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LEGEBATTERIEHENNENSYNDROM Beim Streit darüber, ob die Haltung von Hühnern in Legebatterien als Tierquälerei angesehen werden kann, kommt bisweilen auch eine Beobachtung zur Sprache: Wenn man die Türen der Legebatteriekäfige öffnet und die Tiere aus ihren Käfigen scheucht, dann scheinen sie das gar nicht zu mögen. Sobald sie können, fliegen sie wieder in ihre Käfige zurück - weil sie sich offensichtlich dort am wohlsten fühlen. Der Legebatterieverteidiger würde sagen: "Na sehen Sie, die Hühner sind nun einmal so, man kann sie erziehen, wie man will, und dann fühlen sie sich auch wohl!" Doch der Tierschützer sagt: "Die Tiere haben es einfach verlernt, in der freien Natur zurecht zu kommen, in Wirklichkeit würden sie die freie Natur viel mehr lieben, und dass sie in ihre Käfige zurückfliegen, zeigt nur, dass sie krank sind. Das merkt man etwa daran, dass ihr Fleisch und ihre Eier im Endeffekt gar nicht gesund für uns sind". Oder etwas anders: "Infolge nicht artgerechter Haltung leiden die Tiere offensichtlich an einem Legebatteriesyndrom." Und dieses Syndrom kann man auch bei uns Menschen finden. Und noch schlimmer, wir verwachsen offenbar auch geradezu mit unserem Käfig! Und wenn dieses Verwachsen mit unserem Körper geschieht, so doch ganz gewiss auch mit unserer Seele! Und irgendwann können wir nicht mehr feststellen, was eigentlich zu unserem Menschsein gehört und was nicht! Wenn ich so an alle die denke, die etwa die Scham, also sich zu bedecken, für einen unverzichtbaren Teil ihres Menschseins halten, die geradezu in Panik geraten, wenn sie diese Scham überwinden sollen, doch die dafür allerdings die Fähigkeit verloren haben, sachgerecht und offen und angstfrei mit den Dingen dieser Welt umzugehen, also auch eine sinnvolle und brauchbare Moral zu leben... Was da nicht alles verkümmert... Ich zitiere hier einen Beitrag in der WELT vom 12. 3. 2008: Frau an Klobrille festgewachsen. Eine 35-jährige Frau hat in den USA zwei Jahre auf der Toilette verbracht. In dieser Zeit ist ihre Haut mit der Klobrille verwachsen. Polizisten mussten den Toilettensitz abschrauben, bevor sie die 35-Jährige ins Krankenhaus bringen konnten. Laut dem Freund der Frau sei die Beziehung aber normal weiter gelaufen. Zwei Jahre lang hat eine 35-jährige Frau im US-Staat Kansas nach Polizeiangaben auf einer Toilette im Badezimmer ihres Freundes gesessen – und war letztendlich mit dem Sitz verwachsen. Sie habe unter einer Phobie gelitten und das Bad deswegen nicht mehr verlassen wollen, erklärte ihr Freund in einem Telefoninterview. Beide hätten weiterhin eine ganz normale Beziehung geführt, die sich eben im Badezimmer abgespielt habe. Polizisten schraubten den Sitz ab und brachten die Frau in eine Klinik, wo sie operativ von dem Sitz getrennt wurde. "Sie war nicht angeklebt, sie war nicht gefesselt“, sagte der Polizist Bryan Whipple. Offenbar sei die Haut der Frau um den Sitz herum gewachsen. "Es ist kaum vorstellbar“, fügte der Beamte hinzu. "Ich habe immer noch Schwierigkeiten, mir das vorzustellen.“ Die Polizei wurde am 27. Februar von dem Freund der Frau angerufen. Er habe gesagt, "dass irgendetwas mit seiner Freundin nicht stimmt“, teilte Whipple mit. Der Freund habe sie mit Nahrung und Wasser versorgt und sie jeden Tag gefragt, ob sie nicht aus dem Bad kommen wolle. "Ihre Antwort sei gewesen: ’Vielleicht morgen’.“ Das Haus in Ness City hat ein zweites Badezimmer, das daraufhin von dem Freund benutzt wurde. "Ich hätte früher Hilfe holen sollen" Der 36-Jährige erklärte,
