KULTURVERGLEICH. Ob die mittel- südamerikanischen Kulturen (etwa im Zusammenhang mit dem Bau der Pyramiden oder mit den Menschenopfern) vor ein paar tausend Jahren mehr oder direkte Beziehungen zu unseren abendländischen Kulturen hatten, soll hier nicht angesprochen werden. Es geht um etwas anderes:

Bei unseren Überlegungen über die Beziehungen zu den östlichen oder gar fernöstlichen Kulturen müssen wir uns vor allem erst einmal von unserer noch aus dem Mittelalter stammenden Sichtweise befreien, die nämlich bestimmt wurde von der sowohl wirtschaftlichen wie geistigen Barriere im Vorderen Orient, die durch die moslemischen Staaten dort weitgehend gebildet wurde. Doch dies war nicht immer so!

Wenn im alten Rom bei den "Zirkusspielen" Tiger aus Indien dabei waren, wenn zum Süßwein der alten Römer jede Menge Pfeffer aus Indien gehörte, wenn die vornehmen Römerinnen bisweilen Kleidungsstücke aus Seide aus China trugen, wenn germanische, indische und afrikanische Sklavinnen die reichen Römer "belustigten" (siehe Frauenhandel), dann weist das doch auf rege Handelsbeziehungen nach Fernost hin! Und wo es Handelsbeziehungen gibt, da bleibt es nicht aus, daß es auch geistige Beziehungen gibt. So klingen die Ideen von Buddha (siehe Buddhismus), dem persischen Religionsstifter Zarathustra (siehe unter Dualismus) und den griechischen Philosophen Platon und Aristoteles (alle im 4. und 5. Jht. vor Christus) ja zumindest so ähnlich. Vor allem waren dann in der Spätantike in diesem Zusammenhang die vorherrschende Weltanschauung von Spanien bis China so sehr der Dualismus und weiteres Gedankengut der Gnosis, daß es durchaus plausibel ist, daß das Christentum schon damals verfremdet wurde und längst eine buddhistische Sekte ist. Im übrigen gab es in der Antike in Alexandrien in Ägypten, das damals zum römischen Reich gehörte, eine buddhistische Gemeinde.

Doch ein besonders überzeugendes Indiz für die inneren Beziehungen der Kulturen fand ich im Indischen Museum in Bombay. Da entdeckte ich gleich hinter dem Eingang für jeden sichtbar eines dieser assyrischen Kultreliefs von der Bestäubung der Blüten der Dattelpalme, wie sie es auch hier bei uns in allen großen Museen, also im Louvre in Paris, im Britischen Museum in London und im Vorderasiatischen Museum in Berlin zu sehen sind und die auch im Zusammenhang mit unserer abendländischen Kultur stehen. Man scheint sich also auch in der indischen Kultur auf denselben Ursprung zu beziehen - also ist eine Verbindung schon da! Wir im Westen haben uns allerdings wohl im bewußten Gegensatz zu dieser vorderasiatischen Kultur entwickelt (siehe Adam und Eva), wenigstens rein äußerlich gesehen, während im Osten eher eine Weiterentwicklung stattfand.

Wenn also in dieser Website basisreligion bisweilen zwischen den Kulturen und Religionen Beziehungen gesehen werden, so geschieht das nicht leichtfertig, alle Indizien sprechen dafür, daß wirklich welche da sind!

Und schließlich werden sie ja auch von anderen Forschern gesehen, erwähnt sei hier der österreichische Sexualforscher Ernest Borneman (1915 - 1995), bei der Lektüre seines "Patriarchats" kam ich überhaupt auf die Idee, Zusammenhänge zu sehen - und fuhr nach Indien, nach China und schließlich nach Japan (siehe die entsprechenden Reiseberichte).

Siehe auch Religionsvergleich.

Und über alle kulturellen Unterschiede hinweg scheint nicht zuletzt der Volksglauben bei allen Völkern ohnehin wenigstens so ungefähr derselbe zu sein! (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)