MADONNA UND DIRNE. Mit diesem Schlagwort bezeichnet man eine weitere (siehe Dienstmagd und Dirne) katastrophale Einstellung zur Frau, die von einem gestörten Weiblichkeits-Bild herrührt. Allerdings handelt es sich hier noch mehr um Beziehungen zu eher verschiedenen Frauen. Die eine Frau braucht man für seine sexuellen Bedürfnisse, die man allerdings als schmutzig ansieht. Da man sich dieser Frau aber im Grunde schämt, weil man sie wie eine Dirne verachtet, benötigt man zur Kompensation noch eine hohe Frau, die man sich dann nur als etwas völlig Reines, Un-Sexuelles, Mütterliches, ja sogar Außerweltliches vorstellen kann, also als Madonna, wie vor allem die Mutter Jesu bezeichnet wird. Daher ist für viele Männer ihre immerwährende Jungfräulichkeit von geradezu existentieller Bedeutung.

Von der einzig menschenwürdigen Einstellung zur Frau als Gefährtin in der Einheit von Leib und Seele hat man allerdings in keinem der beiden Varianten eine wirkliche Ahnung. Nicht nur die Einstellung zur Frau als Dirne, sondern auch als Madonna sind völlige Verzerrungen eines menschlichen, aber auch eines biblischen Bildes von der Frau. Und von dieser Verzerrung haben weder Männer noch Frauen irgendeine Erfüllung. Es muß unser aller Herzensanliegen sein, daß sich dies ändert, damit die Frau wieder die Gefährtinnenrolle erhält, die ihr angemessen und menschenwürdig und auch im männlichen Interesse ist. (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)