seine Freundin habe sich jeden Tag etwas länger im Badezimmer
aufgehalten. Irgendwann habe sie sich entschieden, den Raum nicht mehr
zu verlassen – "als ob es ein sicherer Ort für sie
war". Ende Februar habe seine Freundin allerdings gewirkt,
als ob sie nicht ganz bei sich wäre, und er entschied sich,
die Polizei zu rufen. "Ich hätte früher Hilfe
für sie holen sollen, das gebe ich zu. Aber nach einer Weile
gewöhnt man sich irgendwie daran", sagte er
über das eigenartige Verhalten seiner Freundin, mit der er
seit 16 Jahren zusammen ist. Kein Gefühl mehr in den Beinen Die Polizei fand die Frau mit heruntergelassener Hose auf dem Toilettensitz. "Sie sagte, dass sie keine Hilfe brauche, dass es ihr gut gehe, und dass sie nicht weggehen wolle“, erklärte Whipple. Schließlich konnte sie aber überzeugt werden, in die 240 Kilometer entfernte Klinik nach Wichita gefahren zu werden. Nach Angaben ihres Freundes war sie sich gar nicht bewusst, dass sie mittlerweile gar kein Gefühl mehr in ihren Beinen hatte. Eine Infektion habe ihre Nerven geschädigt, und möglicherweise werde sie in Zukunft im Rollstuhl sitzen. Er wolle sich nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus weiterhin um sie kümmern. Die Behörden prüfen unterdessen, ob ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingeleitet wird. (AP/WAL/PAWO). Siehe auch einen weiteren Beitrag in der WELT vom 20.3.2008 Ja, die Befreiung des Menschen ist schon eine schwierige Sache - so wie bei den Legebatteriehennen. In freier Wildbahn ist alles eben etwas rauer und man muss schon wissen, was man will und wie man damit umgeht. Doch der Lohn ist mit Sicherheit groß: Etwa echte Partnerschaften, Ehen, die auch halten, keine Dekadenzerscheinungen wie Pädophilie, Pornografie und Prostitution... Es gibt da eine wunderschöne Parabel. (Ich habe sie in verkürzter Form unter http://www.satsang-dieter-rieck.de/1.html gefunden und versucht, sie wieder so zu ergänzen, wie ich sie einmal gehört hatte, denn die Kürzungen gefielen mir nicht.) Leider habe ich den möglichen Rechteinhaber dieser Parabel nicht gefunden, ich hoffe, wenn es ihn gibt, wir werden uns einig. Ich bitte ihn jedenfalls, zu bedenken, dass die Parabel einfach gut ist und dass sie interessierten Lesern nicht vorenthalten werden sollte, und also bitte nicht gleich zum Anwalt zu laufen! Wenn es denn sein muss, nehme ich die Parabel sofort wieder aus dem Internet! Die Parabel vom Adler auf dem Hühnerhof Einst
fand ein Bauer bei einem Spaziergang durch den Wald ein Adlerei. Er
nahm es mit nach Hause und legte es zu den Eiern einer
brütenden Henne. Als die Brutzeit vorüber war,
schlüpfte der kleine Adler gleichzeitig mit den Küken
aus. Weder er noch die Henne waren sich ihrer unterschiedlichen Gattung
bewusst, und so wuchs der Adler zusammen mit den Küken im
Hühnerhof auf. Die Henne lehrte ihn liebevoll, was ein Huhn zu
wissen und wie es sich zu verhalten hat. Sie lehrte ihn, wie man in der
Erde nach Würmern und Insekten scharrt und wie man das
Hühnerfutter vom Bauer aufpickt. Sie brachte ihm bei, wie man
gluckert und gackert. Sie lehrte ihn auch, dass Hühner nicht
fliegen können und dass sie ihre Flügel nur dazu
benutzen können, um bei auftauchender Gefahr schnell
wegzurennen. Ob es auch so
eine Chance für das Menschsein gibt? Warum eigentlich nicht?
Siehe auch das
Problem der artgerechten Haltung von Menschen
unter Pferdeflüsterer
und Omnisophie. Und
natürlich auch unter Manipulation
und Fundamentalismus,
warum die Menschen aus lauter Angst vor der Freiheit
den abstrusesten religiösen Systemen und Spekulationen
nachlaufen.
