wo habe ich bitte geschrieben, dass es etwas Schlechtes ist, dass der Arzt das mit der Jungfräulichkeit vermerkt?

Und zum Unterschied von Kopf- und Schamhaaren. Na ja, ich habe mich mit Frauen unterhalten, die auch "unten" noch alles dran haben. Also normalerweise haben die da keine Probleme - und sie fühlen sich auch nicht schmutzig... Ich meine, man kann sich wirklich alles einreden! Wie gesagt, lies mal das Buch von Huxley (Leser, die erst hier dazu gekommen sind, finden mehr darüber  unter Schamrasur)! Jedenfalls würde ich lieber mit Dir über dieses Buch reden als über die Schamhaarrasur (in ein Wörterbuch gehört sie allerdings rein - und vor allem bringt so etwas viele Besucher der Website, die dann auch weiter klicken, sie ist also der ideale Werbeaufhänger)! Und wenn so etwas von der Schamhaarrasur im Koran vorgeschrieben ist, dann kann ich nur sagen, Sorgen haben die, ich habe die Stelle allerdings noch nicht gelesen…  Vermutlich hängt das allerdings damit zusammen, dass der Koran für Völker in wasserarmen Wüsten geschrieben war – doch wir haben hier eine andere Situation und in der belastet das bisschen Schamhaarwaschwasser den Wasserhaushalt doch wirklich nicht wesentlich….

Zur Jungfräulichkeit: So wie Du sie offensichtlich praktizierst, wirkt sie wirklich hochnäsig (und nicht sonderlich fundiert, ich habe das beschrieben, sorry), so wie ich sie mir dagegen vorstelle und versuche, sie meiner Tochter anzuerziehen, ist sie lebenspraktisch und hilfreich für andere! Na ja, Mädels sollen sich eher so verhalten, wie meine Tochter... Das mit der Auflösung des Hymens habe ich mehrfach gehört, leider ist der Frauenarzt, mit dem ich mich darüber hätte unterhalten können, inzwischen gestorben.

Und jetzt schreibe ich Dir auch was Nettes: Du bist auch ein Schatz und ich finde es toll, dass Du so offen bist und Dich in Deine Argumentation einbeziehst und ich hoffe, dass viele von unserem Mailwechsel profitieren - klar, Du hast Streitkultur und das macht Dich mir sehr sympathisch!

Tschüs

M
.P.
(Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)