MARIA MAGDALENA. Unter dieser Heiligen werden im Bewusstsein vieler Gläubigen viele Frauengestalten, mit denen Jesus zu tun hatte, fälschlicherweise zusammengeworfen. Oder um es ganz deutlich zu sagen, Maria Magdalena ist nicht mit der Sünderin, die die Füße Jesu benetzte und sie mit ihren Haaren abtrocknete, identisch. Und sie hat auch nichts mit der Ehebrecherin zu tun, die "auf frischer Tat ertappt" wurde, gesteinigt werden sollte und von Jesus gerettet wurde und deren Geschichte im Drama "Jesus und die Sünderin" gewürdigt wird. Über diese beiden Frauen wird in den jeweiligen Evangelien und in der betreffenden Situation jeweils nur einmal berichtet, ansonsten nicht. 

Wenn heute über Maria Magdalena so viel spekuliert wird (siehe etwa unter Da-Vinci-Code), dann mag das vor allem daran liegen, dass feministische Theologen nach einer weiblichen Kultfigur aus dem Umkreis Jesu suchen, die im christlichen Glauben von besonderer Bedeutung sein könnte, und nach der Mutter Jesu Maria könnte das eben eine Maria Magdalena sein - nach dem Motto "Wer sucht, der findet." In feministischen Kreisen ereifert man sich schließlich auch, dass diese Maria Magdalena in der (männlichen) Kirche zur Prostituierten gemacht wurde. Abgesehen davon, dass wir in dieser Richtung nichts wissen, was wäre eigentlich so schlimm, wenn sie es gewesen wäre? Sie hätte ja auch eine Informantin Jesu sein können, die ihn - wie etwa die beiden Prostituierten im Drama "Jesus und die Sünderin" - aufgeklärt hatten, was so läuft und ihn damit zu seinem Engagement für die Frauen so richtig angespornt hatten. Damit hätte sie doch wirklich etwas für die Frauen - und gleichzeitig für die Liebe und die Partnerschaft von Mann und Frau - getan! Denn in der Praxis ist es ja durchaus nicht unbedingt so, dass jemand, der Missstände aufdeckt, von allen Betroffenen angefeindet und sogar gehasst wird, bisweilen wird er sogar unterstützt und geliebt - siehe unter Dilemma!

Die büßende Maria Magdalena ist oft Gegenstand der Kunst, hier von El Greco im Museum der Bildenden Künste in Budapest. Natürlich, "so eine Frau" lässt sich nun wirklich schön und ergreifend malen!

Und ob Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war? Siehe unter "Jesus und die Sexualität"!

Über den Zusammenhang von Jesus und der Sünderin - siehe unter "kriminologischer Ansatz", ich zitiere hier aus diesem Stichwort:

Und was ist mit dieser ganzen modernen Literatur über Maria Magdalena, etwa Dan Browns Bestseller "Sakrileg"? Oder Dan Bursteins und Arne de Keijzers Buch "Das Geheimnis der Maria Magdalena"? Die alle berücksichtigen doch von vornherein nicht die besondere Macho-Welt des Orients, sie sind typische Produkte amerikanischer Theologie... Also wie sagt der Prophet: "Gewogen und zu leicht befunden..."

Mehr zur  Maria Magdalena siehe unter http://www.heiligenlexikon.de/index.htm?BiographienM/Maria_Magdalena.html (Wörterbuch von basisreligion und basisdrama)