Dasselbe Problem, etwas anders, siehe unter Verhausschweinung. Der Verfasser dieser Website ist im Übrigen der Auffassung, dass gearde die Pädophilie eine Folge des Legebatteriehennensyndroms beziehungsweise der Verhausschweinung des Menschen ist. Und wo ist die konkrete Anwendung? Dazu aus dem Mailwechsel mit einer Schülerin (April 2011): Die Schülerin: "Man sollte generell, nicht nur, was Nacktheit betrifft, das tun, was man für gut und richtig hält. Der Mensch hat sowieso keine eigene Meinung; das, was du grade schreibst, gibt es auch schon seit Jahrhunderten, ebenso das, was ich schreibe." "Und nackt kuscheln ist sehr bedeutungslos. Meistens. Manchmal ist sogar simples Kuscheln bedeutsamer, man kann also nicht nackt kuscheln als Deus ex machina bezeichnen; das wäre ebenso fatal wie Abstinenz oder möglichst große sexuelle Erfahrung dafür zu halten. Es gibt Leute, mit denen man eine Menge gemacht hat, und sie sind einem nachher egal, und es gibt Leute, mit denen man fast nichts macht und es brennt sich in's Gedächtnis ein. Dafür braucht man kein Nacktkuscheln. Man kann es sicher machen, aber es ist nicht nötig. Jedenfalls weiß man nachm Sex meistens, ob man auf die Fresse gefallen ist oder nicht, denke ich. Das meinte ich mit der "Menschenkenntnis"." Darauf habe ich der jungen Dame geantwortet: "Oh nein, ich sehe das völlig anders, man darf nicht nur tun, wonach einem ist! Denn wenn man immer nur so vorgeht, dann kommt man von dem Sch..., der einem mal beigebracht wurde, nie mehr los! Das ist es ja, gerade der Sch... wurde einem so raffiniert beigebracht, dass er an einem schließlich klebt wie Pech und Schwefel, ja dass man ihn am Schluss geradezu auch noch liebt! Nein, man muss nachdenken - und wenn man feststellt, dass man gegen sein Menschsein manipuliert wurde, dann muss man sich befreien - und wenn es weh tut. Deswegen bin ich auch einmal während meines Studiums in Innsbruck über die Pfingsttage nach Jugoslawien gefahren, wo ich vermutete, dass es einen FKK gab, mit Büchern im Gepäck für eine Seminararbeit und mit Schmierpapier - einfach, um eine notwendige Arbeit zu machen und dabei im Nebeneffekt auch noch von diesen andressierten Verklemmungsfetzen frei zu werden nach dem Motto: "Das kann doch nicht sein, dass ich meine Fesseln auch noch liebe!" Und ich meine, ich hätte nicht nur die Arbeit mit "gut" geschafft sondern auch das andere, einfach Mensch sein zu können, auch und gerade ohne diese Verklemmungsfetzen, mehr nicht und nichts mehr dabei zu finden, dass andere auch so sind. Das einzige Problem ist, dass die Menschen, die ihre Fesseln oder gar Ketten kultivieren (im Extremfall etwa mit einer Bademodenschau!), mich jetzt nicht mehr verstehen...
Und
ich
sehe hier schon einen Zusammenhang mit dem "auf die Fresse fallen".
Denn wer nicht freiwillig seine Ketten ablegt in einer für ihn allgemeinverträglichen oder auch
förderlichen Weise, na, der wird sie eben irgendwann so satt, dass er
sie in für ihn eben nicht mehr förderlicher Weise über Bord wirft - und
dabei eben "auf die Fresse fällt". Ob jemand diese Befreiung nun mit
Kuscheln oder mit Nacktimregenspazierengehen oder mit
Amnacktstrandeineseminararbeitschreiben macht, ist egal, Hauptsache, er
macht es! Ich würde erst einmal durchaus die beiden letzten Dinge
empfehlen - und wenn man sich dabei wohl fühlt, wenn das für einen
selbstverständlich ist, dann kann dann auch das Kuscheln kommen! Denn
man sollte dafür und erst recht für den Sex schon erst mal ein freier Mensch sein, der sein
Legebatteriehennensyndrom auf alle Fälle im Großen und Ganzen überwunden hat! Na,
und wenn es das seit Jahrhunderten so gibt, was ich schreibe, dann wundert´s
mich, warum ich sonst davon nichts höre. Dann ist es auf alle Fälle doch Zeit, dass wir damit anfangen! Vielleicht wird das Problem Legebatteriehennensyndrom ja sonst anders ausgedrückt, nur mir ist eine andere Ausdrucksweise nicht bekannt. Vielleicht hilft mir ja mal jemand auf die Sprünge?
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