KREUZ - KRUZIFIX.

Mit der Verehrung und Anbetung von Symbolen wie dem Kruzifix geschieht eine Umwertung von Werten und Gefühlen. Ursprünglich als Folterinstrument und Werkzeug des Todes wird es im Extrem als Schmuck getragen und sogar als "süßes Holz" besungen. Kleine Kinder, denen dieses Symbol erstmals ins Zimmer gehängt wurde, begannen zu weinen und konnten nicht einschlafen. Sie hatten noch ein gesundes Gefühl des Entsetzens gegenüber dem plastischen Bild von einem gemarterten Menschen, der mit festgenagelten Händen und Füßen am Kreuz hängt.

"An diesem Kreuz (in der Kirche) hängt ein toter Mann, es ist eine fast brutale Darstellung eines geschundenen Mannes. Ich kann nicht davon ausgehen, daß Kinder im Kindergarten- und Schulalter unbedingt wissen, wie es dann weiterging. Und unter diesen Voraussetzungen halte ich es für nicht unbedingt geeignet, daß man Kinder mit diesem Kreuz konfrontiert.Wir haben hier (im Kindergarten) vor Jahren zuerst einmal ein Kreuz hergehängt, ein sehr großes Kreuz, das hing aber nicht lange da, weil die Leiterin sagte, die Kinder, wenn sie da vorbeigehen, haben Angst vor dem Gekreuzigten. Das war für mich ausreichende Begründung, um das Kreuz wegzunehmen. Wir haben dann einen besseren Platz dafür gesucht und es in unser Leichenhaus gehängt."

Pfarrer Dallmeier, Martlhofen (Bayern) in einem Fernseh-Bericht (BR-Quer 17.01.02 )

Im Laufe einer religiösen Erziehung gewöhnen sich Kinder an das Bild der Grausamkeit und empfinden es als normal und sogar anbetungs- und verehrungswürdig, es begleitet sie in manchen Gegenden Tag und Nacht. Eine solche Erziehung entspricht einer seelischen Vergewaltigung, einer Abrichtung, Abhärtung und Desensibilisierung. Hierdurch wird ein Mißtrauen gegenüber den eigenen Gefühlen und Werten herbeigeführt und verfestigt, das eine Grundlage zur Unaufrichtigkeit nicht nur sich selbst, sondern auch anderen gegenüber schafft, da die Erwachsenen eine Anpassung an ihre Normen erwarten und andernfalls mit Abweisung und Liebesentzug reagieren. Dieser Zwang zum Unterdrücken berechtigter natürlicher Gefühle und das damit verbundene Erlebnis einer elementaren Ungerechtigkeit bezüglich einer eigenständigen freien Entfaltung führen meist zum Verdrängen von Versagungen und können einerseits zu Störungen der Selbstwahrnehmung und andererseits auch zu Aggressionen gegen sich und andere führen.

Ähnlich wie bei Mitgliedern von Sekten, die sich in ihrer - für Außenstehende offensichtlichen - Abhängigkeit frei und wohl fühlen, wird auch den früh zu den allgemein anerkannten Konfessionen hin erzogenen Menschen ihre Abhängigkeit und mangelnde Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung meist nicht mehr bewußt. Dieselben Menschen, die sich - zu recht - über die Darstellung von Greueltaten in Horrorfilme empören, gewöhnen ihre Kinder an den grausigen Anblick des gemarterten Jesus. Als Entschuldigung für die Duldung eines solchen Widerspruchs ist selbst von hoch intelligenten, ansonsten kritischen Menschen zu hören, daß sie halt so erzogen worden seien. So wundert es nicht, daß durch die Wirkung einer frühkindlichen Indoktrinierung noch heute die meisten Politiker freiwillig ihren Amtseid mit dem Zusatz "so wahr mir Gott helfe" ablegen und damit bekennen, daß sie letztlich nicht eigenverantwortlich handeln. (Siehe hierzu Erklärungen von 37 Spitzenpolitikern auf eine entsprechende Umfrage.)

Besonders folgenschwer für den Frieden in der Welt sind die Auswirkungen des Kindesmißbrauchs durch die Abgrenzung von Menschen anderen Glaubens, verbunden mit dem Entstehen von Überheblichkeit (Auserwähltheit, Rechtgläubigkeit), Rivalität und Gewalt gegenüber diesen (Un- und Andersgläubigen), auch heute noch, sogar in Europa. Die menschliche Geschichte wird begleitet von religiös motivierten Konflikten, und ein Ende ist nicht abzusehen.

Bis hierhin zitiert aus der URL http://www.humanistische-aktion.de/missbrau.htm, in der es um den Kindesmißbrauch im Namen von Religion geht.

Was ich noch zu sagen hätte: Die Kreuzesverehrung stammt aus einer Zeit, die bereits vom Verfall unseres Glaubens geprägt war (siehe Dekadenz)!

Konstantin (später dann "der Große", um 285 - 337), beileibe kein Christ, "testete" - sozusagen nach dem Verfahren "trial and error" (also "Versuch und Irrtum" - vor der Schlacht bei der Milvischen Brücke im Jahr 312, ob der Christengott (der im römischen Reich bereits weitgehend in Mode gekommen war) nicht doch der bessere Gott ist, der ihm zum Sieg verhelfen könnte. Und so ließ er auf den Feldzeichen seiner Soldaten ein Kreuz mit der Beschriftung ("hoc signo vinces" = durch dieses Zeichen wirst du siegen) anbringen nach dem Motto: "Wenn meine Truppen gewinnen, so ist das der Beweis für den Christengott!". Und siehe, seine Truppen gewannen tatsächlich die Schlacht - und er selbst wurde römischer Kaiser, also war der Christengott der bessere Gott! Die Bekehrung Konstantins kann also nicht als wirkliche Wandlung im christlichen Sinn angesehen werden, sondern als Einstieg in eine neue Magie. Und so paßt auch, das Konstantin sich erst auf dem Sterbebett taufen ließ, es ging jetzt nur noch ums Jenseits, das Christentum war zu einer typischen Religion geworden.

Ob das Kreuz, das doch unter so fragwürdigen Umständen ins Christentum Eingang gefunden hat, vor Konstantin hatte es nämlich keine Bedeutung, als Kennzeichen der Christen untereinander diente etwa die Form eines Fisches mit den Fingern, also als Symbol für wirklichen christlichen Glauben dienen kann? Man kann gewiss darüber diskutieren. Immerhin sollte bedacht werden, dass die Kreuzigung die Strafe für Systemveränderer war; wenn wir also in wirklicher Nachfolge Jesu Systeme verändern wollen (und uns natürlich auch!) und uns durch den Anblick des Kreuzes an diese Aufgabe erinnern wollen, dann bitte! (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)